Nach dem Sturz des IS nun Krieg zwischen USA und sunnitischer NATO gegen Syrien, Rußland und Iran?

von Ralf Ostner

Der IS scheint jetzt durch die Einnahme Mossuls durch die Anti-IS-Koalition geschlagen, wird auf Guerillakriegsführung umschalten, wahrscheinlich noch versuchen sich in anderen Ländern wieder einzunisten wie momentan in Afghanistan nachdem er aus Lybien geflogen ist und noch einige Anschläge weltweit, ob USA, Europa, Deutschland, etc. zu vollführen, um nicht in der völligen Wahrnehmungslosigkeit zu verschwinden. Aber nachdem die Anti-IS-Koalition ihre Aufgabe erfüllt hat, versuchen die Trump-USA und sein als Führungsstaat einer islamisch-sunnitischen NATO erkorenes Saudiarabien nun den Konflikt gegen Katar, eigentlich: Iran und Syrien zu forcieren.

Zum einen hat Saudiarabien mit anderen Golfstaaten zumal unter Trumps Unterstützung Katar ein Ultimatum in Form einer Forderungsliste von 10 Punkten überreicht, die die Beendigung der Unterstützung konkurrierender islamistischer Gruppen, Schließung der Verbindungsbüros von Hamas, Muslimbrüdern und der Taliban, Schließung des Staatssenders Al Jazeera, Beendigung der Militärkkoperation mit der Türkei und Schließung deren Militärbasis in Katar, Einschränkung der Kontakte mit dem Iran beinhaltet, worauf Iran und die Türkei Katar mit Lebensmitteln gegen das Embargo unterstützen, die Türkei am Militärabkommen festhält.Gleichzeitig beschliesst Trump trotz Unterstützung des Embargos gegen Katar mit diesem einen milliardenschweren Waffendeal, der scheinbar auf die Vermittlung seines Außenministers Rex Tillerson und US-Verteidigungsminister Matthis zustande kam, die mit Hinblick auf die Gesamtsituation für eine Vermittlerrolle der USA eintraten, zudem Matthis die Funktionsweise seiner US-Militärbasis in Katar , die mit 11000 Soldaten die größte im Nahen Osten ist nachdem sie sich unter dem Druck von Islamisten wie Osama Bin Laden von seiner ursprünglichen saudischen Militärbasis nach Katar umsiedeln musste, und die gesamte Anti-IS-Koalition nicht gefährden wollte, wie auch Katar und andere Staaten nicht zu sehr in die Arme des Iran treibenwill . Also ziemilich unterschiedliche Töne von Trump, Tillerson und Matthis,wobei aber bei Trump immer die letztendliche Entscheidung liegt. Er gibt den Ton an und seine unteren Charge versuchen das dann noch irgendwie zu moderieren.

Dass sich hier ein grösserer Krisenbogen formiert, der eine Kettenreaktion hervorrufen könnte, macht Gilbert Mercier in seinem etwas verschwörungstheoretischen Artikel bei New Junkie Post klar. Mercier vertritt die These, dass das Interesse der Trump-USA sei alle Seiten mit Waffendeals wie schon beim Iran-/Irakkrieg aufzurüsten, so eben Saudiarabien und Katar zugleich, einen großflächigen Krieg im Greater Middle East zu entfachen, der ganz merkantilistisch die Ölproduktion vernichte, die Öl- und Gaspreise in die Höhe treibe und dem Militärisch-Industriellen Kopmplex der USA sowie seiner Rex Tillerschen Exxon-Politik und ihren US-Ölmultis riesige Gewinne beschere, sowie der US- Bauindustrie und -wirtschaft, die dann für den Aufbau der gesamten Region ein Riesengeschäft machen würde, wie auch die USA dann als wichtigste geopolitische Ordnungsmacht in diesem Gebiet gefragt seien würden.Dass sich dadurch auch eine weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise einstellen würde, wie auch die Region so zerstört sein würde, dass diese Destablisierung auf die gesamte Welt und die USA zurückwirken würde, taucht in der verschwörungstheoretischen Hypothese von Mercier gar nicht auf. Wie man es auch hält, interessant ist bei Mercier die mögliche Polarisierung des Gebietes, das einen Großkonflikt zwischen mindestens zwei großen Lagern und allen Kettenreaktionen hervorrufen könnte:

„There is trouble in oil paradise. It seems that all the elements of an already explosive geopolitical concoction are getting vigorously stirred. The palace coup in Saudi Arabia, conducted by King Salman’s own son, Prince Mohammad bin Salman, on June 21, 2017, should be understood as the second salvo of a potentially hot war between two Sunni blocks: on one hand, Saudiarabia, Egypt, the United Arab Emirates (UAE), and Bahrain; on the other hand, Qatar and its allies of circumstance, Turkey, Palestinian Hamas, the Muslim Brotherhood network, and a likely Shiite coalition with Iraq and Iran. The two blocks, quickly assembled, could enter a terrifying hot war over this new crisis, which would tear apart the entire Sunni Muslim community as well as draw in the Shiites of Iran and Iraq. The entire region could easily become like the current-day Syria of killing fields and ruins.“

http://newsjunkiepost.com/2017/06/22/saudi-arabia-vs-qatar-middle-east-controlled-demolition-plan/

Zeitgleich wird nun Raqqa erobert, Deeskalationszonen eingerichtet, könnte es zu einer Einteilung des Landes in Waffenstillstandszonen kommen, aber nun gibt es vermehrt US-Militärschläge gegen die iranischen und Assad-syrischen Truppen und Drohnen, ja warnt Trump heute vor einem neuen Giftgaseinsatz seitens Assad, den die USA nicht unbeantwortet lassen würden. Rußlands Verteidigungsminister Lawrow spricht von „Spekulation“ und warnt vor einem US-amerikanischen „Präventivschlag“, der eine russische Reaktion hervorbringen würde. Nachdem Wegfall des IS brechen nun die neuen Konfliktlinien aus, die scheinbar die USA mit der islamisch-sunnitischen NATO unter Führung Saudiarabiens gegen die Achse Iran-Irak-Syrien-Hisbollah-Hamas-Rußland ins Spiel bringen will.

Die USA, die wahhabitischen Saudis und ihre islamistischen Mordbrennermilizen wollen scheinbar gegen Assad, Rußland und Iran in Syrien vorgehen. , anstatt, dass die USA zusammen mit Ägypten, Rußland und Assad die gesamten islamistischen Mordbrenner von der Türkei, Iran,Saudiarabien, Katar samt Musilmbrüdern gemeinsam bekämpfen und vernichten.Aber es geht um einen Großmachtskonflikt und einen Stellvertreterkrieg, bei dem beide Seiten nicht den Islamismus bekämpfen, sondern die jeweils anderen islamofaschistischen Mordbrennermilizen als Hilfstruppen untertstützen, es geht also nicht um Demokratie oder Säkularismus, sondern um imperialistische Einflußsphären zweier Groß- und mehrerer Regionalmächte.

Auffällig ist zudem, dass die USA und die EU die Sanktionen gegen Rußland neben ihrer militärischen US- und NATO- Aufrüstung erhöhen, die USA der Ukraine nun direkt Waffen liefern will nachdem diese nun wieder die NATO-Mitgliedschaft als Ziel erklärt hat, wobei interessant ist, dass die USA nun vor allem das Northern Stream 2- Projekt, eine direkte weitere Seepipeline zwischen Rußland und Deutschland ins Visier nehmen, weswegen Merkel samt Gabriel erklärten, Deutschland halte an dem Projekt fest, das Deutschland sowie die EU von Rußlands Öl und Gas mehr, von dem in Aussicht gestellten US- Gas- und Öllieferungen gar nicht abhängig macht. Ob das Zusammentreffen zwischen Trump und Putin im Rahmen des G-20-Gipfels noch zu einer Wende und Festlegung auf verschiedene Deeskalationszonen innerhalb Syriens führt, bleibt abzuwarten.Dass alles nur halb so schlimm ist, sagte man auch vor jedem Krieg und Weltkrieg–und am interessatesten und entscheidensten wird das Treffen zwischen Trump und Putin in Hamburg!Dennoch ist eine klare Tendenz der Eskalation, die nur durch ein Innehalten im letzten Moment und durch einen Kompromiss gestoppt werden kann. Aber ein Poker mit immer höheren Preisen!

 

 

 

 



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