Ukrainekrieg: Last Hope- Rüsten, Verhandlungen anbieten und aufs Beste hoffen

Ukrainekrieg: Last Hope- Rüsten, Verhandlungen anbieten und aufs Beste hoffen

Politische Militär- Gesellschaft (PMG)- Thiele meldet sich wieder zu Wort. Reichlich spät, nachdem er wie andere von einer Art von einer Art Endsieg in der Ukraine zuvor faselte. Aber besser später und vielleicht richtig, als nie. Nun nach der offensichtlich gescheiterten Ukraine-Offensive, zieht er die wirklich notwendigen Konsequenz zudem die andere schon früher sahen wie etwa General Vad, obgleich dieser auch in vielen Einschätzungen von schnellem Sieg Rußlands innerhalb von 2-3 Wochen faselte, wobei er da nicht allein stand  bis zur atomaren Eskalation falsch lag. Asche über die Häupter und nach vorne blicken. Es bleibt wohl nicht mehr, als Rüsten und zu verhandeln zu versuchen. Putin wartet vielleicht aber erst mal Trump ab, will wahrscheinlich noch weiter vordringen, von daher ist die Verhandlungsoption eher Wunschgedanke des Vaters der Defensive. Aber es bleibt da eben nichts anderes als die Flucht nach vorn., auch um zu zeigen gegenüber auch dem bisher ignorierten Global South, dass man verhandlungsbereit ist , wenngleich der auch nicht die homogene Einheit ist und da aus die anderen  dies momentan ehér an der Position zum Hamas-Krieg  im Gaza bemisst als in der Ukraine erwartet, wenngleich dieser Krieg doch zuvor angeblich noch der Kampf um den Hungertod und Kornkammer für den ganzen Global South gewesen sein soll. Oder hofft „man“ ,dass Rußland siegt und dann alles besser wird, wenn die NATO und der Westen besiegt ist? . Interessant, das der slowakische Ministerpräsident sich jetzt mit Lawrow treffen will. Hätte man eher von Orban erwartet .Ob der den Eisbrecher spielen und nicht mehr auf das Schweizer Friedenstreffen der Ukrainer oder Erdogan warten will? Wobei ja Melnyk überraschenderweise meinte, er hätte nichts gegen ein Treffen von Scholz und Putin. Vielleicht kann man aber froh sein, dass es überhaupt und allein noch zum Rüsten kommt. Abers o letzteres dann auch überhaupt durchsetzbar ist, auch unter eventuelle schwarz- grün mit Hofreither- Merz samt Aufrüstungs-Programm mit Rückführung der Klimawende, Steuersenkungen für „Reiche“ und Unternehmen  und Sozialkürzungen und heftiger Kritik, dass die Grünen ja Anti- Kelly seien,, unter der SPD wahrscheinlich ohne Pistorius  ohnehin nicht, vielleicht noch mit Verweis auf Sozialkürzungen. Wenn vielleicht nicht einmal Taurus geht, ist die Frage, ob unter AFD- und Wagenknecht-Bedingungen samt  neuer eurasischer Ostpolitik dann auch ein neuer NATO- Doppelbeschluß mit neuen US-Atomwaffen in Deutschland ginge. Wahrscheinlich deswegen überlegen die USA diese eher in Great Britain aufzustellen., da man sie nicht an der osteuropäische Frontaufstellen will.

Aber hier erst mal PMG- Thieles Beitrag und die Grundtendenz: Rüsten und verhandeln zu versuchen, wobei die Frage ist, welche Rolle Deutschland da spielen kann, die er unbeantwortet läßt oder werden das die USA und Rußland das unter sich eben ausmachen. Biden oder Trump und Putin? Was soll Scholz oder ein Merz- Hofreither noch in der Gleichung, wenn nicht noch ein bißchen mehr Organisation deutscher Rüstung und eventuelle Waffenlieferungen zum Halten immer weiterer bedrohter ukrainischer  Stellungen oder aber im letzterem Fall das einfache Durchsetzen einer Nachrüstung? Jedenfalls ist richtig, das man kein Ostpolitik 2.0 Reset machen kann , neuen Dialog Entspannung, sondern her eine „konfrontative Sicherheit vor Ru9´0lnd“ ,wenngleich es dies noch konkret und klar durchzudeklinieren gilt, vor alllem auch  nach einer möglichen Wiederwahl von Trump auf die Putin ja so hofft. Jedenfalls wird gar nicht mehr von Israel-/Korea- / Deutschlandlösung oder Post- War- Order gesprochen.

Gastbeitrag

Im Kampf mit Putin rächt sich jetzt der entscheidende Fehler des Westens

Gestern, 03.03.2024 | 19:40

Die Debatten um Marschflugkörper und Bodentruppen zeigen; Der Westen hat keine kongruente Strategie im Kampf mit Putin Das rächt sich jetzt.

Wer die Entwicklungen auf dem ukrainischen Schlachtfeld und im politischen Kiew verfolgt, muss die enormen Probleme der Ukraine zur Kenntnis nehmen. Es läuft nicht gut. An verschiedenen Frontabschnitten agieren die russischen Streitkräfte in der Ukraine zunehmend erfolgreich.

Nach langer Stagnation machen sie kleine, aber schnelle Fortschritte. Die ukrainischen Verteidigungslinien sind darauf nicht gut vorbereitet. Irreführende Debatten über einen vollständigen Sieg haben sowohl die Ukraine als auch ihre westlichen Verbündeten von dem abgelenkt, was eigentlich oberste Priorität haben sollte: die konsequente Stärkung der Verteidigung und die langfristige Vorbereitung erfolgreicher Offensivoperationen. Stattdessen verstärken kaum ausgebaute Schützengräben, schwindende Munitionsbestände und abnehmende westliche Hilfe den Eindruck, dass der tapfere Widerstand der Ukraine zusammenbrechen könnte.

Streit auf offener Bühne

Kommt im Westen Panik auf? Die Bemerkungen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zu einem potenziellen Einsatz von Nato-Bodentruppen in der Ukraine waren das erste große Warnzeichen. Inzwischen gibt es zwischen Deutschland, Frankreich und England im Kontext der Taurus-Debatte Streit auf offener Bühne.

Deutsche politische und mediale Akteure nutzen die Auseinandersetzung zu ihren individuellen beziehungswiese parteilichen Zwecken. Die Abhöraffäre der Luftwaffenführung gießt weiteres Öl ins Feuer. Putin darf sich freuen. So funktioniert hybrider Krieg.

Entscheidender Fehler: Keine Strategie

Der Westen unterstützt die Ukraine bislang mit großen Worten und kleinen Taten. Jetzt braucht er einen Plan B für den Fall, dass die Ukraine der unablässigen russischen Angriffswucht nicht mehr standhalten kann. Doch der Westen hat keinen Plan B. Er hatte ja noch nicht einmal einen soliden Plan A.

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Jetzt rächt sich der Mangel an Strategie und Kongruenz der Ziele der unterschiedlichen Parteien an der Seite der Ukraine. Die USA, die Briten und einige andere wollen Russland schwächen. Große Teile der EU wollen die Verteidigung der Ukraine stärken – manche davon sehr energisch, andere eher zögerlich. Die USA und Deutschland wollen einen direkten, großen Konflikt mit Russland vermeiden. Andere Staaten schließen inzwischen selbst eine Truppenentsendung in die Ukraine nicht mehr aus.

Das Ergebnis ist ein Hand-in-den-Mund-Vorgehen. Der Westen trifft seine Entscheidungen zur Unterstützung der Ukraine nicht entlang einer großen, durchdachten Linie, sondern immer wieder neu von Tag für Tag. Das hat dazu geführt, dass die Ukraine jetzt mit zu wenig Munition, einem fragmentierten Mix an Waffensystemen und ohne eine leistungsfähige Kriegswirtschaft kämpft. Der Westen hat bislang nur geringfügig an der erhöhten Leistungsfähigkeit seiner rüstungsindustriellen Basis gearbeitet. Hat man damit implizit eine strategische Entscheidung getroffen?  Ist nicht mehr drin zur Unterstützung der Ukraine? Und wie steht es mit der eigenen Verteidigungsfähigkeit?

Verteidigung  am unteren Limit

Während wir in den letzten Wochen von einer gestiegenen Wahrscheinlichkeit eines russischen Angriffs auf Nato-Gebiet hören, müssen sich die Europäer darauf einrichten, Westeuropa zur Not auch ohne große US-amerikanische Unterstützung zu verteidigen. Aber auch darauf sind wir nicht vorbereitet. Nicht nur der Zustand der Bundeswehr ist beklagenswert. Die Munitionslager sind leer. Die Truppe ist auf eine kleine Berufsarmee ohne Fähigkeit zu einem signifikanten Aufwuchs durch Reservisten geschrumpft und steht damit in guter Gesellschaft mit den Briten. Die haben den kleinsten Truppenumfang seit 1714.

Bauliche Voraussetzungen für eine grenznahe Verteidigung existieren nicht. Bürokratische Hürden und rechtliche Auflagen aus besseren Zeiten schränken Handlungsoptionen für einen zügigen Aufwuchs signifikant ein. Industriell wurden die Produktionskapazitäten in der europäischen Rüstungsindustrie auf Einzelfertigung heruntergefahren. Ersatzteillager sind weder in den Streitkräften noch in der Industrie prall gefüllt. Inzwischen sind auch die Versorgungsketten gefährdet. 

Mit Blick auf hohe Lagerkosten werden in der westlichen Welt umfangreiche Baugruppen und Bauteile von Rüstungsgütern aus asiatischer Herstellung in-time bezogen. Der drohende Konflikt der USA mit China um Taiwan kann hier zu einschneidenden Unterbrechungen der Versorgungsketten führen, mit dramatischer Auswirkung auf die Produktion neuer Waffensysteme und Munition.

„All in“ bedeutet eine Entscheidung für Krieg mit Russland

Zugleich häufen sich die Rufe nach einem „All in“ seitens des Westens. „All in“ heißt nicht nur mehr Druck auf die russischen Linien in der Ukraine. „All in“ heißt auch, dass sich der Krieg nach Westeuropa ausweiten kann.  „All in“ heißt gegebenenfalls Leid, Verwundung und Tod für die eigenen Soldatinnen und Soldaten, bedeutet Zerstörung, Leid und Tod für die Menschen in der Heimat. Aber Krieg ist kein Computerspiel. Es gibt keine Reset-Taste. Sind erst einmal Nato-Truppen in der Ukraine, gibt es kaum noch einen Weg zurück. Wie soll dies ein deutscher Bundeskanzler verantworten?

Rüsten und verhandeln

Das Gebot der Stunde heißt deshalb: Rüsten und verhandeln. Eine übergreifende Strategie sollte jetzt zu schnellen Verbesserungen der Verteidigungsfähigkeit der Ukraine aber auch der Mitgliedsstaaten von Nato und EU führen und für den schlimmsten Fall einer Niederlage der Ukraine, aber auch für einen etwaigen Rückzug der USA gerüstet zu sein. In der Europäischen Union muss man sich diesbezüglich eine entschiedene deutsch-französische Führung wünschen, gefolgt von einem entschlossenen Vorangehen.

Mit Blick auf Augenmaß und Verantwortung sollte endlich auch das diplomatische Portfolio für eine Konfliktbeendigung deutlich energischer als bisher genutzt werden. Empörung allein wird den Konflikt nicht beenden. Verhandlungen müssen vielmehr zu einer zweiten Säule einer zielführenden Strategie werden. Die derzeitig mangelhafte Bereitschaft auch des Westens zu Dialog, Zusammenarbeit und Entspannung ist absolut kontraproduktiv. Sie trägt maßgeblich zur Eskalation des Krieges bei.

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Über unseren Gastautor

Oberst a.D. Ralph D. Thiele ist Vorsitzender der Politisch-Militärischen Gesellschaft e.V., Präsident von EuroDefense (Deutschland) e.V. und CEO von StratByrd Consulting. In seiner militärischen Laufbahn war er in bedeutenden nationalen und internationalen, sicherheits- und militärpolitischen, planerischen und akademischen Verwendungen eingesetzt, darunter im Planungsstab des Verteidigungsministers, im Private Office des NATO-Oberbefehlshabers, als Chef des Stabes am NATO Defense College, als Kommandeur des Zentrums für Transformation und als Direktor Lehre an der Führungsakademie der Bundeswehr.

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