Kriegsoptimistische Szenarien für den Irankonflikt: Cyberwar und CHAMP

von Ralf Ostner

Bisher   waren Kriegsszenarien mit dem Iran zumeist verbunden mit Luftschlägen gegen die Nuklearanlagen und die Revolutionären Garden im Iran und im Ausland, der Blockade des Persischen Golfs, iranische militärische und terroristische Gegenschläge gegen US-Einrichtungen und die US-Verbündeten wie Saudiarabien inklusive steigender Erdölpreise mit Gefahrenpotential für die Weltkonjunktur,zivilen Opfern, Flüchtlingsströmen und eines Flächenbrands. Auch unklar bleibt, wie sich dann Rußland als Atommacht verhalten wird und das Ganze vom Großkonflikt zum Großmachtskonflikt eskaliert, ja Pessimisten sahen da auch schon mancherortens eine Weltkriegsgefahr..

Alles falsch?! Den möglicherweise kommenden Krieg mit Iran sehen eine Reihe von Experten und Autoren, auch auf der Achse des Guten recht gelassen und optimistisch entgegen. Arye Sharuz Shalicar, Abteilungsleiter für Internationale Beziehungen im israelischen Ministerium für Nachrichtendienste im Büro des Ministerpräsidenten Netanjahu  meint, der kommende Irankrieg werde der erste Cyberwar der Weltgeschichte:

„Falls es also kein Zurück geben sollte, dann wird das der Iran und nicht seine Verbündeten fühlen. Israel ist sich bewusst, dass die Mullah-Führung in Teheran im Stande ist, Israel durch verbündete Syrer, Libanesen und Palästinenser zu bekämpfen, um den einzigen wahren Rivalen in der Region zu schwächen.

Jedoch sollten die Machthaber in Betracht ziehen, dass ihre Raketenentwicklung keine Antwort liefern wird auf die High-Tech-Cyber-Kriegführung, in der Israel ihnen haushoch überlegen ist.“

http://www.achgut.com/artikel/frontenklaerung_vor_dem_naechsten_krieg

Gunnar Heihnsohn nun wiederum vertraut auf Trumps angebliche neue Wunderwaffe CHAMP–Hochfrequenzmikrowellenwaffen, die die elektronische Infrastruktur des Gegners vernichten wird.

Motto: Alles wird gut, Technik macht´s möglich, wir brauchen uns nicht zu sorgen– so der futuristische, kriegsoptimistische Tenor dieser Laptopstrategen. O-Ton:

„Gunnar Heihnsohn

Trumps CHAMP gegen die Mullahs

Wenn man dem Iran in den Arm falle, werde das Mullah-Regime mit seinen fanatisierten Massen den ganzen Nahen Osten in Brand setzen. Wenn man seine Nuklearfabriken zerstören wolle, müsse man selbst Atomwaffen einsetzen, weil herkömmliche Bomben den tief in Granitbergen verbunkerten Anlagen nichts anhaben können. Diese Bedenken bestimmen Kommentare zu Trumps Aufkündigung des Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) von 2015.

Das ist übrigens – in den Worten Barack Obamas – kein völkerrechtlich bindender „Vertrag oder auch nur eine Vereinbarung mit der US-Regierung, also kein unterzeichnetes Dokument“, sondern eine Liste von „Verpflichtungen zwischen dem Iran, der P5+1 (USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Russland, China) und der Europäischen Union“.

Der monströse Einsatz iranischer Halbwüchsiger als lebendige Minenräumer im Krieg gegen den Irak der Jahre 1980-88 prägt bis heute den Eindruck, dass die Mullahs den maßlos-verschwenderischen Umgang mit dem Leben ihrer frommen Anhänger beliebig fortsetzen könnten. Doch dafür gehen ihnen die Leute aus. Der Kriegsindex des Landes steigt von 1950 bis 1975 von 3,3 auf 4,5. Auf tausend Männer von 55-59 Jahren folgen 3.300 und dann sogar 4.500 zornige Jünglinge. Letztere befeuerten die islamistische Revolution von 1979. Sie starben für den Sturz des Schahs bei internen Massakern und danach im Krieg mit dem südlichen Nachbarn.

Heute steht Irans Kriegsindex nur noch bei 1,7. Bis 2030 wird er auf 1,4 fallen. Das Personal für Sieg oder Heldentod wächst schlichtweg nicht mehr nach. Eben deshalb setzt das Land in seinem Krieg für die Auslöschung Israels schon jetzt auf schiitische Söldner aus Ländern, die noch unter dem Joch überzähliger Söhne keuchen.

2010 und 2011 erwog Israels politische Führung in der Tat die Ausschaltung zentraler iranischer Nukleareinrichtungen, stieß aber auf den Widerstand der Militärs, die einen Erfolg nicht garantieren konnten. Doch ein Jahr später gab es erste Nachrichten über eine neue Waffe, die ohne gefährliche Strahlung oder auch nur physische Zerstörungen Atomraketen deaktivieren kann.

Elektronik durch Braten der Chips zerstören

Im Oktober 2012 meldet Boeing den erfolgreichen Test seines Counter-electronics High-powered Advanced Missile Project (CHAMP) und stellt darüber unter den Titel Lights out sogar ein Video ins Netz. Durch das Abfeuern von Hochleistungsmikrowellen auf ein mehrstöckiges Gebäude, in dem komplexe technologische Systeme operieren, vernichtet die drohnenartige Waffe die Computer und die Elektronik irreparabel. Selbst die Kameras, die den Vorgang aufzeichnen, erlöschen.

CHAMP ist anderen elektronischen Waffen überlegen, weil er die Elektronik durch Braten der Chips zerstört. Übliche Systeme können den Gegner durch Jamming zwar vorübergehend blind machen, seine Potentiale aber nicht dauerhaft abstellen. CHAMP macht Zielgebäude inoperabel, ohne die umliegenden Gebäude zu zerstören oder Menschen zu töten. Gemäß Keith Coleman, Champ-Programmmanager in Boeings Phantom Works (St. Louis/Missouri), kann die Technologie „die Datensysteme eines Feindes unbrauchbar machen, noch bevor die ersten Truppen oder Flugzeuge eintreffen.“

Im Mai 2015 wählt die US-Luftwaffe Lockheed Martins Joint Air-to-Surface Missile (JASSM) als optimalen Träger der CHAMP-Nutzlast. Das Bereithalten der neuen Waffe zeigt Teheran, dass eine weitere Intensivierung seines Atomwaffenprogramms zwar teuer, aber vergeblich wäre. Die Drohung, dass es für ein Einlenken der Mullahs mangels anderer Mittel sogar eines atomaren Schlagabtausches bedürfe, könnte durch CHAMP leerlaufen. Ohne, dass er es erwähnen muss, ist CHAMP Trumps Trumpf.“

http://www.achgut.com/artikel/trumps_Champ_gegen_die_mullahs


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