Hillary Clinton–das kleinere Übel gegenüber Trump und Cruz?

Dass Trump wie auch Ted Cruz rechtsradikale und nationalistische Politiker sind, ist hinlänglich dokumentiert.Dennoch sollten sich alle Hillary-Fans auch einmal Rechenschaft über die Politik, die Hillary Clinton vertritt, ablegen.Denn diese wird von Trump weidlich thematisiert werden. Ich rede jetzt nicht von vergleichsweisen Lapalien wie der e-mail-Affäre oder dem Bengazi-Botschafts-Skandal, die sicherlich neben der Lewinski- und Whitewateraffäre auch aufgerührt werden. Festzuhalten ist, dass Hillary Clinton Unterstützerin des Freihandelsabkommens NAFTA war. Trump wird bei den bisher Demokratenwählenden Arbeitern des Rostgürtels von Michigan, Chicago und Detroit Clinton vorwerfen durch dieses Abkommen und der von ihr propagierten Handelspolitik für eine breite Deindustrialiserung der USA und Abwanderung von Jobs nach China und Mexiko gesorgt zu haben. Hillary Clinton ist eine Verbündete der Interessen der Wall Street, erhält millionenstarke Spenden von dieser und hat auch an dem Washington Consensus festgehalten, der die neoliberale Deregulierung der Finanzmärkte und Privatisierungen vorsah, was dann auch zielstrebig zu der Finanzkrise 2008 führte. Hillary ist eine Neointerventionistin. Sie befürwortete George W. Bushs Irakkrieg und den NATO-Krieg gegen Lybien, die den USA einen Schuldenberg, Europa die Flüchtlingskrise bescherte und den Greater Middle East vollends destabiliserte und für millionenfaches Elend sorgte. Trump tat dies nicht, sprach sich gegen den Irak- und den Lybienkrieg aus .Hillary Clinton ist für die Demokratisierung der Welt, auch wenn dies Bürgerkriege in anderen Ländern bedeutet, sei es nun in Syrien oder in der Ukraine. Zu welchen Mitteln Teile des US-Establishments und seiner Neointerventionisten bei der Demokratisierung anderer Staaten bereit sind, dokumentiert Larry Wortzel, ehemaliger Assistant Army Attache an der US-Botschaft in Peking während der chinesischen Protestbewegung 1989 in China:

„The potential for civil unrest is large. Imagine the equivalent of two or three divisions of infantry, each 10,000 men strong with tank and artillery support, in rebellion in each of China’s major cities because they are dissatisfied with government policies. Add to that some rebellious mobs forming from the 100 million unemployed people concentrated in major industrial areas who are dissatisfied with the government and have basic military training. Factor in several hundred million reasonably well-off but volatile peasants on farms who are sick and tired of being gouged by illegal taxes on land, crops, and even machinery by Communist Party cadre unchecked by a legal system.“

http://www.heritage.org/research/lecture/challenges-as-chinas-communist-leader

Hillary Clinton mag zwar gegenüber Trump und Cruz das kleinere Übel sein, aber man sollte sie auch nicht idealisieren und ihre eigene imperialistische und neoliberale Politik schönreden.

 

 

 

 

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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