Ökofiction: Ecocaust-The New Green World Order

Ich habe angefangen eine Ökofiction zu schreiben: „Ecocaust-The New Green World Order“. Grober Storyplot:

Die Ökobewegung radikalisiert sich. Reformerische Kräfte wie Habeck und Baerbroeck, Green Peace und Extinction Rebeillion werden von radiaklfundamentalitischen Ökofanatikern an den Pranger gestellt, die Revolution frißt im wahrsten Sinne ihre KInder, auch Greta und den braveren Teil der Schüler. Es bilden sich zwei neue totalitäre Fraktionen innerhalb der revolutionären Ökobewegung heraus: Eine nationalistisch-autarke, die im Agrarkommunimsmus Pol Pots, dem Bewässerungssystem und den Ökokommunen des Angkorreichs (Wittfogel: hydraulisches Modell)  ihr Vorbild sieht und eine Naturreligion verbreitet, die um einen Sonnenkult und die Sonnenkraft kreist. Wir beten an die Macht der Sonne und des Wassers, der Elemente!.Zum anderen eine ökoimperialistische, internationalistische Fraktion, die gegen Chinas Wachstumsdikatur und die Neue Seidenstrasse den Ökokrieg mittels einer Öko-NATO beginnt und umweltfeindliche Infrastrukturen bombadiert, wie auch der Bevölkerungsexplosion durch Massenvernichtung entgegenzuwirken sucht, wie auch international eine grüne Weltrevolution ala Trotzki vorantreiben will. Eine Ära ökologischer Befreiungskriege.

Letztendlich dreht es sich auch um die Frage, inwieweit Menschenwürde/Menschenrechte/Demokratie und Reduzierung des CO2-/ Konsums/Bevölkerung zusammengehen.Ist das demokratisch gestaltbar oder braucht es eine Ökodiktatur, wie dies schnell gefordert werden könnte, sollten die bisherigen Maßnahmen nicht wirken. Mir macht aber ein wenig Sorge, dass Menschen von Ökologisten nur noch als CO2-Emmitenten angesehen werden, als Störfaktoren und Umweltzerstörer, recyclebare wertlose Biomasse und nicht mehr als menschliche Wesen. Klingt dann nach lebensunwertem Leben. Das neue Buch von der Ökofeministin, die erklärt, keine Kinder zu bekommen sei ein Beitrag zum Klimaschutz geht auch in diese Richtung.Gefühlt:

Es gibt keine menschlichen Lösungen, weder fürs Individuum noch für die Weltgesellschaft–Schlimmstes ist zu befürchten, deswegen auch „Ecocaust“! Die Neue Grüne Weltordnung rettet den Planeten durch menschliche Massenvernichtung! Bleibt nur zu hoffen, dass die Ökofiction auch Fiction bleibt und die Mneschheit konstruktivere und humanere Lösungen findet.

Hier eine Leseprobe:

The New Green World Order

Nachdem die grüne Revolution in den USA, Teilen Europas und Indien gesiegt hatte, trat ihr Führer und Chefkoordinator Green Steve aus dem Untergrund hervor. Green Steve war ein junger i Gen-jugendlicher Hacker, der lange in Kalifornien lebte, mit dem Silicon Valley enge Beziehungen hatte, sich mit sozialen Medien, Algorithmen und der kalifornischen Ideologie beschäftigt hatte, die technologisch-esoterisch und futuristisch war. Green Steve hatte auch mit zum Futurismus gewandelten Alt-Hippies Kontakt gehabt, die ebenso Vertreter eines Ökologismusa la Club of Rome waren, jedoch an eine demokratische Reform und nicht eine revolutionären Umsturz samt Ökodiktatur glaubten und war schon damals ein Fan der Möglichkeiten des Internets und seiner revolutionären Potentiale geworden, die er für eine ökologische Revolution gegen das wachstumsaffine Establishment der Industriestaaten nutzen wollte. Als Erweckungserlebnis hatte er Diskussion mit John Perry Barlow, einem Cyberguru , der schon beim Wirtschaftsgiopfel von Davos1996 eine Art Erweckungspredigt für das Internet gehalten hatte:

»Regierungen der industriellen Welt, Ihr trägen Giganten aus Fleisch und Stahl, ich komme aus dem Cyberspace, der neuen Heimat des Geistes. Im Namen der Zukunft fordere ich euch, die ihr der Vergangenheit angehört, auf, uns nicht zu belästigen. Ihr seid nicht willkommen unter uns. Ihr habt keine Regierungsgewalt, wo wir uns versammeln (…) ich wende mich an euch mit keiner geringeren Autorität als der, mit der die Freiheit selbst zu sprechen pflegt. Ich erkläre den globalen sozialen Raum, den wir bauen, als naturgegeben unabhängig von dem tyrannischen Regiment, das ihr über uns zu errichten versucht. Ihr habt kein moralisches Recht, uns zu regieren, noch besitzt ihr irgendwelche Methoden zur Durchsetzung, die zu fürchten wir wahren Grund haben (…)

Der Cyberspace liegt nicht innerhalb eurer grenzen. Glaubt nicht, dass ihr ihn schaffen könnt, als ob es sich um ein öffentliches Bauvorhaben handelte. Er ist die Tätigkeit der Natur selbst und er wächst durch unsere kollektiven Handlungen (…)

Der Cyberspace besteht aus Transaktionen, Beziehungen und dem Denken selbst, die sich wie eine stehende Welle im Gewebe unserer Kommunikationen anordnen. Unsere Welt ist zugleich überall und nirgends, doch ist sie nicht dort, wo Körper leben.

Eure Rechtsbegriffe von Eigentum, Ausdruck, Identität, Bewegung und Kontext sind auf uns nicht anzuwenden. Sie gründen in der Materie, doch hier gibt es keine Materie«

So verkündet von John Perry Barlow vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos am 8. Februar 1996. Ihrem Ton nach konnten die obigen Sätze aus einer Erweckungspredigt stammen, doch tatsächlich richteten sie sich an eine Versammlung von Wirtschaftsführern und Politikern. Ihr Autor John Perry Barlow stand mit seiner Biographie für die Kontinuität zweier kalifornischer Bewegungen, die auf den ersten Blick wenig gemeinsam zu haben scheinen: der Hippies der 70er Jahre und der Cyber- Enthusiasten der 90er. Barlow, der damals Songs für Greatful Dead schrieb und heute als einer der Gurus des Cyberspace galt, stand damit nicht allein:

Auch Kevin Kelly, einst Herausgeber des Alternativszenenblatts »CoEvolution Quarterly« (bzw. »Whole Earth Review«) und Chefredakteur von »Wired«, einer Art »Vogue« für die Cyberschickeria, stand dafür und LSD- Apostel Timothy Leary stand auch dafür. Doch unter den Cyberenthusiasten finden sich auch George Keyworth, der als Protege Edward Tellers Wissenschaftsberater Reagans wurde, und George Gilder, Multiaufsichtsrat und Vordenker der republikanischen Rechten. Green Steve war von diesern Kreisen stark beeinflußt und sah daher die Notwendigkeit vor allem das Internet mit sozialen Medien und einer Massenbewegung zu organisieren, die sowohl aus Cyberaktivisten und Hackern wie der von ihm gegründeten Green Hats, aber auch analogen Straßendemonstranten wie seine Grüne Garde bestanden. Die Green Hats versuchten die Staatsmacht per Cyberwarefare zu paralysieren, den digitalen Raum zu erobern, die Grünen Garden den Massenprotesten eine Stoßrichtung zu geben und auch den analogen Raum zu kontrollieren.

Green Steve sah sowohl die Notwendigkeit die digitale Revolution mit der analogen Revolution zu verbinden, verstand diese nicht als Widerspruchspaare, sondern einander bedingende und in Wechselwirkung stehende Formen des Umstruzes. Eines ist nicht ohne das andere zu haben. Zudem verabscheute er den Pazifismus und Liberalismus der bisherigen Ökobewegung der Hippies, vor allem die Schülerdemos, die schon Bedenken gehabt hatten, Schule zu schwänzen oder wie Extinction Rebellion nur auf zivilen Ungehorsam und Sitzblockaden zu setzen, die er zwar auch befürwortete, aber eben auch den Einsatz von Gewalt nicht ausschloß, sondern sogar logisch fand und die Führung seiner Grünen Garde auch mit militanten Tier- und Umweltschützlern bestückt hatte, zumal er auch nicht mehr auf eine an die Rationalität des Menschen und einen durch Diskurs herzustellenden demokratischen Konsens ala Habermas oder Karl Popper oder Freiwilligkeiten glaubte, sondern an die schiere faktische Macht von Zwang und Sanktionen, eben einer Ökodikatur.

Anders als seine Vorgänger vertraute er ebenso nicht den spontaneistischen Selbstorganisierungskräften der Massen, sondern hatte eine Kaderorganisation ala Lenins „Was tun?“gegründet, die den netzwerkartigen und spontanistischen Massenbewegungen eine revolutionäre, zielgerichtete Stoßkraft und Macht verlieh, die nun zum Sturz der etablierten Staatsmächte in den USA. Teilen Europas und Indien geführt hatte. Das neototalitäre China hingegen blieb von der ökologischen Revolution unberührt und die von Xi Jinping betriebene „Internetsouveränität“samt Internetzensur- und kontrolle, wie auch das soziale Bonussystem hatten bisher eine ökologische Revolution in China verhindert. Zudem war China auch aus Steve Greens Sicht das extremste Beispiel einer Wachtsumsdiktatur, die mit der Neuen Seidenstraße nun auch die ökologische Balance des Planeten völlig aus der Balance bringen würde. Im autoritären Rußland hatten sich die Freiräume für eine ökologische Revolution auch durch strengere Kontrolle und die Einrichtung eines rußischen Internets verkleinert, wenngleich man noch unschlüssig war, ob hier ein grüner Umsturz, vielleicht doch möglich wäre.

Green Steve glaubte nicht mehr an Nationalstaaten und die bisherige standortkonkurrierende kapitalistische Ökonomie der Globalisierung, noch an die bisherige Bevölkerungspolitik. Ziel musste ein grüner Weltstaat sein, der allen Menschen ein ökologisch verträgliches Existenzminiumum garantierte und die Resourcen rationiert verteilte. Dazu müsste das Bevölkerungswachstum, wie auch das quantitaive Wirtschaftswachstum reduziert werden. Green Steve war kein Vertreter der Idee einer völlig deindustrialiserten Weltgesellschaft, sogar ein Befürworter erneuerbarer Energien und Wachstums, insofern dieses Resourcen einspare, die Energieeffiezienz steigere,seine Idee orientierte sich eher daran am Einsatz eines Supercomputernetzwerkes, das mittels Big Data, Wissenschaft und Algorithmen das ökologisch verträgliche Gleichgewicht zwischen Bevölkerung und Konsum zu bestimmen in der Lage war und die Verteilung zu organisieren wusste.

In dieser Idee stimmte er mit den Akzelerationisten überein, die den Einsatz von Computern unter dem sozialistischen Präsidenten Chiles Salvador Allende zur Planung der Volkswirtschaft zum Vorbild und Modell hatten. Die Akzellerationisten shrieben im „Manifest für Akzellerationismus“:

„5. Es ist Marx, der zusammen mit Land der paradigmatische beschleunigende Denker bleibt. Entgegen der allzu bekannten Kritik und sogar des Verhaltens einiger zeitgenössischer Marxisten müssen wir uns daran erinnern, dass Marx selbst die fortschrittlichsten theoretischen Werkzeuge und empirischen Daten verwendet hat, um seine Welt vollständig zu verstehen und zu transformieren. Er war kein Denker, der sich der Moderne widersetzte, sondern einer, der sich bemühte, diese zu analysieren und in sie einzugreifen. Er verstand, dass der Kapitalismus trotz aller Ausbeutung und Korruption das fortschrittlichste Wirtschaftssystem bis heute blieb. Ihre Gewinne sollten nicht rückgängig gemacht, sondern über die Grenzen der kapitalistischen Wertform hinaus beschleunigt werden.

6. In der Tat, wie sogar Lenin im Text „Die Kinderkrankheiten des Kommunismus“von 1918 schrieb:

Der Sozialismus ist ohne groß angelegte kapitalistische Technik, die auf den neuesten Entdeckungen der modernen Wissenschaft basiert, nicht vorstellbar. Ohne eine geplante staatliche Organisation, die zig Millionen Menschen strikt an einem einheitlichen Produktions- und Vertriebsstandard bindet, ist dies nicht denkbar. Wir Marxisten haben immer davon gesprochen, und es lohnt sich nicht, zwei Sekunden damit zu verbringen, mit Menschen zu sprechen, die auch dies nicht verstehen (Anarchisten und eine gute Hälfte der linken sozialistischen Revolutionäre).

7. Wie Marx bewusst war, kann der Kapitalismus nicht als Vermittler wahrer Beschleunigung identifiziert werden. Ebenso ist die Einschätzung der Linkspolitik als entgegengesetzt zur technosozialen Beschleunigung zumindest teilweise eine schwerwiegende Falschdarstellung. In der Tat muss die politische Linke, wenn sie eine Zukunft haben will, diese unterdrückte beschleunigende Tendenz maximal akzeptieren.

03. MANIFEST: Über die Zukunft

1. Wir glauben, dass die wichtigste Trennung in der heutigen Linken zwischen denjenigen besteht, die an einer Volkspolitik des Lokalismus, der direkten Aktion und des unerbittlichen Horizontalismus festhalten, und jenen, die begreifen, was als beschleunigende Politik mit einer Modernität der Abstraktion und Komplexität bezeichnet werden muss , Globalität und Technologie. Ersteres bleibt damit zufrieden, kleine und zeitweilige Räume nichtkapitalistischer sozialer Beziehungen zu schaffen, und vermeidet die wirklichen Probleme, die mit der Konfrontation mit Feinden verbunden sind, die an sich nicht lokal, abstrakt und tief in unserer alltäglichen Infrastruktur verwurzelt sind. Das Scheitern einer solchen Politik ist von Anfang an eingebaut. Im Gegensatz dazu versucht eine beschleunigende Politik, die Errungenschaften des Spätkapitalismus zu bewahren, während sie weiter geht als es das Wertesystem, die Regierungsstrukturen und die Massenpathologien zulassen.

2. Wir alle wollen weniger arbeiten. Es ist eine faszinierende Frage, warum der weltweit führende Ökonom der Nachkriegszeit glaubte, dass ein aufgeklärter Kapitalismus unweigerlich zu einer radikalen Arbeitszeitverkürzung führte. In The Economic Prospects for Our Grandchildren (geschrieben 1930) prognostizierte Keynes eine kapitalistische Zukunft, in der die Arbeit von Einzelpersonen auf drei Stunden pro Tag reduziert werden sollte. Was stattdessen stattgefunden hat, ist die fortschreitende Aufhebung der Work-Life-Trennung, wobei die Arbeit jeden Aspekt der aufkommenden sozialen Gewebes durchdringt.

3. Der Kapitalismus hat begonnen, die Produktivkräfte der Technologie einzuschränken oder zumindest auf unnötig enge Ziele auszurichten. Patentkriege und Ideenmonopolisierung sind zeitgenössische Phänomene, die sowohl auf die Notwendigkeit des Kapitals hinweisen, sich dem Wettbewerb zu entziehen, als auch auf die zunehmend rückläufige Herangehensweise des Kapitals an die Technologie. Die richtig beschleunigten Gewinne des Neoliberalismus haben nicht zu weniger Arbeit oder weniger Stress geführt. Und anstatt einer Welt der Raumfahrt, des zukünftigen Schocks und des revolutionären technologischen Potenzials existieren wir in einer Zeit, in der sich nur eine geringfügig bessere Spielerei der Verbraucher entwickelt. Durch unablässige Iterationen desselben Grundprodukts wird die marginale Nachfrage der Verbraucher auf Kosten der menschlichen Beschleunigung gestützt.

4. Wir wollen nicht zum Fordismus zurückkehren. Es kann keine Rückkehr zum Fordismus geben. Die kapitalistische „goldene Ära“ wurde auf der Grundlage des Produktionsparadigmas des geordneten Fabrikumfelds ins Leben gerufen, in dem (männliche) Arbeiter Sicherheit und einen grundlegenden Lebensstandard erhielten, um ein Leben lang Langeweile und soziale Unterdrückung zu stillen. Ein solches System stützte sich auf eine internationale Hierarchie von Kolonien, Reichen und einer unterentwickelten Peripherie. eine nationale Hierarchie von Rassismus und Sexismus; und eine starre Familienhierarchie der weiblichen Unterwerfung. Bei aller Nostalgie, die viele empfinden, ist dieses Regime sowohl unerwünscht als auch praktisch unmöglich, dorthin zurückzukehren.

5. Akzellerationisten wollen latente Produktivkräfte entfesseln. In diesem Projekt muss die materielle Plattform des Neoliberalismus nicht zerstört werden. Es muss zu gemeinsamen Zwecken umfunktioniert werden. Die vorhandene Infrastruktur ist keine kapitalistische Bühne, die zerstört werden muss, sondern ein Sprungbrett für den Aufstieg zum Postkapitalismus.

Jede Veränderung der Gesellschaft muss mit wirtschaftlichen und sozialen Experimenten einhergehen. Das chilenische Projekt Cybersyn ist ein Symbol für diese experimentelle Haltung – es verbindet fortschrittliche kybernetische Technologien mit ausgefeilten Wirtschaftsmodellen und einer demokratischen Plattform, die in der technischen Infrastruktur selbst instanziiert ist. Ähnliche Experimente wurden in den 1950er und 1960er Jahren auch in der sowjetischen Wirtschaft durchgeführt, wobei Kybernetik und lineare Programmierung eingesetzt wurden, um die neuen Probleme der ersten kommunistischen Wirtschaft zu überwinden. Dass beide letztendlich erfolglos blieben, lässt sich auf die politischen und technologischen Zwänge zurückführen, unter denen diese frühen Kybernetiker operierten. “

Den Einsatz von Computern lehnte Green Steve nicht ab, im Gegenteil, ihm schwebte ein ökologisches Bounssysem für den grünen Weltstaat vor, der dem sozialen Bonussystem Chinas nachempfunden war. Zudem überlegte er, ob die Lebenszeiten der Menschen nicht nach ökologischen und Gesundheits- Bonis vergeben und begrenzt sein sollten.  Über den Zielkonflikt Bevölkerung und Konsum war er sich im Klaren, doch war ihm umgekehrt klar, dass ein Stopp der Bevölkerungsexplosion oder eine Reduzierung der Bevölkerung eine Notwendigkeit war, auch bei niedrigerem Konsum. Malthus schätzte er sehr, da dieser zwar zu seiner damaligen Zeit falsch lag, aber eben nicht in Bezug auf die Jetztzeit und Zukunft.

Aus Green Steves Sicht war klar: Die Bevölkerungsexplosion sollte Chefsache sein, da die Menschheit vom Sprung von derzeitig 7 Milliarden Menschen auf prognostizierte 12 Milliarden Menschen zwischen 2030 bis 2050 anwachsen könnte, insofern es keine Trendwende gibt. Die Frage ist nur, wie man sie löst. Chinas Ein-Kindpolitik mochte da manchem als Vorbild dienen, aber China kämpfte wie westliche Industriestaaten mit dem Problem der Überalterung und der Rentensysteme, da es besser eine 2-Kind-Politik verfolgt hätte, die die Reproduktionsrate herstellt. Grundsätzlich gab es 3 Möglichkeiten: Man streicht die humanitäre Hilfe, lässt die Leute verhungern und an Epidemien sterben, ja vernichtet auch bewusst Mneschen, die ökologisch nicht sinnvoll sind, was dem bisherigem humanitären Anspruch des Westens widersprach,was aber Green Steve nicht weiter interessierte, da die ökologische Biklanz eben keine Verhälzmäßigkeit der Mittel zuließ, sondern der Zweck alle Mittel heiligte..

Oder man setzt auf mehr Bildung für Frauen, Verhütung, wirtschaftliche Entwicklung und Industrialiserung, was die Geburtenraten sinken lässt.So war es auch in den westlichen Industrieländern und Marx und Engels beschreiben diesen säkularen Trend von der Groß- zur Klein- zur Patchworkfamilie und Singlehaushalten ganz gut mit der Entwicklung der Produktivkräfte (siehe auch Engels: Vom Ursprung der Familie). Südkorea ging diesen Weg, hatte in den 50er Jahren noch Armut, Überbevölkerung wie heute Ägypten, reduzierte diese aber sukkzessive durch Industrialisierung, Bildung von Frauen und Förderung von Kleinfamilien. Chinas Neue Seidenstrasse ist da ein Megaprojekt wirtschaftlicher Entwicklung benachteiligter Länder, von dem man auch hofft, dass es die Bevölkerungsexplosion eindämmt. Das Problem war hierbei nur der Resourcenverbrauch, um gleichwertige Lebensstandards zu erreichen. Und genau hier wurde Green Steve und die ökologische Revolutionäre entscheidener Feind Chinas Neuer Seidenstrasse, wie auch Chinas Wachtstumsdiktatur, die eine Ökodiktatur ersetzen sollte.

Restriktive Geburtenkontrolle muss zudem gegen religiöse und archaische Männerbilder durchgesetzt werden. Die Ideologie, dass viele Kinder den eigentlichen Mann auszeichnen und Wohlstand in der Rente bringen, müsste entgegengewirkt werden. Erfreulich, dass zumindestens Papst Franziskus trotz des christlichen „Vermehret euch und macht euch die Erde untertan“ erklärte: „Katholizismus bedeutet nicht, sich wie die Karnikel zu vermehren“.Es wäre zu hoffen, dass Vertreter anderer Religionen, vor allem des Islams, der sich explosionsartig verbreitenden evangelikalen Freikirchen und diverse Machopolitiker diesem Vorbild nacheifern, was aber eher unwahrscheinlich ist.

Green Steve trat daher dafür ein, einen grünen Weltstaat , eine New Green World Order mittels einer Ausbreitung der grünen Revolution auf die Wachstumsdikaturen China, Rußland und andere ökologisch schädliche Staaten, sei es mittels einer Revolution, Sanktionen oder eben durch ökologische Befreiungskriege herzustellen. Erst einmal müsse sich die Revolution ausbreiten, die Details seien dann zu klären.

Zudem müssten die bisherigen Religionen ersetzt werden durch eine weltvereinigende Naturreligion, die Gott durch die Kraft der Sonne, des Windes und des Wassers, der Naturelemente ersetzte und das Bildungssystem so umzuorientieren, dass der ökologische Fußabdruck zum moralischen Gebot für alle Weltenbewohner werde und die Naturvölker als Vorbild nehmen sollte, die mit der Natur im Einklang gelebt hätten. Zudem sollte die Sichtweise des Menschen als Krone der Schöpfung oder besonderes Geschöpf in der Evolution durch eine ökologische Wissenschaft und Religion ersetzt werden, die ihn vor allem als Umweltzerstörer, Zufallsprodukt, ohne das die Natur auch weiterexistieren könne, als recycelbare biologische Masse sehen solle, zumal man auch mehr Kosmologie und Astrophysik lehren solle,um die Nichtigkeit menschlichen Seins im Kosmos klarzumachen, nicht einmal ein Staubkorn im Weltall. Green Stve dachte daran Gebets- und Kultstätten an Sonnenkraftwerken, Wassersystemen und Windrädern, sowie alten Kultstätten, die die Naturkräfte angebetet hatten zu errichten und rituelle Opferzeremonien abzuhalten: Wir beten an die Macht der Sonne des Wassers, des Windes und aller Naturkräfte.

Die Kritik, dass seine Vorstellungen dikatorisch und zutiefst inhuman seien, wischte Green Steve mit dem Argument weg, dass die kommende Klimakatastrophe alle Mal mehr Menschenleben kosten würde, den Planeten und die natürlichen Lebensgrundlagen irreversibel zerstören würde, man nicht mehr passiv abwarten und moderat Symptombekämpfung und Reperaturdienste am System vornehmen könne, sondern dass nur ein radikaler Systemwechsel weltweit und die Errichtung eines grünen Weltstaats die Existenzbedrohung der Menschheit nachhaltig lösen könne. Die Zeit der Bedenkenträger und alten Eliten sei vorbei, das liberale Gequassel und demokratische Geschwätze, sowie die friedlichen Proteste hatten nichts gebracht-Schluß mit dem Gerede, es war die Zeit zu handeln. Gebraucht würden nicht Menschen des Wortes, sondern Menschen der Tat.Radikale Lebensumstände und Existenzbedrohungen brauchten radikale Lösungen. Tabula rasa.

Die Macht der reaktionären und restaurativen Wachtsumsideologen und Kräfte musste unterdrückt und gebrochen werden, sei es mit Gewalt oder Krieg. Die Arbeiter der karbonkontamierten Industrien, die Kohlearbeiter, Automobilarbeiter, Ölarbeiter und die dahinterstehenden alten Industrien und ihre Lobbyverbände, die Trump und andere Kräfte so hofierten mussten zerschlagen werden. Zum einen mittels der Green Hats, die sich an den Black Hats orientierten und besser organisiert waren als etwaige Chaos Computer Clubs. Diese sollten die Staatsmacht digital durch Cyberangriffe paralysieren und handlungsunfähig machen, Chaos und Blackouts stiften, Informationen und Desinformation streuen, die sozialen Netzwerke mit Bots inflitrieren , den Humus bereiten auf dem Revolutionen entstehen, zumal der Klimawandel wie auch die Politik und die Widersprüche der alten Eliten ohnehin die Grundlagen dafür legten und der eigentliche Nährboden waren. Green Steve wußte, dass mit jedem Wetterextrem infolge des Klimawandels sich die Stimmung weiter radiaklisieren würde, mit jedem Dürresommer sich die Gemüter weiter erhitzen und jede Überflutung neue Anhänger in seine Bewegung spülen würde. Die Klimaerwärmung würde den Ruf nach radikalen Maßnahmen und einer Ordnungskraft lauter erschallen lassen, wie aber auch reaktionäre und restaurative Gegenkräfte sich organisieren lassen.

Für den analogen Kampf hatte Green Steve die Grünen Garden organisiert, die nach dem Vorbild der Roten Garden Maos eine Kulturrevolution und analoge Revolution vollbringen sollten und am Jugendkult und Jugendwahn der säkularen Gesellschaft ansetzte.Das Alte zerstören, das Neue erschaffen! Weg mit den archaischen Relikten und reaktionären Kräften der Vergangenheit, Jugend für die Zukunft.  Die Grünen Garden veranstalteten Massenversammlungen, in denen Klimasünder und Umweltverbrecher öffentlich zur Rechenschaft gezogen wurden. Den Haag wollte Green Steve in ein internationales TRibunal und einen grünen Volksgerichtshof und Jüngstes Gericht gegen die alten Wachstumseliten umwandeln, die dann Verbrechen gegen die naturlichen Grundlagen der Mneschheit angeklagt würden.

Desweiteren hatte Green Steve auch dafür gesorgt, dass es grüne Zellen im Sicherheitsapperat von Polizei und Militär gab, die das staatliche Gewaltmonopol im Ernstfall zum Nichtstun oder zur Desertation überreden sollten. Wehrkraftszerstezung, zumal Teilen des Sicherheitsapperates die autoritären Gedanken und Strukturen durchaus gefielen und das Militär selbst ja Studien zu Peak Oil und Klimawandel als Sicherheitsrisiko verfasst hatte, das dem Militär auch eine zentrale Rolle bei der Bewältigung von Energie- und Umweltkrisen wie dem Ansteigen der Meeresspiegel sowie dem Katastrophenschutz zuwies. Hier setzte Green Steve an, um in Reihen des Sicherheitsapperates auch Mitkämpfer zu finden und umgarnte Jungoffiziere und Soldaten. Green Steve sah vor allem im Militär nicht nur eine kommende Machtstütze und Umweltschutzorganisation, sondern auch sein außenpolitisches Instrument zur Führung weltweiter ökologischer Befreiungskriege. Ihm schwebte eine Öko-NATO vor, die dann Ökokriege gegen Wachtsumsdiktaturen und Massenausrottungsfeldzüge gegen die Bevölkerungsexplosion führen werde.

Die nationalistisch-autarke Grüne Weltordnung, die Grünen Khmer und Green Saloth Sar

Green Saloth Sar war ein ehemaliges Mitglied der ökologischen Bewegung und Attac. Wie Green Steve glaubte er nicht an Reformen, Liberalismus und zivilen Ungehorsam, sondern war mit allen Mitteln für eine Revolution, auch mit Gewalt und hatte dazu seine Grünen Khmer aufgebaut. Wie Green Steve glaubte er an eine Ökodiktatur. Im Gegensatz zu Green Steve war er der Meinung, dass man eine grüne Revolution in Nationen, in lokalen und nationalen Gemeinschaften und nicht in einer grünen Weltrevolution starten musste. Während Green Steve weder für eine massive Deindustrialisierung noch ein Feind der modernen Technologie war, war Green Saloth Sar für eine massive Deindustrialisierung, die Entvölkerung von Großstädten auf dem Land, für körperlich gesunde Arbeit, die dekadente moderne Menschen wieder in Kontakt mit der Natur , iher Harmonie und Schönheit brachte, statt für moderne Technologie, war er für den Aufbau von Agrargemeinden auf der Basis von Bewässerungssystemen wie dem alten kambodschanischen Reich von Angkor Wat und wie Green Steve für eine Naturreligion, die die Elemente der Natur verehrte, das Wasser, die Sonne, den Wind. Green Saloth Sar hatte viel über Wittfogel und seine Theorie der hydraulischen Gesellschaften und Reiche gelesen und fand, dass dies eine gute Sache war und dass Pol Pot versagt hätte, weil er zu dogmatisch war. Die Städter mussten sich an die neuen Notwendigkeiten und das Umfeld des ländlichen Raums in einer Umerziehungs- und Transformationsphase zu leben gewöhnen und man dürfte sie nicht töten, weil sie Akademiker waren, die eine Brille tragen. Wie Pol Pot und Mao Zedong glaubte er an die Massenlinie und an den Willen der Menschen, die sich aus den dekadenten Ketten des städtischen Lebens befreien und eine neue Dynamik erzeugen ließen, wenn sie das reale natürliche Leben wieder entdeckten. Einige kritisierten Green Saloth Sar wegen seines Voluntarismus, aber für ihn unterschätzten diese Kritiker die Produktivkraft freier Menschen und ihren Willen, etwas Neues zu erschaffen, wenn sie befreit wurden und wo ein Wille ist, gibt es einen Weg. Im Gegensatz zu dem atheistisch-säkularen Pol Pot und Mao und in Übereinstimmung mit Green Steve glaubte er, dass solche Agrargemeinschaften eine Naturreligion haben müssten, die sie vereint und inspiriert und ihnen echte spirituelle Kraft und Energie gibt und die sie in Harmonie mit der Natur bringt. Während Green Steve ein Befürworter futuristischer Ideen aus dem Silicon Valley war, war Green Saloth Sar ein Freund von Rousseau und seiner Idee des naturgeborenen „edlen Wilden“, einer Spezies, die von der Natur lebt und nicht von dekadenten, korrupten, antimoralischen und modernen städtisch-urbanen Leben beeinflusst wird. Er war ein Freund von Rousseau wie Pol Pot während seiner Zeit in Paris und auch ein Freund der Postmoderne, während Green Steve mehr vom futuristisch-modernen städtischen Silicon Valley, den Ideen von John Barry Barlow und seinen Anhängern und dem Anti-Postmodernismus der befürwortenden Akzellerationisten beeinflusst wurde, die eine postkapitalistische Gesellschaft durch die Beschleunigung der modernen Technologie und des kybernetischen Managements einer Weltgesellschaft. Aber Green Saloth Sar war genau das Gegenteil: Die Menschheit wieder zu ihren Wurzeln und in Harmonie mit der Natur zurückzubringen und damit letztendlich zu befreien. Warten nicht bis eine Weltrevolution eintritt, sondern einfach mit der grünen Revolution auf lokaler oder nationaler Ebene beginnen, um Vorbild zu sein. Sie mussten lokale Zellen aufbauen, die sich dann auf dem ganzen Planeten ausbreiten würden oder nachhaltig und selbstversorgend wären, wenn andere dies nicht tun würden Alles andere würde folgen.

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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