Ukraineoffensive nach dem gescheiterten Wagnerputsch und vor dem NATO- Treffen in Vilnius

Ukraineoffensive nach dem gescheiterten Wagnerputsch und vor dem NATO- Treffen in Vilnius

Gestern lief im ZDF wieder die alldonnerstagliche Talkshow Maybritt Illner. Im wesentlichen ging es, was die Realität und sich daraus ergebende Realpolitik sei und da gab es 2 Positionen: Professor Varwick geht wie Vad von einer Pattsituation aus, eine Abnutzungsschalcht, weswegen man zu Verhandlungen kommen solle, mit territorialen Zugeständnissen und Überdenken der Position ener NATO-Mitglieedschaft der Ukraine. Ben Hodges und der Rest betonten, dass die ukrainische Offensive ihre Dynamik nicht innerhalb von 2 Wochen entfalten werde, sondern erst in 3 Monaten, wenn  die russischen Verteidigungsanlagen beseitigt und geschliffen sind und die eigentliche Offensive beginnen kann. Nachgeschoben wurde dann aber, dass dazu mehr Waffen nötig seien. Genauer wurde das aber nicht spezifiziert, es war nur seitens Ben Hodges kurz mal die Erwähnung von Kurzstreckenraketen. Scheinbar nötig, denn heute wird berichtet, dass die Hälfte der Leos bei der Minenräumung hops gegangen sein sollen. Während gerade noch von Kurzstreckenraketen die Rede war, so heut schon von Langstreckenraketen und dann explizit der Krim als Ziel, die di Ukrainer dann auch ohne Geländegewinn besiegen könnten. Ben Hodges sprach ja zuvor noch davon, dass die Krim bis Ende August 2013 befreit werden könne. Scheinbar schient das nun auch auf US-amerikanischer Seite nun im Gespräch vor dem NATO- Treffen in Vilnius:

“US to send ’secret weapon‘ ATACMS missiles to fight Russia in Ukraine – WSJ

The long-range missiles would give Ukraine a strategic advantage over Russia and allow them to strike targets behind the front lines.

By JERUSALEM POST STAFF

Published: JUNE 30, 2023 02:53 Updated: JUNE 30, 2023 08:56

The US is close to approving transfers of long-range missiles which would allow Ukraine to strike targets far from the front line and possibly even in Russia, according to a Wall Street Journal report.

The Army Tactical Missile System (ATACMS) has a range of about 190 miles (305 km), which would be sufficient for Ukraine to strike Russian targets far from the front lines.

President Biden has yet to sign off on the transfer, partly due to concerns among US officials that Ukraine could use it to strike Russian territory, escalating the conflict into a wider war with the West. 

There are signs that the White House, which has so far been reluctant to transfer this type of missile system, may have begun coming around to the idea. 

The internal turmoil in Russia last Saturday has highlighted to the White House the need to boost Ukrainian weapons systems. Russian mercenary group Wagner, led by owner Yevgeny Prigozhin, attempted to reach the capital of Moscow last week, ostensibly due to disputes with the Defense Minister.

Possible missile system transfer

Senior Ukrainian defense officials had received positive signs in recent weeks that the US understands the need for the ATACMS system, according to The Wall Street Journal.

Long-range missile systems are needed if Ukraine wishes to re-take Crimea, they would allow Ukraine the ability to strike Crimea without needing to gain new ground. 

The Pentagon however denied that the US was close to transferring the missile systems, saying they were „not aware of any imminent decisions as it relates to ATACMs,“ as reported by Reuters.

https://www.jpost.com/international/internationalrussia-ukraine-war/article-748309

Ebenso heute Berichte,dass nach General Armageddon Soruwikin nun auch Gerassimow verschwunden sein soll (aber das war er schon einmal) und dass Sorukin nebst anderen 30 VIP-Generälen Mitglieder von Wagner gewesen sein sollen .Die russische Organisation Dossier Center hat angeblich Wagnerlisten,die das belegen sollen. Wer diese ominöse Organisation ist, erfährt man hingegen nicht. Hofft man auf eine Säuberungswelle wie damals bei Stalin, die die russische Militärführung kopflos macht .Ist Purin so blöd wie damals Stalin?. Jedenfalls scheint er an Schoigu festzuhalten, der zwar nicht effektiv, aber (noch) loyal zu sein scheint. Desweiteren heute im SPIEGEL ein Bericht, wonach Wagner munter weiter in Russland rekrutiert.

https://www.spiegel.de/ausland/russland-wagner-rekrutiert-nach-aufstand-in-aller-oeffentlichkeit-weiter-soeldner-a-a6c9b8d2-9675-470d-b5bc-7a58b5441ed8

Ben Hodges brachte als interessanten Punkt ,dass neben Schoigu Lukatschenkow der unbemerkte Gewinner der gescheiterten Revolte ist. Zum einen hat über damit mehr Spielraum. und ein Faustpfand gegen Putin, zum anderen kann er nun auch Wagner gegen die belarussische Opposition einsetzen.

Interessant waren auch die Ausführungen von Frank Sauer und Big Ben zu den Atomwaffen, wobei sie glauben, dass auch unter widrigen Umständen deren Kontrolle noch gegeben sei, unter anderem auch wegen der ganzen Bewachung und Sicherheitsstufen, die auch im Rahmen der damaligen US-russischen Programme zum Schutz der Atomwaffen etabliert sind. Wagner oder auch andere Gruppen seien nicht imstande in den Besitz von Atomwaffen zu kommen.

Eine Expertin bei Illner warnte  Desweiteren noch von vielen Eskalationsmöglichkeiten Putins ,die in der öffentlichen Diskussion noch keiner auf dem Radar habe.0Genauer wurde sie nicht, nur dass Putin einen Gau im AKW initieren könne, zumal Selensky dies als Schreckgespenst nebst dem ukrainischen Generalstab an die Wand malt, zudem heute laut NTV vom Westen ein ABC-Schutzteam in die Ukraine entsendet worden sein soll. Aber was hätte er davon? Das macht doch nur Sinn im Sinne verbrannter Erde und aufgrund der Radioaktivität nicht einmal das? Will er einen radioaktiv verseuchten Donbass oder sehen die Russen die Frage der Radioaktivität und deren Folgen lockerer als esoterisch-homoöpathische Westler und speziell Deutsche, wo das A-Wort ja Panik und Hysterie auslösen kann. Zuletzt jetzt auch noch Greta bei Selensky, die jetzt ihr Umweltschutzthema mittels des Wortes Ökozid nun auch in der Ukraine anbringen kann. Also Fridays forSaporischschja ..Pence folgt als nächster.

Aber  warten wir noch das NATO-Treffen in Vilnius ab, zumal Selensky jetzt auch zum EU-Gipfeltreffen sofortige Eröffnung der EU-Mitgliedschaftsverhandlungen fordert.

Desweiteren haben wir noch einen Artikel “Die Schmach des Präsidenten“ von Dr. Rahr gepostet ,in dem er wie wir die Inszenierungs“-Theorie für Quatsch hält, Putin geschwächt sieht und das anhand früherer russischer Aufstände und Machtkämpfe versucht historisch einzuordnen. Wirklich interessant ist aber, dass er zum Ende behauptet, dass am 24.Juni wieder Gesprächskanäle zwischen der USA und Russland etabliert worden seien. Davon liest man nichts in den Medien ,aber den Wahrheitsgehalt können wir nicht überprüfen. Rahr glaubt, dass die USA jetzt nach den chinesischen, brasilianischen, afrikanischen und Vatikaninitiativen und im Zuge der Kopenhagener Initiative nun auch die USA ausloten wollen etwas geht. Interessant wird auch, ob Erdogan wieder mitmischt, der Putin ja als erstem gratulierte und anrief. Zumal mit der Koranverbrennung durch einen Iraker in Schweden dessen NATO-Mitgliedschaft noch schwieriger geworden sein dürfte, zumal das auch ein schönes Faustpfand bei Verhandlungen oder gar Vermittlungen ist.

Ben Hodges verwies nochmals darauf, dass Russland kein Nationalstaat sei, sondern ein Reich und man daher den Russen den imperialen Gedanken austreiben müsse, um sie langfristig als friedlichen Kooperationspartner zu haben. Ebenso weist Carnegie darauf hin, dass dieses imperiale und missionarische Denken nicht nur bei Prigoschin sondern den gesamten russischen Eliten und innerem Kreis Putins, auch den Silowiki vorhanden sei.

“No Return for Yevgeny Prigozhin—or Russia

The regime is driven by ideas of supremacy and messianism, nationalism and imperialism. In this respect, there is no difference between Putin and his inner circle and Prigozhin.

https://carnegieendowment.org/politika/90069?utm_source=ctw&utm_medium=email&utm_campaign=buttonlink&mkt_tok=ODEzLVhZVS00MjIAAAGMqIa-pJpiGf-C_9ssqIqbcJTdd4c-bPk7fNhOFOXngrArAUslr-xFgSc5XeT4I5hO0OzfILBEVWMMRHG49nb0_SYxI9OR_ir6oZx1Kbps

Zudem beschwerten sich auch etliche Minderheitenvertreter, dass die demokratische Opposition von Nawalny bis Chodorkowsky auch in diesen Reichsphantasien oder der Russischen Föderation verhaftet blieben.

Und ob aus den Ruspartisamen des russischen Neonazi „White Alex“,der schön mal zur „Befreiung Russlands“ in Belgorod einmarschiert ein friedlicher Nationalstaat ohne imperiale Missionsgedanken entsteht ,ist auch fraglich, zudem ja auch das Grossdeutsche Reich sich als Reich empfand.

Ein ehemaliger hochrangiger deutscher NATO- General kommentierte noch:

„Ich habe gegen meine Gewohnheiten ausnahmsweise einmal die Illner Sendung gesehen und teile Ihre Einschätzung weitgehend, insbesondere Ihr Lob für Frank Sauer, der durch seine Sachkunde beeindruckender war als Hodges. Gewundert habe ich mich, dass sie den jämmerlichen Auftritt von Varwick und sein rechtlich wie moralisch verachtenswertes Argumentieren für Zugeständnisse an den Angreifer und für Friedensverhandlungen um jeden Preis nicht erwähnt haben. Ich habe mich gefreut, dass er dass er nach meinem Eindruck trotz Illners erkennbarer Sympathie der wirkliche Verlierer dieser Talkshow war.“

Global Review antwortete noch darauf:

„Auf Varwick sind wir nicht sonderlich eingegangen, da dies von anderen Teilnehmern ausreichend getan wurde. Wenn es nach Varwick, Wagenknecht oder Schwarzer ginge, würden die Waffenlieferungen jetzt schon eingestellt sein oder hätten nie stattgefunden und Putin hätte die Ukraine erobern können. Varwick ist da so eine männliche Käßmann. Vad würde weiter liefern, aber er glaubt halt, wenn die Krim zu fallen droht, Putin doch noch eskalieren könnte. Das halten wir auch nicht ausgeschlossen, wenngleich wir anders als er nicht gleich an einen globalen Atomkrieg glauben. Auch ist Vads Forderung politische Ziele zu formulieren und die Tagespolitik an strategischen Zielen auszurichten nicht falsch, wenngleich man über die Ziele, die ihm vorschweben dann wieder streiten kann. Ebenso wissen wir auch nicht, wie die Offensive selbst bei weiteren Waffenlieferungen und USwahlkampf verlaufen wird. Eine Option ist durchaus die von Milley überlegte Korealösung als Last Option. Und das sollte man nicht immer mit dem moralischen Schlagwort russische Besatzung und Butscha diskutieren. In Korea hatte man auch nicht diese Bedenken und eben bis heute eine Waffenstillstands- und Demarkationslinie. Hier dann vielleicht eben einen Eisernen Vorhang. Wie gesagt als last option. Aber ansonsten haben wir nichts dagegen, wenn die Ukrainer möglichst viel Territorium gewinnen. Und wie gesagt bei der Krim sind wir uns nicht so sicher wie es Ben Hodges ist. Sowohl von militärischer Machbarkeit wie auch von dem politischen Sinn und vor dem Hintergrund der Eskalationsgefahr, wobei ein Nuklearschlag in der Ukraine oder Europa die USA weniger betreffen könnte als wieder die Europäer, weswegen die Amis dies wohl auch lockerer sehen. Aber wir haben ja eine Flasche Whiskey mit Big Bang Hodges gewettet und machen mit ihm ein Interview, wenn die ukrainische Offensive ihre angekündigte Wirkung angeblich wirklich entfaltet haben soll-eben in 3 Monaten. Aber mal sehen, was die Experten dann wieder sagen, sollte es nicht so kommen.“

 

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