Filmkritik: Nur eine Frau

Nur eine Frau–ein Spitzenfilm, aber man muss ihn auch einordnen. Ein türkischer Freund, ein türkischer Macho mit sexistischen Posts und unverheiratet und keine Frau findend, hat mir geschirebn, dass das wohl völlig überzogen sei. Seine Tante sei viermal geschieden worden, hätte neue Männer gehabt wenn sich seine Schwester scheiden lassen wolle, sei dies kein Problem  und sie würde auch frei leben ohne Familie. Man muss da schon unterscheiden bei 4 Millionen Muslims, die gar keine sind. Der Grossteil sind prowestliche Attatürktürken oder säkulare Syrer und Iraker , zwar auch für unsere Verhältnisse Nationalisiten und Machos, aber sie würden nie einen Ehrenmord begehen, noch ihre Tochter unter ein Kopftuch zwingen. Das lehnen sie ab.

Zudem meinte mein türkischer Freund, dass es sich in dem Film um eine extrem religiöse kurdische Familie gehandelt hätte, aber die meisten Kurden nicht religiös seien und wenn man glaubt, dass kurdische Familien so aussehen würden, man die PKK und YPG und Rojahe in Nordsyrien nicht unterstützen dürfte, obwohl doch die meisten Kämpfer an der Front kurdische Frauen seien. Dazu fragte er mich, ob denn deutsche Filmer mal Filme über die Gewalt einiger deutscher Männer gegenüber deutschen Frauen, die sie in Frauenhäuser zwingen machen würde nd ob man deutsche Männergewakt so auf alle deutschen Männer ausweite würde. Da habe er noch nichts gesehen. Und ich ehrlicherwesie auch nichts. Zudem seien dies Extremfälle, die dann auf ganze Bevölkerungsgruppen hochstilisert würden.

Zudem Terres de Femmes nur 12 Ehrenmorde ausmachen konnte über das letzte Jahrzehnt, während AfD-Seiten da in die tausende unbewiesene Ehrenmorde gehen. Also mal vorsichtig. Der Machismus der sogenannten Muslime als Kollektiv ist eine Sache, aber diese als Kollektiv anzusehen und an einer Bevölkerungsgruppe festzumachen und zu pauschalisieren ist falsch. Wenn ist Antisemitismus, Rassismus, Sexismus,etc.falsch, egal in welcher ethnischen oder religiösen Zusammensetzung, deutsch, amerikanisch oder mit Migrationshintergrund oder ohne oder eben mit.

Der Film war richtig und gut gemacht, aber man sollte dies einordnen und nicht zum Mulimbashing nutzen. Ich selber habe mit meinem Manifest des Linken Counterjiahds da eine für Linke sehr exponierte Position eingenommen, da ich die linke Islamophilie kritiserte und eine Zwischenposition zur rechten Islamphobie aufmachen wollte, aber man darf auch nicht übertreiben. Man muss Ehrenmorde als Extremfall de patriachalischen Familienstrukturen zwar kritisren, aber diese nicht verallgemeinern–zumal Terres de Femes eben 12 Familienmorde recherchieren konnte, die AfD aber so tut, als sei dies der Normalfall in türksichen, syrischen oder Flüchtlingsfamilien. Die Balance macht es aus und die Differenziertheit.

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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