Grossbritaniens Selbstbildnis bei Olympia 2012

Die Selbstdarstellung Grossbritanniens bei Olympia hätte auch anders aussehen können–alles eine Frage der Inszenierung: Statt Mr. Bean, James- Bondgirl Queen und Paul Mc Cartney: Piratenschiffe im Auftrag ihrer Majestät, opiumrauchende Chinesen,  in Ketten des Kolonialismus gefesselte afrikanische Sklaven, Industrieruinen der Deindustrialisierung, ein abgewrackter National Health Service (NHS) mit nackten Krankenschwester, den man aufgrund der Austeritätspolitk die Uniformen gekürzt hat und toten Patienten in den Betten, Glasstahlpyramiden der geldgierigen und parasitären City of London mit menschlichen „Peanuts“-Erdnüssen, die von geldigen Nussknackern geknackt werden und ein marodierender Haufen arbeitsloser Riotsjugendlicher, die das Stadion und seine Besucher plündern. Dazu Ian Dury „Sex and drugs and rock´n roll“oder die Sex Pistols „God shave the Queen“oder “No future” als Hyme und ein Riesenplaktat der Iron Lady Magareth Thatcher mit gespitzten Eckzähnenzähnen “I want my money back!!“. Ein Haufen tittenschwingender nacktbusiger britischer Patriotinnen, die auf ihren Oberweiten den Union Jack tätowiert haben und schreien „Falkland are ours“ , „My blood for oil“und „Kill Saddam and Bashar!“. Und die English Defense League und die SAS stellt die Ordner und hält die bösen UK-Trotzkisten in Schach.Vielleicht hätte man auch von The Who ihr Muscal „Tommy“ oder von Pink Floyd „The Wall“ inszenieren sollen. Das wäre wohl ein realistischeres Bild Grossbritanniens, dieser  zu Tode privatiserten und deindustrialisierten Nation, die nebst der Wall Street mit der City of London vor allem „nur“ noch das Zentrum des weltweiten Raubtierkapitalismus ist und der wir die Finanzkrise zu verdanken haben. Wenn die Briten bereit wären ihre City of London zu stürmen und eine weltweite Bankenregulation einzuführen, könnte man ihnen zujubeln. So aber bleibt Grossbritannien ein parasitärer Staat wie die Geldwäsche-Schweiz, welches Vorbild für Bankfurt Frankfurt und Mainhattan ist.

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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