Wahlen in Bangladesch nicht so demokratisch wie in den USA?

Wahlen in Bangladesch nicht so demokratisch wie in den USA?

Wahlen in Bangladesch, nicht nur demnächst in den Musterdemokratien USA und Taiwan und vermeldet wird:

„Brandtragödie überschattet Wahl in Bangladesch

Ein mutmaßlicher Brandanschlag auf einen Zug mit vier Toten überschattet die Parlamentswahl in Bangladesch. Die Regierung macht die Opposition dafür verantwortlich. Die wertet das als Versuch, die politische Konkurrenz zu diskreditieren.

Schüsse und Brandanschläge begleiten Wahl in Bangladesch (faz.net)

Ein Blick zu Südasiens Demokratien lässt einem da doch die Fährensturmversuche  von 100 wütenden Bauern auf Habeck, die Weselskys dieser Welt und den Streik der Fuhrunternehmer fast schon wieder harmlos erscheinen. Momentan entwickelt sich das lange streikfreie Deutschland mehr in Richtung früher beklagter italienischer und französischer Zustände und braucht es noch ein bißchen bis man Wahlen wie in Bangladesch hat, wenngleich die Musterdemokratie USA möglicherweise einem ebenso bürgerkiregsmäßigen Wahlkampf mit eventueller erster amerikanischer Nachfolgediktatur entgegenzugehen scheint. Bis zu einem Sturm auf Capitol Hll ist es in Bangladesch noch nicht gekommen. Nicht nur scheinbar hilft Sheika Hasina da bei den Wahlen etwas nach, ließ 20000 Regierungsgegner samt etliche Kandidaten verhaften und will nun eine autoritäre Herrschaft errichten. Ob die Gefahr besteht, dass sie bei fairen Wahlen nicht noch mal gewählt würde trotz aller wirtschaftlichen und politischen Erfolge, wird man vorerst nicht rausfinden, da sie diese nicht zulässt und riskieren will. Die Folge: Wahlboykott, Massenunruhen, nun scheinbar auch Brandanschläge auf einen Zug und Rohingyalager, die einem wie eine asiatische Variante von Solingen, Mölln und Reichstagsbrand vorkommen. Interessant ist aber dass Sheika Hasina jetzt schon über 15 Jahre im Amt ist, auch immer mittels Wahlen, zumal ihre Wirtschaftspolitik als äußerst erfolgreich gelobt wird. Wie demokratisch und fair sahen denn die zuvorigen Wahlen aus und hat sich da keiner beschwert und kam es da auch nicht zu vergleichbaren Unruhen? Wenn man sich zudem einmal auf Wikipedia die Geschichte Bangladeschs ansieht, mutet das ohnehin wie der ewige Streit zwischen Awami League des Staatengründer, Founding Father und Nationalheld Mujibur Rahman und der Bangladesh National Party ( BNP)des Generals Zia an, den die Töchter und Frauen nun in Erbfolge weiterführen. Daneben noch Islamisten und zahlreiche Militärputsche. Und trotz Bekenntnis, der Awami League zu. Säkularismus ist der Islam Staatsreligion und kommt es regelmäßig und als Volkssport zu Pogromen gegen andere religiöse Minderheiten-von Christen, Hindus bis zu Buddhisten. Da erinnert das ehemalige Ostpakistan doch wieder in vielen Teilen (West-)Pakistan , ob nun der alte Kampf zwischen der PPP der Bhuttos und der Muslim League der Sharifs, samt Militärputschen von Zia Ul Haque( plus Islamisierung) bis Musharaff. Muslimische Demokratie sozusagen. Vielleicht noch mit dem Unterschied des pakistanischen Shooting Stars Imram Khan, der als bekämpfter neuer dritter Akteur ins Spiel kam, was in Bangladesch ja noch komme  kann nebst Islamisten. In der Jerusalem Post wurde sogar das Horrorszenario einer islamistischen „Neotaliban“-Bangladeschs an die Wand gemalt.  Schon richtig, dass Sheika Hasina da sehr rabiate Mittel verwendet, aber in der Berichterstattung wird die ganze Vorgeschichte ausgeblendet und scheinbar  so getan ,dass Bangladesch zuvor so eine Musterdemokratie gewesen wäre, die erst  nun bedroht sei. Und bei der ganzen Berichterstattung wird neben Bangladeschs Geschichte der ganze geopolitische Kontext samt involvierten Grossmächte USA, China, Indien, Paktistan  und die Rolle Bangladeschs darin völlig ausgeblendet und auch die zunehmende Islamisierung und Gefahr des ,Islamismus in Bangladesch, der durch die „konservative“, gar so demokratische BNP gefördert wird. Biden, der gerade in den USA selbst um das Überleben der bisherigen US-Demokratie kämpft, geht es in Bangladesch mal wider viel zu undemokratisch ab. China hält sich raus, keine Einmischung in innere Angelegenheiten, wartet eben ab  und kann auch mit einer Sheika Hasina existieren, zumal Bangladesch trotz aller engen Verbindungen mit Indien und teils auch der USA sich bisher nicht in eine Anti- Chinafront eingereiht hat.

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