Libertarismus-Captain Anacap Milei oder Oren Cass „conservative economics als Captain America gegen Xi-China?

Libertarismus-Captain Anacap Milei oder Oren Cass „conservative economics als Captain America gegen Xi-China?

Mit großer Aufmerksamkeit wird von neoliberalen und libertären Krisen weltweit der neue anarcho-libertaristische Präsident Milei in Argentinien als neues mögliches Modell für die USA und den Westen und die Welt gesehen. So auch in einem Op-ed von Dr. Evan Ellis vom US Army War College, der auch mal im Thinktank des US- Außenministeriums Policy Planing Staff unter Trumps damaligen Außenminister Pompeo arbeite und auch schon öfters auf Global Review veröffentlichte samt längerem Interview. Was einige scheinbar noch nicht kapieren: Diesen LIbertären wie Milei geht es nicht nur um eine Rückkehr zum traditionellen Neoliberalismus, sndern um eine noch extremere Form, zumal verbunden mit rechtem Kulturkampf, also das Ganze ist eher eine ideologische, denn rein ökonomisch-„wirtschaftswissenschaftliche“ Angelegenheit. Oder aber sie kapieren es schon, wollen aber die traditionellen Neoliberalen und die GOP_ Eszablishment- Republikaner als Bündnispartner gegen die „Sozialromantik“ und den „Sozialneid von unten“der Linken, Demokraten, von katholischer Soziallehre geprägten Konservativen, Gewerkschaften, Klimaschütze u.a. für Weitergehenders vorerst ins Boot holen.

Ideengeber Mileis ist der deutsche Ökonom Philipp Bagus, der auch am Mises Institut lehrt und wir haben einmal zwei programmatische Artikel zu ihm weiter unten repostet, um klar zu machen, wo das Neue dabei besteht. Vor allem ist ihm wichtig, dass Mises sich damals mit den traditionellen Neoliberalen und gar Ordoliberalen zerstritten hatte, da es ihm bei der Mt. Pellin- Gesellschaft noch zu „sozialistisch“ zuging, zuviel Staat und zuviel „big goverment“. Zwar wird seitens des Instituts vermerkt, dass die Beiträge von Bagus seine eigene Meinung seien, aber das soll eben eher die übliche Distanzierungsmöglichkeit sein, falls der Testballon auf zuviel Gegenwind stoßen sollte, denn Bagus ist hier der radikalste Vordenker des Instituts, und man ist stolz, dass die 1980 geborene Reinkarnation eben der Ideengeber Mileis ist, der nun als weiterer Testballon nebst der Zulassung von Bitcoinfonds an der Wallstreet gestartet wurde. Zudem wird das eben seitens Bagus und nun Mieleis mit einem Kulturkampf gegen „Globalisten“, „Wokeness“ und Abtreibung verstanden.

Reagan, Thatcher, ja selbst die Neoliberalen wie Hayek und die traditionellen GOP- Republikaner werden da als halbe Sozialisten und Kommunisten dargestellt, von denen sich Mises abgespalten hatte, die völlige Auflösung des Staates forderte, Anarcho- Antietatisten eher in der Schule von Ayn Rand und noch schlimmer. Sie meinen, wenn man den Wildwestkapitalismus, den Sachs als Wirtschaftsberater von Jelzin einführte noc auf de Spitze treibe würde man keinen Backlash ala Putins Oligarchenetatismus bekommen, sondern durch die Zertrümmerung aller Staatlichkeit, „big goverment“ weit über den „slim state“ hinaus kreative Zerstörung und lange Wellen ala Schumpeter oder Trotzki oder Kontradieff schaffen Wirtschaftsboom und Freiheit fürs Kapital mit riesigen Wachtstumsraten ohne mittel- oder langfristige Konsequenzen, eine Golden Era und eben einen Fall Chinas und Säuberung der Welt von alle“Kommunisten“ bewirken und ein Endsieg of History ala Fukuyama für das neue Weltwirtschaftssystem und einhergehender Neuer Weltwirtschaftsordnung, ja auch Neuer Weltordnung erkämpfen, wenn denn einmal die staatskapitalistische KP China entkernt und befreit würde. Freilich nicht nur von den NÖP-Konsumkommunisten der KP China, sondern auch Keynesianern, Sozialdemokraten , Christdemokraten, irgendwelcher katholischer Soziallehre oder sozialer Marktwirtschaft . Wertegemeinschaft von Freiheit wird dann als Marktradikalismus und völliger Freiheit für rechte Plutokraten und Kapital verstanden, zumal es dann eine Allianz zwischen calvinistische Evangelikalen und religiösen Rechten gibt, die Reichsein als göttliche Vorbestimmung und Prädestinationslehre sehen, die demographischen Probleme durch Abtreibungsverbote auch von Verhütungsmitteln lösen wollen . Das hat mit Reagan und Hayek nur noch beschränkt zu tun, ja es wird ja auch im unteren Artikel des Vordenkers Bagus betont ,dass Mises sich von den ursprünglichen Neoliberalen, die keine echten Libertären oder Neoliberalen waren (die Begriffe werden ja da vermischt und da sind dann eben selbst Ordoliberale Kommunisten und „big goverment“) abgespaltet hat und das Mises Institute mit ihm Philipp Bagus als Vordenker dieser Schule und Milei als Schüler eines iberoamerikanischen Instituts, an dem er lehrte war und nun die Schlacht um Argentiniien , Lateinamerika, Amerika und die Welt, nun auch mit der „Schlacht von Davos“ entfacht hat. Die Drogenliberalisierung, die so manche erstaunt geht auch auf Milton Friedman zurück, der in einem Spiegel- Interview ja mal erklärte, das die Freigabe aller, auch der harten Drogen durch den Marktmechanismus die Schwarzmärkte beseitige und das Drogenproblem damit löse. Der Markt löst alle Probleme und auch dieses. Dieses toxische Gebräu finden aber die alten neoliberalen Marktradikalen gut weil es ja viele ihrer Annahmen teilt und vor allem auch ihren Sozialdarwinismus. Und vor allem nun auch als Geostratgen hoffen mit slch einem libertär-kapitalistischen , marktradikalen Werteverwertungsgemenshaft mit Grenzwert nicht mehr slim state , sondern Austesten des NO State da einen ernsthaftes Anti-Chinablock zimmern zu können, der dann auch den Endsieg über den „Kommunismus“ bringt, vor allem über die KP China als neue Sowjetunion. . Aber eben mittel eines autoritären Westens als libertärkapitalistisher Freitheits- Wertegemeinschaft .Steve Bannon, Kyle Bass, Guo Wengui werden das auch gut finden, wie auch die Falungong, die ja ähnliches in ihrem Buch „Wie der Teufel die Welt kontrolliert“ ja schon ausformuliert hat. Jedenfalls findet das Anklang, wenngleich man sich fragt, ob einige Autoren, da die Wirtschaftsphilosophie Mileis, Bagus und Mises selbst verstanden haben. Erst mal ist für traditonelle US- Gostrategen entscheidend, dass Milei nicht in die BRICS will, sich an den Dollar koppelt, durch Privatisierung der Staatsbetriebe US- Konzern alles auskauen lässt, die Peronisten, aber auch die Konservative die Wirtschaftskrise auch nicht lösen konnten, Milei Israel unterstützt, wei Trump oder nun auch die Junge Union die jeweilige eigenen Botschaft nach Jerusalem verlegen will und alles irgendwie nach Reagan klingt, der den Kommunismus der Sowjetunion zu Fall, gebracht hat. Alle anderen Kollateralschäden werden da hingenommen als Preis der Freiheit, vor allem Massenverarmung..Wer Bolsonaro haßte, wid Milei noch zu lieben lernen. Und Lula in Brasilien ist auch schon im Kommunistenspektrum, samt dieser ehemaligen Guerillakämpferin Roussef, die jetzt auch bei eurasischen Entwicklungsbanken rumhüpft. In den USA steht dem aber noch der neue Trumpistische Thinktank von Oren Cass The American Compass „conservative economics“ gegenüber.

Argentina’s Milei Returns Idea of Limited Gov’t to Global Stage

By Evan Ellis Monday, 05 February 2024 10:04 AM

Argentina's Milei Returns Idea of Limited Gov't to Global Stage

Argentina’s President Javier Milei arrives at the Holocaust Museum in Buenos Aires to attend an event to commemorate International Holocaust Day – Jan. 26, 2024. (Louis Robayo/AFP via Getty Images) 

The nine most terrifying words in the English language are: I’m from the Government, and I’m here to help.

Ronald Reagan – Aug. 12, 1986

Most Argentines did not elect eclectic libertarian Javier Milei in November 2023 because they understood his economic philosophy.

Rather, they were exasperated by the economic disaster of the leftist Peronist government of Alberto Fernandez, with inflation racing toward 140%, making buying basic goods a daily struggle, plus an impending debt default, evidence of official corruption, and increasing public insecurity.

Yet Argentines were also skeptical of the traditional right.

Its prior businessman President, Mauricio Macri (2015 to 2019), facing a similarly impossible set of economic challenges and political obstacles, also left the government in financial crisis and economic freefall.

In 2023 disillusioned Argentines saw in Milei’s eclectic style and sometimes vulgar yet intellectual condemnation of the Argentine government and elites, something very different than the traditional politicians that had repeatedly let them down.

Media attention to Milei as self-professed „anarco-capitalist“ focused mostly on his style including his tousled hair and „stunts“ for television, including costumes and chainsaws.

They are only now discovering the intellect of this man and his message.

Milei’s playful yet devastating dissection rebuttal of John Maynard Keynes (whose work is the foundation of modern government economic activism), is brilliant in a way that only economists and other true „geeks“ can appreciate.

His interview with The Wall Street Journal demonstrated a command of economic management seen more often in Central Bankers than Presidents.

Most importantly, Milei has returned Libertarianism to the global stage.

Milei’s eloquent presentation of the individual, over government, as the source of initiative and generation of value, shocked and titillated the globalist elite at the (WEF) World Economic Forum in Davos, in part because it has been so long since a world leader has made that case in such an unapologetic and theoretically grounded form.

That simple yet compelling message, once professed by luminaries from Ronald Reagan and Margaret Thatcher, to economist Milton Friedman, and philosopher Ayn Rand, played a role in helping the United States to prevail in the Cold War.

Today it is arguably the missing cornerstone in responding to both China’s advance, and Latin America’s misplaced look to government to solve its economic and social challenges.

For the last two decades, China’s economic growth has seemed to highlight the value of the State as a tool of development, albeit at the cost of individual privacy and freedom.

Meanwhile, in Latin America, the perceived failures of market-oriented governments to make meaningful progress against inequality, corruption and insecurity has opened the door to a range of government-first solutions, from populist authoritarian regimes in Venezuela and Nicaragua, to statist social democracies in Mexico, Brazil, and Chile.

In Latin America, long accustomed to look to strongmen and big government to rescue society from poverty, crime and injustice, Milei proclaims a powerful, contrasting truth: it is the individual, and their initiative, freely associating in groups and markets, and not governments, which generate wealth and progress.

In the Cold War, like today, the U.S. championed „democracy,“ yet what leaders such as Ronald Regan truly tapped into was the universal yearning for „freedom,“ against regimes which crushed both body and soul, dictating what could be done, expressed, and dreamt of.

Today, as policymakers in Washington wring their hands over the U.S. inability to „outbid“ Communist China for the affections of Latin American elites, the missing ingredient in defining the existential stakes in resisting the seduction of China is „freedom.“

Yet when the Western democracies that once led the fight against Communism themselves push redistributive economic policies and social engineering, with a „woke“ elite dictating what types of speech, associations, and fuels are forbidden, is it surprising to find moral confusion regarding what exactly, in China’s advance, the West is struggling against?

While government has its purpose, Milei has done Argentina, the region and the U.S. an invaluable service by shifting the policy debate away from „how can government help?“ to „where is the government role so indispensable that it mut be tolerated,“ and „how can we reduce the inefficiencies and risks to liberty where government must have a role?“

As January of 2024 ended, despite opposition from powerful vested interests, Milei appeared to have a chance of implementing at least a part of his bold legislative agenda to put his ideas into action, with partners such as the (IMF) International Monetary Fund supporting his efforts.

If Milei is able to rescue Argentina, he will not only transform the country, but his ideas will have the potential to reorient the region.

With luck, he might even help the US to rediscover its own spirit of liberty and compassionate, tolerant individualism that makes it a beacon to the world.

Dr. Ellis is Latin America Research Professor with the U.S. Army War College Strategic Studies Institute. The views expressed herein are strictly his own. His work focuses on security and defense issues, including transnational organized crime, populism and the region’s relationships with China and other non-Western Hemisphere actors. Dr. Ellis has been awarded the Order of Military Merit José María Córdova by the Colombian government for his scholarship on security issues in the region,”

Argentina’s Milei Returns Idea of Limited Gov’t to Global Stage | Newsmax.com

Na, da scheint ja in Teilen der USA und nach Milies Auftritt in Davos nun Hoffnung zu bestehen das Modell Millei auch in die wieder in die USA zu bringen, mit den „Globalisten“, alten GOP- Establishment- Republikanern und kommunistischen Demokraten aufzuräumen. Vielleicht wird dann in der Schools of Americas auch gleich wieder die neuen Pinochets ausgebildet, sollten opulisten ala Milei nicht mehr imstande sein soziale Prozste auf ihrer neuen Massenveramrungspolitik in den GRiff zu bekommen. Revival des Neoliberalismus, nun in der noch extrem3ren Form des Libertarismus. Back to the Pinochet/Reagan/Thatcher- Future nun mal vorerst nicht mit Militärputsch, weg mit Sozialstaat, Privatisierung, Deregulierung und Austeritätspolitik, was heute als „Kaputtsparen“ von Staat, Gesellschaft und Infrastruktur bezeichnet wird und dessen Nachfolgen heute so bejammert werden, sondern die Rückkehr zu diesem Kurs, aber nun noch viel marktradikaler und extremer und nun auch als Modell gegen China und nun wird auch Milei erstmals auf Schwabs WEF Davos als neues Modell nebst seinen ESG- Reset gefeiert. Österreichische Schule, Hayek, Mises, Friedman, Mt. Pellin Society nun nochmals auf die Spitze getrieben. Während allerortens vor der Spaltung der Gesellschaft gewarnt wird, soll diese nun ganz aufgelöst werden oder wie Thatcher mal meinte „There is no such thing as society“. Keine Gesellschaft außer der Mt. Pellin-Gesellschaft- High Society, die es jetzt ja schon gibt, aber nun eben zum libertären Exceptionalism und dem Individuum, Ayn Rand, der Streik der Reichen und eben auch eine autoritäre Plutokratie- für die meisten at ist worst, für wenige at ist best. Momentan noch als Testlabor Millie- Argentinien und Bukele-Bitcoin- El Salvador. Pinochets MIlitärdiktatur 1973 galt als erstes Testlabor der Österreicher Schule und der Chicagoboys um Milton Friedman weltweit, also eines wirtschaftlichen Menschenexperiments der Rechten. Danach als Gegenbewegung mal keine Österreicher, sondern wieder ein deutscher „Vordenker“nach dem Zusammenbruch des Kommunismus der Sowjetunion kam als Hoffnungsstrohhalm der Linken der „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“:

Der Begriff Sozialismus des 21. Jahrhunderts ist Titel mehrerer Veröffentlichungen: A. W. Buzgalin entwickelte und publizierte sein Konzept unter dem Titel „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ im Jahre 1996 auf Russisch und im Jahre 2000 auf Spanisch. Das Buch von Heinz Dieterich entstand 1996[1] und wird seit Januar 2005, seit dem fünften Weltsozialforum, verbreitet, insbesondere vom ehemaligen Präsidenten VenezuelasHugo Chávez.

Das Modell des Sozialismus des 21. Jahrhunderts basiert nur zu einem Teil auf der marxistischen Philosophie und marx. Wirtschaftstheorie. Insbesondere die Ökonomie der Gleichwertigkeit geht auf einen nichtmarxistischen Autor, den Bremer Wissenschaftler Arno Peters zurück, der sich als Geograph und Historiker einen Namen machte, bevor er die Theorie der Äquivalenzökonomie entwickelte.

Die Ansätze zur Weiterentwicklung der Demokratie hin zu einer direkten Mitwirkung der Bürger sind kein genuin marxistisches Denken, sondern ein demokratietheoretischer Ansatz. Insofern ist Dieterichs Bündelung zu einem Sozialismus im 21. Jahrhundert eher eklektisch denn marxistisch.

Chavez und dann Maduro kümmerten sich aber nicht um diese demokratischen Ansätze oder wollten irgendeine mixed economy ala Heinz Dietrich und Venezuela ist heute nicht nur eine bankrotte Diktatur wegen des Ölpreisverfalls und US- Sanktionen, zumal es noch China und Ru0land im Rücken hat. Dietrich warf Chavez Verrat seiner Ideen vor, emigrierte wie einst Trotzki nach Mexiko und versuchte dort Obrador zu kontaktieren- jedoch bleibt unbekannt, ob ihm das gelang und dieser ihn nach dem Venezuela-Desaster noch wollte. Nun also wieder Lateinamerika als neues Testlabor rechter Ökonomen und mal wieder ein deutscher Denker, von dem sich Milei inspirieren ließ- Philipp Bagus.

„14.12.2023

Mileis Anarchokapitalismus ist vom rechtslibertären deutschen Ökonomen Philipp Bagus beeinflusst

Captain Ancap Is Watching You

Der Wahlsieg des selbsterklärten Anarchokapitalisten Javier Milei wird von Rechtslibertären weltweit gefeiert. Erfolg hat dieser marktliberale Extremismus, weil andere Formen, die sich verschärfende Krise zu bewältigen, gescheitert sind – nicht nur in Argentinien.

Von

Tomasz Konicz

Javier Milei verkleidet als Superheld Captain Ancap auf einer Comicmesse

Auf Mission für den Anarchokapitalismus. Javier Milei verkleidet als Superheld Captain Ancap auf einer Comicmesse

BILD: SCREENSHOT YOUTUBE

Endlich mal ein Revoluzzer, mit dem sich das deutsche Bürgertum anfreunden kann! Im hauseigenen Online-Sender schwärmt der Welt-Chefredakteur Ulf Poschardt von den »radikalen« Ideen von Javier Milei. Der »libertäre« neue Präsident Argentiniens, der sich selbst als Anarchokapitalist bezeichnet, wolle den Staat »auf ein Minimum« reduzieren, den US-Dollar als argentinische Währung einführen und etliche Ministerien sowie die Zentralbank ­abschaffen – für freiheitsliebende Menschen sei Milei eine »Wohltat«. Bei ­jenen Argentiniern, die nicht auf »Geld vom Staat« angewiesen seien, herrsche nun »große Freude«, hätten Bekannte Poschardts ihm aus Argentinien berichtet.

Nicht nur Poschardt ist angetan. Elon Musk teilt begeistert die Ansprachen des neuen Präsidenten Argentiniens auf seinem Microblogging-Dienst X, wo Musk zuletzt immer wieder seine Empfänglichkeit für Rechtsextremismus und Antisemitismus zur Schau gestellt hat. Der für seine krawalligen Auftritte bekannte Milei bat daraufhin den nicht weniger nach öffentlicher Aufmerksamkeit gierenden Musk um ein Treffen.

Vor wenigen Jahren blödelte sich Javier Milei noch in Superheldenverkleidung als »el General Ancap« verkleidet durch Argentinien, jetzt wird er als Prä­sident die Geschäfte des Staats führen, den er radikal schrumpfen möchte. Anklang fanden seine Ideen vor allem bei der Jugend des ökonomisch zerrütteten Schwellenlands.“

jungle.world – Captain Ancap Is Watching You

Bagus lehrt auch an der Mises Institut in Deutschland  und wird inzwischen auch von Junger Freiheit, dem neoliberalen Teil der AfD, Springers WELT und anderen bejubelt, was früher eher solch rechtslibertären Kräften wie dem Blog „Eigentümlich frei“ oder Oliver Janichs „Partei der Vernunft“ vorbehalten blieb, denen die FDP auch schon viel zu spezialistisch und kommunistisch ja ordoliberal war. Bleibt noch abzuwarten, wie die Union, Blackrock- Merz und sein Generalsekretär Linnemann die Bagus- Mises-Schule und das Modell Milei bewerten werden. So schreibt Bagus stolz über seinen gelehrigen Schüler Milei:

DER ERSTE LIBERTÄRE PRÄSIDENT: JAVIER MILEI

12. Januar 2024 – von Philipp Bagus

Philipp Bagus

Javier Milei ist der erste „liberal-libertäre“ Präsident der Welt. Er bezeichnet sich als Anarchokapitalisten. Seine libertäre Revolution strahlt über Lateinamerika bis nach Europa. Die vor Milei stehenden Aufgaben sind gewaltig. Die Inflation liegt bei 140%. 18,5 Mio. Argentinier sind arm.  Er hat keine Mehrheit im Parlament. Was sind aber seine Ideen, die ihn im peronistischen Argentinien wundersam an die Macht spülen konnten?

In der liberalen Denktradition gibt es verschiedene Strömungen. Gemein ist den liberalen Strömungen, dass sie zivile, politische und ökonomische Freiheiten verteidigen. Ferner setzen die liberalen Strömungen auf freie Märkte und sprechen dem Staat eine geringe Rolle in der Gesellschaft zu. Der Liberalismus stellt sich damit gegen Kommunismus, Nationalsozialismus, wie auch die heutigen Wohlfahrtsstaaten.

Worin unterscheiden sich nun die liberalen Strömungen? Zunächst ist der klassische Liberalismus eines John Locke, Adam Smith oder Wilhelm von Humboldt zu nennen. Der klassische Liberalismus lehnt staatliche Eingriffe in die Wirtschaft ab. Die Freiheit des Individuums ist nicht zu beschränken, auch nicht vom Staat.

Moderne Vertreter des klassischen Liberalismus wollen einen Minimalstaat, der von Ferdinand Lasalle auch abwertend als Nachtwächterstaat tituliert wurde. Ein Minimalstaat ist nur für die Verteidigung der Eigentumsrechte zuständig. Er gewährt innere und äußere Sicherheit durch Polizei, Justiz und Armee. Nur für diesen Zweck sind Steuern legitim. Weder Bildung, Gesundheit, Renten oder Bedürftigenhilfe sind Aufgabe des Staates. Diese Bedürfnisse können besser und billiger im Wettbewerb von der Zivilgesellschaft bereitgestellt werden. Zu den liberalen Vertretern des Minimalstaats zählen Denker wie Ludwig von Mises, Robert Nozick oder Ayn Rand.

Vom klassischen Liberalismus setzt sich der Neoliberalismus ab, der von den Teilnehmern des Colloque Walter Lippmann, einem Treffen von Liberalen in Paris 1938, getauft wurde. Der Neoliberalismus ist Gegner der totalitären Strömungen. Er bekämpft den Sozialismus. Jedoch sieht er den Laissez-faire Ansatz des klassischen Liberalismus, einen Minimalstaat, als nicht zielführend. Vielmehr fordert der Neoliberalismus einen starken Staat, der Rahmenbedingungen setzt und so das ökonomische Leben lenkt. Zudem solle der Staat eine soziale Grundsicherung bereitstellen. Monopol- und Kartellbildung habe er zu untersagen. Die Chicago-Schule und der deutsche Ordoliberalismus sind dem Neoliberalismus zuzuordnen. Klassische Liberale wie der Österreichische Ökonom Ludwig von Mises konnten dem Neoliberalismus wenig abgewinnen. In den 1950er Jahren sagte Mises: „Ich habe mehr und mehr Zweifel daran, ob es möglich ist, mit dem Ordo-Interventionismus in der Mont Pèlerin Society zusammenzuarbeiten.“

Nicht mehr zur liberalen Denkrichtung zählend, ist der amerikanische Liberalism. Denn in den USA wurde der Begriff „Liberalism“ von den Gegnern des Liberalismus usurpiert und bedeutet dort so viel wie Sozialdemokratie. Die Umdeutung des Liberalismus ist ein langer Prozess und geht auf John St. Mill zurück, für den Freiheit nicht nur Abwesenheit von physischem Zwang war, sondern auch Abwesenheit der „Tyrannei“ der öffentlichen Meinung und der Traditionen. Mill stellt sich damit gegen Religion, Tradition und soziale Normen. Dadurch wird der Staat von einer Gefahr für die Freiheit zu ihrem Gewährleister. Er muss Arbeiter und Konsumenten vor der Macht der Unternehmen schützen. Der Liberalism amerikanischer Prägung schafft einen großen Steuer- und Umverteilungsstaat.

Milton Friedman oder der lange in den USA lebende Friedrich A. von Hayek benutzten in der englischen Sprache daher nicht mehr das Wort „liberal,“ sondern gingen zum Begriff „libertarian“ über. In Europa hat das Wort „liberal“ noch seine ursprüngliche Bedeutung, wenn auch hier immer mehr und mehr Personen den Begriff „Libertäre“ verwenden, um die konsequenteren und radikaleren Liberalen zu beschreiben; also jene, die den Staat radikal beschränken möchten oder jene, die ganz auf ihn verzichten wollen, die sogenannten Anarchokapitalisten.

Die Anarchokapitalisten lehnen die Existenz eines Gewaltmonopolisten grundsätzlich ab. Dafür führen sie ethische und ökonomische Gründe ins Feld. Aus ethischer Sicht erscheint die Initiierung von Gewalt gegen Unschuldige und die Gewaltandrohung zwecks Steuereintreibung nicht rechtfertigbar. Die ökonomischen Überlegungen lauten, dass Monopole, auch bei der Bereitstellung von Sicherheit, zu immer höheren Kosten und geringerer Qualität führen, weil der Monopolist nicht durch Wettbewerber diszipliniert wird, seinen Preis selbst bestimmt und sich nicht an Kundenwünschen zu orientieren braucht.

Geht es nach den Anarchokapitalisten, sollten alle sozialen Beziehungen freiwillig, gewaltfrei und ohne Androhung von Zwang geschehen. Der Staat bedeutet Anwendung systematischen Zwangs ist daher nicht legitim. Er ist eine kriminelle Organisation. Steuern sind Raub. Statt Staat und Zwang wollen die Anarchokapitalisten Markt und Freiheit. Sie wollen nicht, dass Politiker sich anmaßen zu bestimmen, was zu tun ist, und keine Polit-Kaste, die sich bereichert. In der Zivilgesellschaft ist jeder selbst seine Glückes Schmied, dezentral. Vertreter des Anarchokapitalismus sind Murray Rothbard, David Friedman, Jesús Huerta de Soto und Hans-Hermann Hoppe.

Nun lassen sich Liberale indes nicht nur in Neoliberale, klassische Liberale und Anarchokapitalisten unterteilen, sondern auch hinsichtlich ihrer Rechts-Links-Orientierung. Die sogenannten Paleo- oder Rechtslibertären verbinden die libertäre Idee des freien Marktes mit einem kulturellen Konservatismus. Sie sind der Meinung, dass eine freie Gesellschaft neben der Freiheit gewisse kulturelle Werte braucht, um langfristig prosperieren zu können. Paleolibertäre verteidigen Institutionen wie die traditionelle Familie und die Religion, häufig in der Form der katholischen Kirche, die dem Allmachtstreben des Staates Widerstand leisten. Konservative Werte, Moralvorstellungen, Konventionen und Traditionen werden als dem sozialen Zusammenhalt und Wohlstand förderlich angesehen. Rechtslibertäre erkennen, dass die Menschen von Natur aus ungleich sind, was zu natürlichen Hierarchien führt. Politisch empfiehlt der Rechtslibertäre Murray Rothbard daher einen rechten Populismus, wie von mir in JF 37/23 genauer analysiert.

Im Gegensatz dazu stehen die Linksliberalen oder Lifestylelibertären. Sie lehnen traditionelle Hierarchien ab, weil sie die Menschen als fundamental gleich ansehen. Unterschiede zwischen den Menschen seien künstlich. Meist antiautoritär eingestellt, üben sie Kritik an gesellschaftlichen Konventionen. Besonders die Kirche stößt sie ab. Viele Linkslibertäre unterstützen die LGBT- und Frauenbewegungen. Sie sehen sich in erster Linie als Kosmopoliten und stehen dem Nationalstaat kritisch gegenüber. Einem hedonistischen Lebensstyl zugetan schreiben sie die Verteidigung von zivilen Freiheiten, Gleichheit, und Demokratie auf ihre Fahnen. Antidiskriminierungsgesetze, offene Grenzen und das Recht auf Abtreibung finden ihre Unterstützung.

Wo lässt sich nun Milei einordnen? Er bezeichnet sich als philosophischen Anarchokapitalist. Für ihn sind Steuern Raub. Er wettert gegen die Polit-Kaste. Er glaubt an die Individuen, an die spontane Ordnung, Zivilgesellschaft und Selbstregierung. Obzwar er philosophisch und theoretisch ein Anarchokapitalist ist, findet er sich in der Praxis mit all ihren Zwängen und Widerständen mit einem Minimalstaat ab. Daher bezeichnet er sich eben als liberal-libertär. In dieser Tradition steht auch seine Definition des Liberalismus: „Der Liberalismus ist die uneingeschränkte Achtung des Lebensentwurfs anderer, basierend auf dem Grundsatz der Nicht-Aggression, und in Verteidigung des Rechts auf Leben, Freiheit und Privateigentum.“

Sein Programm beinhaltet die Reduzierung und Beseitigung von Steuern, Privatisierungen, die Abschaffung der Zentralbank, freier Währungswettbewerb, Reduzierung von Ministerien und Staatsausgaben, Deregulierung und Freihandel. Milei ist sich bewusst, dass das Ziel des Minimalstaats nicht so schnell zu erreichen ist. Selbst Friedrich v. Hayek und Milton Friedman sprachen sich für eine Mindestsozialhilfe aus. Auch für Milei wird es politisch unmöglich sein, die Sozialhilfe unmittelbar zu privatisieren. Ebenso setzt er im Bildungsbereich zunächst auf staatliche Bildungsgutscheine, die von Friedman in Spiel gebracht worden waren.

Kulturell lässt sich Milei eher dem Paleolibertarismus zuordnen. Zwar fiel er in der Vergangenheit nicht durch den Lifestyle und die Manieren eines konservativen Gentlemans auf. Zudem spricht er offen über liberale Forderungen wie die Drogenfreiheit. Dennoch ist sein Steckenpferd der Kulturkampf. Der Kulturkampf gegen den Kulturmarxismus, gegen die Linke, gegen die „zurdos de mierda.“ Kompromisslos kämpft er gegen Wokeness, Cancel Culture, Privilegien für LGTB-Gruppen und Feministinnen, die Klimahysterie und gegen Abtreibung. Passend dazu ist seine konservative Vize-Präsidentin Viktoria Villarruel Tochter eines hochrangigen argentinischen Militärs. Milei möchte die Straßen sicher machen, sie von Vagabunden und Kriminellen befreien. Und auch die Einwanderung in die sozialen Netze Argentiniens einschränken. All dies ist im Einklang mit dem Rechtslibertarismus. Der Name eines seiner Hunde „Murray“ verdeutlicht seine Nähe zum Paleolibertären Murray Rothbard, dem „Mr. Libertarian“.

Die beste Beschreibung des Argentinischen Präsidenten ist die eines philosophischen Anarchokapitalisten, der sich dem Kulturkampf gegen die Linken verschrieben hat. Mithin ist die Reise Argentinien klar. Ohne Mehrheit im Parlament, mit den Altlasten der vorherigen Regierung und einem bankrotten Staat, bekämpft von Peronisten und Gewerkschaften bläst Milei der Wind ins Gesicht. Es ist nicht klar, wie weit er den Weg des Liberalismus schreiten kann. Ein kultureller Umbruch in Richtung Ideen der Freiheit ist aber bereits geschafft.

Dieser Beitrag ist im Dezember 2023 bei der Jungen Freiheit erschienen.

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Philipp Bagus ist Professor für Volkswirtschaft an der Universidad Rey Juan Carlos in Madrid. Zu seinen Forschungsschwerpunkten Geld- und Konjunkturtheorie veröffentlichte er in internationalen Fachzeitschriften wie Journal of Business Ethics, Independent Rewiew, American Journal of Economics and Sociology u.a.  Sein Buch “Die Tragödie des Euro” erscheint in 14 Sprachen. Philipp Bagus ist ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirates des “Ludwig von Mises Institut Deutschland”. Hier Philipp Bagus auf Twitter folgen. Im Mai 2014 ist sein gemeinsam mit Andreas Marquart geschriebenes Buch “WARUM ANDERE AUF IHRE KOSTEN IMMER REICHER WERDEN … und welche Rolle der Staat und unser Papiergeld dabei spielen” erschienen. Zuletzt erschienen, ebenfalls gemeinsam mit Andreas Marquart: Wir schaffen das – alleine!

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Hinweis: Die Inhalte der Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Ludwig von Mises Instituts Deutschland wieder.

Der erste libertäre Präsident: Javier Milei – Ludwig von Mises Institut Deutschland (misesde.org)

Und nun tobt auch die „Schlacht um Davos“, das Modell Milei- Argentinien nun auch bei den erlauchten CEOs und Politiker-Eliten als das neue, eigentlich alte Erfolgsmodell populär zu machen. Ob das mit Schwabs ESG- Reset- Kapitalismus kompatibel ist, bleibt abzuwarten, aber man fühlt sich im Aufwind.

„JAVIER MILEI UND DIE „SCHLACHT VON DAVOS“

Philipp Bagus

22. Januar 2024 – von Philipp Bagus

Der erste libertäre Präsident: Javier Milei

„Eier, wir brauchen Eier“, ist wohl der bekannteste Satz der deutschen Torwartlegende Oliver Kahn. Eier braucht auch, wer gönnerhaft von Klaus „The Great Reset“ Schwab in Davos vorgestellt wird, um im Anschluss der versammelten Politik- und Wirtschaftselite ins Gesicht zu sagen, dass sie die liberal-libertären Prinzipien verraten, die den Westen groß gemacht haben. Huevos hat Javier Milei also, der argentinische Präsident, der in seiner Jugend Torwart war.

Seine Rede wird, und das ist nicht schwer zu prognostizieren, in die Geschichte eingehen. Sie ist die mit Abstand am meisten gesehene Rede des diesjährigen WEF. Elon Musk hat sie mehrfach auf X empfohlen.

Hier ist sie im Schnelldurchlauf:

Der Westen ist in Gefahr, weil er sich sozialistischen Ideen geöffnet hat. Es ist der Kapitalismus, der die Menschheit aus der Massenarmut katapultierte und ungeahnten Wohlstand geschaffen hat. Der Kapitalismus schafft nicht nur ungeheuren Wohlstand, während der Sozialismus in die Armut führt, er ist im Gegensatz zu Sozialismus auch gerecht. Der Kapitalismus ist dem Sozialismus moralisch überlegen. Die Sozialisten bemühen zwar das Mantra der „sozialen Gerechtigkeit“, doch ist diese weder sozial noch gerecht. Die „soziale Gerechtigkeit“ ist in Wirklichkeit ungerecht, weil sie durch Steuern finanziert wird und damit auf Zwang und Gewaltandrohung aufbaut. Sie ist unsozial, weil sie die Menschen ärmer macht. Denn die Umverteilung senkt den Anreiz, produktiv zu sein. Der Kuchen wird kleiner, als er sonst gewesen wäre, weil die Umverteilung den unternehmerischen Entdeckungsprozess zerstört. Der Sozialismus ist immer und überall gescheitert, wirtschaftlich, sozial und kulturell. Und er hat über 100 Millionen Menschenleben gekostet.

Die Neoklassischen Theorien bereiten dem Sozialismus den Boden. Neoklassiker vergleichen ihr Modell mit der Realität und nennen etwaige Abweichungen der Realität vom Modell dann „Marktversagen“; sie erkennen nicht, dass in Wirklichkeit ihr Modell versagt. Sie sollten ihre Modelle entsorgen. Ein „Marktversagen“ existiert nicht. Der Markt ist ein Mechanismus sozialer Kooperation durch freiwillige Tauschhandlungen. Er kann nicht versagen.  

Als die Sozialisten merkten, dass die Arbeiter im Kapitalismus nicht verarmten, sondern immer reicher wurden, änderten sie ihre Strategie. Den Klassenkampf zwischen Kapitalisten und Arbeitern ersetzen heute angebliche Konflikte zwischen Mann und Frau; oder zwischen Menschheit und Natur. Um die Umwelt zu retten, soll das Bevölkerungswachstum kontrolliert werden; Abtreibung wird gefördert.

Die Neomarxisten haben die öffentliche Meinung in einem langen Prozess gewandelt, in dem sie Medien, Universitäten und auch internationale Organisationen unter ihre Kontrolle brachten. Zu letzteren gehört, das wissen alle Zuhörenden, auch das WEF. Die sozialistischen Ideen müssen frontal und lautstark bekämpft werden. Es gibt viele Spielarten des Sozialismus im weiteren Sinne. Sozialisten sind nicht nur jene, die sich selbst als Sozialisten bezeichnen, sondern auch Sozialdemokraten, Christdemokraten, Kommunisten, Keynesianer, Nazis, Nationalisten und Globalisten. Sie alle eint der Glaube an Regulierungen und Staat. Die wahren Helden der Gesellschaft sind die Unternehmer. Sie sind Schöpfer der Prosperität, die stolz darauf sein können, Gewinne zu machen, indem sie die Bedürfnisse ihrer Mitmenschen befriedigen. Sie sollten sich nicht mit dem Staat verbünden, auch nicht mittels des WEF. Der Staat ist nicht die Lösung. Der Staat ist das Problem. Er ist eine Gefahr für die Freiheit.

Dieser kurze Abriss zeigt die Breite der Themen, die Milei in seiner nur 23-minütigen Rede behandelt. Stein für Stein nimmt er das etatistische Weltbild auseinander. Er ist die Führungspersönlichkeit und der charismatische, wortgewandte Ideenverbreiter, auf den die Libertären lange gewartet haben. Ein Glücksfall für die Freiheit. Die Bedeutung des Kulturkampfes hat er früh erkannt. In diesem Kulturkampf geht es um die ideologische Hegemonie (Antonio Gramsci, 1891 – 1937). In diesem Kampf prallen die Forderungen der Linken wie Egalitarismus, Genderismus, Feminismus, Relativismus, Nihilismus, Zentralisierung und Atheismus auf den Wert der Freiheit; aber auch auf die Institutionen, die eine kapitalistische Gesellschaft langfristig zum Blühen bringen, wie Privateigentum, natürliche Hierarchien, Tradition, Familie und Christentum.

Diesen Kulturkampf gilt es aufzunehmen, lautstark, selbstbewusst, kompromisslos, immer und überall; und darin ist Milei ein einzigartiges Vorbild. Er hat in Argentinien nicht nur den Kulturkampf erfolgreich angenommen, er hat auch den Ertrag der kulturellen Veränderung in Form der Präsidentschaft geerntet. Dabei widert ihn, wie alle Libertären, die Politik eigentlich an. Aber er hat das Opfer auf sich genommen, und er war sich nicht zu schade, im Ränkespiel der Politik für die Ideen der Freiheit zu kämpfen.

Der Kulturkampf ist auf allen möglichen Ebenen zu führen, nicht nur in Universitätsvorlesungen, Büchern, Vorträgen auf Konferenzen und Medienbeiträgen; sondern auch in der Politik. Ohne die politische Bühne fehlt ein effektives Instrument zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung und Kultur. Die Etatisten freuen sich, wenn sie im Parlament untereinander sind und ungestört ihre Eingriffe in die Zivilgesellschaft planen können. Daher hat sich Milei letztlich doch entschlossen, die politische Bühne zu betreten; und durch seine Wahl eine unglaubliche Aufmerksamkeit für die libertären Ideen gewonnen. Begriffe wie Libertarismus oder Anarchokapitalismus sind heute salonfähig. Die Schweigespirale ist durchbrochen, immer mehr Menschen geben sich als Milei-Unterstützer und Anhänger der Ideen der Freiheit zu erkennen. Noch mehr Menschen werden sich den Ideen der Freiheit zuwenden, sobald die libertären Maßnahmen in Argentinien Früchte tragen. Der Diskurs bewegt sich in Richtung Freiheit. Kulturell ist einiges ins Rollen geraten. Auch in Deutschland ist Mileis allegorische „Kettensäge“ beliebt. Die libertäre Welle hat nun sogar Davos und das World Economic Forum erreicht.

Was sich in Davos abgespielt hat, war vor kurzem noch undenkbar: Ein anarchokapitalistischer Präsident schaut den Globalisten in die Augen, tadelt sie für ihre sozialistischen Ideen und singt eine Ode an die Freiheit, Kapitalismus und freies Unternehmertum. Und zitiert mit Israel Kirzner und Alberto Benegas Lynch Jr. zwei Ökonomen der Österreichischen Schule. Er kritisiert die Agenda 2030, Neomarxismus, Feminismus, Abtreibung, Steuern, Sozialismus, Leitmedien, warnt vor der Zerstörung der Werte des Westens und spricht von Gott als dem Schöpfer. Das ist Kulturkampf pur. ¡Viva la libertad, carajo!

Javier Milei und die „Schlacht von Davos“ – Ludwig von Mises Institut Deutschland (misesde.org)

Börsenexpertin Sandra Navidi (Beyond Global) meint, das im Falle eines Wahlsieg Trumps, dieser sich erst einmal mit einer Riege radikaler Minister umgeben werde, den ganze Staatsapperat säubern, eine Diktatur einführen werde, die durch die check and balances nur noch etwas verlangsamt werden könnte, sogenannte „Globalistennetzwerke“, auch transatlantische beseitigen würde, eine Art neue Plutokratenelite nach Ayn Rands Streik der Reichen unter einem autoritären Führer Trump zu schaffen und ähnlich wie Putin sich eine loyale Clique von loyalen Oligarchen zulegen werde, um die wirtschaftlichen Kommandohöhe zu kontrollieren und auch als Art Wehrwirtschaftsführer wie bei Hitler im 3. Reich eben Krupp und andere, die ihm und seiner Familie zudem auch ein wenig  zu zahlen haben. Und die Thyssens („I paid Hitler“) müssten dann das Land verlassen, wenn sie mal widerspenstig geworden sind. Inwieweit das System Trump dann eine seltsame Mischung aus Wirtschaftsnationalismus ala Putin oder Xi wäre, sich mehr aus den nun marktradikalen Ideen der Libertären wie Bagus orientiert oder eher nach den Ideen des nun neuen Think Tanks American Compass von Oren Cass. Recht unbemerkt sind neben den traditionellen Republikanere Think Tanks ala Heritage Foundation nun auch neue Denkschulen und Denkfabriken, die um Trumps Gunst kämfen oder schon teilweise von ihm unterstützt werden. Und auch in den USA wird es zu den Polen von der working-class-familiy-centered Wirtschaftsmodell „Conservative Economics“ samt „New Conservatism“ und „Hard Break“ mit China von Oren Cass The American Compass und eben den Bagusianern kommen, die in libertären wie dem CATO- Institut den entscheidensten Verbündeten haben und da nicht nur in der Befürwortung und Ablehnung von Industriepolitik die extremen Pole sind. Mann wird sehen, wen Trump sympathischer findet. Zudem ist es Trump und den Republikanern nun gelungen , nun auch den Supreme Court zu beherrschen, der nun sukkzessive die Gsellschafts- und Wirtschaftsordnung, zumal auf Lebenszeit radikalu umbauen soll, wie dies der rechte Nobelpreisträger James Buchanan (nicht Pat Buchanan) als strategischer Vordenker einer autoritären Plutokratie schon früher in die Wege leitete durch seinen March durchs Justizsystem. Soviel Staat muss dann doch nebst Polizeistaat nach innen und US- Militär nach außen sein, aber vielleicht wird auch dieses privatsiert, wie dies schon dem Globalsierungfanatiker Thomas Barnett unter der Bush jr.-Regierung vorschwebte. wieder sein. Das libertär-kapitalistische Gesellschaftsmodell wird dann bei ausbleibenden trickle down effect und weieterem Schmelzen der erhofften neuen middle class infolge weiterer sozialer Polarisierung und Spaltung und möglicher massenhafter „Modernisierungsverlierer“ von KI eher den dystopischen Filmen „Die Klapperschlange“ der Frank Millers „Sin City“ gleichen, mit Gated Communities, Slums staat Ghettos und neighbourhoods und Megaknästen wie in Bukele-Bitcoin-Nation El Salvador, wie dies in den USA ja schon ansatzweise vorhanden ist, zumal auch mit privatisierten Knästen oder eben gleich faschistische Arbeits-und Konzentrationslagern, falls Linnemanns geforderter Arbeitszwang und das „Foren und fördern“ nicht mehr als ausreichend betrachtet wird und die angeblich arbeitsfaule Gen Z da diszipliniert werden soll.

Zu den Denkschulen Buchanan und Oren Cass American Compass und „Conservative economics“ siehe auch noch folgende Global Review- Artikel:

HARD BREAK FROM CHINA, AMERICAN COMPASS ALS „FLAGSHIP“ DER „CONSERVATIVE ECONOMICS“ UND DES“NEW CONSERVATISM“

Hard Break from China, American Compass als „flagship“ der „conservative economics“ und des“new conservatism“ – Global Review (global-review.info)

DER ERFOLGREICHE VORDENKER EINER US-OLIGARCHENDIKTATUR: NOBELPREISTRÄGER 1986 JAMES BUCHANAN UND DER MARSCH DURCH DIE US-INSTITUTIONEN- DESPOTISM BY RULES

Der erfolgreiche Vordenker einer US-Oligarchendiktatur: Nobelpreisträger 1986 James Buchanan und der Marsch durch die US-Institutionen- despotism by rules – Global Review (global-review.info)

BEKÄMPFUNG VON FLUCHTURSACHEN“: BUKELE-EL SALVADOR ALS NEUES NEOLIBERAL-LIBERTÄRES MODELL?

„Bekämpfung von Fluchtursachen“: Bukele-El Salvador als neues neoliberal-libertäres Modell? – Global Review (global-review.info)

BLACKROCK- MERZENS AKTIEN UND TECH-EVANGELIKALPRÄSIDENT BUKELES BITCOIN- NATION- VOM NEOLIBERALISMUS ZUM NEOLIBERTARISMUS

Blackrock- Merzens Aktien und Tech-Evangelikalpräsident Bukeles Bitcoin- Nation- vom Neoliberalismus zum Neolibertarismus – Global Review (global-review.info)

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