Der neue James Bond: MI 6 oder schon Mossad?

Der neue James Bond: MI 6 oder schon Mossad?

Laut Jungle World scheint nun angeblich der James- Bond- Nachfolger von Daniel Craig gefunden worden zu sein. Wie bei dem linkskommunistischen proisraelischen und proamerikanischen Blatt, scheinen da aber nun dessen „jüdische „Wurzeln“ wichtig, zumal an das ja auch als filmischen und symbolischen Sieg gegen den zunehmenden Antisemitismus verbuchen meint zu können:

21.03.2024

Kehrt James Bond zu seinen jüdischen Wurzeln zurück

Homestory #12/24

Bei James Bond scheiden sich auch in der Redaktion der »Jungle World« die Geister – Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Dass Aaron Taylor-Johnson der neue Darsteller des britischen Geheimagenten werden soll, wird hingegen einhellig begrüßt.

Aaron Taylor-Johnson soll der neue James Bond werden

Approved by »Jungle World«: Aaron Taylor-Johnson soll der neue James Bond werden

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PICTURE ALLIANCE / SIPA USA | OSCAR GONZALEZ

Fragt man in der Redaktion der Jungle World nach dem Lieblings-James-Bond-Darsteller der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, so fällt die Antwort fast einhellig aus. Es ist weder Sean Connery noch Daniel Craig oder Roger Moore. »Zwei der älteren Hauptdarsteller sind sexy. Mehr Positives kann ich daran nicht finden«, so ein Redakteur, der explizit nicht Connery oder Moore meint. »Ist immer derselbe Quatsch. Knarren, Bumbum, Sex und Bösewichte.«

»Hoffentlich meinst du mit sexy nicht Pierce Brosnan«, kommt prompt die Antwort. Die Redakteurin findet, der Mann gleiche eher einem noch nicht geküssten Frosch als einem Märchenprinzen.

»Was ist denn das für ein niedliches Krötlein«, schreibt eine Layouterin verzückt zum Bild von tierischen Brosnan-Doubles. Doch auch ein anderer Redakteur muss gestehen: »Ich bin peinlicherweise total der Brosnan-Fan.«

Grace Jones

Lieblingsfigur vieler »Jungle World«-Redakteur:innen aus dem James-Bond-Universum: Grace Jones

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Der Liebling der Diskussionsrunde ist jedoch kein Agent, sondern das mutigste aller Bond-Girls: May Day aus »Im Angesicht des Todes«, gespielt von der großartigen Grace Jones. Auf dem Filmplakat posiert sie Seite an Seite mit dem Agenten, das war damals ein Novum. Nicht nur die Jungle World-Kollegen finden, dass die Superfrau May Day den Agenten 007 in den Schatten stellte.

»Filmhistorisch spannend ist der sowjetische Bond«, wirft eine Redakteurin ein. Der fiktive SS-Standartenführer Max Otto von Stierlitz – in der Fernsehrealität der sowjetische Agent Maksim Issajew – sollte Ende der sechziger Jahre helfen, das Image des wegen der stalinistischen Säuberungen in Verruf geratenen KGB aufzupolieren.

Und tatsächlich, von Stierlitz avancierte zum großen Vorbild für viele kleine Jungs in der Sowjetunion. »Nach jedem neuen Spionagefilm kamen ein paar mutige junge Männer ins Büro und fragten, wie sie einsteigen könnten, und ein Beamter der Spionageabwehr wurde beauftragt, sie zu empfangen«, schreibt Philip Short in seiner kürzlich erschienenen Biographie Wladimir Putins.

Als Präsident scherzte Putin gerne: »So etwas wie einen ehemaligen KGB-Agenten gibt es nicht.«

Denn einer, der ebenfalls von diesem Beamten empfangen wurde, nachdem er seinen ganzen Mut zusammengenommen hatte, um das KGB-Hauptquartier in Leningrad aufzusuchen und seine Dienste anzubieten, war der junge Wladimir Putin. Es sei auf Anraten jenes Beamten gewesen, dass Putin sich entschied, Jura zu studieren, und tatsächlich warb ihn der KGB nach seinem Universitätsabschluss an. Noch als Präsident scherzte Putin gerne: »So etwas wie einen ehemaligen KGB-Agenten gibt es nicht.«

Kurz vor Redaktionsschluss erreichte die Jungle World noch die Nachricht, dass der neue James Bond ausgewählt wurde. Laut dem britischen Boulevardblatt Sun müsse der Auserwählte, Aaron Taylor-Johnson, das Angebot nur noch annehmen.

jungle.world – Homestory #12/24

Interessant, dass es auch in der Sowjetunion einen Film-James Bond gab, der scheinbar die damalige Jugend inklusive Putin inspirierte zum KGB zu gehen. Wobei Rußland ja als weltweit einziges Land einen nationalen Geheimdiensttag feiert, der vielleicht jetzt wieder aufgewertet wird. Ja vielleicht gibt s dann auch einen rußischen James Bond, den Putin ja auch gleich noch in filmischer Personalunion selbst spielen könnte. Was kann Putin eigentlich nicht? Und nachdem es keinen weiblichen James Bondnachfolger oder gar einen Schwarzen, Schwarze oder was immer PoC oder Diverses und Inklusiver trendmäßig hergeben könnte gibt, inzwischen ein Indischstämmiger Premiereminsiter ist und in Wales der erste schwarze Gouverneurr möglicherweise gewählt wird, jubelt die Neocon- Jungle World programmgemäß wie schon bei der jüdischen IDF-„Wonderwoman“: Klasse, weil jüdisch. Ob das nicht woke postkoloniale , postmoderne Kritiker hervorrufen wird, die da nur einen zionistischen und neolkolonialistischen angry white man in dem neuen Bond sehen wollen. Jedenfalls kein James Bond mit arabische oder muslimischen Wurzen sonst käme der dann in Verdacht Hamasunterstützer zu sein, wenngleich gegenseitigere Geister auch den jüdischen James Bond als nicht mehr MI6- sondern als verkappten Mossad- Agenten mutmaßen könnten. Mal sehen, wie ein jüdischer James Bond in den weltweiten Kinos ankommen wird, auch angesichts des Gazakriegs oder sich da auch nicht wieder heftige Debatte ergeben werden.

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