Dschihhad –Made by the West?

Dass imperialistische Staaten Muslime, Islamisten und den Heiligen Krieg benutzten für ihre eigenen außenpolitischen Zwecke, ist nicht nur auf die Nazis begrenzt, die in den 30er und 40er Jahren versuchten die Araber gegen das britische Empire aufzuhetzen. Man denke an Wilhelm II s Bündnis mit dem Osmanischen Reich, seinen Adlatus Max von Oppenheim und den deutschen Dschihhad , Oskar Ritter von Niedermeier und seinen Gegenspieler Lawrence von Arabien, die versuchten gegenseitig Muslime und Islamisten gegeneinander in Stellung zu bringen und zu bewaffnen. Man denke an die atheistischen Bolschewiki, die die Muslime in den Sowjetrepubliken gegen die weißen Truppen aufhetzten. Gut dokumentiert im Buch von John Reed „Reds“, das auch verfilmt wurde. Zum Erstaunen des kommunismusaffinen US-Reporters John Reed wiegelten die Bolschewiki die Muslime Zentralasiens und des Kaukasus zum Heiligen Krieg auf. Angesprochen darauf, dass Kommunisten doch für den Atheismus eintreten würden, meinte der bolschewistsche Kader: „Das sehen wir ganz pragmatisch!“. Natürlich haben die Bolschewiki dann nach der Machtergreifung mit dem Islam gehörig aufgeräumt, wie allgemein mit der Religion.

Zu vergessen auch nicht die USA-CIA, die gegen den Kommuismus  und die zumeist mit Moskau verbündeten Panarabisten wie Nasser, Ghaddafi, Assad oder Saddam Hussein Muslimbrüder und andere Islamisten bis hin zu Osama Bin Laden im Kalten Krieg unterstützten und bewaffneten–im Bündnis mit dem wahhabistischen Saudiarabien und Pakistan, das auch die Taliban unterstützte.   Selbst unter Clinton, Bush jr. und Obama sah die US-Regierung und die meisten westlichen Staaten Muslimbrüder in allen sunnitschen Ländern und die AKP Erdogans als eine islamische CDU, die die Versöhnung von Islam und Demokratie bringen würde. Man siehe: Es waren nicht nur die Nazis, wenngleich diese den Antisemitismus in den muslimischen Ländern erst so richtig hoffähig machten. Da die imperialistischen Mächte lange Zeit die Islamisten und Muslime als Hilfsmittel verwendeten, dachten sie auch, dass es sich um Marionetten handelte, die kontrollierbar und lenkbar seien. Dies jedoch entpuppte sich als Irrtum, da der Islamismus eine eigenständige Bewegung ist, die eigenen Gesetzen und eigenen Zielen folgt, was erst mit dem 9-11-Attenttat deutlich wurde. Inzwischen ist daraus die dritte totalitäre Ideologie neben Faschismus und Kommunismus geworden, die breite Teile der muslimischen Welt und ihrer Diaspora bedroht, auch schon eine Islamischen Staat hervorbringt und auch den Westen herausfordert, der sich dank Trump auch immer weiter auflöst.

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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