Integrationskurse statt neue Moscheen

Der Chef des Zentralrats der Muslime Mazyek warnt vor religiösen Konflikten und spricht deutliche Worte:
“Jene, die meinen, hier in Deutschland ihre Konflikte auszutragen, die haben schon ihr Recht, hier zu weilen in Deutschland verwirkt. Die haben hier nichts zu suchen”
Wer religiös randaliert, der fliegt–was wohl los gewesen wäre, wenn dies ein deutscher Politiker gesagt hätte oder gar ein CSU-ler? Unter Islamophobie- und Rassismusvorwürfen wäre das nicht abgegangen.
“Mazyek sprach sich für eine Politik des Förderns und Forderns aus.Eine Integrationsmaßnahme sei ein schneller Spracherwerb.Wichtig sei aber auch, dass die Mneschen in Deutschland “ganz schnell deutlich machen, wie unser Gemeinwesen aussieht.Warum nicht das Grundgesetz auf arabisch übersetzen?” Die Frage, die sich da stellt: Gab es denn das Grundgesetz nie in einer arabischen Version oder wurde es eben einfach nie gelesen? Scheinbar waren Koranstudien den muslimischen Verbänden wichtiger als die Lektüre des Grundgesetzes.
“Zentrale Verfassungswerte müssten in einer obligatorischen Staatsbürgerkunde vermittelt werden. Mayek warb auch für den Einsatz muslimischer Integrationslotsen. “Wir sollten Integrationslotsen und Scouts heranbilden, die Arabisch beherrschen und denselben Glauben wie die Flüchtlinge haben” (Münchner Merkur vom 11.9.2015)
“Muslimische Integrationslotsen”–das müsste noch mal klar definiert werden, was darunter zu verstehen ist. Jedenfalls sollten diese Intergrationslotsen nicht von den islamischen Religionsverbänden ausgebildet werden, da dann wahrscheinlich mehr Koran als Grundgesetz gelernt wird. Kauders Bemerkung, dass die muslimischen Staaten “Integrationskurse für Flüchtlinge statt den Bau von 200 Moscheen finanzieren sollen”, hielt ich zuerst für Polemik. Doch nun liegt dieser Vorschlag konkret seitens des wahhabitischen Saudiarabiens vor. Schon jetzt warnt der Verfassungsschutz von NRW, dass Salafisten begonnen haben in den Flüchtlingscamps zu missionieren.Viele Multikultimenschen meinen, dass eine Moschee in jedem Dorf und jeder Stadt ein Ausdruck von Toleranz und Integration sei.Dementsprechend gibt es inzwischen mehr als genug Initiativen, die den Moscheenbau aus Angst vor einer Islamisierung Deutschlands und vor einem Kulturverlust des christlichen Abendlandes sehen und mobil dagegen machen.Streitigkeiten um die architektonische Gestaltung sind da noch das Mindeste, gern verwiesen wird auf das Minarettverbot der Schweiz.
Ich selber bin gegen neue Moscheen, aber aus anderen Gründen aus denen dies die meisten Moscheegegner sind. Ich sehe keine zu verteidigende (judeo-) christliche Tradition in Deutschland, zumal judeo-christlich wohl ein Hohn ist angesichts der antisemitischen Geschichte Deutschlands und des Holocausts– eher das Gegenteil: Die Aufklärung als Modernisierer der deutschen Kirchen.Dennoch bin ich gegen die Förderung von Moscheenbauten.
Zum ersten: Eine Moschee bedeutet die Herausbildung eines konservativen Milieus und einer Kulturzentrale, bei der Muslime „unter sich“ bleiben. Meist gehen diese Moscheen mit Tourismusbüros (die den Hadsch nach Mekka offerieren) und anderen Halalshops bis hin zur Kopftuchmodeshops einher, die eher eine Zementierung muslimisch-konservativer Einstellungen bedeuten statt eben Öffnung zu und Tolerierung anderer Wertevorstellungen.Zweitens wird kein Angebot für all jene agnostischen und säkularen Muslime offeriert, die Islam als Familientradition sehen, aber nie in die Moschee gehen oder auch sonst von Religion nichts wissen wollen.Sie werden ausgegrenzt durch diese multikulturelle Präferenz, jeden “Muslim” mit einer Moschee beglücken zu wollen oder aber sollen dann in Moscheen gehen, weil es plötzlich alle so machen. Drittens entsteht durch solch eine Moschee ein gesellschaftlicher Zwang, in diese gehen zu müssen.Mein Gegenvorschlag ist es multikulturelle Treffpunkte zu schaffen, wo es Fortbildungs- und Freizeitangebote für alle gibt und die Biodeutschen mit den „Ausländern“ sich treffen und kommunizieren können. Dadurch, dass diese Treffs nicht religiös und ethnisch vorbestimmt sind, verhindert man eine Ausgrenzung sowohl von nichtreligiösen Menschen, die die Bevölkerungsmehrheit sowohl in der sogenannt muslimischen wie auch der deutschen Bevölkerung ausmachen und ethnische Ausgrenzung. Solche Zentren sollte man in jeder Stadt und Gemeinde einrichten anstatt sich einseitig auf die angeblich progressive Formel vom Moscheenbau zu verlassen.Multikulturelle Treffs fördern die Integration, Moscheen behindern diese.Dennoch plädieren unsere Multikultimenschen für den massenhaften Neubau von Moscheen, auch mittels Ländern wie Saudiarabien und Katar, die massenhaft Dschihhadisten und Islamisten über den ganzen Greater Middle East sponsern.Mit sovielen Salafisten wird es auch sicherlich das erste 9-11 in Deutschland geben. Interessant ist vor allem, dass der Zentralratschef der Muslime, Mayzek realistischerweise vor religiösen Konflikten warnt, da er dies ja kommen sieht. Zumindestens hat man da einen Verbündeten für harte Maßnahmen, wenn sich Helldeutschland diese Frage gar nicht zu thematisieren traut.Zeitgerecht läuft jetzt bald die US-Antiterrorserie “Homeland”an, die diesmal in Berlin spielt.Scheinbar müssen US-Amerikaner und Muslime vor Islamismus in Deutschland warnen, um überhaupt ernstgenommen zu werden, wenn man auch mal bedenkt, dass der Massenmord an 9-11 Produkt einer Hamburger islamistischen Zelle war, die vor allem aus Saudiarabien stammte, jenem Land, dass jetzt auch noch 200 Moscheen in Deutschland und noch mehr in Europa bauen will.Da hört für mich die Grenze der Religionsfreiheit auf.

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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