Neuer NATO- Stützpunkt in Albanien: Kosovokrieg und der Balkan in der Sicht Bidens, Trumps und der Revanchisten in China und Rußland

Neuer NATO- Stützpunkt in Albanien: Kosovokrieg und der Balkan in der Sicht Bidens, Trumps und der Revanchisten in China und Rußland

Zur neuen NATO-Mitgliedschaft im Norden von Schweden und Finnland jetzt ein NATO-Luftwaffenstützpunkt und wahrscheinlich eine Marinebasis in Albanien. Reicht Camp Bondsteele im Kosovo nicht mehr? Erstaunlich, dass Albanien selbst keine Kampfflugzeuge hat, sondern lte Sowjetmaschinen und chinesisches Antiquar da vor sich hinrostet, aber vielleicht einer NATO- Auffrischung entgegenhofft. Früher hatte Hodscha auf Anraten Zhou Enlais und der VBA das Land massenhaft mit einem Netz von Betonbunkern für asymmetrischen Guerillakrieg überzogen. Ob man die auch wieder nutzen wird gegen etwaige russische Landoffensive, die doch weniger wahrscheinlich anmuten oder sie nicht doch lieber als Touristenattraktion mit der einen und anderen Bunkerfeier für dekadente westdeutsche Techno- Partyabiturienten und Strandbar belässt? Und warum vereinigt man nicht Kosovo und Albanien   in eine gemeinsame schlagkräftige Einheit, wie dies vielleicht noch ein Brzezinski mit seiner Sicht der Welt als geopolitische Lego-Bausteine, die man nur unter US- Gusto zusammenschmieden und erweitern und gruppieren müsse, auch als G2 zwischen China und den USA oder OSZEA und TESS? Ja, warum sollte das dann beim Großmacht- Chessboard bei kleiner Staaten nicht möglich sein. Zumindestens ist es dazu noch nicht gekommen und unter Trump und Make America Great Again vielleicht dann auch anders wieder als bei den kritisierten Globalisten wie Brzezinski, acuh wenn bei letzetrem libeal- demokratische Werte auch schon völlig egal waren und man im gesamten Chessboard nichts von Demokratie, Menschenrechten oder Liberalismus liest. Halt sogenannte Macht- und Realpolitik oder wes er ,Kissinger und die Globalisten dafür hielten und nun eben dadurch Trump und China hochbrachten – nicht wegen irgendwelcher Menschenrechtsrhetorik. Aber zurück zu Balkan dem neuen NATO- Stützpunkt in Albanien und eben Camp Bondsteele im Kosovo:

„ Zur Abwehr gegen Russland: Nato eröffnet alten Sowjet-Luftwaffenstützpunkt in Albanien

Stand:08.03.2024, 15:35 Uhr

Von: Christoph Gschoßmann

Warum Russland für die Nato-Staaten in der Ostsee weiterhin gefährlich ist

Die Nato rüstet sich für einen zukünftigen Konflikt mit Russland. In Albanien wurde ein alter Sowjet-Luftwaffenstützpunkt neu eröffnet.

Kuçova – Russland stellt für viele osteuropäische Länder eine Bedrohung dar. In der Ukraine tobt weiterhin der Angriffskrieg Moskaus. Auch in der Republik Moldau gibt es abtrünnige Regionen, die sich ein Eingreifen der Kreml-Truppen wünschen. Wie weit dringt Russland vor, und wie schützt sich die Nato? Kürzlich trat Schweden dem Bündnis bei, weil auch im hohen Norden die Bedrohung immer realer scheint. Rumänien sicherte die Grenze mit Bunkern ab.

„Nato baut Luftverteidigung in Osteuropa aus: Russland hat „neoimperialistische Ambitionen“

Die Nato denkt zumindest schon jetzt an die Luftverteidigung. In der Stadt Kuçova in Albanien wurde ein Luftwaffenstützpunkt aus der Sowjetzeit wieder aufgebaut und wiedereröffnet – allerdings jetzt, um Nato-Flugzeuge zu bedienen. Grund soll ebenjene Bedrohung Russlands sein.

„Dies ist eine Basis, die ein weiteres Element der Sicherheit für unsere Westbalkanregion hinzufügen wird, von der wir alle wissen, dass sie durch die Bedrohung und die neoimperialistischen Ambitionen der Russischen Föderation gefährdet ist“, wird der albanische Premierminister Edi Rama zitiert. Dies äußerte er während der Einweihung des Luftwaffenstützpunkts am Montag, den 4. März 2024.

Kuçova hieß früher Stalinstadt – Luftwaffenstützpunkt wurde modernisiert

Die Einweihung beweise, dass das westliche Militärbündnis „in dieser wichtigen Region stark engagiert ist“, sagte Nato-Vertreter Juan Pablo Sánchez de Lara während der Zeremonie in Kuçova. Die Bedeutung des Stützpunktes gehe dabei „über die Grenzen Albaniens hinaus“, fügte der Militär hinzu.

Kuçova war bis zum Zusammenbruch des Kommunismus nach dem sowjetischen Diktator Josef Stalin benannt und hieß Stalinstadt. Der Fliegerhorst war jahrelang Heimat dutzender sowjetischer und chinesischer Militärflugzeuge, die nach dem Ende des Kommunismus auf offenem Gelände jahrelang vor sich hin rosteten. Seit Anfang 2022 – kurz vor der russischen Invasion in der Ukraine – wurde es mithilfe von Nato-Geldern zu einem modernen Stützpunkt umgebaut.

50 Millionen Euro von der Nato

Für die Modernisierung dieses Stützpunkts hat die Nato etwa 50 Millionen Euro investiert. Weitere fünf Millionen Euro kamen vom albanischen Staat. Allerdings hat Albaniens Luftwaffe derzeit keine Kampfjets, sondern nur Hubschrauber und Drohnen, darunter seit Dezember 2022 auch türkische Bayraktar-Drohnen vom Typ TB2. Diese Art von Drohnen werden von der Ukraine gegen Russland eingesetzt und tragen leichte, lasergesteuerte Bomben.

Albanien ist seit 2009 Mitglied des westlichen Militärbündnisses. Der Stützpunkt in Kuçova gilt als weiteres Symbol für die Zuwendung des Balkanlandes zum Westen. Er soll als „taktischer Luftwaffenstützpunkt der Nato“ dienen. Albanien verhandelt zudem mit der Nato über den Bau eines Marinestützpunkts in Porto-Romano an der Adriaküste. Ungarn warnte zuletzt indes vor einem „Weltkrieg“ mit Russland(cgsc mit afp und dpa)

Zur Abwehr gegen Russland: Nato eröffnet alten Sowjet-Luftwaffenstützpunkt in Albanien (merkur.de)

Erste versuchte Erklärungen.

Chinaexperte Professor Van Ess meinte:

„Wahrscheinlich ist die Nähe zum Meer interessant, auch wenn es um Flugzeuge geht. Und Serbien, bei dem man sich nicht so ganz sicher ist, wo es steht, ist deutlich weiter weg.“

Ex- NATO- General Domroese blieb etwas unbestimmter, zumal es ja inzwischen auch noch andere Stützpunkte in Europa gebe und geschaffen worden sind:

„Eigentlich gibt’s in jedem NATO LAND diese Stützpunkte. In Rumänien war einer der Ersten, damals.
Ist Teil der US-Strategie, viele Plätze nutzen zu können…da sind sie den Chinesen weit überlegen.“

Was noch nicht näher erklärt, was die konkreten Zwecke dieser Stützpunkte sind.

Camp Bondsteele im Kosovo wird ziemlich aus den Medien gehalten.

Jedenfalls kein NATO-Stützpunkt, sondern eben ein  US-Stützpunkt und wohl auch der Grund, warum Vuvic sich keine Invasion traut, sondern bisher nur rumzündelt mit seinen von einem befreundeten Oligarchen unterhaltene Miliz und grüne Männchen .Trumps Hauptinteresse an Kosova und, Albanien war jedoch, dass das muslimische Staaten sind .Kosovo hat dann auch auf US-Druck (vielleicht hat er mit dem Abzug von Camp Bondsteele).als erstes europäisches muslimisches Land Israel diplomatisch anerkannt im Rahmen der Abraham Accords und Israel den Kosovo, den ja viele Staaten immer noch nicht anerkannt haben. Aber die Kosovaren und Albaner verstehen sich selbst mehr als säkulare und nicht als muslimische Staaten und sind da auch nicht so glücklich in den Nahostkonflikt reingezogen zu werden, wie sich auch die meisten Kurden von PKK, YPG, PUK und KDP, Talibani oder Barzani nicht so sehr als Muslime verstehen und auch nicht gemacht werden wollen, wenngleich die religion- based diplomacy der US- Evangelikalen  und religiösen Rechten, die einen wichtigen Teil von Trumps Stammwählerschaft ausmachen, diese in die Richtung bewegen wollen, wenngleich Trump Religion ziemlich egal zu sein scheint .Dennoch unterscheidet sich Trumps und Bidens Balkan- und auch Russland samt Chinapolitik. Aus russischer und chineischer Sicht ist der Kosovo eintraumatisches Erlebnis, der Burch des Völkerrechts, den sie nun auch selbst begehen wollen, zudem auch China durch die damalige Bombadierung der chiensichen Votschaft in Belgard dies nie vergessen hat. Während westliche NATO- Epigonen meinten, das sei Kleinkram, wurde dies seitens Russland und Chinas als Paradigmenwechsel und Trauma und Demütigung empfunden, Das Jelzin und damals Jinag Zemin das so hilflos hinnehmen mussten, brachte eben in der jüngeren Generation eben den Rache- und Revanche Gedanke erst recht hoch. Putin und Xi sind Ausdruck dessen. Xi erlebte als Jugendlicher den Kosovokrieg und die Bombadierung der chinesischen Botschaft, wobei sich die USA d nicht entschuldigten sondern Gerhard Schröder dies machen ließen. Hu Xijin ,der ultranationalistishe Chefredakteur der Global Ties, war ursrünglich ein Unterstützer der chinesichen Demorkatiebewegung, bis diese blutig niedergeschossen wurde und angesichts des Zerfalls der Sowjetunion, des Chaos des Untergangs des Sowjetkommunismus, dem Kosovokrieg, befürchtete er ähnliches für China und wurde vom prowestlichen Demokraten zum Utranationalisten, der inzwischen  auch in der Global Times abgesetzt wurde, zwar noch seine Kolumne Hus Voice unter Xis Letter veröffentlichen darf und Good7Bad Cop speilen darf wie Karaganow oder Medwedew bei Putin. Ich hatte auch beim Goethe- Institut immer wieder junge Chinesen in den 2000ern, die sich tierisch über 9 11 freuten, Osama Bin Laden wie auch Che Guevara gut fanden, da dies eben mal Revanche für die Bombadierung der chinesischen Botschaft in Belgrad im Rahmen des Jugoslawien und Kosovokriegs war. Als ich den ehemaligen Pentagon-Mitarbeiter Thomas Barnett mal darauf ansprach, dass der Kosovo- oder eben Irakkrieg 2003 bei nichtwestlichen Völkern eine Revanchegärung aufbringen würde, meinte er, man sollen doch das Geschwätz jugendlicher Heißsporne nicht ernst nehmen. Nur sitzen diese damals mittelalterlichen und auch jugendlichen Heißsporne heute in China und Rußland in höchsten Ämtern und Würden und wollen die Schwäche und Demütigung unter Jiang und Jelzin, die das hilflos hinnahmen nun offensiv rächen und sich nichts mehr gefallen lassen, sondern die Demütigung des Kosovokrieges wie die damalige Taiwankrise Ende der 90er nicht nochmal so eintreten lassen. Vielleicht auch dadurch, dass man eben selbst Krieg führt .Und nichts ist vergessen. Dafür spricht schon, das die KP China und VBA seitdem jedes Jahr eine Gedenken- und Märtyrerdelegation nach Belgrad schickt, um der chinesischen Toten durch die NATO- Bombadierung der chinesischen Botschaft zu gedenken nebst breitem Bericht darüber in der Global Times.

China urges NATO to reflect on crimes on 24th anniversary of killing Chinese journalists in Belgrade

By Global TimesPublished: May 08, 2023 11:44 PMRepresentatives from Chinese enterprises mourn in front of the memorial monument at the site of the bombed former Chinese Embassy in the Federal Republic of Yugoslavia in Belgrade, Serbia, May 7, 2023. Photo: Xinhua

Representatives from Chinese enterprises mourn in front of the memorial monument at the site of the bombed former Chinese Embassy in the Federal Republic of Yugoslavia in Belgrade, Serbia, May 7, 2023. Photo: Xinhua
The Chinese people will never forget the blood and lives paid to defend truth, fairness and justice, and NATO’s barbaric crime of bombing the Chinese Embassy in Yugoslavia, said the Chinese Foreign Ministry when asked to comment on the 24th anniversary of the killing of three Chinese journalists during NATO’s aggression in Yugoslavia.

The US-led NATO should seriously reflect on its crimes and abandon its out-of-date Cold War mentality to stop stirring up conflicts, splits and chaos, the ministry’s spokesperson Wang Wenbin emphasized at Monday’s press conference. 

On May 7, 1999, NATO carried out a brutal missile attack on the Chinese Embassy in Belgrade, killing three Chinese journalists and injuring more than 20 Chinese diplomats.

On Sunday, the Chinese Embassy in Serbia held a commemoration at the site of the bombed former Chinese Embassy in Yugoslavia in Belgrade to honor the three martyrs – Shao Yunhuan of the Xinhua News Agency, and Xu Xinghu and his wife Zhu Ying of the Guangming Daily newspaper.

„24 years have passed, but every scene in that grievous night will be remembered!“ said China’s Ambassador to Serbia Chen Bo. Serbian Minister of Sport Zoran Gajic and dozens of officials and civilians laid wreaths and flowers at the memorial monument.

While claiming itself as a regional and defensive organization, NATO has kept exaggerating regional tensions and making bloc confrontations, said Wang, listing victims including Bosnia and Herzegovina, Kosovo, Iraq, Afghanistan, Libya and Syria.

„The wars NATO launched and participated in after 2001 alone have led to the deaths of hundreds of thousands of people and the displacement of tens of millions of people. Recently, NATO’s continued eastward movement into the Asia-Pacific region to provoke bloc confrontation has aroused high alert among regional countries,“ said Wang.

In place of the ruined embassy building, a memorial monument now stands, carved with the Chinese characters „Remember the martyrs, cherish the peace.“ Wang said NATO should seriously reflect on its crimes, stop provoking antagonism and turmoil, and do things beneficial to long-lasting peace and stability for Europe and the world.

Global Times

China urges NATO to reflect on crimes on 24th anniversary of killing Chinese journalists in Belgrade – Global Times4

China, Serbia mark anniversary of NATO bombing of Chinese Embassy in 1999

By Global TimesPublished: May 07, 2022 10:06 PM Updated: May 08, 2022 09:16 AMSerbian Interior Minister Aleksandar Vulin (center) and Minister of Labor, Employment, Veteran and Social Affairs Darija Kisic Tepavcevic (right) on May 7, 2022 lay wreaths to commemorate the three Chinese journalists killed during the NATO bombing of the Chinese Embassy in the former Yugoslavia in 1999. Photo: Courtesy of the Chinese Embassy in Serbia

Serbian Interior Minister Aleksandar Vulin (center) and Minister of Labor, Employment, Veteran and Social Affairs Darija Kisic Tepavcevic (right) on May 7, 2022 lay wreaths to commemorate the three Chinese journalists killed during the NATO bombing of the Chinese Embassy in the former Yugoslavia in 1999. Photo: Courtesy of the Chinese Embassy in Serbia
Diplomats from the Chinese Embassy in Serbia and Serbian government officials held a commemorative event in Belgrade, the capital of Serbia, on Saturday tomark the 23rd anniversary of the NATO bombing of the Chinese Embassy in the former Yugoslavia in 1999.

Wreaths were laid by Tian Yishu, charge d’affaires at the Chinese Embassy in Serbia and other Chinese diplomats, the Serbian Interior Minister Aleksandar Vulin, the Minister of Labor, Employment, Veteran and Social Affairs Darija Kisic Tepavcevic, and other citizens and officials from both sides were present to commemorate the deaths of three Chinese journalists killed during the bombing.Picture shows wreaths laid on May 7, 2022, by officials and citizens from China and Serbia to commemorate the three Chinese journalists killed during the NATO bombing of the Chinese Embassy in the former Yugoslavia in 1999. Photo: Courtesy of the Chinese Embassy in Serbia

Picture shows wreaths laid on May 7, 2022, by officials and citizens from China and Serbia to commemorate the three Chinese journalists killed during the NATO bombing of the Chinese Embassy in the former Yugoslavia in 1999. Photo: Courtesy of the Chinese Embassy in Serbia
On March 24, 1999, NATO started a 78-day bombing campaign against Yugoslavia, claiming thousands of lives including those of three Chinese citizens ̶ Shao Yunhuan, Xu Xinghu and Zhu Ying. 

Tian said that Chinese people will never forget the barbaric atrocity NATO committed. Neither will they forget that NATO bombarded the country for 78 consecutive days under the guise of „safeguarding human rights.“

Vulin said that the NATO invasion in 1999 was a crime against a sovereign nation and its people, and seriously violated international law. 

Serbia will never stop asking NATO to take responsibility for its crimes and Serbia will always be a reliable friend to China, Vulin noted.  Serbian people attend an event on May 7, 2022, to commemorate the three Chinese journalists killed during the NATO bombing of the Chinese Embassy in the former Yugoslavia in 1999. Photo: Courtesy of the Chinese Embassy in Serbia

Serbian people attend an event on May 7, 2022, to commemorate the three Chinese journalists killed during the NATO bombing of the Chinese Embassy in the former Yugoslavia in 1999. Photo: Courtesy of the Chinese Embassy in Serbia
NATO still owes the Chinese people a debt of blood, the spokesperson of Chinese Foreign Ministry Hua Chunying said at a press conference on February 24.

Ironically, while people in China and Serbia are commemorating the deaths of victims of US-driven NATO’s barbaric atrocities 23 years ago, NATO has not abetted in its expansionist agenda nor tempered down its aggression, fanning the flames on the Ukraine crisis and defaming China with slanderous accusations. 

Chinese analysts warn countries, especially those in Asia, to keep on high alert when it comes to NATO’s expansionism and confrontational agenda.

Global Times

China, Serbia mark anniversary of NATO bombing of Chinese Embassy in 1999 – Global Times

Zuletzt noch ein älterer GR-Artikel als Leseempfehlung, der die Motive des Kosovokriegs, wie auch die unterschiedliche Bedeutung es Balkans für Biden- NATO-Globalisten und MAGA- Trump näher anaylsiert:

DER KOSOVOKRIEG UND TRUMPS BALKANDEAL

  Ralf Ostner

Bei der damaligen Gründung von Kosovoalbanien ist  die Motivlage der USA nicht ganz klar. War ein Zusammenleben von Serben und Kosovaren unmöglich geworden und wollte man nicht ein weiteres dysfunktionales Konföderationsgebilde wie Bosnien-Herzegowina, das ja eher eine Mischung zwischen failing und failed state darstellt? Wollte man mit dem Kosovo einen geopolitischen Brückenkopf im Balkan mit der US-Militärbasis Camp Bondsteele als Rückgrat des Ganzen? Wollte man einem albanischen Nationalismus zuvorkommen, der mit Grossalbanienforderungen den ganzen Balkan destabilisiert hätte? Oder alles zusammen? Jedenfalls scheinen die USA da unter der Berufung auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker die völkerrechtlichen Gegenstände territoriale Integrität und Souveränität hintenangestellt zu haben, zumal Jugoslawien in Auflösung begriffen war und diese ja fragwürdig wurden in ihrer realen Substanz .

Jedenfalls hat Russland wie China und etliche andere Staaten den Kosovo noch nicht als Staat anerkannt, während die meisten westlichen Regierungen doch. In Russland wird der Kosovo als Präzedenzfall für den Bruch des Völkerrechts seitens der USA und des Westens gesehen, welchen es auch als Legitimation nimmt, selbst Völkerrecht zu brechen. Zumindestens sollte man nicht vergessen, dass Russland selbst schon unter Jelzin Truppen in den Kosovo entsandte und es fast zu einer Konfrontation mit der NATO gekommen wäre, da der US-Kommandant Wesley Clark NATO-Truppen gegen russische Truppen einsetzen wollte und es möglicherweise zu einem Showdown gekommen wäre, hätte ein britischer 3-Sternegeneral nicht deeskalierend gewirkt mit den Worten „Ich will keinen 3. Weltrkieg!“..

Ein deutscher Diplomat, der lange bei der NATO, in Moskau und auf dem Balkan gedient hatte, kommentierte die Motivlage derfolgt:

„Der Kosovo-Krieg der NATO 1999 war ein Einschnitt. Bis heute bin ich mir – wie Sie – über die Motivlage der USA nicht im Klaren, obwohl ich mich damals intensiv mit dem Balkan befassen musste.

Heute glaube ich, dass die Entscheidung maßgeblich von Holbrook und Wes Clark beeinflusst wurde. Beide hatten Milosevic in Dayton erlebt und trauten ihm und seiner Entourage nicht über den Weg, wie ich meine: zu Recht! Milosevic war meiner Einschätzung nach wohl ein Psychopath. 

Entscheidend aber dürfte die US-amerikanische und britische Absicht gewesen sein, die NATO von einem Defensiv- zu einem Interventionsbündnis weiterzuentwickeln. Die damalige Losung im NATO-Hauptquartier lautete „Out of area or out of business“ bzw. „Out of treaty or out of business“. 

Mit der Sicherheitsratsresolution 1244 wurde der internationale Disput mit einem Formelkompromiss beigelegt, der deklaratorisch die territoriale Integrität Rest-Jugoslawiens bestätigte.

Mit der Unabhängigkeitserklärung des kosovarischen Parlaments und der Anerkennung des Kosovos durch die USA und 2/3 der Staatengemeinschaft wurde dieser Kompromiss aufgekündigt.

Die russische Haltung in der Süd-Ossetienfrage wurde hiervon maßgeblich bestimmt.

Das Thema verdient vertiefte Betrachtung.“

Putin- und Gazpromberater Prof. Alexander Rahr sieht die Motive derfolgt:

„- US wollten serbisches Grossreich, das dazu noch kommunistisch und nationalistisch wäre, verhindern
– US wollten einen Brückenkopf in die islamische Welt
– man wollte Selbstbestimmungsrecht, dass schon bei der Auflösung der SU zur Anwendung kam, zum Oberprinzip des Völkerrechts etablieren. (RU sagte dafür Danke und nahm sich Abchasien, Südossetien, Krim nach diesem Prinzip)
– US wollten NATO im Ernstfall mit Verbündeten testen“

Das Motiv der Existenzlegitimation deckt sich mit dem, was der enttarnte Stasi-Spion Rainer Rupp alias Topas behauptete, der ja damals in der NATO-Zentrale sass: Die NATO habe, um noch eine Existenzberechtigung zu haben, diesen Krieg als Vorwand genommen. Also:  Out of Area oder Out of Business.

Stimmt das so?

Zum einen erweiterte sich die NATO ja vorerst auch  ohne weitere Auslandseinsätze weiter nach Osten, war also bei weitem nicht out of business und während noch Teltschik als damaliger Chef der Münchner Sicherheitskonferenz sogar darüber fabulierte, dass man Russland als NATO-Mitglied gewinnen solle, sahen dies wohl die USA wie auch die Osteuropäer anders. Ich glaube, es gab damals auch schon zu Jelzins Zeiten einen unausgesprochenen Konsens mindestens seitens letzterer Kräfte, die Einflusssphären Russlands zurückzudrängen, also auch Serbien und schon allemal ein Großreich Serbien, das ein russischer Vorpfosten in Europa gewesen wäre.

Die einzigen NATOeinsätze, die nach dem Kosovokrieg noch kamen waren Afghanistan und Libyen, aber ersteres nach 9-11 und erst recht spät nach dem eigentlichen US-Krieg zum Sturz der Taliban, zweiteres auch mehr als punktueller Einsatz, aus dem man sich dann schnell wieder zuückzog. Zudem auch die NATO nicht im Irak oder andernortens eingesetzt wurde. Trotzdem blieb sie im business.Von daher wage ich diese These mal stark zu hinterfragen.

Brückenkopf in der islamischen Welt. Nun Muslime gibt es eigentlich in Europa nur in Bosnien-Herzegowina, Kosovo und Albanien, obgleich diese eher säkular sind, ähnlich den formell sunnitischen Kurden. Brückenkopf zu was? Es war wohl eher symbolisch, als strategisch. Wenngleich die Türkei, Saudiarabien, selbst der Iran versuchten in Bosnien als Schutzmacht mitzukämpfen und Hilfstruppen entsandten, so glaube ich nicht, dass das ein wesentliches Motiv war.

Auch glaube ich nicht, dass die NATO das Selbsbestimmungsrecht der Völker als zukünftige Regel, die das Völkerrecht bricht, generell einführen wollte. Kosovo war da eher die Ausnahme von der Regel und es ist auch kein Fall bekannt, in dem die NATO andersweitig Seperatisten unterstützte oder wegen dieser Kriege führte. Da lasse ich mir noch eher den Testfall der NATO einleuchten.

Zudem ist der Psychopath Milosevic eher eine moralisierende Erklärung. Milosevic war einfach ein Nationalist wie sein kroatischer Widerpart HDZ-Tudjmann, der ja vor allem von Deutschland und den USA gehypt und unterstützt wurde. Man erinnere sich an das Treffen zwischen Milosevic und Tujdmann, in dem sie die Aufteilung Bosnien-Herzegowinas beschliessen wollten und man sollte auch nicht die ethnischen Säuberungen seitens der Kroaten in der Krajinaoffensive an der serbischen Zivilbevökerung vergessen. Insofern man Nationalismus als psychopathisch auffasst, würde es wieder stimmen, aber eben nicht nur auf Milosevic begrenzt sein. .

Die Erklärung des Rückdrängens eines serbisch-russischen Brückenkopfes in Europa und auf dem Balkan zu, wie auch der Schaffung eines US-Militärstützpunktes wie Camp Bondsteele könnte der kleinste Nenner sein, auf den man sich verständigt.

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Der Balkan bleibt weiter umkämpftes geopolitisches Gebiet, wobei sich die EU neben den Einflussnahmeversuchen Russlands, Chinas und der Türkei von russischen Putschversuchen in Montenegro bis Chinas 16 plus 1-Gruppe, Investitionen für die Neue Seidenstrasse und Eisenbahnlinien von Budapest nach Belgrad nun auch neuer eigenwilliger und scheinbar nicht abgesprochener Avancen der Trump-USA ausgesetzt sieht, zumal Merkels EU-Erweiterungseuphorie bezüglich des Balkans nun durch Macron- Frankreich ausgebremst wird, dass die EU-Mitgliedschaft Mazedoneins und somit auch anderer Balkanländer offen infrage stellte-trotz Mazedoniens Staatsnamensänderung auf Druck Griechenlands, wovon es sich nun eine zügige NATO- und EU-Mitgliedschaft erwartete. Interessant ist, wie Trump nun höchstpersönlich auf dem Balkan eingegriffen hat, um neben seinen Nordkorea- und VAE-Deal nun weitere schnelle außenpolitische Erfolge für den Wahlkampf als Friedensmacher vorweisen zu können und die höchsten Vertreter Serbiens und des Kosovos gemeinsam ins Weiße Haus beorderte. Deutschland und die EU wollten sich da das Heft des Handelns nicht aus der Hand schlagen lassen und haben in Den Haag einen Kriegsverbrecherprozess gegen UCK-Führer Thaci angestrebt, um einen Deal ohne EU zu US-Konditionen zu verhindern, was aber nicht gelang.

Wie Putin- und Gazpromberater Prof. Rahr behauptet, dass der Kosovo-Krieg teilweise einen US-Brückenkopf und eine Drehscheibe für die muslimische Welt schaffen würde, vertreten andere Kommentatoren angesichts von Trumps neuestem Balkandeal  ähnliche Ansichten und drücken aus, dass Trumps Balkan-Deal mehr zu tun hat, um eine Anti-Iran- Front zu schaffen, Israel zu stärken in einer Linie mit den neuen Abkommen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain und dass das Balkan-Abkommen mehr mit Trumps Iran-Politik zu tun hat als mit Europa oder dem Balkan selbst: Die früheren Motive für den Kosovo-Krieg und für Trumps Deal sind möglicherweise nicht identisch.

„Trumps Abkommen zwischen Serbien und dem Kosovo macht den Balkan nahöstlich

Das Kosovo hat einen Preis für das vom US-Präsidenten vermittelte Abkommen gezahlt, in dem es als „muslimischer Staat“ eingestuft wurde.

Das kürzlich von dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic und dem kosovarischen Premierminister Avdullah Hoti unter der Aufsicht von Donald Trump unterzeichnete „Abkommen“, das auf getrennten Papieren und nicht mit identischem Inhalt unterzeichnet wurde, stärkt die Rolle sowohl der USA als auch, vielleicht zum ersten Mal, Israels auf dem Balkan.

Mit dem Schreiben dieser beiden getrennten „Abkommen“ stimmte Serbien zu, seine Botschaft nach Jerusalem zu verlegen, und war damit das erste europäische Land, das dies tat.

Das Kosovo hat seinerseits internationale Anerkennung von Israel erhalten, was nach einer Welle von 15 Nichtanerkennungen seiner Unabhängigkeit in den letzten Jahren ein bedeutender diplomatischer Sieg ist.

Aber seine Botschaft wird jetzt auch in Jerusalem sein. Präsident Trump und seine Mitarbeiter haben es als das erste mehrheitlich muslimische Land vorgestellt, das in Jerusalem vertreten ist. Trump musste Serbien als Europäer und das Kosovo als muslimisches Land präsentieren, um darauf hinzuweisen, dass das in den letzten Monaten seiner Amtszeit unterzeichnete Abkommen „historisch“ ist.

Es gibt jedoch möglicherweise wichtige Auswirkungen einer solchen Kennzeichnung, insbesondere für das Kosovo.

Wie Albanien und Bosnien-Herzegowina hat das Kosovo bisher vermieden, als „muslimischer Staat“ bezeichnet zu werden.

Die einzigen drei europäischen Länder mit muslimischer Mehrheit wissen, dass in einem Europa, das hauptsächlich von konservativen Parteien geführt wird und dessen Ideologien „christliche Werte“ als Kern der europäischen Identität betrachten, ein solches Etikett Probleme verursachen kann.

Die öffentliche Meinung in den EU-Mitgliedstaaten wird zunehmend von rechtsgerichteten, anti-muslimischer Rhetorik beeinflusst und steht einer weiteren Erweiterung der EU zunehmend skeptisch gegenüber.

1993, mitten im Bosnienkrieg 1992, änderten bosnische Muslime den Namen ihrer Nation in Bosniaken, gerade um ihr internationales Image zu verbessern und Stigmatisierung zu vermeiden.

Albaner aus dem Kosovo verbündeten sich 1998, als sich der Konflikt im Kosovo mit Serbien verschärfte, vollständig mit dem Westen und insbesondere mit den USA. Seitdem sind sie auch entschlossen, als westliche, proamerikanische und europäische Nation anerkannt zu werden, nicht als muslimischer Staat. Weder in Albanien noch im Kosovo stützen Albaner ihre Identität auf Religion. Durch die Wiedereinführung des „muslimischen Labels“ in den politischen Diskurs und die Einbeziehung Israels und der Hisbollah in die Gleichung bringt Präsident Trump den Balkan in die Mitte des Ostens.

Für die meisten Amerikaner ist der Balkan eine alte Geschichte, von der sie so gut wie nichts wissen. Der Nahe Osten ist etwas anderes. Es beeinflusst die Wahlergebnisse.

Die Vernahöstlichung des Balkans im neuen amerikanischen politischen Diskurs hilft den Muslimen auf dem Balkan nicht. Noch potenziell schädlicher für ihre Interessen ist, dass Trump einen Weg für die Neuinterpretation der neunziger Jahre auf dem Balkan eröffnet hat.

In der Präsidentschaftskampagne wird Trump seinen demokratischen Rivalen Joe Biden wahrscheinlich an dessen Unterstützung für den Krieg von Präsident Bill Clinton gegen Serbien um das Kosovo erinnern. In dem neuen Rahmen, den er geschaffen hat, indem er das Kosovo als muslimisches Land bezeichnet und das Problem im Nahen Osten zentralisiert hat, sollte man sich nicht wundern, wenn er der Clinton-Regierung vorwirft, auf der Seite der Muslime zu stehen, in der Hoffnung, dass dieser Vorwurf ihm Stimmen bringt.

Trump brauchte diese Vereinbarung aus einem weiteren Grund: um sich als Friedensstifter zu präsentieren. In seinen vier Amtsjahren hat er keinen Krieg begonnen. Aber er kann jetzt das Kosovo-Abkommen nutzen, um die Demokraten zu beschuldigen, in der Vergangenheit Kriege begonnen zu haben, 1999 im Kosovo und vielleicht auch 1994-5 in Bosnien und in beiden Fällen zugunsten muslimischer Nationen.

Er sagte bereits, dass das Wirtschaftsabkommen zwischen dem Kosovo und Serbien eine (zumindest teilweise) Lösung für ein Problem darstellt, das vor 21 Jahren aufgetreten ist. Das Kosovo will das nicht hören. Für die Kosovo-Albaner war 1999 eine Lösung des Problems, kein Problem, das weiter gelöst werden muss.

Die neue Trump-Rhetorik könnte Serbiens Position auf dem Balkan auf andere Weise stärken. Es bietet Serbien die Möglichkeit, sein eigenes Image zu entstigmatisieren. Für Serbien ist es wichtig, nicht nur als „Stabilitätsfaktor“ auf dem Balkan behandelt zu werden, sondern auch die alte Erzählung der neunziger Jahre in Frage zu stellen, in der Serben als Hauptschurken bezeichnet wurden.

Nicht weniger wichtig ist die Erwartung, dass das Abkommen der serbischen Sache in Bosnien und Herzegowina helfen könnte. Belgrad verbindet die Frage des Status des Kosovo zunehmend mit dem Status der hauptsächlich serbischen Einheit in Bosnien, der Republika Srpska. Der bosnisch-serbische Führer Milorad Dodik erinnerte daran in seiner Erklärung kurz vor der Reise von Präsident Vučić nach Washington.

Bisher war Washington der Hauptsponsor und Freund der Bosniaken, genau wie der Kosovo-Albaner. Serbien und insbesondere die bosnischen Serben hoffen, dass sich dies ändern wird. Um das Wasser zu testen, hat Dodik vorgeschlagen, dass Bosnien Serbien folgt, wenn es seine Botschaft nach Jerusalem verlegt. Es ist unwahrscheinlich, dass die Bosniaken zustimmen.

Die Frage wird dann eine Antwort sein – sowohl von den USA als auch von Israel. Mit dem Umzug seiner Botschaft nach Jerusalem bis Juli 2021 hat Serbien nicht nur den USA, sondern auch Israel, das bereits enge Beziehungen zu Serbien, aber auch zur Republika Srpska aufgebaut hat, einen großen Gefallen getan.

Selbst wenn Trump die Wahlen im November verliert, wird Benjamin Netanjahu wahrscheinlich als israelischer Führer bleiben, und Biden wird wahrscheinlich ein für Israel so günstiges Abkommen nicht ignorieren.

Trump mag gehen, aber Israel soll bleiben. Dies ist der Schlüssel zum Verständnis der serbischen Unterstützung für die Einbeziehung Israels in ein Abkommen, das anscheinend nicht viel mit dem Nahen Osten zu tun hatte.

Wenn Bosnien- Herzegowina aufgrund der Bosniaken nicht folgt, besteht die Gefahr, dass die amerikanische Unterstützung verloren geht.

Aus all diesen Gründen werden die amerikanischen Präsidentschaftswahlen von allen Seiten auf dem Balkan genau verfolgt.

Serbien unterstützt Trump. Bosnien und Kroatien – dessen Führung sich jetzt ausschließlich an der EU orientiert, nicht an Israel oder den USA – hoffen, dass er verliert. In jedem Fall könnte sich das in Washington unterzeichnete Abkommen für den Balkan als wichtiger erweisen, als es vielen auf den ersten Blick erscheint.“

Dejan Jovic ist Professor für Internationale Beziehungen an der Universität Zagreb. Er war der Chief Political Analyst im Büro des Präsidenten von Kroatien (2010-2014) https://balkaninsight.com/2020/09/10/trumps-serbia-kosovo-deal-middle-easternizes-the-balkans/

Man sollte aber auch die Rolle des Balkans im Zusammenhang mit der Energiepolitik sehen und den Entwicklungen um die Erdgasvorkommen im Mittelmeer, in deren Folge auch das neue US-griechische Abkommen über die gegenseitige Verteidigung unterzeichnet wurde. Das unbefristete Abkommen sieht eine Erweiterung der Marinebasis der Sechsten US-Flotte auf Kreta, die Schaffung von Drohnenstützpunkten in Zentralgriechenland und einer Militärbasis sowie einer Erdgasanlage in Alexandropoulis vor. Diese letztere Basis würde es ermöglichen, US-Erdgas nach Griechenland zu transportieren. Damit könnte auf dem gesamten Balkan über noch zu bauende Gaspipelines das russische Gasmonopol in der Region gebrochen werden.

Militärisch bedroht die Basis Alexandropoulis sowohl Russland und den Balkan als auch den Iran und den Nahen Osten. Sie würde es Washington ermöglichen, Streitkräfte auf den Balkan zu schicken, ohne durch türkische und dann durch russisch kontrollierte Gewässer ins Schwarze Meer zu reisen. Wie der griechische Verteidigungsanalytiker Efthymios Tsiliopoulos zu Al Jazeera sagte, könnte Washington mit diesem Stützpunkt in Alexandropoulis „Operationen auf dem Balkan viel schneller als über andere Häfen unterstützen“. Er fügte hinzu, dass die US-Truppen auf den griechischen Stützpunkten auch im Nahen Osten „leicht einsetzbar“ seien.

„Freie Märkte“ sollten „anstelle der russischen Gazprom“ über die Energieversorgung entscheiden, so Pompeo. Dies ist als Anspielung auf die vom Kreml nach geopolitischen Gesichtspunkten geplanten Pipelineprojekte zu verstehen: die auch in Deutschland umstrittene Nord-Stream-Pipeline, die Russland über die Ostsee mit Deutschland verbinden soll und die TurkStream-Pipeline, die seit Anfang des Jahres russisches Gas über das Schwarze Meer in die Türkei und von dort nach Bulgarien transportiert.

In einer gemeinsamen Erklärung begrüßten Pompeo und Mitsotakis die eine Woche zuvor erfolgte Gründung des East Mediterranean Gas Forum (EMGF) und bekräftigten ihre Unterstützung für Kooperationen im Rahmen des „3+1-Formats“ zwischen Griechenland, Zypern, Israel und den USA.

Zudem wurde über das geplante schwimmende LNG-Terminal gesprochen, das mit amerikanischer Unterstützung bei Alexandroupolis, nahe der griechisch-türkischen Landgrenze in Thrakien, gebaut werden soll. Ab 2023 soll dort per Schiff verflüssigtes Erdgas (LNG) aus den USA angeliefert, regasifiziert und über Pipelines zu Verbrauchern in Europa geliefert werden.

Während sich also eine strategische Energieachse USA-GB-Griechenland- Cypern-Ägypten ( vielleicht Libanon nach dem Grenzabkommen, falls die Irangesteuerte Hisbollah zustimmen sollte) versus Russland-Türkei-Iran herausschält, stärken die USA die griechische Position, vorerst mehr symbolisch und signalisieren Erdogan, dass sie seine Expansionen nur insoweit dulden, solange sie sich gegen Russland richten und nicht gegen US-Interessen. Auch in diesem Rahmen ist Trumps Balkanpolitik zu verstehen.

Der Kosovokrieg und Trumps Balkandeal – Global Review (global-review.info)

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