Gegen das Tunten- und Karnevalsimage des CSD-Affirmation konservativer Klischees

von Ralf Ostner

Ein Bekannter meinte wegen meiner Kritik an dem Cristopher Street Day, ob ich nicht ein „bißchen konservativ“sei. Also so knapp vor dem Vorwurf der „Homophobie“hat er da noch mal angehalten, aber dass es auch eine linke Kritik am CSD geben könnte, scheint da schon undenkbar und man vermutet da wieder einen mehr rechten Menschen. Dazu meine Antwort:

„Dieses ewige Tunten- und Karnevalsgehabe ala CSD nervt mich ohnehin. Kann ein Schwuler nicht mal einer mit langweiligem Discounter-T-Shirt und Jeans oder anzugtragender Krawattenträger oder mal nicht wie ein von einer Eventagentur ausgestatterer Papagei sein, der er im normalen Alltag ist? . Warum immer dieser Tuntenhype. Wer vertreibt da eigentlich das von Konservativen so beschworene Tuntenimage von Schwulen wenn nicht du und die CSDjünger, die den Schwulen nicht als normalen Menschen sondern als bunten Paradiesvogel erscheinen lassen wollen. Ist das normal wie diese ganze blümchenhafte Farbsymbolik, die frech und kreativ wirken will, aber auch schon so abgestanden ist wie die ganze Woodstock- und Hippienostalgie solcher Fossilien wie Claudia Roth, die auch mal „Managerin“von Ton, Steine, Erden und Rio Reiser gewesen sein will , zumal wegen Inhaltslosigkeit , dass es eben konservativer und ausgelutschter ist als ich je konservativ sein könnte.Kurz: Du und die CSDjünger konservieren gerade das Tuntenimage und sind daher die eigentlichen Konservativen, ja bestätigen die meisten konservativen Tuntenklischees. Ein CSD mit wenig oder ohne Karneval und Tuntengehabe, sondern mit durchschnittlich gekleideten und sich gebärdeten Schwulen und Menschen, die sich mehr mittels politischer Forderungen und Plakatte artikulieren, ist in deiner Sicht gar nicht denkbar. Also: Mehr Inhalt als Form. Aber heute reicht es ja schon „bunt“sein zu wollen, was eine ziemliche Nichtsaussage ist und konkreten politischen Aussagen schön abstrakt ausweichen will.Entscheidend wird in absehbarer Zukunft, ob ein Schwuler wie Jens Spahn CDU-Vorsitzender und Bundeskanzler werden kann. Inneralb der Linken wäre dies kein Problem, ist eher ein Problem der Konservativen, aber Linke sollten Jens Spahn nicht wählen weil er schwul ist, sondern nicht wählen, weil er konservatiov ist. Man sollte also den Homosexuellen nicht per se als guten Menschen und nur unterdrücktes Individuum sehen, sondern eben als normalen Menschen mit politischen unterschiedlichen Ansichten, zumal sich Schwule außer ihrer Sexualität vor allem auch über Schichtenzugehörigkeit definieren wie die meisten Menschen. Von daher sollte man Homosexuelle nicht wegen ihres Genders als Verbündeten sehen, sondern aufgrund der politischen Positionen und das nicht alles in einem „bunt“vermengen.““

 

 



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