Interview mit Dr. Alexander Rahr: 100. Todestag Lenins und die Entwicklung Russlands, des Kommunismus und Kapitalismus danach und in der Zukunft

Interview mit Dr. Alexander Rahr: 100. Todestag Lenins und die Entwicklung Russlands, des Kommunismus und Kapitalismus danach und in der Zukunft

Global Review hatte die Ehre und die Gelegenheit, mit dem ehemaligen DGAP-Mitgled, dann Gazprom- und Putinberater Dr. Alexander Rahr ein Interview zum 100. Todestag Lenins und der Entwicklung Russlands, Chinas, des Kommunismus und des Kapitalismus seitdem zu führen.

Global Review: Dr. Rahr, 100. Todestag Lenins. Die KPRF unter Sjuganow feiert. Russland auch, Massenaufmärsche am Leninmaosoleum? Inwieweit hat denn die russische KP noch mit Lenin zu tun? Will sie noch die alte Sowjetunion zurück, auch die Planwirschaft? Hat sie noch Einflu0 in Rußland und hofft auf ein Lenin- oder Stalinrevival? ist jetzt große Party angesagt in Rußland oder feiern die einen eher seinen Tod vielleich auc mit einer Flasche Vodka Gorbatschow, weil sie froh sind, dass er tot ist?

Dr. Rahr:  Russland ist nicht mehr die Sowjetunion, obwohl Teile des sowjetischen Herrschaftsmodells von Putin in Russland jetzt wieder belebt werden. Repressalien gegen Andersdenkende, Quere, Oppositionelle – erinnern natürlich an die Zeiten der Sowjetunion. Es gibt keine KPdSU mehr, aber das Gewaltmonopol des Kremls, in Gestalt der Administration des Präsidenten, ist wiederhergestellt. Ehrlicherweise muss man sagen, dass auch nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in den neunziger Jahren, Demokratie in diesem Land niemals aufgebaut worden ist. Durch die Beschießung des eigenen Parlaments hat Boris Jelzin 1993 die Demokratie zu Grabe getragen. Was sind die großen Unterschiede zu damals? Ganz wichtig – Russland hat keine Planwirtschaft mehr, Russland ist ein kapitalistisches Land, mit Oligarchen als Kapitalisten, Russland ist ein Staat mit großer sozialer Ungleichheit, aber mit Privateigentum, fast jeder russische Bürger besitzt eine eigene Wohnung, manche zwei. Es gibt mittelständische Unternehmen und völlige Reisefreiheit und freier Zugang zum Internet. Es gibt kaum verbotene Literatur. Die Religion, die im SowjetStaat verboten war, spielt in der heutigen russischen Gesellschaft eine führende Rolle. Die Kommunisten spielen dagegen in der heutigen russischen Politik und Gesellschaft absolut keine Rolle mehr. Kommunisten laufen selbst an Feiertagen in den Gottesdienst. Putin hat ein System von Blockparteien geschaffen, die eigentlich alle dasselbe wollen. Es gibt kaum Unterschiede in der Programmatik der Kommunisten und der Putin–Partei „Einheitliches Russland“. Sie werden sich wundern, aber auch Lenin spielt in der heutigen russischen Politik und Gesellschaft keine Rolle mehr. Das Mausoleum steht zwar noch auf dem Roten Platz, aber während der Militärparaden wird es zugedeckt und ignoriert. Touristen pilgern nicht zum Lenin Mausoleum, sondern zum Denkmal von Minin und Poscharski – den russischen Heeresführern, die 1613 die Polen aus Moskau vertrieben haben. Es gibt, lassen Sie mich das wiederholen, keine langen Schlangen von Menschen vor dem Mausoleum. 

Global Review: Wir steht denn Putin zu Lenin? Zuletzt machte er ihn ja für den ukrainischen Nationalismus verantwortlich. Lenin und Rosa Luxenburg hatten ja auch Differenzen in Sachen Selbstbestimmungsrecht der Völker oder nationalen Minderheiten. Inwieweit spielt das eine Rolle? Was gefällt Putin an Lenin und was nicht?

Dr. Rahr: Putin hat Lenin zu einem Verräter erklärt, nicht etwa, weil er mit der deutschen Wehrmacht 1917 zusammengearbeitet hat, die ihn in einem verplombten Zugwaggon heimlich nach Sankt Petersburg brachte, wo Lenin dann die Revolution anzettelte, sondern weil er eine Nationalitäten-Politik betrieben hat, die schädlich für das russische Groß-Reich war. Die Gründung von Nationalitäten- Republiken, wie etwa die Ukraine, sieht Putin als strategischen Fehler an. Als die Sowjet-Macht 1991 schwächelte, zerfiel die Sowjetunion entlang dieser Republik-Grenzen, die aus Sicht der heutigen russischen Führung illegal und künstlich waren. Hätte es diese künstlichen Grenzen nicht gegeben, wäre der Nationalstaat Russland am Leben geblieben. Aber der Sinn des Nationalitäten-Politik von Lenin und Stalin war es gerade gewesen, quasi–künstliche Republiken zu erschaffen, den Republiken fremde Territorien hinzuzufügen, damit im Falle einer großen Krise die Titular-Nationen in diesen Republiken von den anderen dort lebenden Minderheiten am Weggang aus der Sowjetunion abgehalten werden konnten. Sie werden sich weiter wundern, aber auch die Oktober-Revolution 1917 spielt in der heutigen russischen Politik und Gesellschaft keine Rolle mehr. In den Schulbüchern wird sie nur noch am Rande behandelt. Russland orientiert sich an seiner 1000-jährigen Größe, der Kommunismus wird dort als eine Randerscheinung betrachtet. An die französische Revolution, die das heutige Europa geprägt hat, wird man sich noch in 1000 Jahren erinnern. Die russische Oktoberrevolution wird in der Schublade der Historiker verschwinden. Und in den letzten 20 Jahren sind in Russland zahlreiche Umfragen gemacht worden. Gefragt wurde, wer die bedeutendste Persönlichkeit in der russischen Geschichte war. Interessanterweise nehmen der Fürst Alexander Newski, der den deutschen Ritterorden 1242 schlug, und Stalin(!) die ersten Plätze ein. Auch Putin, der Putinismus, ist im heutigen Russland so populär, weil er getragen wird von der Idee eines starken russischen Staates. In Russland hat es nie eine westliche Aufklärung gegeben, nur eine kommunistische Aufklärung in den Zwanziger und dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts. Diese ist erbärmlich gescheitert. Für die Russen, ist nicht Demokratie wichtig, nicht die Menschenrechte, nicht die Bürgerrechte, nicht eine unabhängige Justiz, sondern nationale Interessen und nationale Stärke. Weil ich das so sage, werde ich von Wissenschaftskollegen in Deutschland kritisiert. 

Global Review: Sie behaupteten, dass Putin eher Stalin glorifizieren würde, zum einen wegen der Diktatur und des Terrors, dann auch als Sieger des Großen Vaterländischen Kriegs und Sieg über den Faschismus. Also als erfolgreichen Kriegsherren, der die Sowjetunion, bzw. Rußland zur Weltmacht und Kriegssieger machte.

Dr. Rahr:  Ja, so ist es. Den meisten Russen ist eine Vergangenheitsbewältigung, die beispielsweise in Deutschland nach 1945 stattgefunden hat, egal. Fast jeder Russe, mit dem ich in den letzten 30 Jahren gesprochen habe, sagte mir: ja, Stalin war ein Verbrecher, aber hat Russland zu einer Großmacht gemacht. Wir lieben und achten ihn dafür. Ich bin jedes Mal nach solchen Aussagen völlig irritiert. Ich frage: sind nicht deine Verwandten, Opfer der Stalin-Repressalien gewesen? Hast du keine Achtung für deine Familiengeschichte? Ich werde jedes Mal eines Besseren belehrt. Man sagt, ich sei verwestlicht. In Russland schaut man nicht zurück auf die Geschichte. Sonst müsste man viel negatives sagen. Man will stolz sein auf die Gesamtheit der 1000-jährigen russischen Geschichte. Und unter Stalin war Russland so stark wie niemals zuvor. 10 % liberaler Russen denkt da anders, aber das ist nicht die Mehrheit. Für die Russen ist ihr Weltmachtstatus das allerwichtigste. Ihn wieder herzustellen, ist für viele Russen ein großer Traum. Dass der Westen keine russische Großmacht wünscht, ist den meisten Russen klar. Sie nehmen aber Konflikte mit dem Westen in Kauf, um ihr Ziel trotzdem zu erreichen. Manche würden mir jetzt entgegnen und sagen: nein, die Russen haben keine Großmacht Träume, sie wollen nur ihre nationalen Sicherheitsinteressen beachtet wissen. Darauf schütte ich den Kopf und sage: das größte nationale Interesse eines Russen scheint mir die Wiederherstellung des Großmacht-Status des Landes zu sein.

Global Review: Es wird immer behauptet, dass der Terror unter Stalin erst anfing. Aber schon Lenin und Trotzki befürworteten den „roten Terror“, die Tscheka wurde schon unter ihnen gegründet und Dscherinski wütete schon unter Lenin. Zumal Trotzki auch de Rote Armee aufbaute. Heutige Trotzkisten erzählen gerne die Mär, dass erst unter Stalin die angebliche proletarische Räterepublik abgeschafft wurde und ach der Terror eingezogen wäre. Alexander Solschenizyn schreibt ja auch in seine  „Archipel Gulag“, dass das ganze Gulagsystem schon unter Lenin begonnen wurde.  Lenin und Trotzki werden da geradezu als Musterdemokraten protraitiert im Kontrast zu Stalin. Dabei heiß ja Stalin der Stähleren, Lenin aber eben auch Der Schreckliche oder Der Gestrenge, was ja auch ein bißchen nach Iwan dem Schrecklichen klingt. Inwieweit waren sie aber nicht alle Vertreter asiatischer Despotie?

Dr. Rahr: Keine asiatische Despotie war so schlimm wie der große Terror in der Ära Stalins. Ich glaube solche nie, und schätze ihn als einen der bedeutendsten Historiker des 20. Jahrhunderts. Ich unterhalte übrigens noch sehr gute Kontakte zu seiner Witwe, die in Moskau ein Zentrum zur Vergangenheitsbewältigung errichtet hat. Man wird sich wahrscheinlich wundern, aber Natalia Solschenitzyn steht auf sehr gutem Fuss mit Putin. Das war allerdings vor dem Krieg. Sie haben in ihrer Frage völlig recht. Nicht Stalin, sondern auch Lenin und Trotzki haben den Terror in Russland zu verantworten. Die Konzentrationslager hat Lenin geschaffen, nicht Stalin. Gegner der Bolschewiken wurden größtenteils von Lenin liquidiert. Und die Tscheka hat natürlich nicht Stalin erfunden, sondern Lenin. Trotzki hat nach seinem Exil versucht Lenin reinzuwaschen, um Stalin als großen Schurken dastehen zu lassen. Die Linkenbewegungen im Westen haben Trotzki alles geglaubt, und deshalb ist auch im westlichen Geschichtsbild Lenin heute der Revolutionsführer, während Stalin der große Verbrecher ist. 

Global Review: Der mächtigste Gegenspieler Stalins n der KPdSU nach dem Tode Lenins 1924 war Trotzki. In seinen Memoiren schildert er Stalin als brutalen, ungebildeten Intriganten, der mittels Tricks ihn aus dem Land vertrieben und sich an die Macht usurpierte. Aber waren es nur der persönliche Charakter Stalins und hinterhältige Tricks oder konnte Stalin sich nicht wegen des Ausbleibens der internationalen proletarischen Weltrevolution, die Lenin und Trotzki ja zuerst auch in Deutschland erhofften, zumal in Italien erstmals mit Mussolini ein Faschismus die Macht errang, mit seinem Kurs des „Sozialismus in einem Land“ durchsetzen? In den Memoiren Trotzkis fällt immer wieder auf, wie der Internationalist Trotzki immer den Nationalismus unterschätzt, auch schon beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs, bei dem er hoffte, dass dieser von einem weltweiten Generalstreik oder zumindestens in Deutschlands oder Europa durch einen Arbeiteraufstand verhindert werden könne und dnn angesichts der nationalistisch frenetischen Massen, auch des Proletariats und dem Hurrah- Patriotismus völlig überrascht wurde. Inwieweit war Stain mehr Nationalist oder Nationalbolschewist ,wie auch Mao und andere? Stalin und Mao fusionierten ihre beiden Länder und KPs ja nicht zu einer Megasowjetunion oder gar Arbeiterstaaten, sondern behielten jeweils ihre Nationalstaaten bei? Wie ist das Verhältnis Stalin und nun auch Putins zu Nationalismus und Internationalismus?

Dr. Rahr:  Lenin war ein Pragmatiker. Aber er hat nur die Revolution 1917 in Russland vollbracht, danach war der sterbenskrank, viel, fast einem Attentat zum Opfer, war bettlägerig in den letzten zwei Jahren seines Lebens unfähig zu sprechen. Schon 1922 regierte Russland ein Triumvirat, bestehend aus Trotzki, Zinowjew, Stalin. Trotzki war ein gefährlicher Idealist, er wollte nur eins: die kommunistische Weltrevolution. An sie glaubte er fest. Auch nach dem Scheitern der kommunistischen Revolution in Europa, verlor Trotzki seinen Glauben nicht. Stalin war, wie Lenin, ein Pragmatiker. Jedenfalls war er kein Ideologe. er verbreitete die Losung, man müsse den Sozialismus zunächst im eigenen Land schaffen. Aus heutiger Sicht würde ich sagen, dass Stalin auch kein Kommunist gewesen ist. Er war eher ein Großmacht-Politiker und Nationalist. Das haben wir in unseren vergangenen Interviews in Global Review ausführlich diskutiert. Stalin sah, wie die Arbeiter Aufstände in Europa alle scheiterten, und der Faschismus die Oberhand gewann. Er begann für den großen Krieg gegen Deutschland und die Westmächte zu zu rüsten, dazu führte er eine groß angelegte Industrialisierung des vorherigen Agrar- Staates Russland durch. Arbeiter und Bauern in seinen Staat waren ihm egal, kleine Figuren auf dem Schachbrett. Mit brutaler Gewalt unterdrückte er große Teile der Bevölkerung, bevor er sich an die Säuberung der eigenen, kommunistischen Elite dranmachte. Stalin war kein Internationalist. Nach der Ausschaltung der alten kommunistischen Garde an der Spitze des Staates, umgab er sich nur noch mit Politikern, einer Gefolgschaft, die einem Ziel diente, der Macht Stalins. Nach 1945 fiel ihm halb Europa einen Schoß. Nicht zuletzt, weil die Amerikaner nichts gegen eine Zweiteilung Europas hatten. Die rote Armee war die größte Kraft in Europa 1945, andere Armeen gab es praktisch nicht mehr. Wäre Trotzki, statt Stalin Chef der Sowjetunion geworden, hätte es durchaus einen Mega-Bund zwischen der Sowjetunion und China geben können. 

 Global Review: Unter Lenin und Stalin wurde ja die Tscheka und die Rote Armee aufgebaut, eigentlich der Silowikiapperat. Inwieweit bildet dieser eigentlich den eigentlichen kontinuierlichen deeper state  Rußlands,, der eigentlich historische „backbone“ War er seit Gorbatschow nicht mehr so mächtig, unter Jelzin herrschten mehr die Oligarchen, aber scheinbar organisierten sich die alten Silowiki und übernahmen dann die Macht- Stichwort Putin, Patruschew, Yakunin, etc- wie dies auch in dem Buch „Putins Netz“ oder eben Yakunins „The Treacherous Path“ ganz detailiert beschrieben wird. Inwieweit ist das heutige Russland nach der Entmachtung der Oligarchen, die unter Jelzin noch die Hauptrolle spielten, nun unter Putin ein Silowikistaat mit einem KGB- Diktator? Lindsay Graham formulierte dies ja mal nach seiner ersten Begegnung mit Putin so: „Ich sah in seine Augen und sah drei Buchstaben: KGB“. Die Phantasie eines unbelehrbaren Kalten Kriegers oder verstand er die Essenz? Die Partei Einiges Russland spielt ja eher eine untergeordnete Rolle, nicht zu vergleichen mit der KP China, wobei die Partei die Gewehrläufe und die VBA und Silowiki samt Oligarchen kontrolliert. Als welches System würden sie das heutige Putin- Russland bezeichnen?

Dr. Rahr:  Es ist noch viel zu früh, ein abschließendes Urteil über das heutige Russland zu fällen. Vieles wird vom Ausgang des Ukraine Krieges abhängen. Russland wird vor einer schwierigen Entscheidung stehen: ob es ganz nach Asien abdriftet, oder doch den Anschluss an Europa sucht. Russland ist von seiner Natur her ein europäisches, kein asiatisches Land. Die Europäer betrachten Russland als Teil ihres europäischen Erbes. Die Asiaten betrachten Russland nur als Rohstofflieferant. China wird eine Großmacht-Rolle Russlands in Asien genauso wenig akzeptieren, wie die Europäische Union eine Großmacht- Rolle Russlands in Europa akzeptieren wollte. Ich glaube nicht, dass Putin ein Diktator ist. Ich sehe auch nicht, dass Russland eine Diktatur wird. In Russland gibt es zahlreiche unterschiedliche Interessensgruppen. Was bei Russland allerdings vorherrscht, ist ein Personenkult. Die russische Gesellschaft scheint für einen Personen-Kult historisch sehr anfällig zu sein. Was Putin sagt, was Putin denkt, was Putin meint, welche Ziele Putin noch haben könnte, wie viele in Russland scheint das wegweisend zu sein. Die Entscheidung, die Creme einzunehmen, und den Ukraine Krieg zu beginnen, kam ausschließlich von Putin selbst. Als der Parlamentspräsident Russlands vor zehn Jahren im Waldai-Club sagte, ohne Putin könne es kein Russland geben, runzelten viele die Stirn. Heute haben diese Aussagen größten Wahrheitsgehalt.

Global Review: Sie meinten, dass Stalin auch heute von den Russen und Putin als Sieger des 2. Weltkriegs und über den Faschismus beliebt sei. Doch erklärt sich die damalige Faszination für Stalin nicht auch dadurch, dass er aus dem rückständigen Agrar- und Kulakenstaat aus einem Entwicklungsland einen modernen Industriestaat, was dann auch Vorbild für etliche Kolonien und nationale Befreiungsbewgungen samt deren Kommunisten wurde (mit Ausnahme der Roten Khmer, die einen Ökokommunismus wollten). Zumal ja viele meinten dass wegen des Black Fridays in den USA und der Weltwirtschaftskrise 1929 samt Aufkommen des Faschismus der apitalsimus als System dem Untergang geweiht sei, während die scheinbar krisenfreie, sich industralisierend Sowjetunion da ls Hoffnungsträger galt. Kurz. Dass Stalin und seine Indusrialisierung als eine Art progressive Entwicklungsdikatur und auch wirtschaftlichhe Systemalternative angesehen wurden? Trotz Massenmord an den Kulaken infolge der Kollektivierung, Mangelwirtschaft der Planwritschaft,etc.?Deren Schäche wurde ja eigentlich erst so richtig nach dem 2. Weltkrieg und im Wettkampf der dann doch zur Weltmacht aufgestiegenen kapitalistische USA bekannt und zeigten sich dann immer häufiger, was ja dann auch zu dem Zusammenbruch der Sowjetunion infolge Reagans Totrüsten führte.

Dr. Rahr: Ja, bekanntlich sagte Karl Marx selbst, dass der Kommunismus sich niemals in Russland verfestigen könnte. Russland habe völlig andere, nicht europäische Tradition, keine richtige Arbeiterklasse, sei ausschließlich ein Bauernstaat, und habe keine ideologische Oberschicht, sprich – Bürgertum, welches die Revolution durchführen könnte. Die Bolschewiken mussten deshalb eine eigene Oberschicht schaffen, der Adel, die Monarchisten und intellektuellen Leute der Zaren-Zeit waren alle ausgewandert, oder ermordet worden. Im Grunde genommen, war der Kommunismus ein Experiment am russischen Volk. Da er nicht funktioniert, musste er mit brutalsten Mitteln ständig korrigiert werden, es musste nachgesetzt werden. Ich kann es nicht beweisen, aber ich glaube, wenn die Februar Revolution, also die bürgerliche Revolution, in Russland funktioniert hätte, hätte sich Russland auf europäische Art und Weise, halb demokratisch, halb autoritär, zu einer Industrienation ersten Grades entwickeln können. Stalin schaffte die Industrialisierung eines rückständigen Landes mit brachialer Gewalt, das stimmt, und das sehen viele Russen als seinen Verdienst an. An die Massenopfer dieser Ära Stalin wird kaum erinnert. Als Hitler Russland Angriff, brach die Verteidigung Russlands auseinander. Stalin hatte mit einem Angriff Deutschlands nicht gerechnet. Über 2 Millionen Russen ergaben sich in den Anfangswochen des Krieges oder wurden gefangen genommen wir heute wissen, stand Stalin kurz davor aus Moskau, Richtung Samara zu fliehen. Als die Kommunistische Führung einsah, dass die sowjetische Bevölkerung nicht bereit war, für kommunistische Losungen zu sterben, wurde die Religion wieder aktiviert. Den Krieg gegen Deutschland gewann das kommunistische Russland mit nationalen Slogans, Heiligenbildern, Erinnerung an Heldentaten, frühere Zeiten, aber wie gesagt, nicht durch Kommunistische Losungen. Es war voraussehbar, dass nach dem Zerfall des Kommunismus und der Sowjetunion, auf dem Territorium der einzigen roten Supermacht Nationalstaaten entstanden. In keiner ehemaligen Sowjetrepublik hat sich der Sozialismus erhalten. Allerdings hat auch keine ehemalige Sowjetrepublik das westliche Demokratie-Modell angenommen. Auch die Zukunft der Ukraine. Nach dem Krieg sehe ich weniger europäisch, als viel mehr nationalistisch. Europa, in dessen Werte den nächsten Jahrzehnten mit einem russischen Nationalismus auskommen müssen. Inwieweit eine Gefahr für Europa sein wird, wird man sehen. Im übrigen glaube ich, dass sich die meisten osteuropäischen Staaten früher oder später von dem Liberalen westlichen Demokratie Modell auch verabschieden werden – Richtung stärkeren Nationalismus.

Global Review: Gorbatschow versuchte ja vor allem eine mit Glasnost und Perestroika eine Reform des politischen Systems, während die KP China unter Deng das Machtmonopol der KP beibehielt, zwar die 4 Modernisierungen von Industrie,, Landwirtschaft , Wissenschaft und Militär vorantrieb, aber schon erste Ansätze einer Demokratisierung unterband, am prominentesten die Niederschlagung der Wand der Demokratiebewegung unter Wie Jingsheng, der damals die „5. Modernisierung“, die Beseitigung des Machtmonopols der KP China und Demokratisierung Chinas samt Mehrparteiensystem forderte. Asl daraus dann eine Massenbewegung 1989 entstand unterdrückte dies die KP China dann auch mit Gewalt und behielt ihr Herrschaftsmonopol, während die Silowiki nach dem gescheiterten KGB- Putsch 1991 in den HIntergrund traten und Jelzin ein Mehrparteiensystem samt Wirtschaftscrashprogramm mit Oligarchenkapitalismus zuliess, das mehr einem Wilden Osten glich, bis die Silowiki unter Putin dann mittels eines stillen Staatsstreich wider die Macht an sich rissen und die Oligarchen unterordneten. Interessant ist aber ,dass die KP China scheinbar Lenins Neue Ökonomische Politik in neuen, gigantischeren Dimensionen wiederbelebte, die Idee der Kontrolle über die wirtschaftlichen Kommandohöhen beibehielt, wie auch Lenins Slogan „Die Kapitalisten werden uns die Sticke liefern, an denn wir sie aufhängen“, China Auslandsinvestitionen öffnete, sogar bis zu dem Punkt, dass sich daraus eine Abhängigkeit kapitalistischer Staaten sei es der USA, der EU, ajs auch Deutschalands nun gegeben ist, die ohne Folgen für die ganze Weltwirtschaft und die kapitalistischen Staaten selbst bei Decoupelversuchen haben würde Inwieweit sehen sie in China und auch Russland eine NÖP 2.0 ala Lenin in Aktion, auch in Sachen  Resource Empire Putins? Wo sehen sie Unterschiede im Wirtschaftssystem Chinas und Rsslands und auch Gemeinsamkeiten?

Dr. Rahr:: Sie sind ein ausgewiesener China Spezialist, ich nicht. Ich bin zwar auf Taiwan geboren, spreche aber kein Chinesisch. Ich habe mich in meiner wissenschaftlichen Tätigkeit in den letzten 30 Jahren auf Russland und die Post- sowjetische Welt konzentriert. Chinas Wirtschaft ist der russischen weitaus überlegen. Für China hat Deng Xiaoping alles richtig gemacht, Er hat die Wirtschaft seines Landes modernisiert, ohne die politischen Institute aufzuweichen. Gorbatschow ist den anderen Weg gegangen. Er wollte zuerst die Politik verändern, Demokratie einführen, und dachte, dass dann die Wirtschaft sich von selbst modernisiert. Das war natürlich ein Trugschluss. Obwohl der Westen ihn in dieser Vorgehensweise immer bestärkt hat. Eines muss man aber sagen. Russland ist nicht ausschließlich eine Rohstoff-Macht. Diese Aussage ist schlichtweg falsch. Gerade unter Putin wurden große Teile der russischen Industrie wieder belebt, modernisiert, es gibt einen Mittelstand, Privat-Firmen, Außenhandel, abseits vom Export von Öl und Gas. Russland hat keine Planwirtschaft mehr, sondern eine Marktwirtschaft, auch wenn sie nicht sozial ist, wie in Deutschland, und noch viele Probleme aufweist. Die russische Wirtschaft hat standhaft westlichen Sanktionen die Stirn geboten. Heute fragt man sich, wem die Sanktionen mehr geschadet haben – den Russen oder den Westen? Doch zurück zu China. Ich glaube, dass die Chinesen die großen Sieger des geopolitischen und geo-ökonomischen Welt-Umbruchs sind. China ist heute die einzige Brücke Russlands in die Weltwirtschaft. Ansonsten ist Russland von allen Seiten isoliert. Die Chinesen können den Russentüren öffnen, aber auch schließen. Die Chinesen schätzen die Partnerschaft mit den Russen sehr, vor allem Dingen, was den Rohstoffhandel angeht, ein bisschen gefürchtet haben Sie sich vor der russischen Militärmaschine. Diese ist im Ukraine Krieg beeinträchtigt worden den ein oder anderen Chinesen hat das gefreut. China hat heute das erreicht, was Mao immer wollte. Nicht China ist der kleine Bruder Russlands, sondern Russland ist viel abhängiger von China als umgekehrt. Militärisch wird China Russland in den nächsten zehn Jahren hinter sich lassen. Russlands Wunsch in Asien, außerhalb Europas, eine Großmacht Rolle zu spielen, hängt unmittelbar vom willen der Chinesen ab. Kein Wunder, dass Trump, wenn er Präsident der Vereinigten Staaten werden sollte, versuchen wird, Russland als Verbündeten, als kleinen Bruder Amerikas, für eine Auseinandersetzung gegen die Supermacht China zu gewinnen. Es gibt eine große Spaltung zwischen der Biden-Regierung und den Israelis und die hat etwas mit China zu tun. Israel ist jetzt isoliert,  Israel schadet den Vereinigten Staaten. Warum? Der Wirtschaftskorridor Indien-Naher Osten, der Iden USA helfen sollte, mit der chinesischen Belt-and-Road-Initiative zu konkurrieren, ist wegen der Unruhen im Nahen Osten verloren. Die Eisenbahnlinien in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien, die diesen Korridor schaffen sollten, wurden von China gebaut. Und es war China, das die Häfen und alles andere dort gebaut hat. Aber Tatsache ist, dass die USA wirklich glaubten, dass sie, um in der modernen Welt führend zu sein, positiv mit dem globalen Süden, mit den Entwicklungsländern, interagieren müssten. Jetzt sitzen die USA zwischen den Stühlen. In Zukunft wird die G7 von der G20 subtrahiert und eine bessere G13 wird kommen.  Das heißt, Länder außerhalb der G7 werden wichtiger.  Die USA sehen, dass China sie überholt. 

Global Review: Rußland wird gerade in eine Kriegswirtshcaft umgebaut. Sein Staatsfond wird zunehmend aufgebraucht. Der damalige Wirtschaftsberater Putin Kudrin hatte ja diesen eingerehtet, um Russland in eine moderne, wirtschaftsliberale Hitechmacht zu transformieren, dcoh Putin nützte diesen, um das Militär aufzurüsten und Hitech vor allem für dessen Modernisierung zu nutzen, weswegen Kudrin  demonstrativ wegen des Ukrainekriegs zurücktat. Inwieweit ist eine Modernisierung Russlands gescheitert, wird es nun eine reine Kriegswirtschaft, kann dieses nur noch Resource Empire , nun aber eben zunehmend nur noch Tankstelle und in Abhängigkeit von China bestehen? Wobei China unter Xi sich ja auch auf einen protracted war mit den USA vorbereitet, seine strategischen Rohstoffe, aber eben auch Freihandel und sein globalkeynisantisches Megaprojekt Neue Seidenstraße BRI voantreibt, ,aber wesentlich mehr Handlungsoptionen, auch wirtschaftliche und technologische als Russland hat-

Dr. Rahr: Ihre Frage ist weitgehend beantwortet worden. Ja, es stimmt, stimmt, dass die Stabilitätfonds in Russland fast alle verbraucht sind. Für eine künftige Modernisierung wird Russland dieses Geld nicht mehr zur Verfügung stehen. Ausländische Investitionen kann Russland wegen des Krieges in Ukraine nicht erwarten. Russland wird auf sich alleine gestellt sein. Größere Wirtschaftsreformen wird Putin deshalb nicht machen können. Russland wird weiter auf Rohstoffhandel setzen, und destruktiv handeln. d.h., Russland setzt auf die Schwächung der anderen, nur so kann Russland relative Stärke behalten. Putin möchte die Dollarisierung der Weltwirtschaft stoppen, Europa von Lieferketten abschneiden, und so dass wirtschaftliche Leben in der europäischen Union massiv verteuern. Zusammen mit China hofft er, westliche Investitionen auf dem asiatischen Kontinent, in Afrika und Lateinamerika zu behindern. Er weiß genau: seine russische Bevölkerung ist äußerst leidensfähig, das hat die Geschichte dieses Volkes gezeigt. Die Europäer sind das nicht.

Global Review: Es wird erzählt, dass Bereja eine LIberalisierung und neue NÖP oder gar Marktwirtschaft in der Sowjetunion einführen wollte. Auch unter Chrustschow gab es Wtrschaftsreformansätze nach Ideen des Ökonomen  Liebermann. Später hatte dann der Ex-KGB-Chef und Generalsekretär der KPdSU Andropow die Absicht in der Sowjetunion eine Marktwirtschaft einzuführen, jedoch das Machtmonopol der KP beizubehalten. Beide kamen nicht mehr zum Zuge. Wäre die Sowjetunion dann ein erfolgreicher Konsumkommunismus iie die KP China geworden? Und abschließend: Was wäre passiert, wenn Lenin weitergeblebt und erfolgreich gewesen wäre?

Dr. Rahr: Es stimmt, es gab viele Ansätze für Formen in der Sowjetunion. Nach dem Tode Stalins sollte Russland halbwegs demokratisiert werden. Es heißt, dass Beria den Kapitalismus in Russland einführen wollte. Aber der kommunistische Machtapparat ließ dies nicht zu, dann regierte Breschnew die Sowjetunion fast 20 Jahre. Sein Premierminister Kosygin versuchte Reform durchzuführen, aber die Parteispitze ließ dies aus ideologischen Gründen nicht zu. Andropow verstand, als er 1982 an die Macht kam, dass die Sowjetunion nur durch Radikalreform überleben konnte. Mithilfe der Geheimdienste versuchte er die Partei Ideologen zu entmachten. Andropow starb viel zu früh, um etwas bewirken zu können. Bevor Gorbatschow an die Macht kam und zwingend Reform durchführen musste, stand ihm der alte Parteiapparat noch lange im Wege. Aber auch Gorbatschow musste sehen, dass die Sowjetunion nicht mehr reformiert werden konnte. Es kam zur Dezentralisierung der Macht, und die Chefs der Sowjetrepubliken entrissen Gorbatschow das Zepter. Jelzin tat vieles richtig, aber er hatte letztendlich die Eliten, die Wirtschaft, die einfachen Leute gegen sich. Putins Reformwerk lässt sich dagegen sehen. Unter ihm lebten die Russen besser als jemals so vor. Russland wurde unter Putin ein Reiches Land, doch Experten, mein, dass der Krieg Russland, den Status einer Energie-Supermacht und eine Wirtschafts-Größe kosten wird. 

Global Review: Genauso wie es nun versuchte Revivals des Neoliberalismus gibt, ja nun auch der Libertarismus unter Argentiniens Milei  und Bukele in El Salvador als Testlabors  Aufwind erfährt, in Deutschland sich noch zwischen mehr den alten traditionellen  neoliberalen Vertretern wie Blackrock-Merz und Lindner mit Schuldenbremse und Preisung Schröder- Merkelschen- Schäubekschen jahrzehntelangem„Kaputtsparen“ versus  nachfrageorientierten, keynesiantischen Infrastrukturinvestitionen ergibt und als Extrempole eben noch die neoliberalen Wirtschatschaftsnationalismus einer AFD samt Dexit nd Rückkehr zur DM samt Höckescher „organischer Volkswirtschaft“,Hitlerischer Planwirtschaft mit über Linnemanns Arbeitszwang und Fordern statt Fördern  hinausgehenden Konzentrations-und Arbeitslager, Selektierung allen undeuschen und auch deutschen unlebenswerten Lebens samt möglicherweise ethnischen Massenmords oder Massendeportation oder einer Wagenknecht mit nachfrageorientierten staatlichen Masseninvesitionen auch im konsumptiven Bereich für mehr Sozialstast hat, so nun angesichts auch wegen Künstlicher Intelligenz einige erste Diskussionen von Neokommunisten, ob man nicht wieder eine digitale Planwirtschaft, auch mit globaler Perspektive einführen könnte. Die zentrale These ist, dass die damalige Planwirtschaft nicht wegen falschen Annahmen über die menschliche Natur, des homo oeconomicus und Adam Smiths unsichtbarer Hand gescheitert sei sondern weil sie noch nicht über die Planungskapazität und -fähigkeit und den entsprechenden Technologien verfügte, die  nun mittels künstlicher Intelligenz, Big Data, Algorithmen gegeben sei. Chinas soziales Bonussystem wird d als Vorbild gesehen, es ist auch auffällig, dass die rechtsradikalen  Akkzelerationisten wie Nick Sand schon in Peking weilen und Stephan Thiel, der wahrscheinlich Trumps Beraterstab zugehören wird, ja vielleicht auch dessen Wehrwirtschaftsführer im Silicon Valley wird, um die Elon Musks, Jeff Bezzoes und Bill Gatese auf Reihe zu bringen,, China als sowohl politisches wie auch wirtschaftliches Modell sehen. Neokommunisten argumentieren auch, dass jeder Konzern Pläne aufstelle und man das dann eben mittels KI auch wieder gesamtwirtschaftlich könne. Wobei noch unklar ist, inwieweit bei dieser Sorte der Politikökonomie sich dann der Staat zur Ökonomie verhalte, einige neokommunistische LIbertäre träumen ja inzwischen davon, dass man diesen nicht mehr brauche und mittels KI dann Nachfrage und Angebot im Sinne der dezentralistisch- antiautoritären Leseweise vom Marx ( nicht Diktatur des Proletariats, sondern freiwilliger Zusammenschluss autonomer Produzenten) auc ohne die Vemittlung eines Staates oder einer Partei mittels Algorithmen bestimmt und organsiert werden könne, Alte Ideen der Arbeitswerttheorie feiern dann wieder Urstände, sei es Arbeitskontenrechnungen mit vermuteter zu bestimmender durchschnittlich gesellschaftlich notwendiger Arbeit anhand des Entwicklungsstands der Technologien und Produktivkräfte, wobei da immer noch die Frage ist, wer dann zu Bestimmung all dessen die Algorithmen der Künstlichen Intelligenz schreiben und definieren würde oder aber ob man die Künstliche Intelligenz als selbstlernende generative Intelligenz seiht die Mensch, Staat, Partei und alles überflüssig macht, wie dies auch schon mal Yuval Hariri als driite Ära der Menschheitsgeschichte behauptete. Möglicherweise die nächsten futuristischen Erlösungsphantasien mit totalitärem und desaströsen Ausgang, aber inzwischen schon in der Diskussion. Gibt es derartige Überlegungen auch schon in Russland oder ist Putin da eher ein traditioneller Ökonom, der genug von Planwirtschaftsexperimenten, auch in neuer Form hat, also bestenfalls Lenins NÖP 2.0, aber eben nicht Stalins direkte Kommandplanwirtschaft mit KI? Oder könnte solche Ideen bei einer weiteren Transformation Rußlands in eine Kriegswirtschaft auch Konjunktur erleben, wenn seine neuen Albert Speers wie Medwedew oder Glasjew. or whoever nicht die erhofften Panzer oder Ergebnisse bringt, nachdem sie schon Stalinische Disziplinierungsdrohungen  für Rüstungsmanager scheinbar erfolglos aussprechen?


Dr. Rahr: Zweifellos befindet sich die gesamte Welt vor absolut neuen Herausforderungen, politischer, militärischer, wirtschaftlicher, aber eben auch technologischer Art. Das KI Zeitalter nähert sich, und es gibt heute die These, dass künstliche Intelligenz die Macht über Menschen, Bevölkerung, Länder erhalten wird . Aber heute ist das alles noch pure Spekulation, eigentlich ein totaler Wahnsinn. Nichtsdestotrotz, muss man sich mit diesen Fragen äußerst seriös beschäftigen. Im Westen wird heute gesagt: wir, freiheitsliebende Menschen, wollen auf keinen Fall in einer Welt leben, die von China, oder Russland regiert wird. Amerikaner und Europa sind bereit, diese „multiple“ Weltordnung, wo eben China, Russland, vielleicht andere Staaten, ihr Wirtschaftsmodell und Herrschaftsmodell der Welt aufstülpen werden, mit aller Macht zu verhindern. Ich selber glaube, dass die Welt vor einer „neuen Aufklärung„ steht. Wir stehen vor einer neuen, weltweiten geistigen Reformation. Es fehlt nur noch eine Person wie Martin Luther. Die alten Prinzipien, nach denen die westliche Welt 300-400 Jahre regiert wurde, sind verstaubt. Die Frage, die Politiker künftig beschäftigen wird, lautet nicht: wie rettet man die freiheitliche Ordnung, wie gibt man den Menschen noch mehr Freiheit, noch mehr Individualität, noch mehr Partizipationsmöglichkeiten, sondern die Frage wird ganz banal lauten: wie ernährt man 10 Milliarden Weltbürger auf einem Planeten, der solche Menschenmassen ökologisch, wirtschaftlich, und auch politisch gar nicht verkraften oder beherbergen kann. Eigentlich müsste sich der Club of Rome mit dieser Frage eingehen befassen, aber die Autorität dieses Clubs löst sich langsam auf, eben weil die Welt mehr und mehr Richtung Multipolarität geht. Festliche Denker beginnen den grandiosen Fehler, dass sie sich arrogant, hinter den eigenen Ideen vergraben, und alternative Meinungen, die aus feindlichen Ländern kommen, von vornherein ablehnen und sogar bekämpfen. Diese Ignoranz, Alternativen, Entwicklungsmöglichkeiten gegenüber, steigert aber nur die Aggressivität in der Welt. Natürlich versucht man auf Veranstaltungen wie in Davos, oder der Münchner Sicherheitskonferenz, die vorherrschende westliche Weltordnung und Sicherheitsarchitektur zu retten, aufrecht zu erhalten, weiter zu entwickeln. Aber das wird nicht gelingen. Ja, die Planwirtschaft wird auf einer viel, viel höheren technologischen Stufe als im Sozialismus in zahlreichen Ländern, wo die Bevölkerung in großer Überzahl ist, eingeführt. Eine Neuauflage des Sozialismus wird es, meiner Meinung nach, nicht geben. Die Menschen wollen keinen neuen Wein in alten Schläuchen. Man ist immer offen für neue Ideen, auch wenn sie radikal erscheinen. Ich glaube auch nicht, dass viele der heutigen Staaten eine Zukunftsperspektive besitzen. Die Welt wird in Blöcke aufgeteilt werden, nicht unbedingt Militärblöcke, aber Wirtschafts-Blöcke, die aus einzelnen Zentren regiert werden. Ein solches Zentrum bleibt Washington, Peking wird ein zweites Zentrum werden. Und die Menschen werden sich tatsächlich unter die Obhut eines Mega-Staates begeben wollen, freiwillig. Ideen der Freiheit, Demokratie, Gleichheit – sie wurden jahrhundertelang vom Bürgertum getragen, welches sich in westlichen Ländern vor 300 Jahren manifestiert hat. In der heutigen überbevölkerten Welt sehe ich, dass das Bürgertum langsam verschwindet. Die Macht geht an den Staat und eine völlig neue technokratischen Herrschaftselite über. Das Bürgertum ist mit seinem Latein am Ende. Der amerikanische Politologe Fukuyama hatte recht, als er vom Ende der Geschichte sprach. Die alten Ideen funktionieren als Herrschafts-Modelle nicht mehr. Die Menschen haben völlig andere Erwartungen, und die Macht in den Staaten wird bald ganz anders aussehen, als wir uns das vorstellen konnten. Nur so lassen sich die großen Probleme dieser Welt lösen, wie das Aufhalten von Völkerwanderungen. Andere Probleme sind die große, ökologische Erneuerung der Welt, Ernährungssicherheit, Rohstofflieferungen, Zugang zu Wasser, Zugang zu Energie, Bildung und Arbeit. Big Data ist der Name des einbrechenden Zeitalters. 

Global Review: Wie passt XI und Putin mit KI zusammen-werden sie wegrationalisiert und nicht mehr gebraucht oder nach ihrem Tod bei lebenslanger Herrschaft als Avatre wie Lenin im Maosloleum nun aber eben in Hologramm oder 3D  wie die Abbatare erhalten und existieren als Hüllen einer KI voran. die diese ersetzt und nun die Befehle aufgrund höchster Intelligenz, Big Data, optimierten und fast unfehlbaren Big Data Eine letzte Frage zum Personenkult und Narzismus um Putin. Xi und artverwandten Despoten nun auch die Egonarzissten wie Xi , Hitler, Putin, Erdogan, Trump ,Kaczynski, Kim Yongun mit seiner hübschen  aber ebenso toughdynastischen Frauenquotenschwester, Höcke, Weidel, Meloni, e3tc,– würden die da überhaupt andere Götter neben sich wie die KI  sich exitstieren lassen. Du sollst keine/m anderen Göttin/Gott/Führer haben, nichts darf neben ihnen bestehen, die Gefahr, Sockelsturz, Unterminierung , Delegititmierung, Entsakruslisierung und Profanisierung sein könnten, für Führer, Staat; Partei; Land aber auch der Größte Feldherren aller Zeiten, jeder GRöFraz oder jede GröfrauZ läuft Gefahr Informationen oder bearbeitete Informationen dann selbst beurteilen zu können, wobei denn die Frage ist, ob KI gelieferte Informationen von ihr selbst bearbeitet werden müssen oder, dass sie KI gelieferte Daten selbst beurteilt und entscheidet oder wiederum KI den .mit KI zu bearbeiten- ohne selbst das zu beurteilen oder dann doch. Oder ob ihr eine Beraterschicht, ein Technokratenclique die KI- Interpretationen und – synopsen bringt, wodurch sie entweder selbst ohne genauen Durchblick sich auf KI- oder Technokraten verlassen und gläubig werden würde. Im den 70er Jahren waren das dann etwa US- Verteidigungsminister Mc Namara, der seiinen Pentagonsupercomputer Ada mit Daten fütterte, ihn fragte, wann der Vietnamkrieg vorbei sei, worauf Ada meinte: „1968- wir haben gewonnen!“. Nun mit weiter entwickelteren Quantencomputern und Algorithmen und generativer KI erhofft man sich besser (Fehl-) Einschätzungen. Also die Frage wird sein, inwieweit Xi bereit ist die KI neben sich eifersüchtig zu nutzen, diese selbst zu benutzen oder mittels einer KI- Technokratenschicht diese immer wieder zu verbessern, korrigieren oder eben werden bei all den einströmenden Daten, Informationen Ideen, Vorschlägen, das nicht alles lst auch schon aufgrund der Masse an Daten kaum selbst auszuwerten oder werden da technokratische Analytiker- und Algorithmenschreiber  gebraucht, um dann eine Synpose zu erstellen oder wird diese dann auch wieder von KI interpretiert und als Handlungspoptionen vorgeschlagen oder schreibt Xi selbst die Algorithmen einer KI seines Vertrauens. Maht KI dann aus den Xi Jinpingsgedanken den Algorithmus für XI? Also ist dann XI die KI oder Putin die KI oder die Xi JInpingthoughts oder whatever. Grundsätzlich will aber Xi und Putin KI selbst sein, aber muss sich auf sie verlassen, insofern er nicht ein Avatar werden will und selbst in die KInetz integriert wird. Wer bestimmt. XI, Putin, eine Technokratenschiht, ie sie ja schon mal zur Zeiten der Konvergenztheorie nach Galbraith bei  Managment und Betriebsorganisation als neue Klasse der Technokraten und Manager behauptet wurde oder wie Yuval Hariri die KI selbst bei allen politischen, ökonomische  und sonstigen Entscheidungen für rXi, Putin oder  Diktator however als eigentlich regelnde und bestimmende Kraft sehen will? Und wie sieht das dann bei automatisierter Kriegsführung aus. Wer trifft dann die Kriegsentscheidung oder wenn Xi oder auch immer sie trifft bis zu welchem Masse kontrolliert er noch das Kriegsfeld und den Kieg?Wie steht es mit Führer und KI?

Dr. Rahr: ihre Frage ist relativ einfach zu beantworten. Der Fortschritt lässt sich nicht aufhalten. Weder in China, noch in Russland, natürlich auch nicht in Nordkorea. Zu KI gibt es in Russland zahlreiche Überlegungen. Zahlreiche Forschungsinstitut arbeiten daran, ich glaube, dass der KGB seine Finger, wie üblich, hier mit im Spiel hat. Kurzum, Putin soll unsterblich werden. Es gibt heute schon viele Gerüchte, dass Putin mehrere Doppelgänger hätte. Und an den Gerüchten ist etwas dran. Ein Avatar von Putin wird erstellt. Ein künstlicher Putin trat übrigens schon bei der letzten großen Pressekonferenz des russischen Präsidenten – praktisch an der Seite Putins – öffentlich auf. Es war eine gespenstische Szene. KI kann Putin praktisch jetzt schon ersetzen, Putin regiert Russland nicht als live-Person, sondern jetzt schon per Video und Internet. Ich würde das nicht als völligen Unsinn betrachten, wenn in Russland heute spekuliert wird, dass Putin in den nächsten Jahren sichtbar älter werden wird, dies aber seine Autorität schade. In der Öffentlichkeit wird deshalb ein Putin – Avatar die Leitung des Landes übernehmen, Botschaften und Befehle aussenden, auch per Videoschaltung an weltpolitischen Konferenzen teilnehmen, möglicherweise auch Wahlkampf machen. Das Original wird gar nicht mehr gebraucht, auch die Doppelgänger werden entsorgt. Der Öffentlichkeit soll eben ein dynamischer, sportlicher und jüngerer Putin vorgestellt und demonstriert werden. Wie gesagt, solche Pläne gibt es, in den Zentren der Geheimdienste. Ob sie realisiert werden, ist unklar. Es geht vor allem um die Macht-Sicherung der jetzigen herrschenden Eliten. Jetzt stellen Sie sich vor, dass Putin in ein paar Jahren stirbt, vielleicht so um 2037 herum. Sein Avatar, an denen sich die Öffentlichkeit gewöhnen wird, wird im Personenkult in Russland weiterleben und weiter regieren. Praktisch wie Lenin im Mausoleum liegend. Bis dahin werden sich die Menschen in Russland, auch die jüngere Generation, an diesen Putin-Avatar gewöhnen. Und es wird ihn unter der Herrschaft des Avatars nicht schlechter gehen, als heute. Und eine jüngere Herrschaft, Elite, technologisch, hochbegabter Funktionäre, natürlich aus dem Geheimdiensten, wird mittels des Putin- Avatars des Land regieren. Im übrigen hat George Orwell darüber schon in seinem Roman 1984 prophezeit, als er den Big Brother schuf. Dieses Buch war in der Sowjetunion früher verboten, aber ich habe noch in den achtziger Jahren gehört, dass für den damaligen KGB Chef Juri Andropov, dieses Buch sehr aufschlussreich erschien. Putin wird ja bekanntlich in großen Teilen der Welt, steckbrieflich gesucht. Er wird sowieso nicht nach Europa nach Amerika und in große Teile der Welt reisen können. Sein Avatar wird an den Videokonferenzen aber teilnehmen. Experimente dazu finden statt. Und die KI spricht mit Putins Stimme, hat das Aussehen Putins, die Algorithmen sind alle erschaffen, und scheinbar gibt es im Umfeld des Präsidenten den festen politischen Willen, ein solches KI-Herrschaftsmodell tatsächlich  aufzubauen. An Genialität kaum zu übertreffen. Vielleicht für dieses System zunächst einmal nicht in Russland, sondern in Nordkorea ausprobiert. Wir werden es sehen, jedenfalls stehen wir vor hoch interessanten Zeiten.

Global Review: Nach dem Untergang des Sowjetkommunismus, hatte die USA ja einen sogenannten „unipolaren Moment“ und brach sich nun auch die Politikökonomische Ideologie von Popper/Soros Offener Gesellschaft, dem Neoliberalismus, der Globalsierung , der Kantschen und Lockschen Freihändleridelogie des kapitalistische Friedens oder des demokratischen Friedens und einem „Ende der Geschichte“ Fukuyamas samt Demokratisierungstheorien und Endsig der liberal- neoliberalen Systems weltweit die Bahn. Die österreichische Schule um Hayek, Friedmann, Mises und der Mt. Pellin-Gesellschaft  wurde nun über Reagan- USA und Thatcher_-GB nun auch mittlels des sozialdemokratischen Dritten Weg Blairs und Agenda- Schröders nach Europa gebracht. Dabei wurde auch erklärt, dass Staat und Nationalstaat (da wurde auch beides vermischt) ein Relikt archaischer Geschichte sei und man nun zu einer internationalen auf Friedenssdividenden profitierender Globalisierung, die win-win für alle und trickle down- Effekte bringen würde, die weltweite Mittelschicht aufsteigen liese, zumal die dann ab einem gewisaen BSP/ Kopf als demokratischen tipping point nach Vorbild der Teaparty in Boston „No taxation wthout representation“ fordern und dann Dmorkatire einfordern und auch durchsetzen wOllte. Eigentlich die klassische US- Middle callss- Ideologie: Während der Westen privatisierten, Austeritätspolitik, slim state, der fit für die GlobLiserung machen sollte, Nationalstaat und zugleich Staat weiter schwächten, hat die KOP China diesem Märchen nie vertraut, alle demokratischen Ansätze schon frühzeitig unterbunden, zwar Freihandel (RCEP, während es mit TTIP, TPP und EU- Mercusor- FTA nichts wurde) , Wirtschaftsentwicklung und Infrastrukturprojekte zuerst national und dann eben mittes globalkeynesiansitsicem Megaprojekt Neuer Seidenstrasse vorangetrieben, währen die neoliberalen Ideologen des Westens ihren Nationalstaat weiter abbauten, schwächten und den Staat zunehmend privatisierten, deindustrialisierten, outsourcten,, es zunehmend Modernisierungsverlierer gab, und nachdem nicht nur ein rust bekt samt dezimierter Arbeterklasse ensatnd (siehe Micheal Moores Film „Roger and Me“ als Vorbote), sondern nun auch die midle class und der American dream das Schicksal von Arthur Millers „Tod eines Handlungsreisenden“ nahm, was nun eine Welle rechtsradkaler und linksradikaler Bewegungen hervorgebracht hat, die zunehmend in Xi- China oder Putin- Russland da ein Modell sehen. Aktuell spiegelt sich dies nun wieder in der Diskussion um die Austeritätspolitik, die Schuldenbremse, die Kapitaldeckung von Rente oder Infrastrukturbau und Green Deal, wo die einen keynesianistische , nachfrageotsrientierte Politik fordern, auch in Infrastruktur, während nu  in den USAund GB viele auf eine Revival des Neoloberalismus und nun auch als weitere Stufe des Libertarismus, also der völligen Besietigung des Staatse sehen. Liz Truss ist damit schon schnelll gestrzt, da sie schon beim ersten Versuch Brexit- Global Britain in eine gigantische Krise stürzte, dass selbst Sunak und die City of London den Daumen nach unten senkten, und sie absetzten. Nun hoffen einige der Neoliberalen und Libertären auf das autoritäre Argenitinie Mileis und die erste Bitcoinnation El Salvador unter Bukele als neue Wirtschaftsmodell und ideologische Vorreiter der neuen Österreichischen Schule, mal wieder in Lateinamerika, wie damals unter Pinochet- Chile als erstem Labor für den Neoloberlaismus von Milton Friedmanns Chicago- Boys. Interessanterweise mit einem deutschen Ideologiengeber, wie dies umgekehrt ach schon von linker Seite bei Chavez und seinem „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ der Fall war. Nun werden auch schon die ersten Bitcoinfunds and der Wallstreet zugelassen, wie früher al die toxischen Finanzprodukte , die die Finanzkrise 2008 auslösten. China und die EU haben das glücklicherweise bisher abgelehnt, weil sie das vorige Desaster noch in Erinnerung haben. In diesem Zusammenhang fragt man sich, inwieweit China und Putin- Russland da eben eine  Systemalternative zu diesem versuchten Revival des Neoliberalismus, der sich nun auch zum Extremismus eines Libertarismus auswachsen droht sein werden, wobei China mehr als Russland. Aber eben auch in Bezug auf der Rolle von Nationalstaat Staat und Ökonomie. Sehn Sie da doch einen systemischen Gegensatz?

Dr. Rahr:  ich stimme dem zu, dass die multipolare Weltordnung der Zukunft auf totalen Gegensätzen basieren wird. Ob der Neoliberalismus des Westens, vor allem der USA, der Hauptfeind des globalen Südens wird, sei dahingestellt. Ich glaube, China und Russland übernehmen auch in Zukunft, Grundsätze des Kapitalismus, also auch Elemente des Neoliberalismus in ihrer Entwicklung. Was ist dann unter Gegensätzen gemeint? Ganz einfach: Machtkampf um die Weltherrschaft. Egal wie. Russland und auch China, auch die BRICS-Staaten, wollen in Zukunft den Washington NNN, Konsens mit einem anderen Konsens, vielleicht einem Shanghai Konsens, ersetzten. Die Weltwirtschaft wird dann von zwei Gegensätzen regiert. Welcher Pol sich letztendlich durchsetzen wird, ist offen. Zu diesem Zeitpunkt kann ich das schwer beurteilen. Ich glaube nur, dass die neue Welt Wirtschaftsordnung durch Kämpfe, nicht über Friedensgespräche, installiert wird. Uns drohen, Rohstoffkriege, Zusammenbrüche von Lieferketten, Kampf um Transportkorridor, wie die Nord-Ost Route, Suez Kanal, Rotes Meer, Südpazifik. Russland wird versuchen, vom westlichen Wirtschaftsmodell abzudrücken, und das chinesische Modell zu übernehmen. Aber was heißt das wiederum? Schlüsselelement dieses Wirtschaftssystemswird ein übermächtige Start sein, ohne aber die Planwirtschaft. Es soll eine Partnerschaft geben zwischen Staat und Privatunternehmen . Nur müssen die Privatunternehmen politisch an der Leine staatlicher, nationaler Interessen geführt werden. China hat ein solches System schon geschaffen. Wie es Russland in einigen Jahren wirtschaftlich geht, steht in den Sternen. Heute geht es der russischen Wirtschaft ziemlich gut, sie scheint von westlichen Sanktionen nicht betroffen zu sein. Aber der Rettungsanker für Russland bleibt alleine China. China kann die Grenzen Russlands zur Weltwirtschaft öffnen, was Peking auch tut, aber, im Falle von Konflikten, kann China diese Grenze auch schließen. in diesem Sinne, ist, bleibt und wird Moskau Weltwirtschaft nur über China betreiben können. Wir werden noch sehen, wie sich das chinesische Modell modifizieren wird. Inwieweit das von Europa geprägtes Russland in der Lage sein wird, eine asiatische, sprich chinesische, Wirtschafts- Mentalität anzunehmen, steht in den Sternen. viele Experten im Westen sagen, China sei viel zu schwach, um Anführer einer alternativen Wirtschaftsordnung sein zu können. Sie verweisen darauf, dass in den letzten 100 Jahren, der Westen, trotz dramatischer Krisen, sich jedes Mal wieder erfolgreich behaupten konnte eine gut funktionierende Weltwirtschaft ohne Amerika, ist den Europäern unvorstellbar. Was ist dazu zu sagen? Für das 20. Jahrhundert mag das stimmen. Doch es ist doch sonnenklar, dass Asien derzeit Europa in allen Belangen überholt. Demographisch, technologisch, und in vielem anderen. Im globalen Süden will man sich vom Westen nichts mehr vorschreiben lassen. Einige Länder sprechen vom Wegfall des Neokolonialismus. Und zwar für immer. Politisch gehen der Westen, Asien und der globale Süden unterschiedliche Wege. Das ist das neue am 21. Jahrhundert.

Global Review: Börsenexpertin Sandra Navidi (Beyond Global) meint, das im Falle eines Wahlsieg Trumps, dieser sich erst einmal mit einer Riege radikaler Minister umgeben werde, den ganze Staatsapperat säubern, eine Diktatur einführen werde, die durch die check and balances nur och etwas verlangsamt werden könnte, sogenannte „Globalistennetzwerke“, auch transatlantische beseitigen würde und ähnlich wie Putin sich eine Clique von loyalen Oligarchen zulegen werde, um die wirtschaftlichen Kommandohöhe zu kontrollieren und auch als Art Wehrwirtschaftsführer wie bei Hitler im 3. Reich eben Krupp und andere, die ihm und seiner Familie zudem auch ein wenig  zu zahlen haben. Inwieweit könnte eine Trump_ USA da eben Putin als Vorbild haben, zumal Trump a auch große Stücke auf Putin zu halten scheint, ja vielleicht auch die NATO auflösen will, um zu einem Deal mit Putin zu kommen, damit dieser sich aus seiner Abhängigkeit von China befreit oder sich zumindestens distanziert, um dann sich auf den Hauptkonkurrenten in Sachen Weltmachtstatus ala Xi- China zu stürzen? Wobei das System Trump dann eine seltsame Mischung aus Wirtschaftsnationalismus ALA Putin; Xi, auch nach den Ideen des nun neuen Think Tanks American Compass und Neoliberalismus und gar wäre. Glauben sie, insofern der alte Liberalismus, universalmenschenrechtswerte Demokratie und Außenpolitik beseitigt würde, es da nicht zu neuen systemischen Gegensätzen kommen könnte statt einem internationalen Megadeal und einer Neuaufteilung der dann multipolaren Welt in dann als stabil angenommenen miteinander abgesprochenen Einflusszonen oder America Frist, China first, Russia first und whatever gerade dies verhindert und erst der Auftakt viel brachialerer Weltmachtkämpfe wird, wie wir sie jetzt schon in Ansätzen erleben? Ist diese schöne neue multipolare Welt und ihre erhoffte Weltordnung nicht ein wenig die Theorie vom „Ultraimperialismus“ Kautskys, in der er behauptete, dass die wirtschaftlichen Monopole und Staaten durch Absprachen eine Weltfri3den garantieren könnten, was Lenin in seiner Schrift „Der Imperialismus als höchste Stufe des Kapitalismus“ zurückwies, meinte es seien nur kurzfristige Absprachen möglich und die Monopolisierung der Wirtschaft erst recht die Widersprüche erst auf die Spitze, wobei er sich durch Ausbruch des 1. Weltkriegs dahingehend bestätigt sah, den Kautsky für ausgeschlossen gehalten hatte?

Dr. Rahr: Was Trump mit Amerika machen wird, ist sonnenklar. Er wird einerseits Isolationismus betreiben. Er wird alles daran setzen, Amerikas Wirtschaft zu stärken. Dafür wird er Bündnisse, Allianzen in der ganzen Welt eingehen. Möglicherweise wird China sein Hauptgegner, gegen den er weltpolitisch campen will. Er wird aber keine Kämpfe für den westlichen Liberalismus führen. mit den Diktatoren und Autokraten dieser Welt wird er normalen Handel treiben. Da ist Trump Pragmatiker. Das wichtigste für ihn wird sein, dass die Amerikaner mit seiner Politik zufrieden sind . in Europa wird er sich mit nationalistischen Kräften, vor allem in Osteuropa, verbünden. Er wird sich an den Staaten rächen, wie Deutschland, die ihn heute am Macht- Aufstieg behindern wollen. Putin gegenüber wird er sagen, Vladimir beendet den Krieg, solange du das gesichtswahrend machen kannst. Nimm dir meinetwegen die alten russischen Gebiete in der Ost Ukraine, die wirtschaftlich völlig unbedeutend geworden sind, und vom Krieg völlig zerstört sind, baue sie meinetwegen auf, aber Misch dich nicht in meine Geopolitik in Europa und Asien ein. Wenn du, Vladimir, mit mir gegen China gemeinsame Sachen machst, Wird dies für dich nicht von Schaden sein . Putin wird dann ins grübeln kommen. Oligarchen, und andere politische Kräfte in Russland, werden über Amerika, vielmehr über Trump, sich alternative Wege, zurück in die Welt-Wirtschaft suchen wollen. Ich möchte der deutschen Politik raten, diese Szenarien sich genau anzuschauen und sich darauf einzustellen. Noch aber glaubt man in Deutschland an den ultimativen Sieg des westlichen Liberalismus, an die Wiederkehr der eigenen Stärke, und vernachlässigt die interessanten Bewegungen und Entwicklungen im globalen Süden, in Amerika, in Asien. 

Global Review: Nach der Frage der „Remigration“/ Massendeportationen legt Weidel nun in der „Financial Times“ nach:Offen für den Dexit. Wie Le Pen mit dem Frexit. Interessanterweise hat Meloni das noch nicht erwogen. Zuvor dachten ja einige, das sei nur eine Forderung Höckes. Bisher hielten viele Weidel ja als die moderate AfD mit der Goldmann-Sachs-Wirtschaftskompetenz. Ich hoffe nur nicht, dass wir zur Migration auch noch eine Eurokrise bekommen. Die Verhandlungen zum Wirtschafts- und Stabilitätspakt und was da beschlossen wurde, wurde wohlweislich aus allen Medien herausgehalten, auch wenn Italiens und Griechenland weiter schwelende Krisenherde bleiben. Ironischerweise auch der Todestag von Wolfgang Schäule, dem Nationalhelden der letzten Eurokrise. Dann  könnten Dexit und DM-Forderungen Aufschwung erhalten. Zumal der Euro wie auch die EU eben auch einige Konstruktionsfehler hat, am augenfälligsten mit der fehlenden Ausschlussmöglichkeit eines Mitglieds(ist ja bei der NATO ähnlich). Bail out verbot seit Draghos Whatever it takes auch ignoriert und bei einer neuen Eurokrise ist die Frage, ob die EZB da noch genug Ressourcen hat oder das Pulver nicht schon verschossen hat. BSW: Hat Sahra Wagenknecht denn auch einen Dexit gefordert? Das habe ich von ihr noch nicht gehört, nur Forderungen nach einer EU-Reform und Aufhebung von Austeritätspolitik und Neoliberalismus.

Dr. Rahr: Ja, die Krise in der deutschen Politik ist nicht mehr wegzuleugnen. Manche beobachte sagen, dass sei alles normal, in den siebziger Jahren in den achtziger Jahren in den neunziger Jahren habe es immer Probleme gegeben. Auch bei der Finanzkrise vor 15 Jahren habe man Katastrophen sehen wollen. Nichts dergleichen ist passiert, Deutschland ist aus all den Krisen stärker, denn je rausgegangen Finanzminister Lindner hat am 23. Januar vor dem Ostausschuss gewarnt. Deutschland soll nicht schlecht geredet werden! Deutschland wird wieder Exportweltmeister! Deutschland hat genug leistungsstarke Schultern, um aus jeder Krise heil herauszukommen! Auch die Ampel Regierung wisse, was zu tun sei. Viele Zuhörer im Saal schüttelten darüber den Kopf. Aus den Wirtschaftskreis hört man, dass es um die deutsche Wirtschaft nicht sehr gut bestellt sei. Das Problem ist der ausufernde Sozialstaat. Er ist schlichtweg nicht mehr bezahlbar. Auch wird bemängelt, dass die Regierung sich von den Menschen völlig entfremdet hat. Die deutsche Außenpolitik ist viel zu moralisch, viel zu ideologisch aufgebaut. Deutschland versucht weiterhin andere Länder in Sachen Demokratie zu erziehen. Die Menschen merken das, auch in Deutschland, und laufen deshalb Populisten wie Wagenknecht und der AfD hinterher. Ich sehe drei Szenarien für Deutschland. Szenario eins: weiteres herumwurschteln. Die Krise kann so nicht bewältigt werden. Die SPD wird wahrscheinlich aus der Regierung entfernt, die CDU kommt rein, aber wird weiterhin weiterhin auf eine Koalition mit dem Grünen angewiesen sein. Die FDP fliegt aus dem Bundestag, die Linken sowieso, die SPD landet bei 10 %. Deutschland wird einen Rechtsruck erfahren. Beobachte hoffen, dass er der Rechtsruck von der CDU gestaltet wird, nicht von der AfD. Das zweite Szenarium wäre eine Koalition der CDU mit der AfD. Dafür müsste die Brandmauer eingerissen werden, aber der CDU, wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als in Sachsen, vielleicht in Thüringen, auf die AfD zuzu- gehen. Das hat nichts mit Moral, wenig mit Demokratie zu tun, das ist reine Mathematik. Andere Koalition mit links werden wahrscheinlich unmöglich sein. Deutschland wird sich verändern, von Seiten des Ostens. In Westdeutschland werden die Menschen dagegen sein, aber es wird schwierig sein, den Rechtsruck in Deutschland zu verhindern. Diesen Rechtsruck kann man verhindern, wenn das dritte Szenario stattfindet. Die jetzige Ampel Regierung beginnt das Land mit Notstandsgesetze zu regieren. Radikale Parteien, wie die AfD, werden verboten. Wagenknecht und Massen werden zu keiner Wahl zugelassen. Alle Medien unterstützen diesen Kurs, der von außen wie ein Putsch aussehen wird. Die Regierung wird versuchen, autoritär zu handeln, die haupttreibende Kraft. Dabei wird nicht die SPD sein, sondern die Grünen. Die Grünen haben zwar nur 12-14 % Unterstützung der Bevölkerung, aber die Herrschaft Eliten Deutschlands bestehen aus 75 % aus Grünen. Die Grünen haben in Deutschland die heimliche Macht. Hier unterscheidet sich Deutschland von vielen anderen europäischen Ländern, wo die Sache nicht so einfach ist. Was hat das alles mit russland zu tun? Antwort: nichts. Ich glaube nicht, dass Russland direkten Einfluss auf Wahlen in Deutschland, auf das gesellschaftliche Leben in Deutschland wahrnehmen kann. Diese Zeiten sind vorbei. Die Veränderungen in Deutschland kommen aus dem Innern des Landes. Die Wiederwahl von Trump wird eine Spaltung zwischen den USA und Europa hervorrufen. Profitieren davon werden in Europa, Nationalisten und Populisten. Mal sehen, ob die links-grün Eliten in Deutschland dagegen halten können. Deutschland wird von vielen Krisen erschüttert. Die Migration Krise ist kaum lösbar. Mit rechtlichen Mitteln kann diese Krise kaum bewältigt werden. Es geht nur, wenn Deutschland von seiner humanistischen Politik Abstand nimmt. Die Energiekrise wird uns auch Jahre beschäftigen. Von Russland hat sich der Westen abgekoppelt. Aber die Abhängigkeiten von den USA sind unschön. Für die Industrie wird die Produktion in Deutschland zunehmend teuer. Eine Industrialisierung ist ein weiteres Problem, mit dem Deutschland zu tun haben wird. Und eines kommt noch dazu: Deutschland steht in Europa nicht alleine da, sondern trägt Verantwortung für viele, viele andere europäische Länder, die nach der Erweiterung in die europäische Familie aufgenommen worden sind. Das reiche Deutschland wird die finanziellen und wirtschaftlichen Krisen in den Nachbarländern meistern müssen. Das ist eine Mammutaufgabe. Nicht zuletzt wird Deutschland für seine Militärs sehr viel Geld ausgeben müssen. Berlin rüstet sich möglicherweise für einen Krieg mit Russland in fünf oder zehn Jahren. Ich glaube zwar nicht an diesen Krieg, aber ich sehe ein neues Wettrüsten in Europa, das Wirtschaft-schädigend, sowohl für die EU, als auch für Russland sein wird. 


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