Parag Khanna: Unsere Asiatische Zukunft

Parag Khanna: Unsere Asiatische Zukunft

Parags Khannas Buch Unsere Asiatische Zukunft“wurde gerade in ttt besprochen. Studierte und lebt in Singapur.Er ist ein Befürworter der Meriokratie.

https://www.deutschlandfunkkultur.de/parag-khanna-unsere-asiatische-zukunft-das-modell-von-morgen.1270.de.html?dram:article_id=468141

Anbei noch das FOCUS-Interview mit Parag Khanna mit seinen Hauptthesen..

Das asiatische Jahrhundert ist ja nicht zum ersten Mal Thema, wird nun aber immer akuter und offensichtlicher. Meiner Ansicht nach beschreibt er einige ökonomische Sachverhalte richtig. Dass Asien inzwischen ein eigenständiges System sei, das sich seit der Finanzkrise 2008, die im wesentlichen eine westliche Krise war weiter herausbilde, ist nur zum Teil richtig, aber von der Tendenz nicht falsch. Auch,dass die USA mittels ihrer Handelskriege eine Hightechmacht China nicht verhindern werden,u.a. auch deswegen die meisten Hitechimporte Chinas inzwischen aus Asien stammen.Meine Befürchtung ist ja eher,dass die USA,vielleicht schon unter Trump, einen sinoamerikanischen Krieg beginnen werden ,weil sie keinen anderen Ausweg sehen diesen historischen Trend noch anders aufzuhalten oder zu ändern.Wobei ich hoffe,dass meine Befürchtung nicht wahr wird und ich falsch liege.


Aber ist seine These, dass Asien nun ein unabhängiges „System“ ist, das sich seit der Finanzkrise 2008 weiterentwickelt hat, was im Wesentlichen eine westliche Krise war,richtig, da Indien nicht länger über eine BRICS- und SCO-Mitgliedschaft hinaus Mitglied der RCEP werden möchte? Wird es eine Asiatische Union oder eine Eurasische Union oder etwas Vergleichbares geben? Oder wird der Trend so sein wie in den 20er und 30er Jahren, als der Panasianismus aufkam, aber in Japans Grosser Wohlstandsphäre und dem Zweiten Weltkrieg endete?

Ausgesprochen zweckoptimistisch und falsch halte ich jedoch Khannas Aussage,dass die Mehrheit in Asien Demokratien seien.Recht hat er wohl,dass die meisten Asiaten wertekonservativ sind. Aber er übersieht,dass Indien sich gerade in eine hindunationalistische Diktatur umwandelt und China auf dem besten Weg ist eine neototalitärer Ein-Manndiktatur zu werden.Und Thailand trotz Militärherrschaft als Demokratie einzuordnen,ist da auch fraglich, wie er ja auch Rußland und alles östlich des Suezkanals als Asien sieht. Er sieht dies nur als kurzfristige Anomalie an,dem eine Liberalisierung folgen werde.Die KP China wolle ein großes Deutschland werden. Der alte Demokratisierungsidealismus des liberalen Westens, das Wandel durch Handel-Mantra und es wundert mich nicht,dass Khanna auch beim Council for Foreign Relations und bei Obama arbeitete. Kai Strittmatters Buch“Die Wiedererfindung der Diktatur“ ist da realistischer.

https://m.focus.de/digital/dldaily/parag-khanna-im-interview-finanzkrise-war-geburt-des-neuen-asiens-deutschland-spielt-zentrale-rolle_id_10311409.html

Ein deutscher Exdiplomat kommentierte dies noch so:

„Teile Ihre Einschätzung in allen Punkten, möchte aber noch ergänzen, dass ein koreanischer Gesprächspartner am Wochenende die aktuelle Wirtschaftslage Chinas recht skeptisch beurteilte, insbesondere Wachstumsperspektiven und Verschuldung.

Gesprächspartner ist als Zulieferer der Schiffsbauindustrie erfolgreich. Er berichtete, dass die internationalen Schiffseigner, die in den letzten Jahren in China bauen ließen, nun wieder nach Korea zurückkehren.

Aussage: „Nach dem ersten Schiff, das für sie in China vom Stapel gelaufen ist, geben sie dort keine neuen mehr in Auftrag!“ Die Qualität sei zu schlecht.

Jede chinesische Provinz mit Küste hatte massiv in den Aufbau von Werftkapazitäten investiert. Dafür gab es Subventionen der Zentralregierung, diese fließen nicht mehr. Allenfalls gibt es Aufträge der chinesischen Marine.

Mal sehen, ob das stimmt und wie’s weitergeht.“

Um den südkroeanischen Gesprächspartner der Schiffahrtsindustrie einmal zu relatvieren und ohne ihm zu nahe treten zu wollen:_:

China setzt mit dem Made 2025 auf eine Hightechnation von KI, Cloud, Qunatencomputern,Nanotechnologie, Gentechnologie, erneuerbare Energien, Hochgeschiwndigkeiteszüge, etc. Da ist eingepresit, dass man alte Industrien, die zuvor noch als neue Industrien galten, gerne dem Ausland überlässt. Unzweifelhaft hat China in den traditionellen Industrien wie Stahl, Kohle, Beton, Schiffsbau,etc. Überkapazitäten und mag auch nicht die Qualität so gut sein. Zum einen werden diese Überkapazitäten versucht mittels der Neuen Seidenstrasse abzusetzen, aber der Schwerpunkt liegt auf Hochtechnologie und Digitalisierung für die Zukunft und auch die ganzen Blliglohnproduktionen der Dengjahre lassen die Chinesen gerne in andere Länder abwandern, wenn sie da nicht selbst im Ausland reininvestieren als erweiterte Produktionskette innerhalb ihres anvisierten neuen Welthandelssystems.

Für Südkoreaner und ihre chaebols waren vielleicht einmal ihre Elektro-, Auto- und Schiffahrtsindustrie die Erfolgsgeschichte, aber auch diese werden nicht mehr die wesentlichen Industrien der Zukunft sein. Inwieweit der südkoreanische Gesprächspartner Chinas Schiffahrtsindustrie da nur mit Qualitätszweifeln anschwärzen will oder recht hat, vermag ich nicht zu beurteilen. Nachdem China seinen ersten Flugzeugträger aus der Ukraine bezog, hat es nun angeblich einen eigenen Flugzeugträger vom Stapel gelassen. Und da China mehr Seemacht im Zeichen Zheng Hes werden will, dürften die Überkapazitäten, vielleicht qualitätsmäßig nicht Premium, aber durchaus gut ausreichen.Südkoreas Zukunft wird sich wie Deutschland oder Europas entscheiden, ob sie KI, Cloud, Quantencomputer, Nanotechnoloie, Gentechnologie,erneuerbare Energien, etc anbieten können und nicht nur die inzwischen alten, damals neuen Industrien. Zumal man  ja auch Südkorea mittels seines Genprofessors, der zum Nationalhelden aufstieg und dann zum billigen Fälscher avancierte, Qualitätsmängel nachweisen kann., Von daher sagt ein partielles Rückkehren von China in südkoreanischen Schiffsbau noch nichts über die weitere Zukunftsfähigkeit des Landes aus, zumal ja auch diese alten Industrien, die den Weltexportmeister Südkorea wie Deutschland ausmachen auch demnächst Opfer eine US-Handelskrieges werden könnten. Und solange es kein Made Germany/EU 2025 gibt und sich Verkehrs- und Digitalisierungsminister mehr Gedanken über E-roller und Flugtaxis machen und auf E-Gameconventions mit Laserschwertern und Wonderwomandress auftreten statt sich mit den wirklich disruptiven Zukunftstechnologien zu beschäftigen, würde ich mir um China weniger Sorgen machen. Immerhin hat die EU jetzt mal eine Digitalisierungsstrategie beschlossen. Sehen wir mal, ob die so erfolgreich ist wie die Chinas.


Die Kommentare sind geschlossen.