Links-liberal-kommunistisch (Teil2)-Symposium „Was ist links?“und die fehlende Vergangenheitsbewältigung

  • Wenn Max Prym meint, dass man es mit dem Kommunismus so halten sollte wie nach einer gescheiterten Beziehung, so ist doch der Verweis, warum es zu dieser Beziehung kam, die eben unterdrückerischen und ausbeuterischen Verhältnisser, die durchaus noch weiter existieren, nicht genug, um das Scheitern dieser Beziehung zu erklären. In scheinbar all diesen Ausführungen scheint das Scheitern des Kommunismus und Anrachismus völlig ausgespart und eine Analyse, warum sie scheiterten.Zum einen hängt dies mit der Idee von der “Diktaur des Proletariats”, der Lenischen “Avantgarde”- und damit Monopolpartei, der Planwirtschaft, dem Menschenbild vom historischen Materialismus, der ebenso ökonomistisch war, zusammen, wie auch eine derart ökonomistische Linke Frauen, Minderheiten, Ökologie und Psychologier als Nebenwidersprüche und als kleinbürgerliche Identitäts- oder neo-Malthusianische Politik denunziert hat..Antisemitsimsu kann man dazu mit dieser kruden ökonomitischen Herangehensweise auch nicht erklären und auch die Formkritik eines Moishe Postones haben mich nicht überzeugt, da sie sehr eurozentrisch ist.Der Antisemitismus ist kein globales Phänomen, sondern sehr auf die westlich-kapitalistische Welt beschränkt. In Asien, Afrika hingegen nicht–da sind die Juden eher die Chinesen oder Inder, die handels- und finanzkapitalstreibenden oder aber kommunistischen Kräfte dieser Regionen.Die Grundfrage ist aber, wodurch sich eine zukünftige Linke definieren sollte: Meiner Asicht nach durch den totalen Bruch mit dem Leninismus und dem Anarchismus, deswegen habe ich auch Liberalkommunismus als neue mögliche Variante formuliert. Und Globalismus in Abgrenzung zu nationalstaatlichen Ideen, sei dies nun ein internationalitischer sozialdemokratischer oder liberalkommunistischer Ansatz, der zumindestnes mit den hanzen bürgerlischen und nationalkommunitischen “Sozialismen in einem Lande” bricht-Dass sie überhaupt mal in eine Diskussion kommt, wie eine zukünftige Politökonomie aussehen könnte und dies nicht nur in Abgrenzung und teilweiser Übernahme von Ideen einer sharing economy oder Bhutanischen Bruttonationalglücks, sondern auch dadurch, dass es dem Anarschismus und dem Leninschen Totalitarismus einen Mittelweg, einen Liberalkommunisums gegenüberstellt.Vielleicht sollten Linke mal mehr in Poppers “Die offene Gesellschaft und ihre Feinde”reinschauen, als in Lenins Monoplparteiwerk

    Zudem Max Pryms Bild der gescheiterten Liebesbeziehung ein Euphemismus ist. Er ignoriert wieviele Millionen Menschenleben durch den Kommunismus ermordet wurden. Soll man das nochmals aufs Neue probieren, bis nach den nächsten Miliionen Toten man dann wieder alles nochmals probieren will? Also: Ohne Vergangenheitsbewältigung und Ursachenanalyse geht´s eben nicht! Davon scheint aber auf diesem Symposium nie die Rede gewesen zu sein!

 

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.