Sicherheitspolitik- NPD und AfD im Vergleich

Sicherheitspolitik- NPD und AfD im Vergleich

Es sind zwei Sachen, die US-Vorherrschaft zu kritisieren und was man stattdessen will. Die US-Vorherrschaft kritiseren auch Linke, aber Rechte wollen eben, dass Deutschland eben auch eine Grossmacht wird, sich hochrüstet und international „auf Augenhöhe“ mitspielt. Das ist die „hidden agenda“ . auch wenn viele Rechte sich auf die neutrale Schweiz und deren direkte Demokratie berufen. Aber das tat auch schon der rechtsradikale DVU-Führer Frey um die Leute zu beruhigen.  Dazu muss man sagen, dass Deutschland eben kein „besetztes Land“ ist, aber die meisten Deutschen eben das transatlantische Bündnis befürworten, da die Alternative wäre sich mit dem autoritären China und Russland zu verbünden–und wie „souverän“ wäre man dann, z.B. unter russischem Atomschirm und Gaskontrolle? Zumindestens war Deutschland so souverän sich aus dem Irakkrieg 2003 und aus dem NATO-Einsatz gegen Lybien herauszuhalten–trotz US-Drucks–würde dies ein „besetztes Land“ tun? Daran sieht man schon, dass die rechten Slogans von der „Bananenrepublik Deutschland“, 51. Kolonie der USA, etc. reichlich propagandistisch gelogen sind.

Wer NPD wählt, wählt den Krieg


Bewusst pazifistisch gibt sich die NPD in ihren Publikationen zu Afghanistan.Ihre Forderungen decken sich partiell mit denen der pazifistischen Linken und der Friedensbewegung.
Man muss jedoch bedenken, dass diese Partei sich in der Tradition des Nationalsozialismus und dessen aggressiver Aussenpolitik befindet. Die NPD meint mit ihren Forderungen nicht etwa Friedenspolitik, nicht etwa, dass keine deutschen Soldaten mehr marschieren sollen, sondern, dass deutsche Soldaten für ihr Projekt „Grossdeutschland“ in den alten Grenzen zu marschieren haben. Nicht nach Afghanistan, sondern nach Polen, in die Tschecheslowakei, in die alten deutschen Gebiete sollen nach NPD-Vorstellungen die deutschen Truppen marschieren, um Grossdeutschland wieder herzustellen.


“Kein Blut für die USA“—das meint: „ Blut nur für zukünftige NPD-Kriegszüge“. „Deutsche Aussenpolitik hat deutschen Interessen zu dienen“. Als ob sie dies nicht schon täte. Der NPD gefällt nur nicht, dass Deutschland nicht selber eine Grossmacht wie die USA ist und dass die Bundeswehr nicht solch eine Stärke wie die US-Army hat. Dafür würde die NPD schnell nach ihrer Machtergreifung sorgen mittels Aufrüstungsprogramm und dramatischen Sozialabbau.


Zu erwarten bei einer NPD-Herrschaft wäre die Errichtung einer brutalen Diktatur, Arbeits- und Konzentrationslager, der Austritt Deutschlands aus der NATO, die rasche Aufrüstung Deutschlands konventionell und mit Atomwaffen, um dann einen Krieg um die Vorherrschaft in Europa und der Welt führen zu können. In den 20er Jahren hiess es richtigerweise: „Wer Hitler wählt, wählt den Krieg!“Genauso gilt heute: „Wer NPD wählt, wählt den Krieg!“.


Wer es nicht glaubt und meint „sozial geht nur national“, sollte mal einen Blick in das Aktionsprogramm der NPD von 2003 (AP) und in das Parteiprogramm der NPD von 2011 (PP) werfen.


Zuerst würde sich ein NPD-Deutschland in eine frontale Konfrontation mit den USA als Spitze einer antiamerikanischen Weltbewegung stellen, wobei Deutschland hierfür die Vorreiterrolle spielen soll:

„Der Einfluß der USA ist zurückzudrängen-Eine deutsche Regierung hat sich dem Verlangen der USA, eine imperialistische Politik zugunsten der US-Wirtschaft weltweit mit allen Mitteln durchzusetzen, zu widersetzen. Sie hat bei der Organisation des Widerstandes gegen diese Politik eine Vorreiterrolle zu spielen.“
(AK, S.55)


Die NPD würde die Nachkriegsgrenzen in Europa infrage stellen und auf die Schaffung eines Grossdeutschland mit allen Mitteln hinwirken:


„Unrecht kann niemals die Grundlage eines dauerhaften Friedens zwischen den Völkern sein.Die NPD bestreitet die Rechtmäßigkeit der durch die Allierten erzwungenen Grenzanerkennungsverträge.Eine nationale Regierung hat sich in Kenntnis der Geschichte und unzweifelhafter Verstöße gegen das Völkerrecht strikt gegen die Preisgabe deutscher Gebiete zu verwahren(…)In Übereinstimmnung mit dem Völkerrecht fordern wir eine Politik zur Wiedervereinigung Deutschlands innerhalb seiner geschichtlichen Grenzen.“


Dazu ist die allgemeine Wehrpflicht vonnöten, um über ein Massenheer zu verfügen, das andere Länder auch besetzen kann.Eine NPD-Bundeswehr würde sich in die Tradition der Hitlerwehrmacht und mit seiner Forderung nach dem Militär als Schule der Nation eine innere Militarisierung und eine Umstellung der Gesellschaft in einen Riesenkasernenhof beabsichtigen:


„Wehrdienst ist Ehrendienst am deutschen Volk.Daher bejaht die NPD die allgemeine Wehrpflicht.Die Streitkräfte müssen auch ihrer Aufgabe als Schule der Nation gerecht werden.Tradititionsgrundlage und Vorbild für die deutsche Armee ist die tapfere Haltung der deutschen Soldaten aller Zeiten.“ (PP, S.20)


„Der 8.Mai 1945 war kein Tag der Befreiung, sondern der Niederlage und Besetzung unseres Landes, und er ist daher kein Anlaß zum feiern“. (PP, S.14)


Der Austritt aus der NATO, die Schaffung eines deutschen Generalstabs, die Wiedereinführung einer Militärjustiz gesondertem Strafrecht wird desweiteren gefordert (PP S.20).


Desweiteren wird die Aufrüstung Deutschlands mit Atomwaffen gefordert:


„Einführung und Kontrolle über eigene Atomwaffen sind notwendig, um weder militärisch noch politisch erpreßt werden zu können“ (AK, S.77)


„Angesichts der weltweiten Verbreitung von Nuklearwaffen ist im Rahmen eines zu schaffenden Europäischen Sicherheitssystems auch der Tatsache Rechnung zu tragen, daß erst der Besitz und der Fähigkeit zur Anwendung von Atomwaffen von einer vollständigen staatlichen Souveränität zu sprechen ist. Dies stellt sicher, daß in Zukunft ein Interventionsverbot für raumfremde Mächte in Europa gewährleistet wird.“(PP, S.20).

In der neuen NPD-Broschüre zu ihrer Kampagne Frieden, Freiheit, Souveränität von 2020 heisst es jetzt scheinbar viel harmloser und friedensliebender:

„Deutschland ist durch die Mitgliedschaft in zahlreichen supranationalen Organisationen in seiner Souveränität eingeschränkt. So ist Deutschland durch seine Mitgliedschaft in der Europäischen Union (EU) verpflichtet, EU-Verordnungen und Richtlinien in nationales Recht zu implementieren. Laut der Bundeszentrale für politische Bildung kommen 60 bis 80 Prozent aller deutschen Rechtsakte durch Mitwirkung der EU zustande. Auch die Mitgliedschaft in der NATO raubt dem deutschen Staat Souveränität. Die deutsche Bundeswehr ist bis heute in den Streitkräfteplanungsprozess der NATO eingebunden. Die Verbände der Teilstreitkräfte der Bundeswehr – Heer, Luftwaffe und Marine – sind bis heute der NATO unterstellt. Deutschland ist als NATO-Mitglied auch verpflichtet, die Versorgungslinien der Bündnispartner zu gewährleisten. Deutschland ist de facto noch immer besetzt, weil noch immer zehntausende ausländische (vor allem US-amerikanische) Soldaten hierzulande stationiert sind. Die USA unterhalten weiterhin zahlreiche militärische Einrichtungen auf deutschem Boden, so zum Beispiel das Hauptquartier der US-Gesamtstreitkräfte für den Aufgabenbereich Europa in Stuttgart-Vaihingen, das Hauptquartier der US-Heeresstreitkräfte in Europa in Wiesbaden-Erbenheim sowie das Hauptquartier der US-Luftwaffe in Europa in Ramstein. Ramstein dient vor allem als Schnittstelle zur Steuerung von Kampfdrohnen-Einsätzen im Nahen Osten. Auch wenn immer wieder behauptet wird, dass die sogenannten Feindstaatenklauseln (Artikel 53und 107 der Charta der Vereinten Nationen) mittlerweile obsolet sind, ist festzuhalten, dass sie noch immer Bestandteil der UNO-Charta sind. Diese Klauseln ermächtigen alle Unterzeichnerstaaten, Zwangsmaßnahmen ohne besondere Ermächtigung durch den UN-Sicherheitsrat gegen die Feindstaaten – Deutschland und Japan – zu verhängen, sollten diese eine aggressive Politik verfolgen. Deutschland und Japan werden also bis zum heutigen Tage – zumindest de jure – als Staaten zweiter Klasse behandelt.(…)

„Die deutsch-russische Geschichte ist reich an Sternstunden, die sich zum Segen beider Völker auswirkten. Erinnert sei hier nur an die Konvention von Tauroggen zwischen dem preußischen General Yorck und dem russischen Generalmajor von Diebitsch im Jahre 1812, die der erste Schritt zur Befreiung Europas von der napoleonischen Fremdherrschaft war, an den von Otto von Bismarck ausgehandelten Rückversicherungsvertrag des Jahres 1887 zwischen dem Deutschen und dem Russischen Reich, der Europa Ende des 19. Jahrhunderts noch eine längere Friedensphase sicherte, und an den Vertrag von Rapallo des Jahres 1922, mit dem der im Versailler Vertrag festgeschriebenen Ausbeutungspolitik der Westmächte die Stirn geboten werden konnte. Die NPD hat sich deshalb in ihrem „Bamberger Programm“ vor dem Hintergrund dieser geschichtlichen Erfahrungen zur Bedeutung der Weiterentwicklung der deutsch-russischen Beziehungen bekannt. Die NPD tritt für ein Europa mit „Interventionsverbot für raumfremde Mächte“ (Carl Schmitt) ohne NATO-Stern und UNO-Blauhelme ein. Zur Verwirklichung dieser Vision ist es allerdings auch notwendig, die kleineren mittel- und osteuropäischen Völker auf den Weg in eine neue eurasische Friedensordnung mitzunehmen, den Dialog mit den Vertretern der dortigen nationalen Parteien zu suchen und ihren Wunsch nach nationaler Identität und Eigenständigkeit zu respektieren. Sanktionen gegen die russische Wirtschaft lehnt die NPD selbstverständlich ab, nicht nur, weil dies dem wohlverstandenen Interesse der deutschen Wirtschaft schadet, sondern weil die neue totalitäre Bedrohung nicht aus dem Osten, sondern aus dem Westen kommt und Namen wie NSA oder TTIP trägt. Statt sich Gedanken zu machen, wie man von russischen Energieimporten unabhängig wird, sollte die deutsche Regierung gemeinsam mit der russischen Regierung lieber die Entwicklung von Kommunikationsstrukturen vorantreiben, die nicht von amerikanischen Geheimdiensten abgehört werden können. Eine geistige und nationale Wiedergeburt Europas wird nur auf den Säulen einer starken russisch-deutschen Freundschaft erfolgen können, und diesem Ziel fühlen sich die Nationaldemokraten selbstverständlich weiter verpflichtet.“

https://npd.de/FFS_Broschuere_NPD.pdf

Man beruft sich auf Bismarck und die kurzen Momente deutsch-russischer Freundschaft, als wäre 1. und 2. Weltkrieg, Hitler-Stalinpakt nie existent gewesen. Auch markige Aufrüstungsabsichten samt offener Atommachtforderung und Gebietsansprüche gegen Resteuropa wird hier einmal verzichtet, da sie doch in der deutschen Bevölkerung nicht so gut ankommen würden. Man sieht also, wie der Wolf infolge NPD-Verbotsverfahren und Lernen von der geschickteren rechtsradikalen Konkurrenz, der AfD sich einen Schafspelz umhängt und Kreide gefressen hat, um seine hidden agenda nicht zu früh und offen herauszuposaunen.

Im neuen NPD-Programm von 2013 „Arbeit Familie Vaterland“ (seither scheinbar gültig) wird dann schon wieder schärfer formuliert (S.32 ff) :

„12. AUSSENPOLITISCHE GRUNDSÄTZE

Wir bekennen uns zum Grundsatz der Nicht-Einmischung in die inneren Angelegenheiten fremder Staaten. Die Außenpolitik Deutsc-lands ist einzig und allein an deutschen Interessen auszurichten. Deutschland darf sich nicht an den Kriegen der USA oder anderer Imperialmächte beteiligen. Die NPD fordert den sofortigen Abzug aller deutschen Soldaten aus anderen Ländern. Auf die Entwicklung der deutsch-russischen Beziehungen ist vor dem Hintergrund der geschichtlichen Erfahrungen und den Notwendigkeiten in Gegenwart und Zukunft auf den Gebieten der Politik, Wirtschaft und Verteidigung besonderes Augenmerk zu legen. Im Gegensatz zu Rußland gehören die Türkei und Israel nicht zu Europa. a) Bekenntnis zum Völkerrecht Unrecht kann niemals die Grundlage eines dauerhaften Friedens zwischen Völkern sein. Die NPD bestreitet die Rechtmäßigkeit der durch die Alliierten erzwungenen Grenzanerkennungsverträge. Eine nationale Regierung hat sich in Kenntnis der Geschichte und unzweifelhafter Ver-stöße gegen das Völkerrecht strikt gegen die Preisgabe deutscher Gebiete zu verwahren. Konflikte sind ausschließlich auf friedlichem Weg zu lösen.b) Europäische FriedensordnungIn Übereinstimmung mit dem Völkerrecht fordern wir eine Politik zur Wiedervereinigung Deutschlands innerhalb seiner geschichtlich gewachsenen Grenzen. Hierzu ist im Rah-men einer europäischen Friedensordnung ein Friedensvertrag mit den Siegermächten des Zweiten Weltkrieges abzuschließen

Bis zu diesem Zeitpunkt besteht die Pflicht, den in den abgetrennten Gebieten verbliebenen Deutschen zu helfen, ihre deutsche Kultur und ihre nationale Identität zu bewahren. So hat der Staat die Pflicht, die Vertriebenenverbände bei der Durchsetzung ihrer Interessen und bei der Wahrung von Tradition und Brauchtum zu unterstützen und das Andenken an die deutsche Heimat in besetztem Land zu bewahren. Eine deutsche Regierung hat den Vertriebenen und ihren Nachkommen zu helfen, ihr unter Bruch des Völkerrechts geraubtes Eigentum zurückzu-erhalten.c) Streichung der „Feindstaatenklauseln“In der ersatzlosen Streichung der sogenann-ten „Feindstaatenklauseln“ (Artikel 53 und 107 der Charta der Vereinten Nationen) sieht die NPD die Voraussetzung für die Gleich-berechtigung eines freien Deutschlands mit den Völkern der Welt

13. SCHULDKULT BEENDEN

Deutschland braucht um seiner Zukunft willen ein nationales Geschichtsbild, das die Kontinuität im Leben unseres Volkes in den Mittelpunkt stellt. Wir Nationaldem-kraten erteilen dem staatlich verordneten Schuldkult, der nicht zuletzt im Dienst fremder Finanzinteressen steht und deutschen Selbsthaß, vor allem bei der Jugend, fördert, eine Absage .Wir wehren uns gegen die moralische Selbstvernichtung unserer Nation durch einseitige geschichtliche Schuldzuweisungen zu Lasten Deutschlands, durch die Aufwertung des Landesverrats und die Verherrlichung alliierter Kriegsverbrecher.Zum Schutz der Ehre des deutschen Volkes sind das Ende der einseitigen Vergangenheitsbewältigung und die Freiheit von Forschung und Lehre notwendig. Wir Deutschen sind kein Volk von Verbrechern. Der 8. Mai 1945 war kein Tag der Befreiung, sondern der Niederlage und Besetzung unseres Landes, und er ist daher kein Anlaß für Feiern.Die zielgerichtete Bombardierung der Zivilbevölkerung, die Ermordung und Vertreibung von Millionen deutscher Zivilisten nach dem Krieg und die Tötung deutscher Kriegsgefangener waren Verbrechen. Die-se sind ebenso zu ahnden, wie umgekehrt Deutschland zur Rechenschaft gezogen wurde. Das Messen mit zweierlei Rechts-maßstäben lehnen wir ab. Darüberhinaus fordern wir die Aufhebung der Vertreibungs-Dekrete (z. B. Benesch-Dekrete) und deren Wiedergutmachung“

https://npd.de/Parteiprogramm_NPD.pdf

Ohne deutsche Ostgebiete kein Friedensvertrag und auch kein Frieden. Am besten ein Bündnis mit Russland, um vielleicht mittels eines neuen Hitler-Stalinpakts die alten Grenzziehungen der Alliierten trotz Widerstand der USA , GBs und Frankreich wieder .


Wenn die NPD von „Friedenspolitik“ redet, so sind dies dieselben Phrasen, die auch einst Hitler schwang.Wer meint, die NPD hätte gute soziale Vorschläge wirtschaftspolitisch, sollte sich klar werden, dass dieser antikapitalistische Gestus nur der Lockköder ist, um eine Diktatur zu errichten, Deutschland hochzurüsten und mittels eines Krieges Grosseutschland in den alten Grenzen wiederherzustellen.
Ganz wie bei Hitler kann man das innenpolitische Programm nicht vom aussenpolitischen trennen.Daher: Wer NPD wählt, wählt den Krieg!“

Wie sieht es jetzt bei der AfD aus.? Diese tritt teils etwas moderater auf-mit Ausnahme des Höckeflügels. Während Gauland etwa nicht gleich aus der NATO austreten will, sondern diese reformieren will und falls sich diese nicht reformieren lässt, sich den Austritt wie bei der EU dann doch offenlässt, zudem zwar auch gerne eine Europäische Sicherheitsarchitektur mit Russland hätte, so ist ihm doch klar, dass Deutschland ohne Massenvernichtungswaffen, vor allem Atomwaffen und Flugzeugträger da vielleicht doch recht schlecht abschneiden könnte.Gauland kritisiert auch den Afghanistankrieg als nicht in deutschem Interesse, befürwortet aber Bundeswehreinsätze von „Bengasi bis Tunis“, wenngleich er auf Nachfragen schnell relativierte, er meine damit nur Logistikeinsätze, um die deutsche pazifistische Seele zu beruhigen. Dennoch zitiert er gerne Bismarck, dass Außenpolitik mit Blut und Stahl und nicht mit schönen Reden gemacht werde. Weswegen die AfD die 2%-Ziele der NATO mindestens erfüllen möchte, um Deutschland wieder zu einer Militärmacht aufzurüsten, die es mit den USA und Russland auf Augenhöhe aufnehmen kann. Die Forderung der AfD nach Atomenergie ist zudem nicht nur zivilen Zwecken geschuldet, sondern dass  man selbst gerne Atommacht wäre und sich dafür die notwendige Infrastruktur zulegt. Offener ist da Höcke, der.in seinem Buch „Nicht zweimal in denselben Fluß“die Bundeswehr wie es auch die NPD tut  als Landesverräter und reinen Söldnertrupp der USA darstellt,der nicht in deutschem Interesse Kriege führt sowie auch eine 180-Grad- Geschichtswende möchte und auch den Kriegertyp und die Erziehung der deutsche Jugend und ihrer Zivilisten in diese Richtung wünscht. Ganz gut kann man die Ähnlcihkeiten zwischen NPD und AfD auch in dem Offenenen Brief des pensionierten Generals Wittmann sehen, in dem er das AfD-Programm darstellt.

„ Die  AfD-Thesen zur  Sicherheitspolitik  und  zur  Bundeswehr

Bisher  habe  ich  nur  ziemlich  banale  allgemeinpolitische  Äußerungen  von  Ihnen  gelesen  und  Ihre Nominierung  zum  Oberbürgermeister-kandidaten  in  Hannover zur Kenntnis  genommen.  Was  aber  mich  und  sicher  auch  andere  Soldaten  sehr  stark  interessiert,  ist  die  Frage,  welche  Haltung  Sie  jetzt  zur  deutschen  Sicherheitspolitik  und  zur Bundeswehr  einnehmen,  die  Sie  nach  meiner  Beobachtung  in  vielen  Jahrzehnten systemkonform  unterstützt  haben.  Aus  dem  „Strategiepapier“  Ihrer  neuen  Partei („Streitkraft  Bundeswehr“)  vom  Juli  2019  ergeben  sich  zahlreiche  Fragen.  Denn  neben  viel  Selbstverständlichem  und  auch  von  anderen  erkannten  Notwendigkeiten  zur Behebung  der  Bundeswehr-Defizite  aus  den  „hoffnungsfrohen  Jahrzehnten“  sind auch  äußerst  problematische,  teilweise  sehr  rückwärtsgewandte  Forderungen  enthalten.  Ich  wäre neugierig  zu  wissen,  ob  Sie  (beispielsweise) unterstützen


 –  das  Verlangen  nach  gesellschaftlicher  Privilegierung  der  Bundeswehr  und ,„gegenseitigem  Treuebund“  (mit  dem  Anklang  an  die  seinerzeitige  „SchnezStudie“,  die  für  die  Behebung  der  Bundeswehrprobleme  eine  „Reform  der Gesellschaft  an  Haupt  und  Gliedern“  forderte); 

–  die  unrealistische  Forderung  nach  Wiedereinführung  der  Wehrpflicht,  für deren Beibehaltung  ich  zwar  selbst  publizistisch  bis  zu  Ihrer  Abschaffung  (auf  dem Papier  „Aussetzung“)  2010  eingetreten  bin,  mit  der  es  aber  leider  endgültig vorbei ist; 

–  eine  Änderung  der  grundgesetzlichen  Bestimmungen  zum  Einsatz  der  Bundeswehr  im  Innern  („Die  Sperrwirkung  des  Grundgesetzes  ist  anzupassen.“)   und  das  vorgesehene  „Reservekorps“  u.a.  zur  Unterstützung  der  Bundespolizei  (mit größerem  Umfang  als diese);

–  den  geforderten  deutschen  Anspruch  auf  eine  militärische  Führungsrolle  in Europa  bei  gleichzeitiger  Ablehnung  der  Gemeinsamen  Sicherheits-  und Verteidigungspolitik (GSVP) der europäischen  Union;   –  die  Forderung  nach  einer  aktiven  Entspannungspolitik  der  NATO  gegenüber der  Russischen  Föderation  (die  ich  auch  stark  befürworte,  aber  nicht  in  der AfD-Lesart,  ohne  irgendeinen  Hinweis  beispielsweise  auf  Krim  und  OstUkraine); 

 –  die  Vorstellung,  die  deutsche  Armee  müsse  in  die  Lage  versetzt  werden,  das deutsche  Staatsgebiet  20  Tage  lang  „autonom“  zu  verteidigen,  wofür  ein  deutscher Generalstab  zu  bilden  sei; –  die  damit  einhergehende  Formulierung  „Befähigung  und  …  Motivation  …  zum unerbittlichen  Kampf  im  Gefecht“; 

 –  die  äußerst  problematische  Aussage:  „Traditionswürdigkeit  beruht  stets  auf einer  Einzelfallbetrachtung.  Persönlichkeiten  und  militärische  Ereignisse  sind stets  im  Kontext  der  jeweiligen  Epoche  zu  bewerten.“  Und  dazu  der  Anspruch, die  militärische  Seite  solle  weitgehend  selbst  entscheiden,  in  welcher  Militärtradition  sie  die  Bundeswehr sieht; –  die  Maxime  „Parallele  Meldewege  sind  unzulässig“  (gegen  die  Institution  des Wehrbeauftragten  des  Deutschen  Bundestages gerichtet?) –  die  Forderung  nach  dem  Aufbau  einer  deutschen  Militärjustiz  und  nach Aufhebung  der  Trennung  von  Truppe  und  ziviler Verwaltung;-  das  allgemeine  Postulat  „Novellierung  der  grundgesetzlichen  Vorgaben“  für die  Bundeswehr. 


Sollten  Sie  sich  mit  all  dem  identifizieren,  müssten  Sie  ja  in  atemberaubender  Geschwindigkeit  vieles  von  dem  über  Bord  geworfen  haben,  wofür  Sie  bis  vor  kurzem standen.  Ich  hoffe,  die  meisten  Staatsbürger  in  Uniform    durchschauen,  welche  Art von  Bundeswehr  die  AfD  sich  wünscht,  und  machen  die  Hoffnung  der  AfD  zunichte, viele  Soldaten  anzuziehen  mit  Ihnen  als  Gallionsfigur  (die  Metapher  ist  inspiriert durch  das  “Willkommen  an  Bord,  Herr  General!“  des  Oberstleutnant  a.D.  Junge,  AfDLandesvorsitzender  Rheinland-Pfalz,  der  wegen  der  Berufung  von  Annegret  KrampKarrenbauer  zur  Verteidigungsministerin  einen  „Aufstand  der  Generale“  gefordert hatte.) 


4.  Geschichtsbild 

In  aller  Offenheit:  Ein  Offizier,  gar  General,  der  die  skandalöse  Äußerung  des  AfDVorsitzenden  Gauland  zur  Relativierung  der  NS-Verbrechen,  „Hitler  und  die  Nazis [seien]    nur ein  Vogelschiss in  über 1000  Jahren  erfolgreicher deutscher Geschichte“,   „nicht  schlimm“  findet,  hat  wohl  im  Geschichtsunterricht  nicht  aufgepasst  und  Jahrzehnte  politischer  Bildung  in  der  Bundeswehr    –  für  die  er  als  Vorgesetzter  ja  verantwortlich  war  –   verschlafen.  Er  sollte  sein  Engagement  in  dieser  Partei  überdenken, solange  noch  Zeit  ist,  den  guten  Ruf  zu  retten.  Haben  Sie  sich  denn  wirklich  vor Augen  gehalten,  mit  wem  Sie  jetzt  verbündet  sind?  Wer  auch  in  Ihrem  Namen  auftritt und    spricht?  Die  Fülle  unsäglicher  Äußerungen  zur  deutschen  Geschichte,  zur Gedenkkultur,  zu  Fremden,  zur  völlig  tendenziös  dargestellten  Kriminalstatistik  und zu  vielen  anderen  Themen?  Die  zahllosen  eindeutig  extremistischen  Aussagen?  Das Ressentiment  gegenüber unserem  staatlichen  „System“?   „

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