Das Massaker von Las Vegas und die üblichen Rituale

von Ralf Ostner

Der Todesschütze von Las Vegas hat über 50 Tote und über 200 Verletzte zusammengeschossen. Jetzt wird gesagt, dass dies das größte Gewaltverbrechen in der US-Geschichte war–und dann? Mal wieder werden Waffengegner eine Verschärfung der Waffengesetze fordern, auf die Totenzahlen durch Schußwaffen pro Jahr in den USA verweisen, die alljährlich den Gefallenenzahlen von GIs im gesamten Vietnamkrieg entsprechen, Opferwitwen sich im Fernsehen ausheulen und mahnende Appelle verfassen, Obama sich zurückmelden, Michael Moore vielleicht noch ein Bowling for Columbine drehen, bis dann wieder die National Rifle Association auf die US-Verfassung und das göttliche Recht jedes US-Cowboys eine Waffe tragen zu dürfen, also das Menschenrecht für Waffennarrerei  hinweist, worauf dann auch US-Demokraten es sich mit der keineswegs nur rechten Wählerschaft verderben wollen, die NRA und andere rechte Politiker sogar für eine Ausweitung des Rechts auf Waffen und der Volksbewaffnung plädieren werden, mit dem Argument, dass Kriminelle immer an Waffen kommen könnten, der normale Bürger, wenn er dieses Recht nicht habe, unbewaffnet und schutzlos dastehen würde.

Trump wird dies auch nicht infragestellen. Wie immer bei diesen Ritualen wird wieder keine Verschärfung des Waffenrechts herauskommen. Am besten wäre, den US-Amerikanern die völlige Bewaffnung einzuräumen, dass man die Totenzahlen vielleicht noch zu einem Schmerzpunkt und Bodycount hochtreibt, dass sie vielleicht einsichtig werden und diesen blöden Artikel aus ihrer Verfassung streichen. Aber wahrscheinlich fordern sie dann nachdem automatische Waffen genehmigt werden, auch noch Panzerfäuste und schwerere Bewaffnung.

Natürlich durfte auch der IS mal wieder nicht fehlen, der sich für das Attentat verantworlich meldete, um nach seiner Niederlage in Syrien und Nordirak noch irgendwelche Attentate vermelden zu können. Selbst wenn ein Psychopath eine Ente tötet, wird der IS auch hier noch diesen als seinen Gotteskrieger reklamieren. Bezeichnend, dass das FBI und die Regierung nicht auf die angebotene Terrorismusspur ansprang. In den USA sterben durch US-Waffennarren inzwischen wesentlich mehr Menschen als durch irgendwelche Dschihaddisten. Eigentlich wäre es nötig die Homeland Security gegen US-Waffennarren einzusetzen, aber denen wird von Regierungsseite ja lange Leine gelassen und immer mehr gegeben.Und dann? Ja, halt bis zum nächsten Mal, vielleicht toppt der nächste Waffenirre auch diese Rekordmarke in seinem pursuit of happiness! Ich sehe dies inzwischen nur noch sportlich und ohne Mitgefühl mehr. Besser wäre wenn die Waffengegner die ganzen Waffennarren erschiessen würden, aber dann wären die USA ausgelöscht.



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