Wohin entwickelt sich der Kapitalismus?

Als Empfehlung von Global Review 2 Vorträge von Hans-Jügren Jacobs über den Finanzkapitalismus, wem die Welt gehört und welche Entwicklung der Kapitalismus nimmt.

Hans Jürgen Jakobs Die Machtverhältnisse im globalen Kapitalismus

Hans-Jürgen Jakobs – Wem gehört die Welt? – DAI Heidelberg

Zum Vortrag

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit haben sich Finanzfirmen eine dominante Stellung in der globalen Wirtschaft erarbeitet. Sie treffen dort auf das geballte Kapital von Staaten wie China, von arabischen Fürstentümern und russischen Oligarchen sowie auf die Milliarden von Pensionsfonds und großen Familienunternehmer-Dynastien, denen es um neue Produkte und neue Märkte geht. In diesem über Finanzmärkte gesteuerten Neokapitalismus findet weltweit eine Umverteilung von unten nach oben statt – zu denen, die diesen schrankenlosen Finanzkapitalismus beherrschen.
Wer sind die Protagonisten dieser Auseinandersetzung um Märkte, Rohstoffe und Firmen? Und welche Ziele verfolgen sie?

Jacobs unterscheidet in 3 Kapitalismusformen, die um die Vorherrschaft kämpfen: Denu US-amerikanischen Kapitalismus, den Familienkapitalismus und den Staatskapitalismus. Der US-amerikanische Kapitalismus wird immer mehr dominiert durch Schattenbanken, vor allem in 3 Formen: Den Gelsammelgesellschaften wie Blackrock, die 76 Billionen verwalten , wobei Black Rock 5 Billionen, die größten 3 Vermögensverwaltungsgesellschaften 11 Billionen, die größten 10 Vermögensverwalter 22Billionen. Black Rocks Chef Larry Flink unterstützte die Demokraten und sollte unter HIllary Clinton Finanzminister werden.  Desweiteren Pensions- und Staatsfunds, wobei der norwegische Staatsfonds mit 900 Millionen $ der größte ist, Saudiarabiens nun durch den Börsengang Aramcos seinen Staatsfonds zu einem Vermögen von 2 Billionen erhöhen will ud somit zum größten Staatsfonds.Desweiteren chineische Staatsfonds, die von der KP China gelenkt werden, auch mittels Investitionslenkung, wobei Huji Investment Eigentümer der größten 4 staatlichen Banken ICCB, Agriculturral Bank, China Construction Bank ,und der Bank of China ist und wiederum vom chineischen Finanzministerium gelenkt wird.Die dritte Form der Schattenbanken ssind die Privat Equity/VBeteiligungsfonds inclusive Hedge Funds. Hier ist vor allem Blackstone zu nennen mit 360 Milliarden § Vermöggensbeteiligungen und sein Chef Steven Paulerton, der seit jeher Unterstützer der Republikaner ist und im Kabinett Trump eine Position erhielt.Ein anderes Beispiel sei George Soros, der mit seinem Hedgefunds durch die Spekulation gegen das britische Pfund reich wuirde, zudem Philanthrop mit seiner Open Society wurde, um liberale Demokratien weltweit nach seinem Vorbild Karl Popper zu fördern, sogar Victor Orban in sein Young Leadersghipprogramm nahm, bevor sich dieser gegen ihn stellte und den konträren Weg einschlug. Laut Jacobs hat die Politik nach der Finanzkrise die Banken ins Visier genommen, auch einige Regulierungen vrogenommen, während dnach die Schattenbanken enorm gewachsen sind, keinen Regulierungen unterworfen sind und inzwischen gefäöhrliche Blasen und möglicherweise die nächste Finanzkrise produzieren könnten. Daher sei es Aufgabe der Politik hier einzugreifen. Es gebe eine Internationale des Kapitalks, aber keine Internatonale der Politik und keine INternationale der Arbeit, wie auch die Lohnquote an den Volkwirtschaften sinke und des Einkommen durch Finanzkapitalismus immer mehr steige, sowie immer größere soziale Ungleichheiten produziert.Daher gelte es in diesen Bereichen die Globalisierung auch zu organisieren und zu internationalisieren, wolle man keinen Rückfall in Protektionismus.

Anmerkung: Dennoch bleibt die Frage, wie Real- und Finanzkapital zusammenwirken und ob die Schattenbanken wirklich schon so dominant sind, wenn Jacobs das Volumen des Weltfinanzmarkts mit 240 Billionen $ angibt und die Schattenbanken davon gerade mal 76 Billionen $ betragen . Zumal dies unter Ausschluss der Derivate erfolgt, mit denen man auf einen Weltfinanzmarkt von 500 Billionen $ kommt. Ebenso haben zwar die größten 3 Vermögensverwalter 11 Billionen $ , aber die anderen Billionen werden auch noch von einer nicht ganz unbeträchtlichen Zahl von Konkurrenten verwaltet. Ob man also Monopol- und OLigopolstrukturen hat und die Konkurrenz auf dem Kapitalmarkt weltweit damit ausgeschaltet sei, ist fraglich. Vielleicht aber im Sinne der Väter der sozialen Marktwirtschaft, die Jacobs dann eben auch als Ideal statt Lenins „Imperilaimsus als höchste Stufe des Kapitalismus“mit seinem Monopolkapitalismus erwähnt.

Zur Person

Hans-Jürgen Jakobs ist einer der renommiertesten deutschen Wirtschaftsjournalisten. Er arbeitete für den Spiegel und war Leiter der Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung. 2013 übernahm er die Chefredaktion des Wirtschaftsmagazins Handelsblatt. Seit 2016 ist er Senior Editor des Handelsblatts.

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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