Kurznotiz: Trump will NATO nach Nahost erweitern

Während der Russlandexperte Prof. Rahr vorhersagt, dass sich die NATO auflösen wird, ist es interessant, Trump zuzuhören. Was ist seine neue Idee? Das interessanteste, was ich gestern gehört habe, war sein Tweet, dass die NATO Länder des Nahen Ostens einbeziehen sollte. Da Macron und sogar die Briten oder teilweise AKK wollen, dass sich die NATO stärker nach Süden als nach Osten und gegen Russland konzentriert (AKK weniger und die Osteuropäer überhaupt nicht), man vielleicht auch Russland selbst als potentiellen Partner im Großen Nahen Osten für möglich halten könnte, ist dies den deutschen Medien, die lieber ellenlang über Zoobrände und betrunkene Raser in Südtirol berichten, keine Vertiefung wert. Trumps Fokus liegt auf dem Iran und China, nicht auf Russland und Nordkorea. Die NATO ist für ihn nur dann wertvoll, wenn sie dieser Idee dient. Dies war auch der Grund, warum China auf dem 70-jährigen Treffen erstmals als potentielle Bedrohung für die NATO erwähnt wurde. Und niemand nimmt seine Idee, die NATO solle auf den Nahen Osten ausgeweitet werden, ernst. Oder ist Trumps Erweiterungsgerede nur ein Weg, um die Unterstützung der NATO für einen Iran-Krieg zu bekommen, und wie würden die Türkei und Russland reagieren, wenn die NATO in der MENA-Region eingreifen würde, falls es da nicht zu einem Verwürfnis über diese Frage wie beim Irakkrieg 2003 kommt? Ist das realistisch? Oder möchte Trump den Test machen und die NATO durch eine bilaterale US-Sicherheitsarchitektur für Europa und den Mittleren Osten mit einigen bereitwilligen Schlüsselstaaten ersetzen, da das gemeinsame Sicherheitsinteresse durch zentrifugale Interessen in der NATO nicht mehr erfüllt werden kann?

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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