Nachkriegsdeutschland 70er Jahre: Fassbinder- oder Abba- und RAF-Republik?

Nachkriegsdeutschland 70er Jahre: Fassbinder- oder Abba- und RAF-Republik?

Interessanter Artikel der Jungle World über das Buch eines Briten über Fassbinder, der die Nachkriegs- BRD der 70er Jahre als „Fassbinderrepublik“ beschreibt ,obgleich ich siein meiner Jugend  eher als Abba- und RAF-Republik erlebte. Vielleicht auch eine Frage es Alters, der Wahrnehmung, des Interesses und was dem Autor so alles in Great Britain vor der Punkbewegung, The Who und sonst was abging, obwohl es schon die Beatles und die KInks gab.

22.02.2024

Ian Penman hat mit »Fassbinder – Tausende von Spiegeln« ein persönliches Buch über Rainer Werner Fassbinder geschrieben

In der Fassbundesrepublik

Der britische Kulturjournalist Ian Penman hat ein persönliches Buch über den deutschen Filmemacher Rainer Werner Fassbinder geschrieben. Dieser galt ihm als eine der größten Figuren der Gegenkultur und hat ihn nachhaltig fasziniert und geprägt. Mit allen Filmen Fassbinders zeigt sich Penman jedoch nicht einverstanden.

Von

Tobias Obermeier

Ausschweifend und maßlos. Rainer Werner Fassbinder schaut 1980 während der Dreh­arbeiten durch das Drehbuch von »Berlin ­Alexanderplatz«

Ausschweifend und maßlos. Rainer Werner Fassbinder schaut 1980 während der Dreh­arbeiten durch das Drehbuch von »Berlin ­Alexanderplatz«

BILD: PICTURE ALLIANCE / SAMMLUNG RICHTER |

Als Rainer Werner Fassbinder am 10. Juni 1982 mit nur 37 Jahren tot in seiner Münchner Wohnung aufgefunden wurde, befand er sich gerade in der Postproduktion von »Querelle«, seiner Verfilmung des gleichnamigen Romans von Jean Genet. Zu diesem Zeitpunkt blickte er, das gefeierte »Wunderkind« des Neuen Deutschen Films, auf ein Œuvre zurück, wie es viele Regisseure nicht mal bis ins hohe Lebensalter zustande bringen: 18 Theaterstücke, fünf Hörspiele, drei Kurzfilme, zwei Fernsehserien und ganze 39 Langfilme.

Im Durchschnitt veröffentlichte er alle 100 Tage einen Film. Tagsüber drehte er, abends schrieb er sein nächstes Drehbuch und nachts suchte er Ablenkung in der Münchner Schwulenszene. Sein unbändiger Arbeitseifer war verbunden mit einer hemmungslosen Selbstzerstörung. Bis zu 80 Zigaretten rauchte er am Tag. Dazu kam ein Cocktail aus Koks, Alkohol und Schlaftabletten, der vermutlich auch zu seinem Herzstillstand führte. Nicht zu vergessen seine Vorliebe für große Portionen deftig-bayerischer Küche. Zu seinen Lieblingsgerichten zählten Bratwürste, Krautwickel und Kartoffelsalat. Dazu gab es literweise Bier.

Für den britischen Autor und Musikjournalisten Ian Penman war dieses Leben im Übermaß offenbar Grund genug, um knapp 40 Jahre nach Fassbinders Tod (die englische Originalausgabe erschien bereits 2023) ein Buch über ihn zu schreiben. So heißt es gleich zu Beginn von »Fassbinder – Tausende von Spiegeln«: »Diese Story hat alles! Sex, Drogen, Kunst, Großstadt, Moderne, Kino und Revolution!«

Penman verweigert sich erfreulicherweise einer allzu starken Glorifizierung Fassbinders. Das macht das Buch umso vielschichtiger.

Wer jedoch eine skandalträchtige, gar reißerische Biographie über Fassbinders exzessives Leben erwartet, wird enttäuscht. Penmans knapp 250 Seiten umfassendes Buch ist ein faszinierendes Kaleidoskop präzise formulierter Überlegungen zu Fassbinders Wirken. Es ist eher eine Sammlung umherschweifender fragmentarischer Gedanken als eine kohärent ausgearbeitete Abhandlung. Oder wie Penman sein Vorhaben formuliert: »Ich versuchte zu schreiben, wie Fassbinder selbst gearbeitet hat: sofort anfangen, einfach losmachen.«

Herausgekommen sind insgesamt 450 mäandernde Kurztexte, die nie länger als zwei Seiten sind, manchmal auch nur aus einem Satz bestehen und dabei immer wieder über Fassbinder hinausweisen: »Wir suchen Schutz in Filmen, im Kino. Kinoarchitektur als Topografie des Kalten Krieges: Bunker, Gruft, sicherer Ort.« In Sätzen wie diesen zeigen sich die tieferen Themen des fast schon literarisch anmutenden Buchs. Denn in ihm befragt der Autor auch sein jüngeres Ich über seine Faszination für Fassbinder, von der er an anderer Stelle ganz offen schreibt: »Jetzt muss ich mich fragen, was es wirklich war, das mich so stark in den RWF-Mythos hineingezogen hat. Welche Sehnsucht hat er befriedigt?«

Der 1959 geborene Penman, der in Großbritannien als einer der ersten Kulturjournalisten seine Musikkritiken mit Theoriereferenzen verband und den so einflussreiche Autoren wie Simon Reynolds oder Mark Fisher als maßgeblichen Einfluss nannten, blickt dabei zurück auf sein eigenes Leben mit Anfang 20, als er aus der englischen Provinz frisch nach London gezogen war und in den dortigen Programmkinos die Fassbinder-Welt entdeckte.

»German hätte der Begriff für alles lauten können, was wir im Vereinigten Königreich nicht hatten.« Ian Penman

Für Penman war Westdeutschland in den siebziger Jahren ein Schmelztiegel aus Kunst, Kultur und Politik, ein Hort der Gegenkultur. Es war das Gegenteil seiner Heimat: »German hätte der Begriff für alles lauten können, was wir im Vereinigten Königreich nicht hatten.« In der Musik traten Krautrockbands wie Amon Düül, Can, Kraftwerk oder Faust hervor, die mit ihrer experimentellen Ausrichtung die Musik revolutionierten.

Die Siebziger wurden aber auch geprägt vom Terror der RAF, der im Deutschen Herbst 1977 seinen Höhepunkt fand und auch auf den jungen Penman eine unheimliche Anziehungskraft ausübte. Ein Fahndungsplakat von Ulrike Meinhof fand er »als Teenager überwältigend erotisch«. Doch vor allem war es das deutsche Kino jener Jahre, das ihn völlig vereinnahmte: »Die eigentliche verlockende, überirdische Starpower hatte für mich das Kino. RWF kam mir damals als der größere Rockstar vor, größer als alle echten Rockstars, die noch übrig waren.«

Penman verweigert sich allerdings erfreulicherweise einer allzu starken Glorifizierung Fassbinders. Das macht das Buch umso vielschichtiger. Gleich zu Beginn schreibt er von einem schweren Fehler, der ihm unterlaufen sei: Im ersten Lockdown während der Covid-19-Pandemie, eingeschlossen in seiner Wohnung, wollte er Fassbinders Werk nochmals anschauen. Isoliert und auf sich selbst zurückgeworfen sei es keine gute Idee gewesen, Filme anzusehen, in denen »Menschen in trostlosen Zimmern einander die Herzen aus dem Leib reißen«.

Fassbinders 14teilige Serie »Berlin Alexanderplatz« (1980) hält er nach erneutem Anschauen für kein großes Meisterwerk, sondern für »besonders zäh«. Einige Filme seien mit der Zeit aber auch besser geworden. »Angst essen Seele auf« (1974) bewundert er für die Zärtlichkeit und Menschlichkeit, die der Film dem vehementen Rassismus seiner Zeit entgegenhält. Die Nabokov-Verfilmung »Despair – Eine Reise ins Licht« (1978) aus Fassbinders Spätwerk wiederum hält er für ein »völliges Desaster«. Andere Filme musste er bei der erneuten Sichtung abbrechen. Und dennoch: Fassbinders Filme üben noch immer »eine unwiderstehliche Anziehungskraft« auf ihn aus.

Als Mensch war Fassbinder ebenso schwer zu fassen wie seine Filme. In seiner exzessiven Produktivität steckte etwas Getriebenes, eine »beherrschende Dringlichkeit«, wie Penman schreibt, die nie zur Ruhe kam. Sein ausschweifender und maßloser Lebensstil war so gesehen eine Bedingung für sein Schaffen, »Ungesundheit als höchste Form der Effizienz«. Aufgedunsen, übergewichtig und immer eine Zigarette in der Hand war Fassbinder das Gegenbild zum heutigen und bereits in den Achtzigern vorherrschenden Fitness- und Körperkult. Auch in der damaligen Schwulenszene eckte er an. Als »böser Schwuler« war er alles, »was eine gewisse muskelfixierte, kapitalismusfreundliche Schwulenszene nicht war«.

Fassbinders Filme sind durchzogen von einem grundlegenden Fatalismus, in dem sich keine Vorstellung einer besseren Welt finden lässt.

Fassbinders Filme sind durchzogen von einem grundlegenden Fatalismus, in dem sich keine Vorstellung einer besseren Welt finden lässt. Wie seine BRD-Trilogie – »Die Ehe der Maria Braun« (1978), »Lola« (1981) und »Die Sehnsucht der Veronika Voss« (1982) –, die ein Deutschland zeigt, das zwischen der eigenen Nazi-Vergangenheit und den Hoffnungen auf eine bessere Zukunft feststeckt, zerfressen von Korruption, Heuchelei und Verdrängung. Gleichzeitig strahlen vor allem seine Melodramen (kaum einen Regisseur verehrte Fassbinder mehr als Douglas Sirk) eine ungemeine Sentimentalität aus, eine rührende Schönheit, und schlittern für Penman immer wieder an der »Grenze zur Geschmacklosigkeit« oder am »Rand der Selbstparodie« entlang.

Für seine Erkundungen der »Fassbundesrepublik« findet Penman immer wieder sehr pointierte und geschliffene Worte, wobei es zuweilen schwerfallen kann, ihnen zu folgen, wenn man mit Fassbinders Filmen wenig bis gar nicht vertraut ist. Dabei zeigt er sehr eindrücklich, wie erst der retrospektive Blick offenbart, welchen dauerhaften Einfluss Kunst und Kultur auf die eigene Art zu denken haben können. Denn, so schreibt Penman, Fassbinder war für ihn ein »Post-Punk-Ideal, gleichzeitig hedonistisch und nachdenklich«, dessen Einflüsse »unterschwelliger und zeitverzögerter waren, grundlegender und verheerender«, als er zunächst dachte.

Der US-amerikanische Regisseur John Waters sagte einmal, eine Fassbinder-Retrospektive zu sehen, sei besser als Drogen, Alkohol und Sex zusammen. Passend zum Erscheinen von Ian Penmans »Fassbinder – Tausende von Spiegeln« gibt es nun seit Anfang Februar eine solche auf der Streaming-Plattform Mubi zu sehen. Der treffende Titel: »Liebe, Lust & Anarchie«.

Ian Penman: Fassbinder – Tausende von Spiegeln. Aus dem Englischen von Robin Detje. Suhrkamp, Berlin 2024, 243 Seiten, 20 Euro

jungle.world – In der Fassbundesrepublik

Fassbinder ging an mir eigentlich ziemlich vorbei. Ich habe von ihm eigentlich nur „Angst essen Seele auf“ und „Lola“ gesehen. Die waren ganz gut, aber auch nicht sonderlich spektakulär. Ersterer antirassistisch. Um die Beziehung einer ältlich en deutschen Frau mit einem Ausländer, was für damalige Verhältnisse schon sehr gewagt war, auch nach dem Gastarbeitertürkenstopp 1973 jenseit aller Merkelscher Willkommenskultur oder Bekenntnissen der CDU, dass man doch ein Einwanderungsland ist, wenngleich das damals zwar nicht im völkischen Sinne Hitlers verstanden wurde, sondern eher im Sinne De Gaulles: „Ich habe nichts gegen Ausländer, soweit sie nicht die Mehrheit stellen“. .  Interessant auch wie der britische Kulturkritiker Deutschland in den 70er Jahren sah und sie dann gleich „Fassbinder-Republik „nannte. Interessant auch, dass er das RAF-Fahnungsplakat von Ulrike Meinhof „erotisch“ fand. Ob er Daniela Klette auch noch so erotisch gefunden hätte? Damals gehörten ja sexy Frauen mit Knarren und Kalaschnikow  zum Image der  revolutionären Linken, sei es nu das Photomodell Gundrun Enslin, die linken Zeitschriften von Austs/Broder St- Pauli Nachrichten von der sexuell befreiten Revolutionärinnen mit der Knarre oder eben Brigit Bardon als bewaffnete sexy Revolutionärin in „Ave Maria“ als maschinengewehr- ballernde Sexgöttin in der mexikanischen Revolution oder eben Claudia Cardinale in „Spiel mir das Lied vom Tod“ oder anderen Produktionen. Auch Red- Hanoi- Jane Fonda begann als sey Widerstandskämpferin ihre Karriere in „Barbarella“ samt Lustorgasmusorgel was man damals als sexuell befreiend sah, heute eher als „nicht zeitgemäß“, sexistisch und ein Fal für Me Too. Welcher Harvey Weinstein hatte sie zu solchen Szenen gezwungen= Naja, vielleicht fsnd sie die als sehr revolutionär und sexuell befreiend gegen US-amerikansichen Puritanismus, der in woker Gestalt , des FKK-phobischen Monks nebst der religösen Rechten wieder seine Wiederauferstehung feiert.

Fassbinder war da eben  durch die deutsche Geschichte mitbedingte widersprüchliche und moralische Selbstzerrissenheit, wenngleich er sogenannten bürgerlichen Spießermoralismus wie Nietzsche ablehnte,  aber ohne Optimismus, scheinbar reichten Antidepressiva für ihn und seine Zuschauer nicht , fand er in seiner Arbeitswut und Filmproduktion sein Ventil und ertränkte er alles in Drogen, Tabletten und Alkohol. .Zudem sehr barock. Indirekt erfährt man auch mehr über die Schwulenszene Münchens samt Deutscher Eiche, die „kapitalismusbejahend und körperkultbetont“ gewesen sein soll, wo er als linker Barockvöller -und Schlemmer deftiger bayerischer Küche „aneckte“. Mal die eher bewundernde  Wahrnehmung eines Briten von Deutschland.

Fassbinder ging an mir eigentlich ziemlich vorbei . Daher nochmals in eigener Perspektive: Ich habe von ihm eigentlich nur „Angst essen Seele auf“ und „Lola“ gesehen. Die waren ganz gut, aber auch nicht sonderlich spektakulär. Ersterer antirassistisch. Um die Beziehung einer ältlichen deutschen Frau mit einem Ausländer., was für die damalige Jahre eines noch weitgehend völkisch homogenen Deutschlands samt Gastarbeiterrstopp aus Anatolien unter der SPD für türkische Arbeitskräfte nach dem „Türkenstreik (BILD) gegen Niedrigstlöhne “ bei Ford in Köln in den 70er schon recht mutig war. Gemischtrassige Ehe und so, wo doch gerade die „Amiflittchen“, zumal auch  mit schwarzen GIS einiegrma0en absorbiert schienen im Rahmen der Nichtfraternisierung und deutschen „Fräuleinwunders“ samt Wirtschaftswunder und jetzt mit Türken und „Negern“. Interessant auch wie der britische Kulturkritiker Deutschland in den 70er Jahren sah und sie dann gleich „Fassbinder-Republik“ nannte. Interessant auch, dass er das RAF-Fahndungsplakat von Ulrike Meinhof „erotisch“ fand. Ich kann mich vor allem neben Abba, der Diskussionen auf dem Schulhof erinnern, ob man die Blonde oder Rothaarige lieber als Freundin hätte, wobei die blond-arisch-nordische Variante zumeist befürwortet wurde, vor allem noch an die ganzen RAF- Plakate, Fahndungsaufrufe im Fernsehen, Herolds Operation Wasserschlag, bei der überall 130000 Polizisten bundesweit Straßenkontrollen errichteten mit gezückter Maschinenpistole in die man blickte, Olympiamassaker im Fernsehen erinnern. Abba und RAF. Fassbinder habe ich da nie wahr genommen.Wobei die damalige Republik auch wieder zwischen Geschlechtern und Osz/Westerfshrung unetrschiedlich wahrgenimmen wurdem#n. Meine Schwester kann sich da nur an Abba und Persilblümchen und Pippi Langstrumpf erinnern, ich mich auch an die RAF. Der Grund war sehr einfach: Trotz Alice Schwarzer, Deminismus und linken Revolutionärinnen wr da doch immer noch die klssiche Geschlechterteilung. Die Männer und Jungen interessierten sich für die Politik und redeten darüber wie im Internationalen Frühschoppen ohne Frauen, die Frauen und die Mädchen kümmerten sih um den Haushalt, ihre Pippen oder scho Barbies und reichten den Herrenabenden das Essen mittels jener Häppchenplatten. Die jüngeren Mädchen kannten dann eben nur Abba und wurden aus der Politik herausgehalten. Den Flug mit meinen Eltern ins Tivoliv nach Kopenhagen in Dänemark hat meine Schwester auch anders in Erinnerung wie ich: Als ein arabisch aussehender Fluggast Richtung Cockpit ging, befürchtete ich eine Flugzeugentführung ala Landshut, aber er bog dann in die Flugzeugtoilette. Meine Schwester kam nie auch ansatzweise auf solchen Gednanken und flog da ohne jegliche Flugangst. losgelsöt vor der Erde und beschwerdefrei.

Ein ostdeutscher Namensvetter kannte unter der friedlichen und harmonische DDR- Diktaturkäseglocke keinen Terrorismus oder Ölboykott, da die Sowjetunion immer billig und zuverlässig alles lieferte, obgleich ja Mielkes Stasi und der KGB den PLO- und RAF- Terror in westdeutschen Landen weidlich förderte, obgleich bis heute nicht klar ist, ob Mischa Wolf die RAFler aussteigen lassen wollte, während Mielke sie aufrüsten und nutzen wollte, zwei Linien wie zwischen den liberalen FDP- Innenministern Genscher/Baum/KInkel und Strauß: Mit Terroristen redet man nicht oder eben schon, sei es Baum mit Horst Mahler, verewigt in dien SPIEGEL-Buch, Aber Abba und die RAF waren da so die wichtigsten Elemente dieser Zeit für uns , wenngleich vielleicht bei den Mädchen nur Abba, Pippi Kngstrumpf und Persilblümchen, aber für beide definitiv nicht Fassbinder.

Auch seine durch die deutsche Geschichte mitbedingte  Selbstzerrissenheit ohne Optimismus, scheinbar. waren wir trotz allem sehr lebensfroh , da reichten bei seinen Filmen Antidepressiva nicht , fand er in seiner Arbeitswut und Filmproduktion sein Ventil und ertränkte er alles in Drogen ,Tabletten und Alkohol jenseits des hedonistischen Sex and Drugs and Rock and Rolls. Club 37 statt Club 27, aber für dmalige Verhältnisse unter Filmschaffenden verdammt jung. Zudem sehr barock .Indirekt erfährt man auch mehr über die Schwulenszene Münchens samt Deutscher Eiche, die „kapitalismusbejahend und körperkultbetont“ gewesen sein soll, wo er als linker Barockvöller- und Schlemmer deftiger bayerischer Küche „aneckte“. Mal die eher bewundernde  Wahrnehmung eines Briten von Deutschland als Fassbnder-Republik, die ich als damaliger Jugendlicher eher als Abba- und RAF- Republik erlebte und von Krautrock und Fassbinder erst später gehört habe, als alle deutsche Bezüge im Rahmen der Neuen Deutschen Welle als lange Kontinuität alternativer deutscher Kultur konstruieren wollten-trotz Nena Hagen und Frau Meinke in den Bergen oder Moern Talking und Aphaville- da wurde alles zusammengepanscht- Hauptsache: Deutsch… Zumal auch Amon Düll in der Frühzeitmit seinen psychodelisch- düsteren Dark Angels wieder anders waren ls die dnn in den 90er Jahren populär gewordenen Amon Düll 2 mit ihrem dynamisch- optimisiischen und popigrockigen „One Blue Morning in the summer“. Ja ,scheinbar gab es da verschiedene Republiken. Ich konnte immer  mehr mit Dietl und Rosenmüller anfangen. Gesellschaftskritisch, Schtonk genial,  aber auch eben lustig, nicht zäh erzählt und am Rande der sogenannten gesellschaftskritischen Depression noir. Dorries Dörrie fand ich bis auf “ Männer“ schrecklich. Jetzt hat sie ja noch ihren Schwimmbadfilm gedreht. Sie hat mit ihrem ewigem Beziehungskistenmist die gesellschaftskritische Nachfolger- Pipeline der Münchner Filmakademie wie ein Klorohr verstopft. Diese Zeitgeist-Frau hat Fassbinder wirklich nicht als Nachfolgerin verdient. Vielleicht kommt ja noch Besseres, aber bisher sieht man davon nichts. Der letzte gute deutsche Kinofilm war „Der Hauptmann“, der eine etwas Tarantinosche Variante des Hauptmann von Köpenik noir auf Basis einer wahren Geschichte verfilmte, Die restlichen Filmhochschultalente scheinen nur trendmäßige Klimakatastrophenkannibalenfilme nach Muster World War Zombie als Neosplatter -Sci-Fi zu verdrehen, die da auch mal wegen Splattereffekt ein One- Hit – Wonder sind und der Rest wird nicht bekannt, bringt nur grün-woken Mainstreamstoff für die sich selbst feiernde Bubble- Berlinale, die mehr von ihren Feulletonisten und Kulturkritikern nebst Buffett und Fotoshootng gesehen werden müssen als von der Bevölkerung, zumal die Promishow auf dem roten Teppich imteressanter scheint als irgendwelche Filme oder sie sind in die USA ausgewandert ohne eine großen Erfolg wie einen Emmerich- Blockbusterkitsch wie „Indepenence Day“ zu verdrehen. Zuletzt noch als Lesetip:

WENN HELMUT DIETL DEN G-7-GIPFEL ÜBERLEBT HÄTTE

 17. April 2015  Ralf Ostner

Wenn Helmut Dietl den G-7-Gipfel überlebt hätte – Global Review (global-review.info)

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