Bevölkerungsexplosion-was tun?

Die Bevölkerungsexplosion sollte Chefsache sein, da die Menschheit vom Sprung von derzeitig 7 Milliarden Menschen auf prognostizierte 12 Milliarden Menschen zwischen 2030 bis 2050 anwachsen könnte, insofern es keine Trendwende gibt. Die Frage ist nur, wie man sie löst. Chinas Ein-Kindpolitik mag da manchem als Vorbild dienen, aber China kämpft heute wie westliche Industriestaaten mit dem Problem der Überalterung und der Rentensysteme, da es besser eine 2-Kind-Politik verfolgt hätte, die die Reproduktionsrate herstellt.Grundsätzlich gibt es 3 Möglichkeiten: Man streicht die humanitäre Hilfe, lässt die Leute verhungern und an Epidemien sterben, was dem humanitären Anspruch des Westens widerspricht. Zumal auch Hungersnöte und Kriege, ja selbst Weltkriege das Bevölkerungswachstum nie wirklich behinderten.

Oder man setzt auf mehr Bildung für Frauen, Verhütung, wirtschaftliche Entwicklung und Industrialiserung, was die Geburtenraten sinken lässt.So war es auch in den westlichen Industrieländern und Marx und Engels beschreiben diesen säkularen Trend von der Groß- zur Klein- zur Patchworkfamilie und Singlehaushalten ganz gut mit der Entwicklung der Produktivkräfte (siehe auch Engels: Vom Ursprung der Familie). Südkorea ging diesen Weg, hatte in den 50er Jahren noch Armut, Überbevölkerung wie heute Ägypten, reduzierte diese aber sukkzessive durch Industrialisierung, Bildung von Frauen und Förderung von Kleinfamilien. Chinas Neue Seidenstrasse ist da ein Megaprojekt wirtschaftlicher Entwicklung benachteiligter Länder, von dem man auch hofft, dass es die Bevölkerungsexplosion eindämmt. Das Problem ist hierbei nur der Resourcenverbrauch, um gleichwertige Lebensstandards zu erreichen.

Restriktive Geburtenkontrolle muss zudem gegen religiöse und archaische Männerbilder durchgesetzt werden. Die Ideologie, dass viele Kinder den eigentlichen Mann auszeichnen und Wohlstand in der Rente bringen, müsste entgegengewirkt werden. Erfreulich, dass zumindestens Papst Franziskus trotz des christlichen „Vermehret euch und macht euch die Erde untertan“ erklärte: „Katholizismus bedeutet nicht, sich wie die Karnikel zu vermehren“.Es wäre zu hoffen, dass Vertreter anderer Religionen, vor allem des Islams, der sich explosionsartig verbreitenden evangelikalen Freikirchen und diverse Machopolitiker diesem Vorbild nacheifern, was aber eher unwahrscheinlich ist.

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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