Munich Security Conference: Migration, Gazakrieg und Wang Yis „Win- win“ statt „lose-lose“?

Munich Security Conference: Migration, Gazakrieg und Wang Yis „Win- win“ statt „lose-lose“?

München mal wieder im Ausnahmezustand und vor der alljährlichen MSC. In den letzten 3 Jahrzehnte waren da die Highlights Joschka Fischer Konfrontation mit dem damalige US- Verteidigungsminsiter Donald Rumsfeld (Old Europe, New Europe)  und die Absage an den Irakkrieg 2003 mit den Worten „I´m not convinced“, auch wenn Rumsfeld dann Colin Powell in die UNO schickte als angebliche Beweise von Massenvernichtungswaffen im Irak BND- Berichte von dem dubiosen Exiliraker „Curveball“ zitierte. Desweiteren Putins Rede 2007, die der Bruch mit seiner sogenannten Friedensrede im Deutschen Bundestag 2001 war. Eventuell könnte man noch die Rede der gerade neu gewählten deutschen Außenminister Annalena Baerbock sehen, als diese ihre „Feminsitische Außenpolitik“ pries, was nicht nur die zumeist männlichen angry white old man- Granden in sichtbare Schockstarre versetzte und für sehr zurückhaltenden Applaus, da sich von diesen auch keiner traute zu sagen, dass sie vielleicht in deren Perspektive einen rechten Schmarrn erzählt. Als Merkelerprobte Diplomaten ließen sie die für sich fragwürdigen Ausführungen über sich ergehen .Ja, und dann kam kurz nach der MSC damals der Einmarsch Putins in die Ukraine und damit die sogenannte „Zeitenwende“.

Das diesjährige MSC- Programm zeigt sich in groben Zügen.

Selensky kommt vielleicht, Putin nicht eingeladen, würde auch in diesem Falle angeblich auf deutschem Boden verhaftet, ,Taiwan nicht eingeladen- Ein- Chinaprinzip und mal will nicht noch weitere Konflikte, vor allem nicht mit China. Migration und Nahost Schwerpunkt. Blinken wohl wichtiger als Harris. Vor allem der Teufelskreis „lose-lose“. Ob den Wang Yi mit win-win-Rhetorik bremsen kann? Trump als der Elefant im Raum, auch wenn scheinbar keiner so gerne darüber spricht.

„Darum wird es bei der Siko gehen

Stand:13.02.2024, 05:00 Uhr

Von: Kathrin Braun

Der Westen hat mehr Angst vor Migranten als vor Putin: Das zeigt ein neuer Siko-Bericht. Auch der Machtgewinn Chinas treibt die Menschen um.

München – Die Prognose klingt düster. „Lose-Lose?“ heißt der Münchner Sicherheitsreport, der jedes Jahr wenige Tage vor Beginn der Siko veröffentlicht wird. Soll heißen: In der Weltordnung droht derzeit jedes Land als Verlierer dazustehen. Betrachte man die Vorteile von internationaler Zusammenarbeit als Kuchen, dann hätten westliche Länder die Befürchtung, „dass das eigene Stück immer kleiner wird“, sagt Siko-Forschungsdirektor Tobias Bunde. „Einige Autokraten von Russland bis Iran haben hingegen das Gefühl, jetzt wäre die Gelegenheit, ihr Stück zu vergrößern.“

Am kommenden Wochenende wird München wieder zur Hochsicherheitszone: 180 Regierungsvertreter aus aller Welt werden im Bayerischen Hof über Krisen und Konflikte debattieren – darunter allein 84 Außen- und Verteidigungsminister. Erwartet werden auch Staatschefs, Könige und Friedensnobelpreisträger.

Siko in München: Herausforderungen wie selten zuvor

Der Report zeigt, wie schwer ihre Diskussionsgrundlage sein wird: Es gebe so viele Krisen, Konflikte und Herausforderungen wie selten zuvor in den 60 Jahren seit Bestehen der Sicherheitskonferenz, sagt ihr Chef Christoph Heusgen. Zwar sind die offensichtlichen Baustellen die Kriege in der Ukraine und in Nahost. Doch laut einer Umfrage in dem Report ist für viele Menschen im Westen Putin nicht mehr das größte Sicherheitsrisiko – man nehme Migration, Cyberangriffe, den Klimawandel und den islamischen Extremismus als die größten Bedrohungen wahr. Dafür wurden im vergangenen Herbst Bürger der G7-Staaten, der ursprünglichen BRICS-Länder mit Ausnahme Russlands (Brasilien, Indien, China und Südafrika) und der Ukraine befragt.

Vor allem in Europas G7-Staaten, Kanada und Japan glaubten nur wenige Menschen, dass ihr Land in den nächsten zehn Jahren sicherer oder wohlhabender wird. In Deutschland seien es sogar nur 15 Prozent, sagt Tobias Bunde. „Das ist ein deutlicher Kontrast zu den Zahlen aus China und Indien, wo Mehrheiten deutlich optimistischer in die Zukunft blicken.“ In fast allen befragten Ländern glaubten die Menschen, dass China und die anderen Mächte des Globalen Südens deutlich an Macht gewinnen, während ihre eigenen Länder stagnieren oder an Macht verlieren. Da immer mehr Länder die Welt als Nullsummenspiel begreifen würden, warnt Bunde vor einem „Teufelskreis“, bei dem es nur um die Frage geht, wer am wenigsten verliert. Das würde dazu führen, dass „der Kuchen insgesamt immer kleiner wird“.

Nicht nur Freunde treffen in München aufeinander

Die Siko soll ein Versuch sein, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Bei dem weltweit wichtigsten Forum für Sicherheitspolitik werden deshalb nicht nur Freunde zusammenkommen: Neben dem israelischen Präsidenten Isaac Herzog wird zugleich der palästinensische Ministerpräsident Mohammad Schtajjeh erwartet. Auch Vertreter aus dem Libanon, Katar, Jemen, Irak, Saudi Arabien, Oman sowie der jordanische König sollen nach München kommen. Der Nahost-Konflikt wird wohl den größten Raum bei der Konferenz einnehmen.

Als prominenteste Vertreterin aus den USA wird Vizepräsidentin Kamala Harris bereits am Donnerstag von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Münchner Flughafen empfangen. Außenminister Antony Blinken und eine Vielzahl von demokratischen wie republikanischen Parlamentariern werden sie auf ihrer Reise begleiten.

Mit Spannung wird auch der chinesische Außenminister Wang Yi erwartet. Taiwanische Vertreter habe man bewusst nicht eingeladen, auch wenn der Konflikt zwischen Peking und dem Inselstaat „Thema sein wird“, sagt Heusgen – denn man habe nicht vor, etwas an der deutschen Ein-China-Politik ändern zu wollen. Explizit ausgeladen ist Russland. „Wenn Putin sich durchringt und Selenskyj als Vertreter der ukrainischen Regierung anerkennt“, wäre das vielleicht eine Basis, um russische Regierungsvertreter einzuladen“, sagt Heusgen – wobei Putin selbst verhaftet würde, sobald er nach Deutschland käme. Ob Präsident Wolodymyr Selenskyj kommen wird, ist offiziell noch unter Verschluss. „Wir haben ihn eingeladen und hoffen, dass er auch kommen wird“, erklärt Heusgen. Informationen unserer Zeitung zufolge plant der ukrainische Präsident einen Siko-Besuch. (Kathrin Braun)

Sicherheitskonferenz (MSC) in München – Darum wird es bei der Siko gehen (merkur.de)

Ist überhaupt ein russischer Vertreter anwesend? Alexander „Sascha“ Rahr erzählte mal wieder was von Karaganow, der kommen wolle. Will er das überhaupt und will ihn jemand. aber ich habe da meine Zweifel. Jedenfalls wäre Karaganow vielleicht ein weiteres Highlight und ein „Knaller“ ,könnte dann mal seine großspurig geforderte neue russische Nuklearkriegsstrategie erläutern , in der er neben begrenzten Atomkriegen in Europa auch Atomschläge gegen die USA ähnlich Colin S. Grays „Victory is possible“ in den 80er Jahren  in einem programmatischen Artikel propagierte. Vielleicht würde er dann auch versuchen, Heusgen zu überzeugen den Termin der MSC auf die Jahresfeiern des Großen Vaterländischen Antifaschistischen Kriegs am Roten Platz, vielleicht diesmal mit Höcke und Chrupalla als neuem Hitler- Stallinpakt 2.0 auf der Ehrentribüne der Siegesparade im Ukrainekrieg mit Putin zu legen, falls Putin doch noch den Endsieg in der ganzen Ukraine schafft und doch ein Trump- Putin-Deal rauskäme und Putin bei seinem Ziel seiner neuen Dominotheorie einen Schritt näher käme: Fällt Rammstein, fällt Europa!

Jedenfalls meldet sich Trump jetzt zeitlich recht passend und ganz laut zur MSC und über den Teich. Nachdem die Newsweek schin einen Leitartikel brachte, dass die misten NATO- Staaten , allen voran Deutschland das 2%- Ziel nicht erreicht hättenmacht das Trump nun auch zum Wahlkampfthema und verkündet ein weiteres Mal, dass er zahlungsunwillige NATO- Staaten nicht verteidigen und auch den Atomschutz entziehen werde. Scholz und die SPD- EP-Kandidatin Barley beschweren sich , dass man mit der Sicherheit der Verbündeten „nicht spielen“ dürfe und wollen Trump die deutsche und europäische Stirn bieten, zumal Scholz ja behauptet hatte, dass Deutschland erstmals 2%- Ziel erreicht hätte, was viele Experten aber als Schönrechnung und kreative Buchführung bezeichnen und weder Newsweek noch Trump so sehen und durchgehen lassen. Aus Sicht der Union hingegen spielt Scholz mit seiner Weigerung das 2%- Ziel im Verteidigungsetat zu fixieren mit der Sicherheit Deutschlands, als auch der NATO, Kiesewetter fordert nun ein weiteres 300 Milliarden Euro- Sondervermögenprogramm für die Bundeswehr , damit die Zeitenwende und die von Pistorius geforderte „Kriegstüchtigkeit“ errichtet werden könne und Trump keinen Vorwand mehr habe, die US- amerikanischen Sicherheitsgaranten infrage zu stellen oder gar aufzukündigen, wobei einige meinen, dass Scholz das nicht nur wegen klammer Finanzen, Schuldenbremse, Verfassungsgerichtsurteil oder in Hinblick auf weitere Wahlverluste der SPD infolge Kürzungen im Sozialbereich durch Aufrüstung wie schon unter Schröders Agenda handelt, sondern in getarnter Form die alte Ostpolitik der SPD weiterfortführen will oder was viele Amerikaner auch wieder als „The German Question“ und Sonderweg bemäkeln. Vor längerer Zeit hatte ja schon einmal Saskja Esken einen Rüstungsfonds gefordert, den aber Deutschlands Reiche zu zahlen hätten, aber dann wurde es sehr schnell still und reagierte keiner darauf. Zumal man sich auch nicht des Kriegstreibervorwurfs aussetzen wil, da der Nachkriegspazifismus immer noch in der Bevölkerung stark ist und Kiesewetter im Rahmen der Forderung nach Tauruslieferungen sogar forderte, dass die Ukrainer auch russische „Ministerien“ angreifen sollten, zumal zuvor Bundeswehruni-Sicherheitsexperte Masala meinte, dass auch Angriffe der Ukrainer auf den Kreml völkerrechtlich unbedenklich sein. Damit hat er das Thema wahrscheinlich selbst beerdigt, da zuvor immer betont wurde, dass die Ukrainer mit den Taurus versprochen hätten nicht russisches Territorium zu beschießen. Wie auch immer. Nun ist das 2″%- Ziel durch Trump nun zum weiteren zentralen Thema der MSC und des EP- Wahllkampfes wie auch des US- Wahlkampfs in den Ring geworfen worden. Der Elefant im Raum, den man etwas ignorieren wollte, meldet sich nun selbst zu Worte mit lautem Trötten über den Großen Teich und sorgt für Stimmung im Porzellanladen. Man kann die Rechnung nicht ohne den Wirt machen und der erinnert nun die Zechpreller an die offene 2%- Rechnung. Ähnlich wie Israels Netanjahu und Saudiarabiens MBS die Rechnung ohne die Palästinenser machen wollten, weswegen sich die Hamas als deren neuen Führer brutalst in Erinnerung rief.

In dem ganzen feindlichen Getöse von Derisking, Decoupeln, Chips-und Handelskrieg mit China, systemischen Gegensatz und sinomamerianischen Geheimdienstkrieg und  Spannungen, die sich momentan aber etwas entspannt haben, China nicht aggressiv bei den Wahlen in Taiwan reagierte, ging doch eine rechts bemerkenswerte Meldung völlig unter:

„Kohlenstoff statt Silizium

Chinesische und amerikanische Forscher entwickeln gemeinsam neuen Halbleiter

15.01.2024

Chinesische und amerikanische Forscher präsentieren gemeinsam einen neuen Halbleiter aus Kohlenstoff, der die Leistung von Silizium um das Zehnfache übertrifft. Ein Durchbruch, der den Weg für leistungsfähigere elektronische Geräte ebnen könnte.

Forscher aus China und den USA haben gemeinsam einen neuen Typ des stabilen Halbleiters Graphen entwickelt, der eine zehnmal höhere Leistung als Silizium und eine zwanzigmal höhere Leistung als andere zweidimensionale Halbleiter aufweist. Die Errungenschaft markiere einen Sprung von Siliziumchips zu Kohlenstoffchips, sagte Ma Lei, Forschungsleiter am Tianjin International Center for Nanoparticles and Nanosystems (TICNN) an der Universität Tianjin.

Der gemeinsam von Mas Team und Forschern der School of Physics des Georgia Institute of Technology in den USA erzielte Durchbruch wurde am 3. Januar 2024 online auf der Website der Zeitschrift „Nature“ veröffentlicht.

Da sich Chips auf Siliziumbasis allmählich der physikalisch kleinsten Größe von zwei Nanometern nähern, steigt die weltweite Nachfrage nach Chips, die auf hochwertigen Halbleitermaterialien basieren. Vor allem zweidimensionale Materialien sind aufgrund ihrer ausgezeichneten elektronischen Transporteigenschaften und ihres Potenzials für eine hohe Integration zu einem neuen Bereich geworden, in den Wissenschaftler und Halbleiterunternehmen auf der ganzen Welt gerne investieren.

Graphen, das erste entdeckte zweidimensionale Material, das stabil bei Raumtemperatur existieren kann, steht seit seiner Entdeckung im Jahr 2004 im Mittelpunkt der Bemühungen von Wissenschaftlern, eine neue Art von Chip zu entwickeln, der weniger Energie verbraucht und schneller arbeitet als die bisherigen Halbleiter.

Durch die präzise Steuerung der Epitaxie von Graphen, also die Führung des Elektronenflusses auf dem Halbleitermaterial, führte das Team von Ma eine Bandlücke in Graphen ein und schuf so eine neue Art von stabilem Halbleitergraphen, dessen Elektronenbeweglichkeit die von Siliziummaterialien weit übertrifft. Seine Leistung ist zehnmal höher als die von Silizium und zwanzigmal größer als die Leistung anderer zweidimensionaler Halbleiter.

Die Entwicklung dieses Halbleiters ebnet nicht nur den Weg für leistungsfähige elektronische Geräte, die die herkömmlichen Technologien auf Siliziumbasis übertreffen, sondern gibt auch der gesamten Halbleiterbranche neue Impulse.

Sobald der Einkristall-Halbleiter Graphen in großem Maßstab hergestellt werden kann, wird er eine wichtige Grundlage für den Übergang vom Silizium- zum Kohlenstoffzeitalter bilden. Ob Graphen-Halbleiter jedoch zu einem Durchbruch in der Chipindustrie führen können, müsse erst noch erweisen, meinte Ma.

In diesem Zusammenhang hat die Leistung chinesischer und amerikanischer Teams besondere Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Ma zufolge hat sich die Verschärfung des Wettbewerbs zwischen China und den USA im Bereich der Halbleiterindustrie tatsächlich auf die Zusammenarbeit zwischen den wissenschaftlichen Teams beider Länder ausgewirkt, beispielsweise durch den Austausch von Informationen und Proben. Insgesamt sei die Zusammenarbeit zwischen den beiden Teams sehr fruchtbar gewesen. 

Chinesische und amerikanische Forscher entwickeln gemeinsam neuen Halbleiter_China.org.cn

Na, interessant, was bei dem angeblich so heftigen sinomerikanischen Chipskrieg noch so alles möglich ist. Zudem ein sinoamerikanischer gemeinsamer Forschungserfolg bei Halbleitern, der einen disruptiven, revolutionären Durchbruch zu einem neuen Zeitalter einläuten soll- vom Lithiumchips-Zeitalter zum Kohlenstoffchips- Zeitalter. The Age of Aquarius, the Dawn of a New Age und win- win für alle? Was wohl die Taiwanesen und die Europäer angesichts solch angeblicher neuer sinoamerikanische Erfindungen sagen? Und ob das unter Trump dann auch noch so wer, vor allem wenn er auf Oren Cass „conservative economics“ hört und einen „hard break“ mit China herbeiführen wollte. Oer ist das dann mehr Säbelgerassel, um den Preis für einen Trump- Xi- Deal hochzutreiben, wie es die japanische Asashi Shimbum befürchtet, weswegen die Japaner einen Golfspielenden Diplomaten entsenden wollen, der Trump Honig ums Maul schmieren soll und ihn als neuen Tiger Wood gewinnen lässt und ihn von einem Trump-Xi- Deal oder gar Aufgabe Taiwans abbringt .Tja, wird es unter Trump lose-lose oder win- win, wobei Trump ja kritisierte , dass momentan das chinesische win- win nur ein double win für die VR China sei und die USA und der Rest der Welt unter den Demokraten eher die Losser. Und Loser sein will Trump auf keinen Fall, auch wenn er das dann als unintended effect seiner Politik dann doch werden könnte.

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