Manifest des linken Counterjihad

von Ali Kant

 

Der Counterjihad wurde bisher vor allem von der rechten Seite propagiert und großteils monopolisiert, was Ausdruck dessen war, dass es auf der Linken kaum Personen oder politische Gruppen gibt, die sich ernsthaft mit dem Islam und dem Islamismus auseinandergesetzt haben und diesen als Feind der Linken benannten, ja einige Linke sehen oder sahen solche Islamisten aufgrund ihres Antiamerikanismuses auch noch als Verbündete im antiimperialistischen Kampf. Der Großteil der Linken gibt sich als Kulturrelativisten, Islamversteher, betrachtet den Islamismus als alleiniges Produkt des westlichen Imperialismus (was er zum Teil auch ist-zum einen als Reaktion auf den westlichen Kolonialismus, wie dann auch während des Kalten Kriegs als von der US-CIA unterstützte religiöse Bewegung gegen den Kommunismus und Panarabismus, seien es nun die Muslimbrüder oder Gotteskrieger in Afghanistan) und ist mehr durch einem westlichen Schuldkult, der defensiv Asche über sein Haupt streut und “Mea culpa!” krächzt, paralysiert. Der Islamismus wurde lange Zeit nur als Reaktion oder gar als CIA-Schöpfung im Kampf gegen den Kommunismus im Kalten Krieg verstanden, als als eigenständige politische Grösse, die eigenen Gesetzen folgt.

 

Lange wurde der Islamismus als reines “Feindbild”des Westens dargestellt, als eine Erfindung westlicher Geheimdienste, die nur dazu diene imperialitische Angriffskriege zu ermöglichen, den staatlichen und militärischen Sicherheitsapperat auszubauen, gerade so als handele es sich nicht um eine reale und faktische Gefahr auch für die Arbeiterbewegung, Frauen und die Linke, sondern um eine Fatamorgana und ein Trugbild westlicher Propaganda. Wegen der berechtigten Sorge, dass die Rechte einen “Kampf der Kulturen”, einen “Clash of Civilazations” anzetteln möchte, verhielt man sich defensiv oder gar paraylysiert oder gar ablehnend gegen einen linken Kampf gegen den Islamismus, kurz: Man verzichtete einen eigenen linken Counterjihad als Alternative zum rechten Counterjihad zu propagieren.Wichtige Forderungen im Kampf gegen des Islamismus werden nur unter der Perspektive abgelehnt, ob sie Rechten helfen könnten oder aus der Rechten kommen, anstatt sich über die Geeignetheit dieser Forderungen und der inhaltlichen Richtig- oder Falschheit dieser Forderungen Gedanken zu machen. Daher ist es notwendig den Islamismus auch von links zu bekämpfen und den linken Counterjihad programmatisch zu begründen.

 

Die Linke hat sich bisher mainstreammäßig islamophil gebärdet, Genderfrauen forden für Frauen das Recht aufs Kopftuch mit der Parole „Mein Kopf gehört mir“, verteidigen den islamistischen Burkini mittels Aktionen wie „Bikini und Burkini-Unite“in aberwitziger Legitimierung dieser frauenfeindlich-puritanischen Islamismussymbole im Namen des Selbstbestimmungsrechts der Frauen, verharmlosen die reaktionären Religionsinhalte des Korans und Islams, der eben so zielstrebig zum Islamofaschismus führt, wie die nationalkonservative und konservative Ideologie zum Faschismus und Nationalsozialismus.Da die Linke keine Religions- und Islamkritik mehr übt oder nur sehr selektiv, solange es um westliche Religionen geht, nutzt die Rechte dieses ureigenste Territorium der Linken nun um einen rechten Counterjihad und Kulturkampf zu führen, dem die Linke mit ihrer kritiklosen Islamophile nichts entgegenstellen kann. Daher bedarf es einer klaren Positionierung der Linken zum Islam und Islamismus und der Begründung eines linken Counterjihad.

 

Woher kommt die Passivität der Linken bezüglich ihres Kampfes gegen den Islamismus und bei der Formulierung eines linken Counterjihads?

 

Zum einen erklärt sich dies daraus, wie Linke die Religion im allgemeinen und den Islam dann im speziellen betrachten. Die Linke hat ein grundsätzliches Problem bezüglich der Religion.

 

Die revolutionäre Linke sah ala Marx Religion nur als Opium des Volkes, als reines Überbauphänomen, als Überbleibsel des Feudalismus. das quasi verdampfen würde, wenn sich der Kapitalismus durchsetze und dann der Kommunismus.Sie verkannte dabei die transzentalen und spirituellen Bedürfnisse vieler Menschen. Daher beschränkte sie sich auf ein „Es hilft kein Gott, noch Kaiser, noch Tribun, vom Elend zu erlösen, können wir nur selber tun“. Dieser Humanismus, dieses Zutrauen auf eigene menschlich-weltliche Kraft und antiautoritären Impuls ist zwar richtig, aber man sah die Religion als nicht weiter ernst zu nehmendes Phänomen an, sondern als eines das sich quasi selbstverflüssigen würde mit dem Aufstieg der Moderne.Eher als eine Marotte, eine Macke, die sich schon im Rahmen der Säkularisierung und den bürgerlichen Revolutionen und dann der kommunistischen Revolution auflösen würde.Nun haben wir das Phänomen, dass sich Religiosität auf der einen Seite in agraisch-rückständigen Gebieten, wie aber auch in der urbanen Mittelschicht vieler Staaten  ausbreitet, sei es nun in der Türkei, in Ägypten oder in Mittel- und Großstädten der USA, wo die Evangelikalen und die religiöse Rechte inzwischen kein Redback-Phänomen abgelegener Bible Belts oder des vielzitierten Midwest mehr sind, sondern eben die modernen Großstädte erfassen. Viele Linke sahen auch religiöse Bewegungen als Ausdruck sozialen und antiimperialistischen Protests und warfen da sogar die mehr linke Theologie der Befreiung in einen Topf mit Islamisten wie Khomeini, den Muslimbrüdern oder gar der islamofaschistischen Hamas.

 

Die reformistische Linke sah Religion als zum Menschen gehörigen unausrottbaren Bestandteil an, verzichtete auf atheistische oder wissenschaftliche Religionskritik, sieht in der Religion zumeist nur eine soziale Gerechtigkeit, Solidarität und Nächstenliebe propagierende, zumal karikative Ideologie, zumal mit einer antikapitalistischen Ausrichtung ( Zinsfreiheit , karikative Institutionen, die den fehlenden Sozialstaat kompensieren und ethischorientiertes Wirtschaften wie das Islamic Banking als vielzitierte Beispiele) ,also als nur etwas religiös tickende arbeiterbewegungsähnliche Sozialbewegung und versuchte die Religion zu moderieren, in humane Bahnen zu lenken und zum Bestandteil der bürgrerlich-demokratischen Herrschaft zu machen—freilich dabei zum guten Teile leugnend,dass die Zähmung der Religion und ihre Moderierung vor allem durch brutale Gewaltakte der französischen Revolution erfolgte, wie auch der der damit einhergehenden Säkularisierung infolge der Ausbreitung des Kapitalismus. Aber das neue Bürgertum wusste sehr schnell sich wieder der Religion zu bemächtigen, als es in seine imperialistische und kolonialistische Phase kam.Und auch die Faschisten stellten mit der Religion eine symbiotische Beziehung her, die ihrer Macht diente mit den Konkordatverträgen der christlichen Kirchen mit Hitlers NSDAP und Mussolini als offensichlichstem Beispiel —wobei der Nationalsozialismus hier im speziellen nochmals ein Neoheidentum völkischer Provinienz in dem SS-Ahnenerbe Himmlers entwickelte, das dann die alte Religion ersetzen wollte. Aber auch bei der SS galt: Christen durften Mitglieder werden, während gottlose, quasikommunistische Atheisten nie! Die wenigen Widerstandskämpfer der Kirche gegen den Faschismus werden überdimensional aufgeblasen, um deren faktisch weitgehende Kooperation mit dem Faschismus zu beschönigen. Aber ob Mussolini, Franco,Salazar—all diese Klerikalfaschisten oder lateinamerikanischen Militärdikaturen arbeiteten bestens mit der Religion zusammen, vor allem mit der katholischen Kirche und ihrem Opus Dei und ihren Jesuiten, die zudem die schwach ausgeprägte Theologie der Befreiung im Zusammenspiel blutigst unterdrückten und die christlichen Kirchen organisierten auch die Flucht von führenden deutschen Nationalsozialisten und italienischen Faschisten ins christliche Südamerika oder Spanien und Portugal.

 

Die Evangelikalen und der christliche Fundamentalismus

 

Die USA waren da anfangs eine Ausnahme. Zum einen entstanden sie durch von den europäischen Religionskriegen geflohenen christlichen Basischristen und fundamentalistisch-calvinistischen Fanatikern, zum anderen dann aus Armutszuwanderung von Freigeistern, die sich zumal auch Ideen der Aufklärung und der französischen Revolution nicht verschlossen. Religion in den USA wurde als Erlösung von dem Feudalismus und kriegerischen Christentum ,zumeist Katholizismus gesehen.Die USA haben also einen anderen Bezug zur Religion, doch ist festzuhalten, dass die Radikalisierung und zunehmende politische Ausrichtung spätestens mit Reagan und der Moral Majority wieder einsetzte und nun eine radikalisiertes Evangelikalentum hervorgebracht hat, das die USA gerne in einen christlichen Iran oder christliche Präsidialdiktatur nach Muslimbruderschaftsvorbild ummodeln möchte wie dies Volker Schlöndorf in seinem Film “Die Dienerin” als schwarze Utopie verfilmte.

 

Die Evangelikalen sind nicht nur eine mächtige Macht in den USA, sondern evangelikale Freikirchen wachsen in ganz Lateinamerika, Afrika und auch Teilen Asiens und verbünden sich mit chauvinitischen rechtsradikalen Politikern, so nun auch in Bolsonaro-Brasilien.

Der künftige Außenminister der brasilianischen Regierung von Jair Bolsonaro, Ernesto Henrique Fraga Araújo, hatte sich vor Amtsantritt in mehreren Reden, Artikeln und Aufsätzen zur anvisierten Außenpolitik Brasiliens geäußert.

Einer seiner zentralen Vorschläge ist eine Art christlich-abendländisches Bündnis zwischen Bolsonaros Brasilien, Trumps Amerika und Putins Russland. Brasilien müsse mit den USA und Russland eine neue wertekonservative Achse bilden.

Auch andere konservativ regierte Staaten wie Italien, Ungarn oder Polen werden erwähnt. All diese Staaten sollen mit dem neuen Brasilien ihre nationalen Souveränitäten und die Werte der westlichen Zivilisation gegen den »dominierenden Globalismus« verteidigen.

 

Dies seien die freien Staaten, »die sich der Dämonisierung des nationalen Gefühls und der Unterdrückung des Glaubens (insbesondere des christlichen Glaubens) widersetzen.«

Man wolle die Entleerung der menschlichen Seele und deren Ersetzung durch anämische Dogmen ablehnen, die nur den Interessen der Weltherrschaft bestimmter Eliten dienen.

 

Ernesto Henrique Fraga Araújo strebt nach der »Desakralisierung der Einwanderung, Bekämpfung der Ideologie des ‚unberührbaren Einwanderers‘, des universellen Rechts auf Migration«. Diese Dinge dürften nicht das Recht auf »nationale Souveränität« überlagern.

Fraglich aber, ob Trump mit Putin zu solch einem Deal kommt und zu solch einer christlichen Front, zumal in den USA die Feindschaft mit Russland und China ja seit der neuen Nationalen Sicherheitsstrategie Priorität hat, Grossmachtskonflikte der USA mit beiden Mächte nicht mehr ausgeschlossen werden, eine Pentagonstudie schon Planungen für eine Krieggsökonomie fordert, die USA mit der Kündigung des INF-Vertrags drohen, sowie gerade den grössten Verteidigungshaushalt genehmigt haben und Putin vor der Gefahr eines Atomkriegs warnt.

 

Es zeigt aber, wie sich christliche Fanatiker, vor allem Evanglikale mit rechtsradikalen Nationalisten zusammentun und nun auch wertekonservative, christliche Achsen fordern. In den USA gibt es 80 Millionen Evangelikale, die grossteils fanatisch sind und den Kern der christlichen Rechten ausmachen, sowie Stammwähler Trumps sind. Mag es zwar auch einige moderate Evangelikale wie Rick Warren geben, der auch die Amtseinführung Obamas als Redner begleitete, so ist doch der Großteil auch mehr stramm rechts, erzkonservativ, reaktionär bis hin zu rechtsradikal. Es sind auch diese 80 Millionen US-Evangelikale, die den eigentlichen Kern der Israellobby in den USA ausmachen und auch die Nahostpolitik als Lobbygruppe neben anderen Akteuren wie AIPAC, Republikanern und Demokraten unterstützen. Trumps Jerusalementscheidung ist auch unter diesem Aspekt zu sehen, da die Evangelikalen mittels der US-Macht und Israels als Stellvertreter christlicher Armeen den heiligen Krieg ums Heilige Land und um Jerusalem gegen den Islam führen wollen. Während etablierte katholische und protestantische Kirchen Mitgliederschwund aufweisen, so blühen die evangelikalen Freikirchen überall in den USA, Lateinamerika, Afrika und auch in Asien. Zu Bolsanaros Stammwählerschaft gehören exakt jene Evanglikalen ,weswegen Bolsanaros Außenminister nun eine internationale christliche und wertekonservative Front fordern. Abzuwarten bleibt, wie die europäischen Christen auf diesen christlichen Pakt reagieren. Während die deutschen Christen hier eher zurückhaltend sein dürften, die  „Christen in der AfD“ eher eine Marginalie sind, sich Gloria von Thurn und Taxis zusammen mit Bischof Müller in Steve Banons rechtsradikaler Bewegung als erzreaktionäre Christen zur Verteidigung des christlichen Abendlands eingliedern wollen, demonstrieren in Frankreich schon einmal Hunderttausende regressive Christen gegen Homoehe, könnten leicht vom Front National gewonnen werden, wie auch katholische Länder mit klerikalfaschistischer Vergangenheit wie Italien, Ungarn, Spanien oder Portugal hierfür ein Potential sein könnten und auch das katholisch-nationalistische Polen.Europa ist zwar inzwischen recht säklular, Osteuropa teils atheistisch oder areligiös, dennoch sollte man die Gefahr einer Radikalsierung der noch etablierten Kirchen, wie auch ein eventuelles Aufkommen der evangelikalen Freikirchen in Europa  auch nicht ausschliessen. Durchaus eine Option.Momentan spricht wenig dafür, aber umgekehrt ist das deutsche Christentum ein Sonderweg ist und man sollte nicht glauben sollte, Papst Franziskus sei schon das Ende der Entwicklung und der Beshcluss des 2, Vatikanischen Konzils nicht irreversibel.

 

Die Linke betreibt eurozentrische Religionskritik und entwickelte einen kulturrelativistischen Schuldkult

 

Die meisten Linken bezogen ihre Religionskritik vor allem eurozentrisch auf das europäische Christentum, die Geschichte des Feudalismus, der Kreuzzüge, der Hexenverbrennungen, des 30-jährigen Religionskriegs, des Antisemitismus, Kolonialismus und Imperialismus. Dies war zum einen folgerichtig, zum anderen wurde hier ein Schuldkult verbreitet, der die Kritik anderer Religionen und der Religion generell relativierte oder als neoimperialistisch und eurozentrisch denuzierte. Dadurch übersah man, dass außerhalb des moderierten europäischen Christentums, das keine politische Bewegung hervorbrachte allerortens in der Welt die reaktionären religiösen Kräfte an die politische Macht strebten. Zum einen in den USA die 80 Millionen fundamentalchristlichen Evangelikalen und die religiöse Rechte, die über ihre Political Action Comittees breiten Einfluss auf die Republikanische Partei nehmen, sei es nun der wiedergeborene Bush jr,. Rick Samtorium, Ted Cruz oder nun unter Trump Mike Pence als Vizepräsident, der betont, er sei „Christ, Konservativer und dann erst Republikaner und genau in dieser Reihenfolge“.

 

Zum zweiten der Wiederaufstieg der reaktionären russisch-orthodoxen Religion unter Putin oder dem Hindunationalismus der indischen BJP oder der daoitisch-buddhistischen-konfuzianischen Synkretiemassensekte Falungong in China, die die KP China abzulösen gedenkt und eine totalitären Führerkult um ihren in den USA exilierten Großguru Li Hongzhi betreibt.Wobei westliche Menschen die Falungong auch wiederum mit dem Dalai Lama verwechseln, ihre Lehren für ungefährlich halten, weil sie sich auf Buddhismus und Daoismus berufen und Qigong betreiben, also für eine fernöstliche Meditations- und Fitnessgruppe verkannt werden, obgleich ihr Führer mittels seines Manifest „Die 9 Kommentare zur KP China“offen zur Vernichtung der Kommunistischen Partei Chinas aufruft und ein völlig religiös-manichäistisches Weltbild hat. Die chinesische Opposition ist gespalten. Die eine Hälfte erklärte im Oppositionsorgan  Pekinger Frühling, dass sie eine Zusammenarbeit mit der Falungong ablehne, da sie eine endzeitlich-apokalytisch-irrationale-kulturchauvinistische Führerorganisation sei, die die autoritäre KP China durch einen religiös-fundamentalistischen Totalitarismus ablösen wolle und eben keine säkulare Demokratie anstrebt. Der Vater der Demokratiewand Wei Jingsheng und andere Demokraten sind da opportunistischer, weisen darauf hin, dass die Falungong bei ihrem Verbot 100 Millionen Mitglieder hatte, während die KP China gerade mal 65 Millionen und die demokratische Opposition daher auch nach dem Verbot und der Unterdrückung der Falungong deren millionenstarkes Untergrundsnetz nutzen könne. Zumal auch ein Demokrat Roosevelt ein Bündnis mit dem Totalitaristen Stalin gegen Hitler eingegangen sei, solle die demokratische Opposition Chinas ein Bündnis mit der Falungong eingehen. Auch hier unterschätzen säkular-demokratische Kräfte die Macht religiöser Gruppen und deren Fähigkeit über Nacht schlagfähige Parteien zu gründen und wirkungsmächtig zu machen, ja auch religiösfaschistische Diktaturen zu errichten.

 

 

Die Falungong- Chinas Kraft zum Umsturz der KP China und für ein säkular-demokratisches China?

 

Die Falungong wurde von Li Hongzhi Ende der 80er Jahre gegründet als Meditationsbewegung und vorgeblich neobuddhistisch-daoistische Sekte, die für sich in Anspruch nahm, dass der gesamte Buddhismus in China ein „Büffelhornbuddhismus“sei, der sich immer mehr verengt habe und nicht mehr die Wahrheit chinesischer Traditionen und Kultur befördere, weswegen Li Hongzhis Falugong die erhoffte Verbreiterung des Büffelhorns, die Sprengung der existierenden Verengungen und die letztendliche Befreiung und Erlösung sei. Bei Buddhismus und Daoismus denkt man im Westen allgemein an friedliche , naturorientierte, ökologisch-esoterisch-harmonische Bewegungen, an den Dalai Lama, um dabei etwa die fundamentalistische budhstische Mönchsbewegung in Myanmar zu sehen, die fanatisch militant gegen die Rohingya hetzt und wütet.

 

Dass es auch fundamentalistische Formen des Buddhismus geben könnte wird da so übersehen, wie schon der Islamismus aufgrund des liberaldemokratischen und marxistischen Histomat, der der Religion keine politische Rolle eingeräumt hat, ähnlich wie dies die USA und die Sowjetunion dies angesichts der islamistischen Revolution im Iran übersahen und wie dies  Dmitry Asinovsky in seinem Beitrag „How Experts, Intelligence Services and Politicians of the Two Superpowers Missed the Birth of Islamic Fundamentalism“ in Russia in Global Affairs rückblickend schildert.Im wesentlichen gibt es heute drei wesentliche weltmissionarische fundamentalreligiöse Strömungen, die nach Weltherrschaft drängen: Der Islamismus, der Evangelikalismus und die Falungong. Der Hindusimus der BJP ist mehr regional begrenzt, der sonstige Buddhismus ebenso.

 

Die orthodoxe Kirche Russlands und der Ukraine seperarieren sich beide momentan und unterwerfen sich als Identitätsstifter der nationalistischen Ambitionen Putins und Poroschenkos.Eine vorgeblich buddistische Bewegung wie die Falungong hat bisher noch keiner auf dem Radar bei der Betrachtung religiösen Fundamentalismus, auch wenn Li Hongzhi mit seiner Behauptung aller anderer etablierter Buddhismus sei falsch und „Büffelhornbuddhismus“ quasi einen Alleinvertretungsanspruch und die absolute Wahrheit für  seine Falungong reklamiert. Eine weitere Änderung zum traditionellen Buddhismus war die Einführung des „Yeli“, der bösen Macht seitens Li Hongzhis, die diese vorgeblich buddhistische Lehre manichäistisch machte und  angelegt war, die KP China als diese böse Macht und Herausforderung der Kräfte des Himmels und als einzige Versündigung gegen die Kräfte der Natur und des Daos, wie auch des Himmels zu sehen.

 

Die KP China unterstützte die Falungong anfangs, zum einen als Auslassventil für politisch von dem Tianmenmassaker enttäuschte Menschen wie auch frustrierte Chinesen, die in einigen Bewegungsübungen und Meditationsübungen ihren Frust von der Seele bringen sollten. Ein bisschen Bewegung, Harmonie und Friedlichkeit, etwas Körperbewegung tut gut, dass man seinen Geist nicht zu sehr in politische Dinge abgleiten lasse ausser der KP China-Propaganda.So eine Art Fitnessstudio, Wellnessbewegung eben fernöstlich, mit dem die KP China zum inneren Wohlbefinden ihrer unterdrückten Untertanen beitragen wollte.Die KP China offerierte ihren unzufriedenen Untertanen eine Art Aldi-Massenbuddhismus, der auch durch seine simplifizierten Meditationspraktiken massenkompatibel wurde.Die KP China erhoffte sich eine Art chinesische Jane Fonda samt Aerobicbewegung, die düstere Gedanken mittels Bewegungstherapie auflöse, während Li Hongzhi schon frühzeitig sein Geburtsdatum mit dem des Gautama Buddha in Zusammenhang brachte und dieser ganze irrationale Quatsch von der KP China legitimiert wurde und höchststaatliche Förderung genoss. Li Hongzhi wurde zum KPChina geförderten Mega-Guru, der sich dann aber eben wie Frankensteins Monster gegen seinen Erschöpfer wandte.

 

Deswegen wurden Li Hongzhi und seine Falungong auch anfangs von der KP China gefördert, sogar mit para- und pseudowissenschaftlichen Preisen staatlicher Institute überhäuft. Da wurde mit Unterstützung von staatlichen Institutionen solcher Blödsinn vertreten, dass mittels Falungongmeditation aus Eisen Gold gemacht werden könne und man Materie mittels Geisteskraft umwandeln könne in Edelstoffe. Millionenfach meditierten Chinesen in China auf allen öffentlichen Plätzen und im Privaten. Die Falungong wuchs zur Massenbewegung, laut einer Studie der KP China soll sie sogar 100 Millionen Anhänger gehabt haben. Die entscheidende Änderung kam,als Li Hongzhi die Formierung von sogenannten Dafa- Eliten propagierte und die Wissenschaftlichkeit der Dogmen der KP China irrational mit seiner Lehre herausforderte. Dies führte dazu, dass die KP China mittels eines Professors die Wissenschaftlichkeit und den gesellschaftlichen Nutzen der Falungong infrage stellte, was diese als Angriff auf sich sah.

 

Hinzu kam, dass Bill Clinton sowohl die Demokratische Partei Chinas wie auch die Falungong als demokratisierende Kräfte Chinas, letztere wegen Religionsfreiheit ansahen und sie unterstützten, zumal auch China 1998 dem Menschenrechtspakt beigetreten war und die USA austesten wollten mittels Parteiregistrierung der Demokratischen Partei Chinas, inwieweit die KP China diese Verträge ernst nehmen würde. Die Demokratische Partei Chinas wurde einfach verboten, die Falungong vollbrachte ihre erste öffentliche Demonstration vor dem chinesischen Regierungssitz Beidahe. Der damalige Staatspräsident Jiangzemin wurde daraufhingehend recht wütend, wie es zu solchen Demonstrationen so offen kommen könne und warum man nichts aus der Unterdrückung ala 1989 gelernt habe, zumal es solch religiös verbrämte Bewegungen in der chinesischen Geschichte schon zuvor gegeben habe, sei es der Gelbe Lotus oder die Taipingrevolte. Wozu noch diese Liberalität? Jiang Zemin liess daraufhin die Falungong verbieten, gründete das berühmtberüchtigte Büro 610 , das sich ausschliesslich der Unterdrückung und Verfolgung der Falungong widmete. Jiang Zemin wollte das Unterstützernetz wie auch die bisherige staatliche Unterstützung für die Falungong zerschlagen.

 

Fraglich ist, ob die Falungong ihr Unterstützernetz von 100 Millionen nach dem Verbot auch in ein Untergrundsnetz von Li Hongzhis schon frühzeitig propagierten Dafa-Eliten umwandeln konnte, also immer noch ein Hardcore von 2 Millionen oder ähnlicher Dimension existiert, die abgetaucht und subversiv arbeiten und auf ihre kommende Chance des Sturzes der KP China warten. Li Hongzhi floh schon frühzeitig in die USA, weil er die Auseinandersetzung mit der KP China wollte und sich präventiv in Sicherheit brachte, um nun vom Ausland aus antikommunistische Propaganda zu betreiben. Li Hongzhi gab die 9 Kommentare zur KP China heraus, die offen zum Umsturz der KP China aufrief, startete eine Parteiaustrittskampagne, die jedoch keinerlei wesentliche Erfolge aufwies, zumal die Falungong auch verlogene Wunschzahlen von 90 Millionen KPChina- Austritten zusammenphantasierte .Inzwischen betreibt sie mittels ihres Kulturprogramms ShenYun, das durch die USA und Europa tourt Kulturkampf, die sich als eigentlichen Vertreter der chinesischen Kultur neben Chinas Konfuziusinstituten darstellen will. Dazu gibt sie die vielsprachige „Epoch Times“ heraus, die inwzischen mit Rechtspopulisten und Rechtsradikalen zusammenarbeitet, wie eine Sendung des Team Walraff publik machte und immer mehr zu einem chinesischen Breitbart News ala Steve Banon wird. Desweiteren hat sie eine Kampagne geführt, bei der die KP China beschuldigt wurde, inhaftierten Falungonganhängern Organe zu entnehmem und diese quasi zu schlachten und auszunehmen.

Über die Inlandsarbeit der Falungong in China ist nichts bekannt, es gab auch außer einer Selbstverbrennung auf dem Platz des Himmlischen Friedens keine ernsthaft zu erwähnenden Aktionen der Falungong in China, was aber nicht bedeutet, dass sie nicht noch über ein Untergundsnetz verfügt, das sich der Wahrnehmung der chinesischen Sicherheitsorgane entzieht.Insofern es diese Falungonguntergrundsnetzwerk geben sollte, dürfte es grösser sein als das der säkular-demokratischen Opposition. Und der Vater der Demokratiewandbewegung Wei Jingsheng plädierte ja gerade für die Nutzung und Kooperation mit diesem imaginierten Untergundsbnetzwerk, während die restliche säkular-demokratische Opposition den führerzentrierten, autoritären Charakter der Falungong betonen, der möglicherweise bei einem Sturz der KP China keine Demokratie, sondern eine neoreligös-totalitäre Führerherrschaft hervobringen könnte.

 

Wenn man noch über eine Demkratisierung Chinas spricht, so fällt doch auf, dass die säkular-demokratische Opposition seit dem Tiananmenmassaker 1989, der Vernichtung der Demokratischen Partei Chinas 1998 und dem letzten Versuch der Charta 2008 völlig gescheitert und marginalisiert ist. Sie sind so geschlagen, wie die deutschen Revolutionäre von 1848. Diese völlig geschwächte demokratisch-säkulare Opposition ist inzwischen zumeist inaktiv, während noch einige Vertreter auf die imaginäre Kraft des Untergundnetzes der Falungong als Partner hoffen, das möglicherwesie gar nicht so existiert und sollte es existieren, alle mal mächtiger wäre und eine führerzentristische neoreligiöse Dikatur anstreben würde und seine säkular-demokratischen Bündnispartner schon sehr schnell zur Seite drängen und unterdrücken würde. Umgekehrt läuft Chinas Parteiensystem immer mehr auf ein neototalitäres und expansives, nationalistisches System raus, das von einer kollektiven Führung einer Parteiherrschaft immer mehr zu einer Personenherrschaft unter Xi Jinping umgewandelt und totalisiert wird. Kurz: Für China gibt es keine Hoffnung in Richtung einer Demokratisierung oder eines chinesischen Singapurs–letzteres würde bestenfalls bei inneren Unruhen oder im Falle eines verlorenen Krieges möglich werden. Ansonsten geht China den Weg des Deutschen Reichs–recht zielstrebig vieleicht in einen sinoamerikanischen Krieg.

 

Islamismus- die linke Blindheit auf dem islamistischen Auge

 

Das grösste Versagen aber der revolutionären und reformistischen Linken ist jedoch die Relativierung und Verharmlosung des Islamismus, kurz; des Islamofaschismus, der aus dem Islam hervorgeht und durchaus kompatibel ist mit dieser Religion,, wie auch andere national-klerikalfaschistische Bewegungen in der Welt kompatibel mit dem Antimodernismus, dem antiaufklärerischen Inhalt, der Homophobie und Frauenfeindlichkeit dieser feudalistisch geprägten Religionen sind.

 

Aber während die US-Evangelikalen, der Hinduismus, das Christentum Lieblingsobjekt der westlichen Religionskritik war, wurde der Islam und vor allem der Islamismus schon bei der Machtergreifung Khomeinis 1979 weitgehend relativiert und als komisches Phänomen angesehen,ja Khomeini galt vielen Linken selbst dann noch als Antiimperialist, als er die gesamte iranische Linke in Folterkeller und zu Massenerschiessungen verbrachte. Rudi Carells Büstenhalterwitz über Khomeini im deutschen Fernsehen, welcher mit Massenprotesten in Teheran und Verbrennen der deutschen Flagge intoniert wurde, galt als irgendwie abgespact und strange und nicht weiter ernst zu nehmend , man war sichtlich überrascht und konnte sich die Reaktion nicht erklären, die Fatwa gegen Salman Rushdies „Satanische Verse“wurden als übertriebener Ausreißer wahrgenommen, Khomeini aber immer noch eine antiimperialistische, soziale Rolle zugestanden.

Dmitry Asinovsky schildert in seinem Beitrag „How Experts, Intelligence Services and Politicians of the Two Superpowers Missed the Birth of Islamic Fundamentalism“ in Russia in Global Affairs rückblickend, das die Supermächte USA und Sowjetunion gar keinen Begriff vom Islamismus hatten und dessen Rolle nicht richtig einschätzen konnten. Wä#hrend die Sowjetunion hier vor allem einen  soziale Volksprotestbewegung sah, die religiöse Komponente aber gar nicht in ihren marxistischen Kategorien integrierte, so waren auch die USA überrascht über Iran 1979. Hinzu kam, dass während der Sturz des Schahs im Iran durch Khomeini für breite Aufmerksamkeit in den Medien und Expoertenkriesen sorgte, die gleichzeitige Besetzung der Moschee von Mekka 1979 von der westlichen Öffentlichkeit inklusive der LInken nahezu unberichtet und unbemerkt blieb, obgleich es sich um den ersten Putschversuch sunnitischer Islamisten in einem sunnitischen Land handelte.

In den frühen Morgenstunden des 20. Novembers 1979 stürmten mehrere hundert schwerbewaffnete Männer die heiligste Stätte des Islams, die Große Moschee in Mekka. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich Hunderttausende Pilger dort auf, sehr viele konnten trotz Scharfschützen auf den Minaretten fliehen. Es folgte eine rund zweiwöchige Besetzung mit mehr als tausend Toten. Das Ziel der Dschihadisten ist die Errichtung eines radikalislamischen Gottesstaats, die Geiselnahme dient als Staatsstreich.

Ihr Anführer war ein charismatischer Beduinenprediger, der seine islamistischen Ansichten zuvor in Episteln verbreitet hat. Seine Jünger sahen in ihm eine Figur „wie Che Guevara“. Die saudische Königsfamilie, die ihren Macht- und Regierungsanspruch als Bewahrerin des wahhabitischen Islams und Wächterin der heiligen Stätten legitimiert, stand vor einem militärpolitischen Religionsdilemma. Der Koran verbietet den Waffengebrauch in und den Angriff auf Moscheen. Während einer umgehend erlassenen öffentlichen Informationssperre berieten sich die höchsten Geistlichen der Ulema vier Tage lang, bevor sie den Terroristen eine Chance zum Abzug einräumen.

Währenddessen glaubte Präsident Carter in den Vereinigten Staaten an eine Beteiligung Irans am Umsturzversuch der Rebellen. Erst kurz zuvor hatte dort die islamische Revolution den Erzfeind Ajatollah Chomeini an die Macht gebracht. Carter schickte atomwaffenbestückte Kriegsschiffe in die Region. Chomeini revanchierte sich mit Radio-Brandreden, in denen er die Amerikaner und Israel bezichtiget, für den Angriff auf die Moschee verantwortlich zu sein. In Pakistan brannte ein Mob die amerikanische Botschaft in Islamabad nieder. Sechs Menschen starben. Auch in Tripolis wurde die amerikanische Botschaft zerstört.

Als die Ulema schließlich eine Fatwa erliess, die dem saudischen Militär den Gegenangriff erlaubt, eroberten die Soldaten mit Panzern und schwerem Geschütz Teile der Anlage zurück.

Zumal erzählten ja viele, dass Khomeini nur Schiiten als Vorbild dienen könnte und diese eine Minderheit in der islamischen Welt sind, während der Großteil der muslimischen Welt Sunniten und daher nicht ansteckbar seien.Das übersah, dass es islamistische Vordenker und Massenorganistaionen islamistischer Provinienz schon lange vor Khomeini auch im sunnitischen Raum gab, vor allem auch die Muslimbrüder, die sich auf die Lehren ihres Gründers Hassan Al-Banna seit 1928 beriefen und sich verfeinerten und radikalisierten  in dschihaddistischen Elaboraten ala des Vordenkers Qutb.

Hamed Abdel Samad spricht im Zusammenhang mit der Muslimbrüderschaft auch von Islamofaschismus, da Strategie und Wahl der Mittel sich an denen der Faschisten orientiert. Samad weist darauf hin, dass die Muslimbrüder über einen eigenen Geheimdienst wie auch Milizen verfügen. Sie können jederzeit von mehr pseudodemokratischer Taktik auf gewalttätigen Putschismus umstellen – alles nur eine Frage des zeitgemäßen Einsatz des jeweiligen Mittels. Sie zielen aber mehr auf eine parlamentarische Machtübernahme einer Massenpartei, sowie der breiten Verankerung in der Gesellschaft durch zivilgesellschaftliche und karikative Organisationen ab.

Auch Hitler erkannte nach seinem Putsch im Jahre 1923, dass der militärische Weg nicht zielführend war, sondern man über die Parlamente, SA-Suppenküchen und außerparlamentarische Massenaufmärsche und Demonstrationen wirken müsse.Selbiges beherzigen auch die Muslimbrüder inzwischen, aber man sieht, dass sich aus ihren Reihen auch schnell Absplitterungen ergeben, die eben auch die Form der Al Kaida annahmen. Al Kaida rekrutierte sich nicht nur aus Saudis und Salafisten, sondern eben auch aus ehemaligen Muslimbrüdern aus Ägypten und anderen sunnitischen Staaten. Die Übergänge zerfliessen bei der Radikalisierung.

Die Muslimbrüder verübten ein Attentat auf Nasser und wollten schon in den 50er Jahren einen islamofaschistischen Gottesstaat errichten, eine Abspaltung der Muslimbrüder ermordete Sadat 1979 und wollte eine Machtergreifung in Ägypten durch Islamisten herstellen und kurz später versuchten die Muslimbrüder in Syrien mittels eines bewaffneten Aufstands das Assadregime 1982 zu beseitigen, was dieser mittels der faktischen Auslöschung der Stadt Hama bewerkstelligte und diesen Islamisten klar zeigte, dass er die Macht nicht so locker abgibt.Alle damaligen Putschversuche schlugen fehl, es zeigt aber, dass der Islamismus in sunnitischen Gefilden sich durch die Machtergreifung Khomeinis in schiitischen Gefilden nun erst recht ermutigt sah, was zu seiner Ausbreitung von Nordafrika über den Nahen Osten bis nach Afghanistan und Pakistan, ja auch Indonesien führte, als die US-CIA diese Verrückten noch gegen die Sowjetunion unterstützten, was zielgerichtet zu 9-11 führte.

 

Jihad –Made by the West?

 

Als Ali Jinah Pakistan gründete, wollte er vor allem einen säkularen muslimischen Staat, der demokratisch sein sollte. Doch zumeist wurde Pakistan von Militärregierungen regiert, die sich zudem in zwei Kriege mit Indien über Kaschmir begaben und immer noch islamistischen Terroristen, die Kaschmir zurückerobern wollen, Ausbildungslager und Rückzugsräume in Pakistan gibt, wie auch die afghanischen Taliban unterstützen.Zudem muss man sehen, dass während des Kalten Krieges unter dem Militärdikator Zia Ul-Haque mit Unterstützung der USA eine breite Islamisierung der pakistanischen Gesellschaft, wie auch Teilen des Militärs betrieben wurde.

Im Buch der jungen pakistanischen Friedensnobelpreisträgerin Malala  „Ich bin Malala“ erfährt sehr viel über die Geschichte Pakistans und Afghanistans wie auch dem Islam. wie auch über die Islamisierung des Landes nach der Ermordung des säkularen Politikers Zulfikar Ali Bhuttos, die bis heute anhält und sich eher noch verschlimmert:

 

„Um das Volk zur Unterstützung der Militärregierung zu veranlassen, startete General Zia eine Kampagne zur Islamisierung,  die uns zu einem anständigen islamischen Land machen sollte, und ließ unsere ideologischen wie geographischen Landesgrenzen von seiner Armee verteidigen.Er erklärte unserem Volke, es sei Pflicht seiner Regierung zu gehorchen, weil sie islamische Prinzipen vertrat. Zia wollte uns sogar vorschreiben, wie wir zu beten hatten, in jedem Distrikt setzte er salats ein, Gebetsausschüsse, sogar in unserem abgelegenen Dorf, und ernannte 100 000 Gebetsinspektoren.Davor waren Mullahs fast so etwas wie Witzfiguren gewesen– mein Vater sagte, auf Hochzeitsfeiern hätten sie bloß in einer Ecke herumgehangen und seien bald gegangen.Aber unter Zia wurden sie einflußreich, und man berief sie, unter ihnen meinen Großvater, als Erzieher und Prediger nach Islamabad. Unter Zias Regierung wurde das Leben der pakistanischen Frauen noch stärker eingeschränkt.Unser Staatsgründer Muhammed Ali Jinnah hatte einmal gesagt: „Kein Kampf kann gewonnen werden, ohne dass die Frauen den Männern zur Seite stehen.Es gibt zwei Mächte auf der Welt; die eine ist das Schwert, die andere ist der Schreibstift. Es gibt aber noch eine dritte Macht, stärker als die zwei, nämlich die Macht der Frauen“.

 

Aber General Zia führte Gesetze ein, nach denen die Zeugenaussage einer Frau vor Gericht nur halb so viel galt wie die eines Mannes..(…) Eine Frau konnte ohne Erlaubnis des Mannes nicht einmal ein Bankkonto eröffnen. (…) Damals wurden viele Madrasa-Schulen eröffnet.Den Religionsunterricht, den wir deenyat nennen, wurde durch einen Islamunterricht ersetzt, der für pakistanische Kinder bis heute Pflicht ist. Unsere Geschichtsbücher wurden neu geschrieben, darin wird Pakistan als eine „Festung des Islam“ bezeichnet, als gäbe es diesen Staat schon länger als erst seit 1947. Die Geschichte wurde überhaupt neu erfunden, so dass es so aussah, als hätten wir die drei Kriege gewonnen, die wir gegen unseren großen Feind Indien geführt und verloren haben. “

Geschildert wird auch, wie die USA den islamistischen Militärdiktator aktiv bei der Indoktrinierung der Jugendlichen und Männer für den Dschihhad unterstützte:

 

„Mein Vater meint, Dschihad, der heilige Krieg gegen Nicht-Muslime sei in der Region stark von der CIA unterstützt worden. Die Kinder in den Flüchtlingslagern erhielten sogar von einer amerikanischen Universität eigens für afghanische Flüchtlinge herausgegebene Schulbücher, in denen sie Rechenaufgaben lösen mussten wie: „Wenn von zehn russischen Ungläubigen fünf von einem Muslim getötet werden, bleiben fünf übrig.“

(Malala Yousafzai: Ich bin Malala, Knaurverlag 2013, S. 50-52)

 

Interessant in dem Buch auch die Schilderung des Werdegangs von Malalas Vater, der zwischen islamistischen und säkular-sozialistischen Identitäten schwankte:

 

„Der ältere Talib sprach in solch ruhmreichen Worten vom Dschihad, dass mein Vater sich begeistern ließ.Er wies meinen Vater permanent darauf hin, dass das Leben auf Erden kurz sei und dass es für die jungen Männer im Dorf wenige Möglichkeiten gebe. Unsere Familie besaß kaum Land, und mein Vater wollte nicht nach Süden gehen und sich in den Kohlebergwerken verdingen wie viele seiner Klassenkameraden. Das war harte, gefährliche Arbeit, und die Särge derer, die bei Einstürzen der Schächte ums Leben kamen, trafen mehrmals im Jahr bei uns ein.Das Beste, das die meisten Dorfjungen sich erhofften,  war, nach Saudiarabien oder Dubai zu gehen und auf dem Bau zu arbeiten. Daher hörte sich die Vorstellung vom Paradies mit 72 Jungfrauen verlockend an. Jeden Abend betete mein Vater zu Gott: „O Allah, bitte lass es zwischen den Muslimen und Ungläubigen Krieg geben, damit ich in deinem Dienst sterben und ein Märtyrer werden kann.“

 

Eine Zeitlang schien ihm seine Muslim-Identität wichtiger zu sein als alles andere in seinem Leben. Er schrieb sich nun Ziauddin Panpiri-die Panpiri waren eine religiöse Gruppierung- und ließ sich einen Bart wachsen. Heute sagt er, es war eine Art Gehirnwäsche. Er glaubt, er hätte womöglich sogar daran gedacht, ein Selbstmordattentäter zu werden, hätte es die damals schon gegeben.

Aber er war von früh auf ein skeptischer Junge, der selten etwas für bare Münze nahm, obwohl unsere Ausbildung in den staatlichen Schulen in sturem Auswendiglernen bestand und es den Schülern nie erlaubt war, Fragen zu stellen.

 

Etwa zu der Zeit, als er darum betete, als Märtyrer in den Himmel zu kommen, lernte er den Bruder meiner Mutter kennen, Faiz Mohammed. Bald ging er in seiner Familie ein und aus, er wurde regelmäßiger Gast in der Hujra ihres Vaters. Dort sprach man über Lokalpolitik. Es trafen sich dort Mitglieder mit pakistanisch-nationalistischen Zielen, die gegen den Krieg waren. Damals gab es ein berühmtes Gedicht von Rahmat Shah Sayel, dem Dichter aus Peshawar, der ein Gedicht über meinen Namen geschrieben hatte. Er bezeichnete das Geschehen in Afghanistan als „Krieg zwischen zwei Elefanten“ – USA und Sowjetunion. Es sei „nicht unser Krieg“. Seiner Ansicht nach waren die Paschtunen nur „das Gras, das von den stolzen Tieren zertreten wurde“.Mein Vater hat mir dieses Gedicht oft vorgetragen, als ich noch klein war, aber ich habe damals nicht begriffen, worum es ging.

 

Mein Vater war stark beeindruckt von Faiz Mohammed.Er fand, es habe Sinn, was er sagte, wo es um die Abschaffung des feudalistischen und kapitalistischen Systems in usnerem Lande ging. Diesselben großen Familien würden seit Jahrzehnten alles beherrschen, während die Armen immer ärmer wurden. Er war hin- und hergerissen zwischen den zwei Extremen, zwischen Säkularismus und Sozialismus auf der einen Seite, militantem Islam auf der anderen Seite Er landete irgendwo in der Mitte.“

(Malala Yousafzai: Ich bin Malala, Knaurverlag 2013,  S. 54-56)

 

Das Beispiel zeigt eigentlich ganz gut, wie gewisse Identitäten von seiten von Großmächten und Staaten zur Durchsetzung ihrer imperilaistischen Ziele, sowie zur innenpolitischen Stärkung der staatlichen Macht gefördert werden und wie auch seitens des Rezipienten die soziale Stellung und die Lösung der sozialen Frage, die durch eine gewisse Identität als Lösungsweg erhofft wird, eine fundamentale Rolle spielt. Es zeigt auch, dass Identitäten gemischt sein können, eklektizistisch, ja synketrisch, nicht immer etwas Fixes, sondern Prozesshaftes und Reversibeles sein können, insofern man es nicht mit einem Unbelehrbaren und Fanatiker zu tun hat.

 

Zumal eben Pakistan und das atomare Netzwerk Khans in alle Welt Nuklearwaffentechnologie gegen den Westen exportierte, wie auch  Pakistan die erste muslimischen Atomwaffen hat, die auch einmal in die Hände von Islamisten fallen könnten.Ebenso unterstützt die pakistanische Regierung, ihr Militär und ihr Geheimdienst ISI die afghanischen Taliban, um strategische Tiefe gegen den Erzrivalen Indien zu erzielen, wie sie auch islamistische Terroristen unterstützt, die Kaschmir zurückerobern wollen.

Dass imperialistische Staaten benutzten  Muslime, Islamisten und den Heiligen Krieg für ihre eigenen außenpolitischen Zwecke, ist nicht nur auf die Nazis begrenzt, die in den 30er und 40er Jahren versuchten die Araber gegen das britische Empire aufzuhetzen. Man denke an Wilhelm II s Bündnis mit dem Osmanischen Reich, seinen Adlatus Max von Oppenheim und den „deutschen Jihad“ , Oskar Ritter von Niedermeier und seinen Gegenspieler Lawrence von Arabien, die versuchten gegenseitig Muslime und Islamisten gegeneinander in Stellung zu bringen und zu bewaffnen. Man denke an die atheistischen Bolschewiki, die die Muslime in den Sowjetrepubliken gegen die weißen Truppen aufhetzten. Gut dokumentiert im Buch von John Reed „Reds“, das auch verfilmt wurde. Zum Erstaunen des kommunismusaffinen US-Reporters John Reed wiegelten die Bolschewiki die Muslime Zentralasiens und des Kaukasus zum Heiligen Krieg auf. Angesprochen darauf, dass Kommunisten doch für den Atheismus eintreten würden, meinte der bolschewistsche Kader: „Das sehen wir ganz pragmatisch!“. Natürlich haben die Bolschewiki dann nach der Machtergreifung mit dem Islam gehörig aufgeräumt, wie allgemein mit der Religion.

 

Zu vergessen auch nicht die USA-CIA, die gegen den Kommuismus  und die zumeist mit Moskau verbündeten Panarabisten wie Nasser, Ghaddafi, Assad oder Saddam Hussein Muslimbrüder und andere Islamisten bis hin zu Osama Bin Laden im Kalten Krieg unterstützten und bewaffneten–im Bündnis mit dem wahhabistischen Saudiarabien und Pakistan, das auch die Taliban unterstützte.   Ja, selbst Sadat unterstützte die Muslimbruderschaft anfangs als Prügeltruppe gegen die linken Nasseristen, die von Camp David und neoliberalen IWF-Programmen nichts hören wollten. Selbst unter Clinton, Bush jr. und Obama sah die US-Regierung und die meisten westlichen Staaten Muslimbrüder in allen sunnitschen Ländern und die AKP Erdogans als eine islamische CDU, die die Versöhnung von Islam und Demokratie bringen würde. Man siehe: Es waren nicht nur die Nazis, wenngleich diese den Antisemitismus in den muslimischen Ländern erst so richtig hoffähig machten. Da die imperialistischen Mächte lange Zeit die Islamisten und Muslime als Hilfsmittel verwendeten, dachten sie auch, dass es sich um Marionetten handelte, die kontrollierbar und lenkbar seien. Dies jedoch entpuppte sich als Irrtum, da der Islamismus eine eigenständige Bewegung ist, die eigenen Gesetzen und eigenen Zielen folgt, was erst mit dem 9-11-Attenttat deutlich wurde. Inzwischen ist daraus die dritte totalitäre Ideologie neben Faschismus und Kommunismus geworden, die breite Teile der muslimischen Welt und ihrer Diaspora bedroht, auch schon eine Islamischen Staat hervorbringt und auch den Westen herausfordert, der sich dank Trump auch immer weiter auflöst und nun möglicherwesie durch eine „christlichen Pakt“ ala Bolsanro der religiösen Rechten und ihrer rechtsradikalen Unterstützer ala Trump und Steve Banon abgelöst werden soll.

Soweit man die Sowjetinvasion und den Jihad in Afghanistan und dessen Einfluss auf die islamische Welt untersuchen sollte, gab es doch viele andere Ereignisse, die gleichermassen Katalysatoren des Islamismus waren:

1979 Besetzung der Moschee von Mekka in Saudiarabien , Camp David  1982 Libanonkrieg (Gründung der irannahen schiitischen Hisbollah und Verdrängung der säkular-schiitischen Amalmiliz), Aufstand der Muslimbrüder in Syrien (Hama) 1987 Intifada/1988 Gründung der Hamas  1989/1990 Niederlage des Ostblocks Abzug aus Afghanistan,  Golfkrieg 2001 Gründung der türkischen AKP nach Erbakans Scheitern  2003 Irakkrieg, Ab 2011 arabischer Frühling, der weidlich von den Islamisten genutzt wird, Islamischer Staat, Syrien- und Jemenkrieg,  NATOkrieg gegen Lybien

Desweiteren wäre einmal interessant, warum die sunnitischen Kurden so resistent gegen islamistische Strömungen und zumeist säkular geblieben sind und ob sie dies in Zukundft noch sein werden.

 

Umdenken seit 9-11 bei der Rechten, aber kaum bei der Linken

 

Erst da begann ein Umdenken, wurden aber plötzlich Menschen verschiedener Staaten wie Lybien, Irak, Syrien, Iran, Afghanistan, Pakistan, Sudan, die sich mehr national oder ethnisch verstanden alle unter eine Kategorie des “Muslim”gepresst, egal, ob sie säkular waren oder nicht. Dazu wurde Islamismus nur in der Form des Dschihaddismus und Konzentrierung auf Al Kaida definiert, aber nicht gesehen, dass es eben genauso evolutionäre Islamisten gab, die nicht auf Terrorismus setzten, sondern auf Machtergreifung mittels einer Massenbewegung und Massenpartei, vor allem die Muslimbrüder im sunnitischen Raum, die aber bei Widerstand seitens Assads sich schnell wieder zu bewaffnen wussten, um ihren Kampf für eine islamistische Diktatur aufzunehmen. Zumal in den ganzen nordafrikanischen Staaten, wie auch auf dem arabischen Kontinent die Muslimbrüder und andere Islamisten schon ganz am Anfang dabei waren bei dem sogenannten “arabischen Frühling”, während unsere liberalen Mainstreammedien uns nur etwas von der Machtgewaltheit der so hippen „Twitterrevolutionäre“ erzählten, die schon sehr schnell mangels Diszipliniertheit, Erfahrung und Massenorganisation so schnell marginalisiert wurden von den Islamisten, wie sie aufgetaucht waren. Aber in unseren westlichen Medien wurde nie über die entscheidende Massenbewegung der Islamisten, die sich dann auch schnell mittels Wahlen in Ägypten oder Waffengewalt in Syrien durchsetzen wollten, berichtet.Zumal auch der Iran von einem “islamischen Frühling”berichtete, was zwar auch nicht Realität wurde, aber die wirkenden Kräfte besser beschrieb als die westlichen Medien, die jeden zum demokratischen “Twitterrevolutionär”verklärten und erklärten, der über ein Smartphone verfügte.Aber die westlichen Liberalen und die US-Regierungen hatten da immer noch die Vorstellung, dass die Muslimbrüder so eine Art muslimische Republikanische Partei oder CDU sei.

 

Wenn man über Religion spricht, sollte man nicht das moderierte deutsche Christentum oder einen Papst Franziskus oder den tibetischen Buddhismus als allseits glücklichmachenden Bezugspunkt nehmen. Bei einer Käßmann, einem Bedford-stroh oder Kardinal Marx oder einem Dalai Lama weiss man, dass sie keinen Gottesstaat wollen, noch ein kriegerisch-militantes oder undemokratisches Christentum oder einen militanten welterobernden Buddhismus. Bei ihnen ist eher ein ultraliberaler selbstverleugnender Pazifismus und Kulturrelativismus festzustellen, der bei einem Gottesstaat, wie auch jedem Staat eher die Selbstauflösung desselben herbeiführen würde, wenn man sich an ihre hehren Prinzipien halten würde.Aber sie sind eben nicht representativ dafür, das deutsche Christentum ist ein deutscher Sonderweg und viele konservative weißhäutige Kräfte im Vatikan könnten sich sozusagen sogar einen „Neger“ als nächsten Papst vorstellen im Wissen, dass Religionsvertreter aus Afrika im Durchschnitt allemal antimodernistischer und reaktionärer sind als ein Papst Franziskus—zumal auch interessant ist, dass es bisher nur weißhäutige Päpste gab, zuerst aus Italien, dann auch aus Europas Polen und Deutschland und man bei der Wahl eines Vertreters der Dritten Welt auch einen weißhäutigen Papst aus Argentinien bestellte–einen schwarzen oder gelben Vertreter traut sich die angebliche antirassistische Weltkirche noch nicht aufzustellen und falls ja, dürfte dies dann wohl aufgrund einer reaktionären Gesinnung geschehen, um das Kirchenrad der Geschichte etwas zurückzudrehen-von daher versperrt der Blick aufs deutsche Christentum und Papst Franziskus als pauschalisierenden Bezugspunkt den Blick, wie es um die Religionen im Rest der Welt und ihrer Verbindung zu autoritären Regimen und Bewegungen bestellt ist.

 

Da ergibt sich eben ein ganz anderes Bild der Radikalisierung und des Zusammenwachsens der Religion mit autoritär- chauvinistischen politischen Kräften, die sich auf die Religion berufen und wie es Samuel Huntington in seinem „Clash of Civilizations“/“Kampf der Kulturen“ gezeigt hat. National-chauvinistische Bewegungen berufen sich bei ihrer Identitätspropaganda zunehmend auf die Religionen und breite Massen von Religiösen und ihrer Vertreter gehorchen diesem Lockruf und unterstützen ihn.Da zieht sich schon eine Demarkationslinie zwischen dem polnisch-nationalistischen Katholizismus, der die nationalchauvinistisch-autoritäre PiS Kaczynskis unterstützt und einem mehr kosmopolitisch denkenden Papst Franziskus oder deutschen Adlaten.

 

Wobei es bei den USA auch nicht zurück zur WASP-Gesellschaft ala Huntington geht, denn nicht nur Protestanten, Evangelikale, sondern auch Katholiken, kurz: die gesamte religiöse Rechte unterstützen Trump.Bezeichnend für die US-Katholiken war auch deren Vordenker Michael Novak, der als Vertreter des Republikanischen Think Tanks Heritage Foundation und Neocon-Think Tanks American Enterprise Institute in der Münchner Katholischen Akademie auftrat und die europäischen, vor allem die deutschen Christen als pazifistisch, liberal und einem Gott der Nächstenliebe und der Toleranz fröhnend kritisierte, während das Christentum kämpferisch innen- wie auch außenpolitisch einen „God of Fear“ huldigen solle, der seinen Feinden Angst einjagt und das Christentum und den Kapitalismus verbreitet.Aber dieser Bezug auf die Religion stösst bei Huntungton und der religiösen US-Rechten da auf ihre Grenze, wenn es sich um katholische Immigranten, vor allem Latinos und Mexikaner handelt, wie dies Huntington in seinem Buch „Who we are“ herausstellte, in dem er einen Kulturkampf zwischen katholischen Mexikanern und Lations mit den WASP-Amerikanern herbeischrieb, obgleich er derart religiöse Kulturkämpfe zwischen katholischen US-Amerikanern und protestantischen US-Amerikanern selbst nicht sah, obwohl dies die Logik nahelegen würde.Doch wollen wir uns nicht damit aufhalten, inwieweit die Theorien rassistscher und nationalistischer Ideologen auch wirklich kohärent sind.

Religion in Afrika- Konfliktpotential zwischen Christentum und Islam als zukünftige Fluchtursache

 

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 20% des weltweiten Christentums lebt nun südlich der Sahara wie auch 15% der weltweiten Muslime. Es ist eines der religiösesten Gebiete der Welt in dem 85% der Bevölkerung sagen, dass Religion sehr bedeutend für sie sei. 1900, als animaitische Naturreligionen noch den Grossteil der Bevölkerung waren betrug die Zahl christklicher und muslmischer Anhänger zusammen nur 1/4 der Bevölkerung. Aninmisten und traditionelle afrikanische Religionen wurden seitdem auf 13% der Bevölkerung marginalisiert während die Konvertierungsrate von Muslimen und Christen Höhenflüge verzeichnete. Muslime wuchsen von 11 Millionen 1900 auf 234 Millionen 2010, Christen von 7 auf 470 Millionen. Das nördliche Afrika ist zumeist muslimisch und das südliche Afrika zumeist christlich, aber wo beide Religionen in einem 4000 Kilometer breiten Gürtel von Somalia bis Senegal zusammentrafen, wurde es zumeist gewälttätig, vor allem in Nigeria und Ruanda.Im südlichen Afrika vorherrschend Christentum, jedoch die katholische und protestantische Kirche auf dem absteigenden Ast, während die evanglikalen Freikirchen auf dem Vormarsch sind. Als terroristische Christengruppen gibt es eigentlich bisher nur die Army of the Lord in Uganda, die aber auch von den USA als terroistische Organisation gelistet wird.Aber eine militante Form des Islamischen Staats, der Boko Haram, der Ahababmilizen, islamistischer Milizen oder terroristische Formen gibt es in dieser Breite bei den Christen nicht, ist eher die ganz rare Ausnahme.

Referenced from: http://thomaspmbarnett.com/globlogization/2010/4/23/africa-ground-zero-for-globalizations-advance-as-well-as-rel.html#ixzz5czGN40Nh

Der Fehler bei Thomas Barnetts Graphik, ist dass sie nur eine Unterscheidung zwischen Muslimen und Christen aufmacht als Hauptkonklikt, jedoch die säkular-panarabische geprägten Staaten nicht differenziert, wobei es da auch zu Konflikten zwischen säkularen und moderaten Muslimen mit Islamisten kommen wird, wie auch viele moderate Muslime mit moderaten Christen zusammenarbeiten, die Konfliktzone also nicht nur zum einen breiter ist als der 4000 km-Gürtel, wo Islam und Christentum aufeinanderstösst, sondern auch Richtung Norden konfliktträchtiger ist, wie auch das Konflikt- aber auch umgekehrt Kooperationspotential ethnisch, national, tribal noch viel komplexer ist. Zudem sollte man auch sehen, dass das Christentum in Afrika wesentlich konservativer ist, es zumal auch immer mehr Evangelikale in Afrika gibt, die fanatischer sind als die Katholiken oder herkömmlichen Protestanten, was auf das afrikanische Christentum wie auch den Vatikan und die westlichen Kirchen der nördlichen Hemisphäre zurückwirken wird. Noch ist kein Schwarzer Papst, aber das konservativere geburtenstarke Christentum des Südens wird ebenso einmal seine Emazipation gegenüber den reichen, demographisch rückläufigen reichen Gebergemeinden des Nordens fordern–schon aufgrund der reinen Masse. Franziskus war nach italienischen, dann einem polnischen und deutschen Papst der erste Südpapst, wenngleich noch ein Weißer, der aber meinte Katholizismus und Christentum bedeute nicht, sich wie die Karnikel zu vermehren, was er als Beitrag gegen die Bevölkerungsexplosion sah, obgleich die katholische Kirche immer noch gegen Verhütungsmittel, Abtreibungen und Sterilisalitionen, wie auch aktiv für Geburtenkonztrolle ist, zumal seitens des Islam in dieser Richtung gar nichts zu vernehmen ist, eher der Geburtenjihad propagiert wird.Interesant ist aber, wie dramatisch die alten animistischen Naturreligionen Afrikas durch Christentum und Islam marginalisiert wurden.

 

Religion, Islam und Flüchtlingsfrage

Hinzu kommt, dass die Migration und Flüchtlingsfrage ständig von der Rechten genutzt wird, um auch die Islam oder Religionsfrage zu stellen–sei es nun die AfD in Deutschland, die alle Flüchtlinge nur als „Muslime“ und nicht als Menschen begreift, wie aber eben auch die islamophile Linke die Menschen auch nur unter den religiösen Label „Muslime“als homogene Gruppe stigmatisiert, um sie angeblich vor Rassismus zu schützen anstatt eben  zu differenzieren. Oder aber eben Harvardprofessor Samuel Huntington sieht die größte Bedrohung für die USA in den katholischen Mexikanern und Lations in seinem kulturkämpferischen „Clash of Civilizations“ und „Who we are“, der die Welt nur in 8 homogene Kulturkreise und kulturelle Kollektive dogmatisch, grobschlächtig und simplfizistisch einteilt. Individuen und Menschen hören da auf im kulturell homogenen Kollektiv zu existieren. Wenn Massen flüchten und migrieren, dann werden sie sowohl von linken Multikultimenschen wie der Rechten zum homogenen Kollektiv erklärt, das man kollektiv schützen oder eben kollektiv bekämpfen müsse.

Keine Gefahr der Islamisierung in westlichen Industriestaaten und emerging economies- der Hauptfeind sind die Rechtsradikalen

In Deutschland und Europa gibt es keine Gefahr der Islamisierung wie dies Paranoiker wie Wilders, die AfD, der Front National, Orban, Kaczynski, Sarazin, Daniel Pipes und andere immer wieder als Schreckensgespenst an die Wand malen. In den USA und anderen industrialiserten LÄndern und emerging ecomies schon gar nicht. Dazu gibt es einfach zu wenige Muslime. Auch sollte man mal berücksichtigen, dass die vielkritisierten 890 000 Flüchtlinge des Sommers 2015 nicht einmal 1% der deutschen Bevölkerung ausmachen. Der Großteil der Migranten in der EU und Deutschland wird aus EU-Ländern kommen, zumeist christlich oder säkular geprägt sein und auch hoher Jugendarbeitslosigkeit.Radikale Muslime können jedoch wie die 1,5 Millionen Erdogantürkenfans eine Störfaktor sein, wie auch Teile der dazu gekommenen Flüchtlinge. Sei es als fünfte Kolonne oder eben durch Terroranschläge, die die Rechtsradikalen bis hin zur AfD dann hochkatapultieren. Da besteht eine Wechselwirkung.

Es geht dem Manifest erst mal darum eine islamkritische linke Position zu formulieren, da bisher Islamophilie innerhalb der Linken vorherrschte und alles schöngeredet wurde, ja dem rechten Counterjihad das Feld überlassen wurde. Es geht darum zwischen linker  islamophiler Problemverdrängung und rechter Paranoia und Schürung von Änsgten eine differenzierte Zwischenposition zu formulieren. Die Hauptgefahr in Deutschland sowie den meisten industrialiserten Staaten und emerging economies geht von der Rechten in diesen Ländern aus, die die Mehrheit, also auch die Deutschen soweit radikalisieren können, dass eine neue Diktatur etabliert werden kann. Islamisten haben schon aufgrund des geringen Mulsimanteils in Deutschlands als auch allen anderen Staaten dazu überhaupt nicht die Chance eine islamistische Diktatur oder Islamisierung der deutschen oder sonstigen Gesellschaft durchzudrücken.

Analoges gilt für die USA und die anderen industrialisierten Staaten und emerging economies. Dennoch ist es wichtig über Deutschland hinaus auch noch mal eine weltweite Analyse von Evangelikalen, Falungong und Islamismus als den drei wesentlichen fundamentalreligiösen Richtungen in der Weltpolitik vorzunehmen, wobei die Falungong sich aufgrund der brutalen UNterdrückung durch die ebenso totalitäre KP China noch als Opfer und nicht potentieller Täter eines Fundamentalbuddhismuses gerieren kann und auch momenatn nicht wiurkungsmächtig ist. Man muss auch in einer gloablisierten Welt die Entwicklungen in der Welt im Auge behalten und darauf versuchen zu reagieren oder auch aktiv zu handeln. Evangelikale wollen zudem eine Endschlacht mit den Islamisten ums Heilige Land, Israel und da wird es brandgefährlich, wenn dieser Kulturkampf auch seitens der Trumpadministration befördert wird.Mit linkem Counterjiohad ist nicht gemeint, dass die NATO oder der Westen jetzt einen weltweiten Krieg gegen den Islamismus führen sollte, quasi als neuen Kreuzzug. Schon die Nahostkriege wie der Irakkrieg 2003 oder der NATOkrieg gegen Lybiens Säkulardespoten Ghaddafi zeitigte fatale Resultate.Umgekehrt bedeutet es aber auch, dass man etwa Kräfte in muslimsichen Staaten militärisch unterstützt wie die Anti-IS-Koalition oder dem Irak militärische Hilfe gibt, um einen Völkermord des IS an den Yessiden, Christen und moderaten Muslimen zu verhindern und zu bekämpfen.

Das rechte Geschwätze von den homogenen Invasoren- und Eroberungshorden, der Landnahme und des Volksmords oder Bevölkerungsaustausch ist ebenso alles nur Hetze, wie auch von angeblichen jahrzehntelangen Planungen der Völkerwanderung , wozu immer wieder der Gründer der Paneuropaunion Coudenhouve- Calergie oder Thomas Barnet als angebliche Masterminds falsch zitiert werden.

Man sollte schon differenzieren. Dies ist den rechten Counterjihadlern genauso wenig möglich wie den Multikulti-Islamophilen der Gegenseite.Umgekehrt gilt zu rechten Hetze gilt eben auch: Die Flüchtlinge sind keineswegs nur leistungsbereite, gebildete, säkulare, aufgeklärte Menschen, sondern eben auch jede Menge Islamisten, konservative Muslime, die sich mittels Sozialhilfe und deutscher Rundumversorgung mit Großfamilie ihre eigene Parallelgesellschaft in Deutschland einrichten wollen. Die Syrer , die nach Europa flüchten dürften zur Hälfte nach Demokratie strebende, aufgeklärte Leute sein, aber eben auch zur anderen Hälfte Islamisten und konservative Muslime. Gegen Assad zu sein kann bedeuten, ein junger, säkularer Demokrat zu sein oder eben auch Islamist der Sorte Muslimbruder, Al Nusra, Jayesh el-Fatah. Jayesh el Islam und wie die ganzen islamistischen Gruppen heißen.

Auch sollte klar sein, dass ein afghanischer Bauernjunge aus einem Burkatragenden Dorf andere Wertvorstellungen und Bildungsgrad hat als manch anderer Flüchtling,der einem gebildetem urbanen Bürgertum entstammt, aber eben auch zu den meisten Deutschen auf dem Bildungsmarkt und dem Arbeitsmarkt, mit denen er in Konkurrenz tritt–egal wie leistungsbereit der sein will. Wo ein Wille, insofern vorhanden, eben noch lang kein Weg. Da spricht man eher voluntaristisch wie ein Amerikaner.

Statt neuer Nahostkriege: Unterstützung säkular-demokratischer Kräfte und bei deren Versagen Unterstützung säkularer Despoten als kleineres Übel gegen die Islamisten

Im übrigen ist auch nichts dagegen zu sagen, wenn Assad die Islamisten massakriert und Al Sissi die Muslimbrüder abräumt, wie auch in Algerien 1992 angesichts der islamistischen FIS nichts anderes übrig blieb, diese mittels des Militärs zu verhindern, auch wenn das 200 000 Tote kostete. Natürlich sollte man nicht die Unterdrückung demokratischer Kräfte unterstützen, wenn linke und/oder demokratisch-säkulare Kräfte aber nicht imstande sind diese Islamofaschisten aufzuhalten, braucht es eben als ultima ratio den Big Stick. Zudem kann man nur hoffen, dass die jungen Twitterrevolutionäre aus ihrer Unorganisiertheit, Disziplinlosigkeit und Zersplittertheit von ihren Konkurrenten lernen und eine schlagkräftige Organisation und Partei aufbauen, die dann bei einem nächsten arabischen Frühling auch durchsetzungskräftig ist.

 

Grundsätzlich sollte mittel- und langfristig eine säkular-demokratische zentralistische Bewegung aufgebaut werden, die als Partei und aufgrund ihrer Organisiertheit, Diszipliniertheit eine echte Herausforderung sowohl die säkularen Despoten/Militärs wie die islamistischen Despoten wegräumt und ein fortschrittliches politisches System errichtet, vielleicht auch mittels Waffengewalt. Aber wie sah die Realität des „arabischen Frühlings“ aus? Die gepriesenen Twitterrevolutionäre waren unerfahrene, hedonistische, partei-und organisationsfeindliche Spontaneisten, die meinten mit ein bißchen Smartphone, Internet und Massenaufmärschen ala Facebookpartys könne man die Macht erringen. Kein Wunder, dass sie gegen eine gut organisierte Muslimbruderschaft, die ihre geradezu leninistisch-disziplinierte Organistion seit 1928 unterhält und die Militärs nichts ausrichten konnten. Diese Organisationsprinzipien und die Schwäche spontaneistischer Bewegungen hat Lenin in seinem „Was tun?“ und „Die Kinderkrankheiten des Kommunismus“ exakt analysiert. Ohne revolutionäre Partei in diesen Gefilden, werden immer nur die Militärs oder die Islamisten siegen. Und solange das so ist, ist vorerst im Worstcase eine säkulare Diktatur, die Religion und Staat trennt, Minderheiten- und Frauenrechte schützt und zumal meist mit einem Sozialstaat einhergeht zu bevorzugen.Das bezieht sich auf die akutelle Situation, ist aber nicht grundsätzlich gemeint.

 

Mittel- und langfristig sollte man demokratisch-säkulare Kräfte und deren Organisationen fördern, ja auch darauf drängen, dass sie Parteien gründen. Das war in Ansätzen in Syrien ja der Fall.Die Freie Syrische Armee war anfangs säkular-demokratisch, hat dann aber den Fehler gemacht, die islamofaschistischen Muslimbrüder an Bord zu nehmen, die dann sehr schnell die Organsiation und Opposition nebst anderen Islamistenmilizen dominierten. Heute ist die alte FSA marginalisiert und die säkular-demokratische Southern Front nicht nenneswert. Das hängt auch damit zusammen, dass Obama der ursprünglichen FSA keine Waffen lieferte, sondern dies mit seiner „lead from behind“-Strategie der Türkei, Saudiarabien und den Golfstaaten überliess, die dementsprechen nur islamistische Mordbrennermilizen aufrüsteten, die in westlichen Medien euphemsitisch als „Rebellen“bezeichnet werden.

 

No „No borders“- die Linke und die Flüchtlingsfrage

 

Zudem sollte die islamophile Linke aufhören unbegrenzte Zuwanderung zu fordern. No border, offene Grenzen für alle sind utopische Forderungen, die sich um eine konkrete Lösung, Lenkung und Organisierung der Flüchtlingströme drückt und meint, der nationalstaatliche Rahmen könne die ganzen Flüchtlingsmassen absorbieren. Zum einen sollte man sich für die Bekämpfung der Fluchtursachen einsetzen, aber da deren Lösung eher mittel- bis langfristig, wenn überhaupt zu erzielen ist, sollte man kurz- und mittelfristig nationale Kapazitätsgrenzen festlegen und vor allem mittels eines EU- und UNO-Fonds die Flüchtlingslager vor Ort und die Lebenszustände dort wesentlich verbessern. Auch sollte man sehen, dass jeder Flüchtling für einen Euro in Deutschland nur einen Euro für eine Wohnung und Lebensmittel hat, man in den Flüchtlingslagern vor Ort jedoch die zumal 30fache Kaufkraft hat und man in den Flüchtlingslagern mit einem EU- oder UNO- Fonds von 20-40 Milliarden Euro dort neustädtliche Strukturen schaffen kann, die mit Infrastruktur, Schulen, Arbeitsplätzen, etc. ausgerüstet würden. Das wäre jedenfalls realistischer als die kosmopolitisch-futuritisch- utopistische Forderung nach offenen Grenzen für alle, No border und die dogmatische Ablehnung von nationalen Obergrenze oder überhaupt nationalstaatlichen Begrenzungen.

 

Denn die No Borderforderung behauptet, dass Deutschland unbegrenzt Flüchtlinge aufnehmen könne, kann sich sehr nationalstaatlich nur eine Lösung der Flüchtlingsströme durch Füllung Deutschlands innerhalb deutscher Grenzen ohne alle Ober- und Grenzen in nur deutschen Grenzen vorstellen, kann sich aber eine Lösung nicht über die Grenzen vorstellen oder eben in einer vorläufigen Kontinengierung und Begrenzung zwischen Deutschland, Europas und den Flüchtlingslagern vor Ort. Somit wird dies eher eine abstrakt-losgelöste Prinzipienstreiterei, die keine konkreten und praktischen Lösungen anzudenken imstande ist. Die osteuropäischen Staaten, Österreich, Frankreich und Skandinavien werden keine weiteren Flüchtlinge aufnehmen, die Diskussion um Flüchtlingskontingente führt in die Sackgasse und ins Hamsterrad.

 

Zielstrebiger ist es, die widerspenstigen EU-Länder für eine gemeiname humanitäre Ausstattung der Flüchtlingslager vor Ort und auch in Griechenland und Italien zu gewinnen, zumal selbst Victor Orban damals im BILD-Interview tönte, er könne sich einen gemeinsamen EU-Fonds zur Hilfe für Flüchtlingslager vor Ort vorstellen und dass dieser seitens der EU so aufgefüllt werden müsse, bis die Flüchtlinsströme nach Europa versiegen. Klüger wäre wie Kurz Orban bei seinen Worten zu nehmen, einen gemeinsamen Schutz der EU-Grenzen sowie einen EU-Fonds für Flüchtlingslager vor Ort zu realisieren und falls sich diese osteuropäischen Staaten immer noch verweigern, ihn dann mit der ultimativen Streichung von EU-Subventionen zu drohen. Wobei Kurz Orban in seiner Flüchtlingspolitik unterstützt, jedoch ebenso aggressiv wegen seiner Bestrebungen eine autoritäre Diktatur mit Polen in der EU zu errichten angreift. Von Kurz kann sowohl die Merkel-Groko sowie die CSU lernen, die sich Orban nur noch unkritisch anwanzt, weswegen Kurz auch trotz Einladung nicht  zur CSU-Klausurtagung ins Kloster Seeon kam, aber eben nur Orban.

 

Wunschbilder von dem evolutionären Islamismus als muslimische Demokratie

 

So wie viele Transatlantiker und Liberale in Europa erklären, dass Trump und Steve Bannon, die ein US-faschistisches System herbekommen wollen, durch die Kraft des Liberalismus, der US-Verfassung und der check and balances eingehegt werden würden, so haben diesselben Kräfte dies auch schon in Bezug auf den Islamofaschismus erzählt und meinten die islamistische AKP könne durch de EU-Beitrittsprozess moderiert werden. Die westlichen Liberalen und Großteile der Linken hatten die Utopie, dass sich reaktionärer Islamismus ala Muslimbrüder oder AKP/Erdogan mit säkular-demokratisch-liberalen System verbinden lasse. Schon die Idee, eine demokratische Türkei in die EU aufzunehmen, war utopisch. Denn die sogenannt säkular-demokratischen Kräfte wie die CHP oder die MHP waren Nationalisten wie man sie aus Orban-/Jobbik-Ungarn oder PiS-Polen unter Kaczinski kennt. Auch diese demokratische EU-Türkei wäre ein ewiger nationalistischer Störpunkt innerhalb der EU geworden.Zumal eben mit einer Bevölkerung und Stimmrechten, die alle anderen EU-Staaten inklusive Frankreich und damit der deutsch-französischen Achse als Motor der EU übertrumpft hätte. Zumal die EU dann auch eine Außengrenze zu Syrien, Irak und Iran, also dem Pulverfass des Nahen Ostens gehabt hätte.

 

Hinzu kam eben, dass nach der islamistischen Refah-/Wohlfahrtspartei Erbakans, die durch Eingriff des Militärs abgesetzt wurde, nun als Nachfolger die AKP Erdogans kam.Erdogan war genauso ein Islamist und Muslimbruder, gab sich aber moderater als Erbakan.Jedenfalls wurde er der neue Hoffnungsträger grüner, sozialdemokratischer und liberaler EU-Erweiterungsfanatiker, die in diesen Islamisten die erste muslimische Demokratie reinphantasierten, zumal auch mit Unterstützung aller US-Regierungen von Clinton, Bush jr und Obama. Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder verlieh ihm auch noch den Preis “Europäer des Jahres”–für solch einen lupenreinen Demokraten hielt ihn die Sozialdemokratie wie auch ihre grünen und liberalen  Adlaten. Das türkische Militär überlegte 2007 diese durchsichtige Farce zu beenden und drohte Erdogan mit einem Militärputsch wie schon unter seinem Vorgänger Erbakan. Doch die EU wie auch die USA samt NATO machten Druck aufs türkische Militär keinen Militärputsch zu vollführen, was Erdogan im Amt liess und die ganze systematische Machtergreifung vom Ergenekonprozess bis heute ablaufen liess.

Bei allen EU-Mitgliedsgesprächen und angeblichen Demokratisierungsversuchen wurde immer nur das türkische Militär zusammengestutzt, während das türkische Wahlrecht, das eine 10%-Schwelle für Parteien hatte nicht in eine 5%-Schwelle umgewandelt wurde, was bedeutet hätte, dass der Parteienpluralismus, die Demokratie gestärkt und der unnatürliche Zustand, dass Erdogan mit 35% der Stimmen 60% der Parlamentssitze erhalten hatte, beendigt wurde.Zu sehr hatte die Linke und ihre liberalen Epigonen das Trugbild von Erdogans AKP als die Demokratiekraft für die Türkei und den ganzen Nahen Osten, die Islam und Westen vereinigen würde—auch in einer gemeinsamen EU, die keine Religionen und Unterschiede mehr kenne.Betrachtet man sich die heutige Türkei, wird klar, dass all jene Menschen und die wenigen Linken, die vor dem Islamisten Erdogan warnten, recht behalten haben.Doch dasselbe Muster wiederholte sich mit der Hamas und den Muslimbrüdern in den anderen sunnitischen Staaten. Auch diese wurden seitens linker Kräfte und liberaler Epigonen als eine islamsche CDU eingeschätzt, die diese Länder modernisieren könne und einen Ausgleich mit dem Westen bringen könne.

 

Islamismus sind zwei wesentliche Strömungen: Die offen-aggressive, militaristische, putschistisch.militante Variante des Islamischen Staats, der Boko Haram, der Al Shabab, der Al Kaida, der Al Nusra, der Ahrar al Sham, der Jayes el Islam, der Jayesh el Fatah, der Junus al Sham,etc. Die mittels militärischer Machtergreifung und Guerillakrieg die Macht und Territorium erlangen wollen. Islamisten sind für uns auch genauso die evolutionären Islamisten, die sich am Anfang friedlich und evolutionär geben, ihre eigenen Geheimdienst, Milizen, Zivilgesellschaft, karikativen Sozialstaatsorganisationen aufbauen, um dann als breit verankerte Massenpartei demokratisch gewählt zu werden und demokratisch legitimert auch Referenden abhalten zu können, die die Demokratie beseitigen und eine islamistische Diktatur ganz demokratisch herbeizubringen.

 

Nun sind die Islamisten und ihre Sympathisanten in der BRD zahlenmäßig nicht imstande einen islamistischen Staat zu errichten: Es gibt nicht genug Muslime. Zumal über die Hälfte der sogenannten Muslime säkular sind, kein Kopftuch tragen, in keine Moschee gehen. Sie sind so religiös wie wir, nämlich feiern ihren Ramadan als Familienfest, wie dies säkulare oder christliche Familien auch tun.

 

Aber es gibt eben auch die andere islamistiische Seite der sogenannten Muslime. Es bleibt aber ein millionenstarkes Potential an Erdogantürken zumindestens als immense Pressure-Group und außenpolitische 5.Kolonne der Erdogantürkei in Deutschland, die doch erheblich für Unruhe und Destabilisierung sorgen kann. Zumal auch unklar ist, ob sich nicht auch Teile der Erdogantürken radikalisieren werden. Die Ditib betreibt neuerdings auf Erdogans Anweisung einen Märtyrerkult unter den Jugendlichen. Auch ist die Islamisierung der Erdogantürkei gerade erst in ihrer Anfangsphase und es ist noch nicht ausgemacht ist, wie radikal dieses islamistische Land in Zukunft sein wird.

 

Auch bei der von Erdogan nun verfolgten Gülenbewegung handelt es sich um Islamisten. Der Unterschied zwischen Erdogan und Gülen ist, dass Erdogan mittels einer Massenpartei ganz wie die Muslimbrüder eine islamistische Diktatur errichten will, während Gülen in seinen Bildungseinrichtungen Eliten ausbilden will, die den Staat , die Wirtschaft und die Gesellschaft in Schlüsselpositionen infiltrieren und dann gleichschalten will, also eher das Konzept des Marsches durch die Institutionen vertritt.

Erdogan förderte in der Anfangszeit auch Gülen. Gülens Leute verfolgten sehr eifrig demokratische Oppositionelle mittels ihrer Netzwerke bei Polizei und Justizsystem. Aber nun sind Erdogan und Gülen so verfeindet wie Hitler und SA-Röhm. Da der eine in dem anderen einen Konkurrenten in Sachen Errichtung eines islamistischen Staates sieht, versucht Erdogan den anfänglichen Verbündeten auszuschalten.

 

Beide Strömungen, die militaristischen und die evolutionären Islamisten müssen bekämpft und nicht zugelassen werden, im Erntsfall auch dadurch, dass ein säkulares Militär putscht, wenn die säkular-demokratischen oder linken Kräfte deren Machtübernahme nicht mehr verhindern können.

 

Religiöse Normen und islamistische Ideologie

 

In einer Analyse sozialer Bewegungen schreibt Cornelia Koppetsch in dem Artikel „Blick nach unten-Klassenbewusstsein“ im Freitag recht treffend:

 

„In jeder politischen Mobilisierung, egal ob von rechts oder links, spielen Emotionen eine Schlüsselrolle. Soziale Ungleichheiten, die zweifellos seit den 1990er Jahren gravierend angestiegen sind, stiften nicht aus sich selbst heraus politische Bewegungen an. Keine Benachteiligung, und sei sie auch noch so gravierend, führt automatisch zu Widerstand und Protest, weshalb sich Widerstandsphänomene niemals allein aus einem Anstieg sozialer Ungleichheiten heraus erklären lassen. Im Gegenteil, die meisten Gesellschaften erweisen sich trotz himmelschreiender Ungleichheiten als stabil, weil die beherrschten Klassen kulturelle oder religiöse Normen verinnerlicht haben, welche ihre Unterlegenheit in den eigenen Augen als gerechtfertigt erscheinen lassen.“

 

Kulturelle und religiöse Normen, die zentral verinnerlicht sind:  Jeder ist seines Glückes Schmied, Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott, Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist—diese Untertanenideologie aus Individualismus, autoritärer Servilität und Gottestfurcht wirkt systemstabilsierend und gegen Protest. Neidgefühle führen nicht zu Protesten, aber Resentiments aufgrund relativer Deprivitation und Abstiegsängsten, vor allem bei den Mittelschichten:

 

„Ressentiments erwachsen aus der Diskrepanz zwischen gefühlten Anrechten und faktischen Positionen und treten mit höherer Wahrscheinlichkeit in Phasen gesellschaftlicher Umwälzungen in Erscheinung, in denen das Schichtungsgefüge und das System von Anrechten und Privilegien umgepflügt werden – etwa weil zu viele Subjekte vergeblich auf wenige Prämien hinarbeiten, weil neue Konkurrenten ins Spiel kommen oder sicher geglaubte Anrechte massenhaft verweigert worden sind.

Beide Konstellationen, daran kann kein Zweifel bestehen, haben aufgrund blockierter Aufstiege und Abstiege nicht nur in den unteren, sondern auch in den mittleren und höheren Soziallagen an Bedeutung gewonnen. Ressentiments zeugen von Rissen im moralischen Fundament der Gesellschaft, in der bislang gültige normative Standards erodieren und bislang selbstverständlich geltende Gerechtigkeitsnormen außer Kraft gesetzt wurden.

 

Im Normalfall erwarten Individuen für ihre Moral, das heißt für die Einschränkung des Eigeninteresses zugunsten des Großen und Ganzen, eine Gegenleistung, nämlich die Sicherheit, dass andere gleichermaßen auf ihren Egoismus verzichten. Wo allerdings, wie gegenwärtig in den durch ökonomische Imperative und Winner-take-all-Märkte geprägten Erfolgsordnungen der Gegenwart, bislang etablierte Normen der Leistungsgerechtigkeit ihre Gültigkeit partiell einbüßen, weil sie kurzfristige Vorteile eher als langfristige Anstrengungen prämieren, weil sie Leistungserwartungen enttäuschen oder sich nicht um den Ausgleich von Rechten und Pflichten kümmern, entsteht ein Nährboden für die flächenbrandartige Ausbreitung von Ressentiments.

 

Dies kann unter Umständen dazu führen, dass Gesellschaften ihre Friedfertigkeit einbüßen. Gefühle der Benachteiligung erlangen vor allem dort Militanz, wo, bedingt durch abrupten gesellschaftlichen Wandel oder Regimewechsel, bisher geltende Einsätze und Standards außer Kraft gesetzt, Spielregeln während des Spielens verändert oder bewährte Spieler ganz aus dem Feld katapultiert worden sind.“

 

Die Führer islamistischer Bewegungen sehen sich in einer von Ihnen beanspruchten führenden Rolle in der Gesellschaft. Verstärkt wird dieses dadurch, dass sie sich als gottgewollte Führer sehen, denen neben weltlicher Führungsansprüche auch ein gottgewollter zusteht, was dies verstärkt. Die Führung der Muslimbruderschaft besteht aus Ärzten, Rechtsanwälten, vielen Mittelschichtlern, die eine höhere Stellung anstreben, wie auch von Anstiegsängsten geprägt sind. Auch sollte man sehen, dass der Islamismus und Terrorismus keineswegs nur ein Unterschichtenphänomen ist. Dies mah zwar für einen Teil ihrer Basis gelten, aber kaum für die Führung.

 

Islamisten, ja auch Dschihaddisten gibt es auch aus Mittelschichtsfamilien, viele haben auch eine Ausbildung oder gar ein Studium. Betrachtet man sich die Liste der Attentäter der letzten 20 Jahre , dann  sind eben es nicht nur entrechtete Minderheiten ohne Arbeit und Perspektive. Sogar ein sehr großer Teil davon waren Studenten oder Menschen mit einem abgeschlossenen Studium. Ingenieure, Ärzte, Dolmetscher mit Sprachstudium usw. usf. Die absolute Mehrheit tauchte völlig unauffällig in den Gesellschaften unter, und zwar nicht nur den Parallelgesellschaften. Flugscheine zu machen ist für unterdrückte Armutspopulationen nicht nur schwer umsetzbar sondern schlicht unmöglich. Osama Bin Laden war kein prekarisierter Prolet, sondern Sproß und gar nicht so schwarzes Schaf einer Oberklassenfamilie im IS-Unterstützenden Saudiarabien. Die meisten Muslimbrüder sind Mittelschicht, Rechtsanwälte, Ärzte, selbst der Vorgänger Erdogans, Erbakan studierte in Deutschland Maschinenbau.

 

Zudem auch der Glaube, wenn einer Naturwissenschaften studiert, ihn dies von totalitären Weltbildern oder religiösem Fanatismus abhalten würde, hirnsrissig ist. Der Ideologe sieht als Ingenieur eben seine gesellschaftliche Wunschvorstellung in totalitären Analogien der perfekten Maschine und der  Menschen als reibungslosen, funktionierenden Zahnräder, der Biologe und Mediziner gesunde Volks-oder Ummahkörper und Oppositionelle als Krebszellen und Viren, der Kybernetiker alles unter dem Aspekt der Regelkreisläufe und des Funktionieren des Systems,das dann eben als religiöses Regelwerk der Scharia alle als Subsysteme unterordnet, etc.

 

Den Terrorismus und den Islamismus nur an Klassengrenzen aufzumachen oder daran ob einer Naturwissenschaften studiert hat und daher nicht religiös sein könne, geht da ziemlich in die Irre. Mit derselben Berechtigung, mit der Sarkozy die Banlieues oder man in Belgien Moellenbek als Brutstätten des Terrorismus und Islamismus säubern will, könnte man dies auch in Mittelschichtstadtteilen oder eben gegen Saudiarabien und Katar.Das würde wohlweislich jedoch keiner machen.

 

Es gibt auch Islamisten, die ein naturwissenschaftliches Studium absolvierten und trotzdem ein islamofaschistisches Regime anstreben wie z.B. Erbakan und seine Wohlfahrts-/Refahpartei, der an der TU Aachen Maschinenbau studierte.  Islamisten können dabei auch auf die Sünden der Aufklärung wie den Terreur, die Vergötzung des Markts durch den Neoliberalismus und des Liberalismus in solch ideologisch-endzeitlichen Kampfschriften wie „Das Ende der Geschichte“ von Francis Fukuyama, sowie die imperialistischen Kriege des „freien“ Westen hinwiesen. Der Sozialdarwinismus wie der Neoliberalismus sind da Beispiele für deren autoritäre Ausformung von Wissenschaftlichkeit mit ihrer Vergötzung des Darwinschen Überlebenskampfes und der Vergötzung des Marktes, wie umgekehrt der Marxismus mit seiner Verteufelung des Marktes. Man vergesse auch nicht, dass die Rassenlehre auch lange Zeit wissenschaftlich begründet und legitimiert wurde, wie auch der lineare Fortschrittsglauben oder nun extreme Gegenströmungen im Namen des Ökologismus. Wissenschaftliche Aufklärung, die Absenz der Religion bedeutet noch lange nicht politische Aufklärung, kann auch oftmals das Gegenteil sein. Bassam Tibi spricht auch von „halber Aufklärung“ im Falle von Entwicklungsdikaturen.

 

Bei der islamistischen Ideologie kommen neben der Propaganda die massenhafte soziale Ungerechtigkeit als durch die sündige Moderne und durch sündige Herrscher verursacht zu sehen, also als Abfall von einem gottesgewollten Leben, historische Bezüge aus feudalistischen Zeiten hinzu, in denen es noch grosse Reiche gab, in denen der Islam seine Blütezeit und goldene Ära hatte, mittels derer die neuen Führern ihren Anhängern ein neues Paradies auf Erden und neue Größe angesichts Minderwertigkeitskomplexen versprechen, die ihre Umma zu neuer historischer Größe führen wird, die ihr eigentlich zustehen würde. Die islamistischen Führer versprechen sich den Massen als gottgewollte und moralisch einwandfreie, saubere Führer, die die Umman angesichts von Globalisierung und Digitalisierung, absteigender westlicher Dominanz wieder zu einem neuen islamischen Reich zurückführen, das die eigentlichen Lehren des Korans und Mohammeds realisiert. In diesem Glauben ähneln sie säkularen Nationalisten, die glauben der Nationalismus und ihre fundamentalistische quasireligiöse Anbetung des Nationalstaats, dessen Absolutheit und Totalität alle Probleme der Globalisierung und Digitalisierung lösen könne, könne America Great again wie in den 50er Jahren machen oder nach einem Brexit Great Britain wieder zu alter Grösse eines British Empire aufsteigen lassen. Evangelikale wiederum beten einen christlichen Gottesstaat USA, Brasilien, etc. herbei und wie islamistische Ideologen oder die chinesische Falungong haben sie keine Kapitalismuskritik, sondern eine Moralkritik, die sie radikalisieren nach dem Motto:  Make Christianity great again! Make Buddhism great again! oder eben: Make Islam great again!

 

Worin unterscheidet sich linker Counterjihad von rechtem Counterjihad?

1)Grundlegend ist Religionskritik allgemein und Islamkritik im speziellen.

 

Die Berufung aller Religionen auf einen Gott ist eine kindische Projektion, eine Fatamorgana, das Opium des Volkes, die Anbetung einer höheren nicht existenten Macht, die uns nicht helfen wird.Dennoch speist sich die Religion nicht nur aus einem Glauben an Gott oder karitative ,sozialstaatsähnliche materielle Interessen, die mittels einer aufklärerischen Gotteskritik oder dem Erfüllen sozialer Forderungen sich ins Nichts auflösen oder der Repression von Religion beseitigt würden, sondern Religionen sind zum anderen Ausdruck tranzendentaler Bedürfnisse, die säkulare Menschen nicht nachvollziehen können, moralischer Natur, Frage philosophischer Art wie etwa die Entstehung der Welt und dem Sinn des Lebens, wie auch der Ausschaltung von Todesangst, da fast alle Religionen keinen Tod kennen, sondern ein Leben nach dem Tod, ob nun im Christentum, im Islam , in der Wiedergeburt des Hinduismus oder dem Nirvana und der Wiedergeburt des Buddhismus, zumal die Vorstellung, dass das Leben mit dem Tod aufhört und dann eben ganz beendet ist und im Nichts endet von vielen Menschen als nicht erstrebenswert angesehen wird.Es lebt sich einfacher wenn man glaubt, dass nach dem Tod was kommt, es weitergeht, es letztendlich gar keinen Tod gibt.Darin liegt ein nicht zu unterschätzendes Element aller Religionen.Religion ist da eben zum Teil „Opium des Volkes“ und die Suche nach Höherem, Nichtirdischen, das auch nicht wissenschaftlich gegenbewiesen werden kann, da keiner weiß, was ein Sinn des Lebens ist, ob es einen Gott gibt, ob es ein Leben nach dem Tod gibt oder nicht. Strenge Gegenbeweise gibt es nicht.

 

Von daher ist statt striktem Atheismus auch ein Agnostizismus denkbar, der solche Fragen als nicht elementar für das Diesseits erklärt, sich eher in Lebensphilosophie ergeht und zumindestens die Kontrolle eines Gottes über das irdische Leben ablehnt und zurückweist. Ebenso ungebrochen bleibt trotz aller Aufklärung der Aberglaube, man könne mittels Bestechung höherer Wesen durch Opfergaben oder durch gute Taten eine Verbesserung seiner materiellen Lage erreichen, sei dies nun durch das Anzünden von Räucherkerzen in einem buddhistischen Tempel vor der Schulprüfung, sei dies durch wohltätiges und unsündiges Verhalten, das das Karma oder ein besseres Leben im Paradies entgegengerechnet wird oder sei es der Glaube, dass einen die Ahnen und Geister verfolgen würden, wenn man nicht an ihren Gräbern spendet. Diese Leute werden davon ebensowenig abgehalten werden können, wie Lottospieler, die auf ihren erhofften Millionengewinn jedes Wochenende neu Geld ins Glückspiel investieren, obgleich die Gewinnchancen doch minimalst sind.

 

Ein wesentliches Motiv des politischen Islam ist jedoch die Jenseitsvorsorge, nur sie erklärt die Bereitschaft für Allah nicht nur zu töten und zu morden, sondern auch zu sterben. Islamisten und auch der Islamische Staat locken nicht nur mit einem weltlichen islamistischen Großreich einer paradiesischen sozial gerechten und wiederaufblühenden Umma mit servilen, gehorsamen, willigen und gefügigen Frauen, sondern auch mit einem Paradies im Jenseits, mit Jungfrauen und einem islamischen Garten Eden im Jenseits, indem alles blüht und im Überfluss vorhanden ist—es also einen Tod gar nicht gibt und der Märtyrer und gottgefällige Muslim ein jenseitiges Utopia angesichts des momentanen tristen weltlichen Zustands zu erwarten hat.

Religionen wie auch der Islamismus fahren eine Doppelstrategie: Sie versprechen das göttliche Paradies sowohl im Diesseits, sollten sie oder andere von ihnen gottgewollte Führer an die Macht kommen wie auch im Jenseits und sollte es im Diesseits nicht klappen, dann hat man seinen sicheren Platz wegen gottgefälligen Lebens oder Märtyreranschlags im paradiesischen Jenseits. Man versucht einen Gottesstaat im Diesseits zu errichten, damit es einem im Diesseits besser geht und man dafür auch im Jenseits belohnt wird. Sollte es im Diesseits nichts werden, wird man wegen seiner gottgefälligen Bemühungen halt im Jenseits belohnt. Man kann eigentlich nur gewinnen. Weltlich-diesseitig oder göttlich-jenseitig-man kann nur gewinnen–eine win-win-Situation und eine geradezu dialektische Logik. Säkulare Menschen können dem nur entgegenhalten, dass mit dem Tod das Leben endet, es kein Jenseits und eine Hoffnung auf ein Weiterleben gibt und man daher alle Kräfte dahingehend mobilisieren sollte, das weltliche Leben so zu gestalten, dass es im Diesseits menschlich und lebenswert ist, was die Religiösen im Diesseits mit ihrer Propagierung eines Gottesstaates oder einer klerikalfaschistischen Diktatur auch versprechen, aber da noch mit dem Jenseits als vermeintlicher Trumpfkarte aufwarten zu können meinen.Wobei sich die meisten Islamisten ja selbst aufgrund ihrer Unmenschlichkeit oder Barbarei entlarven, wenn sie einmal die weltliche Macht haben, sei es nun der Islamische Staat, die Hamas im Gaza , die Taliban in Afghanistan oder die Erdogantürkei. Die säkulare Linke sollte diese Doppekstrategie durchbrechen, indem sie auf die weltlichen keineswegs paradiesischen, sondern eher barbarischen Zustände jener Gottesstaaten und islamistischen Diktaturen und ihrer islamofaschistischen und schreihälsigen Führer hinweist und die mehr in weltiche Hoffnungen gewonnenen Anhänger desillusioniert und die jenseits denkenden Anhänger mal die rhetorische Frage stell:. Wenn das göttlich-weltliche Paradies schon so aussieht, wie sieht dann erst das versprochene jenseitige Paradies aus. Zudem sollte man auch ausgiebig die Sure zitieren, dass wenn man einen Menschen tötet oder sich an ihm vergeht, man die ganze Menschheit töte oder sich an ihr vergehe, zumal wenn man dies in Taliban- oder IS-dimensionen tut. Aber dies ist schon wieder das Feld von Reformtheologen und wollen wir dies ihnen überlassen.

Eine andere Variante wäre für säkulare Menschen, ein Weiterleben in welcher Form auch immer als Möglichkeit zuzugestehen, diese aber von der Existenz und dem Wirken eines Gottes oder eines Zusammenwirkens diesseitiger Taten und jenseitiger Belohnung oder Bestrafung zu entkoppeln und als dann neutrales astralesWeiterleben zu postulieren,vielleicht im Sinne einer Seele. Fraglich aber ob sich eine säkulare Linke auf solche Spekulationen einlassen sollte. Zwar nimmt es die Angst vor dem Tod, lässt alles im individuellen Ungewissenen, ist also Triebkanalisation, aber es kann auch davon ablenken die weltliche Gesellschaft und deren menschenswerter Organisierung anzugehen. Ein unbestimmter  Jenseitsnihilsmus, der ein Weiterleben in Aussicht stellt, kann auch völlige Wertenegierung im Diesseits und auch Barbarisches bedeuten. Zumal man in dieser Logik als Astralleib und Seele im Jenseits ja auch nicht als Eremit herumgeistern will, es sei denn man taucht in alle Ebenenen als allwissender Geist oder gar omnikosmologischer Mitgestalter , weenn nicht gar als neuer Gott auf und ein, nimmt eine höhere Form als die irdische Existenz losgelöst von allen materiellen Beschränkungen ein. Aber auch diese Aussicht kann dazu führen, dass die irdischen Menschen, die an einen Astralleib oder eine Seele glauben auch wieder nach irdischen Organistionssytemen und Ordnungen suchen, die daraus eine neue quasireligiöse Ideologie hervorgehen lassen, in denen dann ein  irdische Meidum oder mehrere Medien zwischen den vermeintlich gottgewordenen Astralführern und ihrer irdischen Gläubigen kommunizieren und dieses Medium als neue Führer und Propheten jenseitiger Astralgötter sehen.

Die wesentliche Kraft der Religion ist darin zu sehen, dass sie den Tod negiert und ein Weiterleben verspricht, sei es im Paradies oder in Form einer Wiedergeburt. Zumal da eben an höhere Kräfte geglaubt wird. Säkulare Menschen, die den Tod als Endpunkt sehen und der Ansicht sind, dass Gott tot oder eine menschliche Projektion ist, wir endlich sind und es keine höheren , geistigen oder feinstofflichen Kräfte gibt, die uns retten können, sondern die Endlichkeit und Begrenztheit menschlichen Lebens sehen und das Diesseits menschenfreundlich orgnaisieren sollten, haben religiösen Menschen, die an Tauschhändel zwischem Verhalten in der weltlichen Welt und Belohnung in einer jenseitigen Welt hoffen und glauben nichts anzubieten, ausser da Skepsis und Zweifel in die jenseitige Belohnung und eben jenes angebliche Jenseits zu streuen. Zumal wenn Menschen auch noch an einen göttlichen Auftrag glauben, sollte man immer darauf verweisen, dass all jene religiösen Füherer nur banale biologische menschliche Wesen sind, die eignen Machtambitionen und Interessen folgen und sich andere Menschen unterwerfen wollen unter ihre angeblich gottgewollte Dikatur.

Daher gilt es erst einmal die weltlich-rationaldenkenden säkularen Menschen und säkularen Muslime zu organisieren und als mächtige Pressure Group gegen diesen Aberglauben zu organisieren und ihnen überhaupt einmal eine laute und dominierende Stimme zu geben. Für die Irrationalitäten der Relgion können nur Relgiöse. moderate Theologen, Islamerformer als Bündnispatner gewonnen werden, die mittels einer Reformreligion, hier Reformislam jene Gläubigen davon überzeugen, dass Islamisten von Muslimbrüdern, Khomenisten, Wahhabisten bis hin zum Islamischen Staat  ein Abfall von der eigentlichen Lehre sind und deren Untertstützung im Paradies sanktioniert wird. Auf eine derartige Argumentationslinie sollte sich eine naturwissenschaftlich-säkulare Linke jedenfalls nie einlassen, sondern die Kooperation mit moderaten Theolgen als notwendiges Übel zur Zähmung einer totaltären Barbarei im Namen des Jenseits im Diesseits begreifen, die nur einem Pragmatismus geschuldet ist.

Das Bedürfnis jedes Menschen nicht als endlicher biologischer Wurm in einer aus einer Ursuppe und Zufälligkeit hervorgegangenen darwinistischen Existenz bedeutungslos, einsam und anonym , zumalendlich zu sterben, addressieren nicht nur die Religionen, die einen Lebenssinn, eine grössere Eingebetetheit des Individuums in eine göttliche Ordnung, dessen Weiterleben durch gottgefälliges Leben honoriert oder in der Hölle durch einen strafenden Rachegott oder Teufel sanktioniert wird, behaupten, es gibt auch säkulare-naturwissenschaftlich-quasireligiöse Formen des Ewigweiterlebenwollens, seien es die an den Glauben an einen Jungbrunnen ansetzende Gentechnologie, die ein ewiges Leben verspricht, sei es Ray Kurzweils Posthumanismus aus dem Silicon Valley, der in seinem Buch „Singularity“ auch das ewige Leben mittels Computeravataren und bio-elektronischen Cyborgs verspricht. Ebenso wollen sich viele Menschen auch durch die Zeugung von Nachfahren, Gründung von Stiftungen, historischen Großtaten positiver oder auch negativer Provinienz in der Geschichte verewigen und ein nachhaltiges Erinnern an die ihre sterbliche Person verewigen. Auch gerade an diesem Bedürfnis setzen Ideologien,Religionen und eben auch der Islamismus an–letzterer zumeist durch Märtyrerattentate oder die Schaffung von islamistischen Großreichen, seien es nun Erdogans neoosmanische Träume oder der Islamische Staat Abu Badr- al Baghdadis, der sich zum Kalifen ausrief. Man wird sie wie Hitler oder Mahatma Ghandi nicht vergessen.

Die Islamismuskritik umfasst auch die Kritik des Koran, sowie sie allgemein ist, also auch keine taktischen Unterstützungen wie etwa bürgerliche Kräfte mit Saudiarabien, Iran, Katar und islamistischen Staaten duldet, die imperialistischen und geopolitischen Erwägungen geschuldet ist. Ebenso verwehrt sich die Linke von Menschen aus anderen Ländern nur noch unter dem Label “Muslime”zu sprechen, der seit 9-11 als religiöse Kategorie eingeführt wurde, obwohl viele dieser Menschen säkular sind, weder eine Moschee besuchen, noch Kopftuch tragen, Ramadan wie viele westliche Agnostikert mehr als Familienfest denn als religöses Fest begehen und sich selbst mehr in ethnischen oder nationalen Kategorien definieren als unter religiöser Muslimzugehörigkeit. Desweiteren differenziert der linke Counterjihad -anders als der rechte Counterjihad- noch zwischen moderaten und islamistischen Muslimen, ohne jedoch deswegen wie linke Islamophile und Kulturrelativisten auf Islam- und Korankritik zu verzichten, da der Islam und der Koran eben durchaus auch die Quellentexte und die Religion sind aus denen sich der Islamofaschismus nährt und genauso eine unterstützende ideologische und teils fördernde Rolle beim Entstehen des Islamofaschismus spielen, wie etwa die Konservativen und Nationalkonservativen beim Aufstieg des Faschismus und Nationalsozialismus.

 

Kurz. Differenzierung bei Beibehaltung der Ideologiekritik. Linke Religionskritik versucht Menschen für den Atheismus und -falls ihnen das zu radikal erscheint- für den Agnostizismus zu gewinnen , nicht aber Religionsexegesen oder Koranlektüre zu betreiben, um einen reformierten Islam, Euroislam oder eine moderne Religion zu fördern. Letzteres ist Aufgabe religiöser Theologen und nicht der Linken. Die Linke beschäftigt sich mit dem gesellschaftlichen Hier und Jetzt und der Zukunft der diesseitigen Welt und nicht mit jenseitigen Fragestellungen. Die transzendentale Dimension der Religion überlasst sie moderaten, progressiven Theologen und Religiösen, die die fundamentalistischen Interpretationen der Religion und des Islam neutralisieren und eindämmen sollen in Kooperation mit der säkular-atheistisch-agnostisch-demokratischen Linken.

 

 

 

 

 

Religion, Islam als patriachalische Ideologien und die Frauenfrage

 

Religionen entspringen historisch zumeist aus feudalistischen oder agraischen Gesellschaften, die eben vor allem patriachalisch strukturiert waren, zumal es Matriachate bestenfalls bei einigen wenigen Naturvölkern gab oder eben als sagenumwobener Mythos wie die Amazonen. Daher befürworteten Religionen auch die Herrschaft des Mannes über die Frau, zumal Frauen auch als satanische Verursacher von Sünden oder gar Naturkatastrophen oder Epidemien gesehen wurden, ob nun als Hexen in Europa oder in Afrika. Zudem ist die Frau in ihrer Rolle als Gebärerin menschlichen Lebens gleichzeitig Garant des jeweiligen Staats- oder Reichsvolkes, wie auch in damaligen Zeiten die Großfamilie als die zentrale Einheit der Reproduktion wie auch Altersvorsorge gesehen wurde, also zugleich auch Sozialsystem der damaligen Ordnung war, wobei die Frau eine dienende Funktion hatte. Mit der Entwicklung des Kapitalismus, seiner Globalisierung veränderte sich die Rolle der Frau, der Familie, wie auch der Sozialsysteme. In den kapitalistische Ursprungsländern ging die Entwicklung aufgrund der Veränderung der Produktions- und Gesellschaftsverhältnisse weg von der Großfamilie hin zur Kleinfamilie und nun zunehmend zu Patchworkfamilien, alleinerziehenden Müttern oder Singlehaushalten, während es einen Sozialstaat und Altersheime gibt, die die traditionellen Familienfunktionen weitgehendst ersetzen mit zumal inhumanen Pflegenotständen . In seinem Werk „Der Urspung der Familie“ analysiert Engels hervorragend die Änderung der gesellschaftlichen Ordnung und der Familie aufgrund der sich ändernden Produktionskräfte- und mittel, wenngleich Teile seiner Ausführungen auch nicht ganz korrekt sind. Ebenso sank infolge der politischen und religiösen Liberalisierung, der sogenannten „sexuellen Revolution“, der Ausweitung des Bildungssystems, der immer zunehmenden Einbeziehung von Frauen in den kapitalistischen Arbeitsprozess und daraus resultierender geringerer materieller Abhängigkeit und finanzieller Selbständigkeit, ,der Pille, wie auch der sich geänderten Anspruchshaltung der Nachkriegsgeneration die Geburtenrate, wurden Kinder nicht mehr so sehr unter der Rubrik der Erhaltung des Staatsvolks und der Altersvorsorge gesehen, sondern zunehmend als Kostenfaktor und Einschränkung persönlicher Freiheiten.

 

Da die Globalisierung heute aber auch jene Weltteile erfasst, die immer noch oder gerade aus patriachalischen Agrar- und zum Teil Stammesgesellschaften herauswachsen, drohen aus der Sicht von Konservativen und Religiösen, ja Islamgelehrten und Islamisten ähnliche Verhältnisse wie in den westlichen und zum Teilöstlichen Industriestaaten, vor allem die Gleichberechtigung der Frauen, die zunehmend aufbegehrten und sich liberaler gaben. Der Islamismus ist daher auch eine Gegenreaktion oder präventive Verhinderung von allzuviel Frauenrechten und die Hoffnung, man könne die alte islamische Ordnung wiederherstellen, die eben die Frauen unterjocht, sie als gefügige Dienerin einer patriachalischen Ordnung macht und zudem einen Geburtenjihad führt, der die Zahl der Muslime und potentiellen Missionare und Krieger erhöht.

Viele Frauen sind aber auch konservativ und gar islamistisch und unterstützen Islamisten, die einfache Frau-Mann-Dichothomie ist also etwas irreführend. Bei den in muslimischen Ländern aufgeklärten und selbständigen Frauen handelt es sich zumeist um Frauen der Ober- und MIttelschicht, die mehr einem westlichen Lebenstil nachahmen, studieren, während die anderen Frauen diese als unmoralisch und herausfordernd ansehen und zumal auch ein gewisser Sozialneid auf die bessergestellten, emanzipierten urbanen Frauen seitens der anderen, oft ländlich geprägten konservativen und mehr religiösen Frauen besteht.Von daher ist auch nicht eine bedingungslose Frauensolidarität zu erwarten, wie sich dies westliche Feministinnen naiverweise vorstellen.

Das ist sogar allgemeiner zu fassen. Migranten aus südländischen Ländern, die gerade aus einer Stammes- oder Agrargesellschaft hervorgegangen sind haben immer noch einen ausgesprochenen Machismus, den es auch in Europa dominant gab, als es sich noch um Agrargesellschaften handelte.. Das war früher auch bei Italienern, Griechen, Portuguiesen und Spaniern so. Den Macho hielt man damals vor allem als Import aus iberoamerikanischen, zumeist katholisch geprägten Kulturkreisen. Bei den muslimischen Migranten ist der Machismus ebenso bei säkularen Muslimen anzutreffen, wie auch der Antisemitismus.Also ist es nicht nur eine Frage der religiösen Muslime allein, sondern das Problem ist breiter.

Sozialstaat und Klassenkämpfe gegen den Islamismus und Neoliberalismus

 

Neoliberale und Rechte sehen die Möglichkeit den Sozialstaat durch religiöse charity-Organisationen zu ersetzen oder ihn zu deren Gunsten oder reichen Philanthropen abzubauen. Ebenso sehen sie in der Religiosität einen gesellschaftsstabilisierenden Wert, wie auch teils ein kapitalismuskompatibles Element. In ihrem Buch „God is Back-How the Global Revival of Faith is changing the world“ der Economstjournalisten John Micklethwait und Adrain Wooldridge priesen sie, dass religiöse Menschen abstinent sind, stabliere Beziehungen und Ehen haben, fleissiger wären. Ähnlich beschrieben neoliberale Autoren auch die Wählerbasis der AKP, die neue grüne religiös-konservative Mittel- und Unternehmerschicht wie in der Musterstadt Kaiseri, der in Analogie zu Max Weber calvinistisch-protestantische Arbeitsethik diesmal im islamischen Gewande attestiert wurde und daher als modern und kapitalismuskompatibel gesehen wurde. Freilich übersahen die Neoliberalen dabei, dass diese Abreitsethik eben noch lange nicht Liberlaität oder Aufgeschlossenheit zu einem säkularen Staat bedeutet, sondern die AKP-Basis wie auch ihre Führung evolutionäre Islamisten sind, die einen islamofaschistischen Staat herbeiführen wollen. Selbiger Denkfehler wurde bei der islamistischen Gülenbewegung gemacht, die aufgrund ihres konfuzianisch anmutenden Bildungsideals für eine moderne, kapitalismuskompatible Form des Islams und wie die AKP als eine Art islamische CDU angesehen wurde. Neoliberale, Konservative und Rechte sehen nicht die Gefahr, dass mit dem Ersatz des säkularen Sozialstaats durch religiöse Organisationen und Gruppen gerade die Basis für die Abschaffung des säkularen liberal-demokratischen Staats zugunsten eines autoritär- religiösen Staats gelegt werden kann, wenn diese religiösen Gruppen dann auch politische Parteien gründen oder diese unterstützen. Von daher lehnt die Linke es ab den säkularen Sozialstaat auf religiösen Wohlfahrtsorganisationen aufzubauen, bzw. diesen zugunsten dieser Gruppen abzubauen oder gar zu ersetzen.

 

Islamistische Parteien und Bewegungen füllen mit ihren karikativen Organisationen die Lücken fehlender Sozialorganisationen säkular-linker Organisationen oder fehlenden Sozialstaats oder Abbau des Sozialstaats infolge neoliberaler Politik säkular-demokratischer und säkular-autoritärer Regierungen aus. In ihrem Buch beschreibt die Sadatwitwe die karikativen Wohlfahrtsorganisationen und sozialen Netzwerke der islamofaschistischen Muslimbrüder, für die sie damals auch sammelte und Sympathien hatte, bevor sie Jungoffizier Sadat kennenlernte-von kostengünstigen Apotheken, Ärzten und kostenfreier Behandlung, billigen Anwälten für Rechtsberatungen , Lehrern für Nachhilfe, Seelsorge organisierten die Islamisten ein breites soziales Netz. Weswegen sie auch Sympathien gewinnen können und fälschlicherweise mehr als karitative Sozialbewegung eingeschätzt werden. Dass die Muslimbruderschaft karitative Institutionen unterhält, ist richtig, aber es wäre genauso zu sagen: Die NSDAP hatte eine SA und die SA hatte Suppenküchen sowie Winterhilfswerk und deswegen wäre die SA die dominante Richtung und nur eine sozialkaritative Organisation gewesen.

 

Wohlfahrtsinstitutionen aufzubauen,um einen Staat im Staate zu etablieren und zur Rekrutierung von Anhängern zu nutzen, die den säkularen Staat unterminieren und stürzen wollen, ist der eigentliche Zweck, nicht Humanität.Da werden Zweck und Mittel ein wenig verwechselt. Islamophile verklären Islamisten somit zu einer sozialkarikativen Caritas und blenden den Kontext und das Ziel aus, in dem und zu dem diese Sozialarbeit betrieben wird: Einer islamofaschtischen Ideologie und zur Errichtung eines Gottesstaats. Von daher nutzt es nichts nur Klassenkämpfe für Sozialstaat, gegen Sozialabbau, sozialer Lebensbedingungen zu führen oder um die Wette Gelder für Bedürftige zu sammeln , womöglich noch gemeinsam mit den Islamisten für die gute und soziale Sache, sondern man muss bei den sozialen Kämpfen die ideologischen und machtpolitischen Ziele und Gesellschaftsziele der Islamisten propagandistisch genauso angreifen wie die neoliberalen Verursacher der Zustände.

 

2) Die Linke organisiert säkulare Menschen und überlässt die Reform des Islam progressiven Theologen und muslimischen Denkern

 

Der Islamismus und die Religion ist aber nicht nur Ideologie, die instrumentalsiert würde und sich allein diskursiv und rational über andere Gesellschaftsmodelle ( “Open society, Zivilgesellschaft, klassenlose Gesellschaft,etc.) und Argumenten der Aufklärung lösen lässt, sondern hat auch einen transzendentalen Kern, den aber säkulare Menschen nicht nachvollziehen können, dafür aber Theologen und Geistliche. Die Linke sollte vor allem säkulare Menschen organisieren und moderat islamische Menschen zum Atheismus oder Agnostizismus lenken mittels rationaler Argumente und der Führung von Klassenkämpfen, die transzendentale Dimension der Religion moderaten Religiösen überlassen, um die extremistischen Religiösen zu schwächen und zu neutralisieren. Die Aufgabe der Linken kann nicht sein links-alternative sufistische Mystikerzirkel, Koranexegesen und Gottesdienste auszurichten, sondern sich erst einmal auf die Organisierung der links-säkularen Kräfte und rationalen Argumenten zugänglichen Menschen zu konzentrieren, wenngleich arbeitsteilig progressive Geistliche durchaus transzendental- radikalisierte Religiöse absorbieren können.

  1. 3) Keine Relativierung der Religion wegen der totalitären Formen des SäkularismusDie Erkenntnis, dass auch der Säkularismus, Kapitalismus und Kommunismus keine bessere Gesellschaft geschaffen hat, ja auch solche Totalitarismen hervorbrachte wie den Nationalsozialsismus, Stalinismus,Maoismus und Pol Pot. Die liberal-demokratisch-kapitalistische Gesellschaftsform ist als zvilisatorischer Fortschritt und verteidigenswert gegenüber Feudalsismus, Stalinismis und Faschismus, sowie dem Islamismus zu sehen, jedoch auch nicht als das „Ende der Geschichte“, da dem Kapitalismus eben Wirtschaftskrisen und Finanzkrisen, sowie Entfremdungserscheinungen systemimmanent sind, die aufgrund der Nationalstaatenkonkurrenz und des Wirtschaftssystem immer wieder all diese regressiven Formen der Herrschaft vom Faschismus bis zum Islamismus generieren. Nach dem Fall des Kommunismus obsiegte der westliche Kapitalismus und in den 90er Jahren nahm die Globaliserung volle Fahrt auf und mit ihr eine neoliberale Agenda, die die schon herrschenden Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus noch verschärfte und die auf Privatiserung des Wohnungsbau, der Daseinsvorsogre,Deregulierung der Finanzmärkte , Sozialabbau und Lohnkürzungen setzte und von allen etablierten Parteien mitgetragen wurde. Ob Sozialdemokraten, Grüne, Liberale, Konservative, alle haben sie diese neoliberale Politik unterstützt, auf der nun die Rechtsextremen aufbauen können.

Der Globaliserungsboom dauerte nur ein Jahrzehnt und erste Krisenerscheinungen traten mit der ersten Krise der Globalisierung, der Asienkrise 1997, dem Crash der New Economy 2001, der Sättigung der emerging markets und Schwellenländer und schließlich mit der Finanzkrise 2008 zutage und sie werden sich wiederholen und auch noch vertiefen, da sie wie die Mangelwirtschaft in einer Planwirtschaft eben genauso dem Kapitalismus systemimmanent sind. Genauso wie der Schwarze Freitag 1929 dem Kapitalismus systemimmanent war, so ist dies auch die Finanzkrise 2008 und die noch schlimmer kommenden Krisen in der Zukunft, die eben keine Zufälle und Betriebsunfälle oder Anomalien sind, sondern eben dem kapitalistischen System immanent sind. Das wusste jeder, der einmal ins verbotene Buch Das Kapital von Karl Marx reinliest, das aber von den neoliberalen Mainstreamökonomen,- politikern und -medien als irrelevant angesehen wird.Dennoch sehen wir auch dieses liberal-demokratisch-kapitalistische System als Fortschritt gegen Islamismus, Fasdchismus und Stalinismus verteidigenswert, wenngleich es systembedingt instabil ist und man daher über ein neues Gesellschaftssystem und eine Systemalternative die Diskussion innerhalb der Linken wiederbeleben muss, damit man nicht der sozialdemokratische Arzt am Krankenbett des Kapitalismus wird.

 

4) Die Linke stellt wieder die Frage nach einer neuen Gesellschaft

 

Der postkommunistische Boom des Kapitalismus ist nun folgerichtig von Stagnation und weiteren Krisen abgelöst worden, auch in den BRICS-Staaten.Genauso wie die kommunistische Planwirtschaft Mangelwirtschaft und Unfreiheit bedeutet, so zeichnet sich die kapitalistische Wirtschaft des Westens  durch Wirtschafts- und Finanzkrisen aus, durch Konzentration von Eigentum, durch Prekarisierung und sozialen Abstieg der Arbeiter und auch der Mittelschichten, steigende Mieten und Immobilienspekulation, die dann eben auch neue politische Bewegungen und Parteien hervorbringen, die sich als Schutzmacht der kleinen Leute versprechen und zunehmend auf Nationalismus setzen: „America first“, „Britain first“, „Germany first“, “Russia first”, “China first”, “Philipines first”.

Max Horkheimer sagte einmal „”Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen”. Das Wiederaufkommen rechtsextremer Parteien und Bewegungen sowie des Nationalismus und des Islamismus liegt im Wirtschaftssystem begründet. Solange es keine anderen Gesellschaftsentwürfe gibt oder wieder diskutiert werden, können linke Demokraten nur die politischen und sozialen Exzesse dieses Systems versuchen einzudämmen und zu mildern.Wir befinden uns im wesentlichen in einem Abwehrkampf und dieser ist mit der Wahl Trumps und dem Sieg der Brexitbefürworter nicht leichter geworden.Daher sollten wir nicht bei den Abwehrkämpfen stehen bleiben, sondern wieder über eine neue Gesellschaft diskutieren.

Um uns herum sehen wir die rapide Erosion der Nachkriegsordnung und Trump stellt inzwischen auch alle Nachkriegsinstitutionen von EU. NATO, IWF, Weltbank, WTO, UNO auf den Prüfstand und zur Disposition.Die US-Politik im Nahen und Mittleren Osten, der Irakkrieg 2003 und dann der übereilte Rückzug des US-Militärs unter Obama haben diese Region in ein Trümmerfeld und Nährboden für islamistischen Terror verwandelt, vor den nun breite Flüchtlingsströme Richtung Europa drängen.

 

In Afrika hat die Wirtschaftspolitik des Westens und auch der EU, die Freihandelsabkommen zuungunsten der afrikanischen Staaten abschloss, subventionierte Nahrungsmittel in die afrikanischen Länder exportierte, deren Fischgebiete mit Hochseeflotten leerfischt und den bäuerlichen Existenzen so ihre Existenz nimmt, für viele die Lebensumstände derart verschlechtert, dass sie nun den Weg nach Europa suchen.

 

In Deutschland erhofft sich die AfD nun Zulauf.Die neuen rechtsextremen Parteien setzen nun auf Nationalismus und Wirtschaftsnationalismus. Sie forden die völlige Entsolidarisierung der Gesellschaft, wie auch der internationalen Staatengemeinschaft, die auch schon unter den demokratischen, neoliberalen Parteien mittels der “Standortkonkurrenz” betrieben wird, aber nun nochmals durch die Rechtsextremen zugespitzt werden soll.Es soll wieder wie bei Hobbes ein Krieg jeden gegen jeden werden, die Menschen und die Staaten als Wolfsmenschen, die einander bekämpfen und das sozialdarwinistische Recht des Stärkeren gilt und die Schwächeren und Andersdenkenden unterdrückt und aussortiert werden. Wo Wirtschafts- und Handelskriege sowie Kriege zum bevorzugten Mittel der Auseinandersetzung werden.

 

Dem kann man nur den Gedanken der Toleranz, Mitmenschlichkeit, des Humanismus, der Solidarität, des Internationalismus, des Kosmopolitismus entgegenhalten sowie eine Sozialpolitik, die Rechts- und Sozialstaat sichert.Aber alle Demokraten sollten auch wieder über andere Wirtschafts- und politische Systeme nachdenken, damit die Rechtextremen nicht als alternativlos erscheinen.

Merkel vertritt laut eigener neoliberaler Aussage eine „marktkonforme Demokratie“, deren Ergebnisse wir sehen. Die Gegenforderung von uns sollte sein: eine demokratiekonforme soziale Wirtschaft. Die wichtigste Aufgabe der Demokraten ist es über solch eine demokratiekonforme soziale Wirtschaft und andere Gesellschafts- und Ssytementwürfe wieder zu diskutieren, die die neoliberale und unsoziale Politik der etablierten Parteien, wie auch der sozialdarwinistischen Rechtsextremen und ihren nationalistischen und autoritären Gesellschaftsentwürfen etwas entgegensetzen.Dazu solte man über solche Demonstrationen hinaus wieder politisch-inhaltliche Veranstaltungen organisieren, wo man darüber diskutieren kann, wie man sich eben eine andere und neue Gesellschaft vorstellt.

 

Kapitalismus- und Kommunismuskritik und Synthese. Viele der totalitären Bewegungen des Säkularismus und des religiös-nationalistischen Revivals berufen sich auf soziale Gerechtigkeit und geben sich als antiglobalistsch/antikapitalistisch, da eben der Kapitalismus und seine Globalisierung viele Verlierer und kulturellen Umbrüche mitbringt. Dem entgegenzuhalten ist, dass weder eine Planwirtschaft, noch ein Kapitalismus eine Krisenlösung ist: Die kommunistische Planwirtschaft bringt ebenso Unfreiheit wie auch Magelwirtschaft hervor, wie der Kapitalismus eine soziale Reichtumspolarisierung und Wirtschafts- und Finanzkrisen ala 1929 oder 2008, die auch nicht die letzten sein werden. Ein denkbares Modell ist ein regulierter Kapitalismus mit Sozialstaat und Berücksichtigung ökologischer Standards. Aber grundsätztlich sollte die Linke wieder eine Grundsatzdiskussion und alternative Gesellschaftsmodelle zu Kapitalismus und Kommunismus führen, um zu den nationalistischen und islamistischen Gesllschaftsentwürfen einen dritten Weg formulieren zu können.

 

5) Bekämpfung des Islamismus, sei er nun der militanten oder evolutionären Erscheinungsform.

 

Militärisch durch Bekämpfung des Islamischen Staats, der Einghegung des Irans, der Bekämpfung Boko Harams, Al Shababs und der Taliban. Keine Unterstützung für Minderheiten unter dem Banner des “Selbstbestimmungsrechts der Völker”, deren Widerstand vor allem islamistisch organisiert ist—Tschetschenien oder die Uiguren. Bei den Palästinernsern nur Unterstützung der PLO und linker Kräfte, nicht aber der islamofaschistischen Hamas. Insoweit die Linke nicht über eigene Kampfverbände wie etwa die Internationalen Brigaden ala Spanischer Bürgerkrieg verfügt oder aufstellt, ist taktische Unterstützung seitens westlicher oder anderer Militärs durchaus denkbar. Denn etwa wie die Linkspartei den Feldzug der irakischen Armee und der kurdischen Peschmerga gegen den IS nicht zu unterstützen, bedeutet faktisch sehenden Auges einen Völkermord an den Yessiden und Religionsmord an den moderaten Muslimen zuzulassen. Wichtig hierbei ist es aber keinen genmerellen Blankoscheck für Militärinterventionen und humanitären Imperialismus auszustellen, sondern je nach Einzelfallprüfung diese zu erwägen oder auch nicht.Unterstützung säkularer Militärputsche, wenn die demokratischen und/oder linken Kräfte eine demokratische Machtübernahme der Islamisten nicht mehr durch eine Massenbewegung oder eine eigene Machtübernahme stoppen können. Islamkritik, Anerkennung, dass die Muslimbrüder, die Gülenbewegung und andere sogenannte moderaten Islamisten eben solche sind. Schlussstrich mit der Tolerierung islamistischer Parteien oder Gruppen, die bisher fälschlicherwiese als demokratisch gehalten wurden und vor allem Förderung der säkularen Muslime.

 

Konkret für Deutschland bedeutet dies angesichts der Türkeikrise:

 

Die beste Möglichkeit, den Erdogantürken in Deutschland entgegenzuwirken, ist es, den Doppelpass abzuschaffen, ein Islamgesetz ala Österreich, das keine ausländischen Imame und Fremdlandsfinanzierungen türkischer und religiöser Vereine mehr zulässt, die Imame an deutschen Hochschulen von einem Euro-Islam ausbilden lässt, Observation Erdogannaher Vereine und der Ditib,wie auch der Union Europäisch-Türkischer Demokraten durch den Verfassungsschutz wie auch Erwähnung im Verfassungsschutzbericht gleich neben den Muslimbrüdern und der Hisbollah, Öffentlichmachen von Denunziationsaktivitäten erdogannaher Organisationen gegenüber der türkischen Opposition, Stärkung der zivilgesellschaftlichen Organisationen der Erdogangegner und massive Gegenpropaganda .Einen eigenen deutsch-türkischen TV-Sender ala ARTE, damit die deutschtürkische Community nicht gezwungen ist alternativlos nur die türkischen Erdogansender zu sehen. Selbiges wäre auch für andere Minderheiten wie Syrer, Iraker, Nordafrikaner und Afghanen überlegenswert– vielleicht in Kooperation mit der Deutschen Welle, die ja über einen eigenen Sprachendienst verfügt. Halt auch alles eine Finanzfrage, aber eigentlich nicht: Steichung der teuren Traumschiffproduktionen oder der inflätionären Krimis oder Rosamunde Pilcher und das ginge auch ohne Erhöhung der GEZ-Gebühren von sich. Desweiteren: politisches Asyl zumindestens für führende Köpfe der türkischen Opposition und ihr Umfeld. Mobilisierung aller linker und Anti-Erdogantürken, -alewiten und- kurden zu Gegendemonstrationen, Einreiseverbot für türkische Politiker oder als Gegenforderung ala Cem Özdemir, dass er mit der türkischen Opposition in Ankara eine Gegenveranstaltung machen kann.

 

Bezüglich eines Islamgesetzes argumentieren einige Leute, dass es kein Gesetz gegen eine spezifische Religion geben dürfte, wobei sie aber auch daraufhinweisen, dass es in Österreich zu jeder Religion ein eigenes Religionsgesetz gebe.Dann kann man das ja auch so in Deutschland und andernorts machen, auch für den Islam oder eben ein allgemeines Religionsgesetz, das die Finanzierung durch reaktionäre ausländische Religionsgemeinschaften und Staaten unterbindet und antiaufkläerische Ideologie verbietet. Das Problem hat man faktisch aber im wesentlichen mit dem Islam. Fundamentalchristen ala evangelikalische Freigemeinden, Piusbruderschaft und Opus Dei stellen bei weitem nicht solch ein Problem da wie islamistische Gruppen. In welcher Sprache die Predigten gehalten werden, ist letztendlich egal–es kommt ja auf den Inhalt an und der ist wie Constantin Schreiber in seinem „Inside Islam“ und „Moscheereport“dies eben richtig schildert in dem meisten normalen Moscheen gegen Integration und die Aufklärungswerte gerichtet. Jedenfalls sollte man den Bau von neuen Moscheen verhindern, solange es kein Religionsgesetz oder Religionsgesetze gibt.Leider läßt sich die vorübergehende Schließung der konservativen Moscheen nicht durchsetzen. Auch wird argumentiert:

“Der Islam ist eine Religion wie die anderen auch. Natürlich ist jede Religion anders als jede andere. Aber Religion ist Religion. ”

Theoretisch richtig, aber der Islam hat auch den Islamismus hervorgebracht wie keine andere Religion bisher in der Gegenwart. Zumal auch mit Weltherrschaftsanspruch, den das Christentum abgelegt hat, der Hinduismus und Buddhismus nie hatten. Mit der Ausnahme des christlichen IS, der Army of the Lord, die vom Westen auch als Terrororganisation gelistet ist, gibt es keine ähnlichen totaliären Entwicklungen im Christentum oder anderen Religionen–bei aller Kritik an Evangelikalen und Falungong, welche mittel- und langfristig die nächste Gefahr werden könnten, zumal sie auch die beiden Weltmächte USA und China betreffen. Gesetze sind dazu da auf konkrete Situationen eine Rechtsgrundlage zu schaffen, anders als eben ein Grundgesetz, das allgemeingültig ist.Und der Islamismus ist nun einmal die gegenwärtig bedeutendste totalitäre Ideologieausformung einer Religion, des Islam, die nicht nur eine theoretisch-abstrakte, sondern praktisch-konkrete Reaktion in Form auch von Gesetzen erfordert.

 

Umgekehrt kann man folgende Argumentation lesen, weswegen man gegen ein Islamgesetz sein sollte.:

“Weil man nicht für eine Religionsgemeinschaft ein eigenes Gesetz machen sollte. Ein Gesetz muss für alle Religionsgemeinschaften gleich gelten.”

Aber: Der Islam mag zwar eine Religion wie alle anderen sein, aber hat den Islamismus auf weltweiter Ebene hervorgebracht. Eine ähnliche, expansionistische Ideologie hat weder das heutige modernisierte Christentum, der Hinduismus oder der Buddhismus hervorgebracht oder gar diesen Terrorismus.Von daher ist also ein spezielles Gesetz, das diese spezielle Problem addressiert, überfällig. Ob man das jetzt Islamismusgesetz, Religionsgesetz oder wie auch immer nennt, ist ein sophistisches Herumreden um das Problem.

Gleichzeitig dazu außenpolitisch: den Abbruch der EU-Mitgliedsverhandlungen mit der Türkei und die Infragestellung des Assoziationsabkommens, einschließlich der Zollunion oder Koppelung an menschenrechtliche Erleichterungen für die verbliebene Opposition in der Türkei–aber eben Konditionierung. Keine NATO-Unterstützung für Erdogan neoosmanische Reichspläne im Nahen Osten.

 

Die Gefahr eines neuen Türkeideals

Aber so weit wird es nicht kommen: Denn derartige Maßnahmen würden Ungemach aus Ankara und vielleicht die Öffnung der Flüchtlingsschleusen bedeuten. Sowohl Gabriel wie auch Merkel ordnen dem Türkeideal alles unter und es ist sogar wahrscheinlich, dass es zu einem zweiten Türkeideal kommt. Dann nämlich, wenn die politische Repression in der Türkei so zugenommen hat, dass Hunderttausende oder gar Millionen von säkularen Türken, Alewiten und Kurden das Land verlassen wollen und in Europa keine Aufnahme finden, da dieses schon genug mit der syrischen, irakischen, afrikanischen und afghanischen Flüchtlingszustrom zu tun hat. Erdogan verhängt jetzt schon Ausreiseverbote, damit diese Leute im Gefängnis Türkei bleiben und sich dann unterordnen müssen. Möglicherweise wird der zweite Türkeideal mit Merkel und der EU sein, dass Erdogan uns die Fluchtwelle der säkularen Türken, Alewiten und Kurden aus der Türk

ei nach Europa begrenzt und verhindert, in dem er sie in seiem Open-Air-Diktaturgefängnis einsperrt und von der demokratischen Wertegemeinschaft Europa fernhält. Und von Orban-Ungarn, PiS-Polen, Frankreich und sonstigen unter dem Druck von rechtsextremen ausländerfeindlichen Parteien stehenden europäischen Staaten ist da auch keine Solidarität für die Demokraten in der Türkei zu erwarten. Dies würde sich nur ändern, wenn die Türkei der Shanghai Cooperation Organisation beitritt und aus der NATO austritt, aber danach scheint es Erdogan momentan nicht zu Mute, weswegen auch geopolitische Erwägungen menschenrechtlichen Werte- und Demokratiefragen übergeordnet werden. Zeit, dass man dies durch einen linken Counterjihad verhindert.

 

Nein zu Moscheen–Ja zu säkular-multikulturellen Treffs

 

Viele Multikultimenschen meinen, dass eine Moschee in jedem Dorf und jeder Stadt ein Ausdruck von Toleranz und Integration sei.Dementsprechend gibt es inzwischen mehr als genug Initiativen, die den Moscheenbau aus Angst vor einer Islamisierung Deutschlands und vor einem Kulturverlust des christlichen Abendlandes sehen und mobil dagegen machen. Streitigkeiten um die architektonische Gestaltung sind da noch das Mindeste, gern verwiesen wird auf das Minarettverbot der Schweiz. Aber diese Formalitäten lenken von der eigentlichen Frage ab, wie man inhaltlich zu der Multikultiforderung steht, jetzt jedem „Muslim“ eine Moschee zu genehmigen.

 

Der linke Counterjihad ist gegen neue Moscheen, aber aus anderen Gründen aus denen dies die meisten Moscheegegner sind. Der linke Counterjihad sieht keine Gefahr einer Islamisierung Deutschlands oder Europas. Dazu gibt es zu wenige Muslime und werden es auch bei weiterer Immigration sein (denn die meisten Neumigranten werden aus den EU-Staaten mit hoher Jugendarbeitslosigkeit hervorgehen). Ich sehe auch keine zu verteidigende (judeo-) christliche Tradition in Deutschland, zumal judeo-christlich wohl ein Hohn ist angesichts der antisemitischen Geschichte Deutschlands und des Holocausts– eher das Gegenteil: Die Aufklärung als Modernisierer der deutschen Kirchen. Dennoch bin ich gegen die Förderung von Moscheenbauten.

 

Zum ersten: Eine Moschee bedeutet die Herausbildung eines konservativen Milieus und einer Kulturzentrale, bei der Muslime „unter sich“ bleiben. Meist gehen diese Moscheen mit Tourismusbüros (die den Hadsch nach Mekka offerieren) und anderen Halalshops bis hin zur Kopftuchmodeshops einher, die eher eine Zementierung muslimisch-konservativer Einstellungen bedeuten statt eben Öffnung zu und Tolerierung anderer Wertevorstellungen. Zweitens wird kein Angebot für all jene agnostischen und säkularen Muslime offeriert, die Islam als Familientradition sehen, aber nie in die Moschee gehen oder auch sonst von Religion nichts wissen wollen. Laut einer Studie, die im TV-Sender Phönix zitiert wurde, gibt es 4 Millionen Muslime in Deutschland, aber nur 0,5 Millionen Muslime praktizieren ihren Glauben. D.h. für die überwiegende Mehrheit der 3,5 Millionen „Muslime“ ist Religion eine Familientradition und Privatangelegenheit, deren wegen man in keine Moscheee gehen muss.Von diesen 3,5 Millionen Muslimen sind zudem sehr viele Agnostiker .Sie werden ausgegrenzt durch diese multikulturelle Präferenz, jeden „Muslim“ mit einer Moschee beglücken zu wollen oder aber sollen dann in Moscheen gehen, weil es plötzlich alle so machen. Drittens entsteht durch solch eine Moschee ein gesellschaftlicher Zwang, in diese gehen zu müssen.

 

Ein Gegenvorschlag ist es multikulturelle Treffpunkte zu schaffen, wo es Fortbildungs- und Freizeitangebote für alle gibt und die Biodeutschen mit den „Ausländern“ sich treffen und kommunizieren können. Dadurch, dass diese Treffs nicht religiös und ethnisch vorbestimmt sind, verhindert man eine Ausgrenzung sowohl von nichtreligiösen Menschen, die die Bevölkerungsmehrheit sowohl in der sogenannt muslimischen wie auch der deutschen Bevölkerung ausmachen und ethnische Ausgrenzung. Solche Zentren sollte man in jeder Stadt und Gemeinde einrichten anstatt sich einseitig auf die angeblich progressive Formel vom Moscheenbau zu verlassen.Multikulturelle Treffs fördern die Integration, Moscheen behindern diese.

 

Man sollte die Biodeutschen und Ausländer , die Deutschen mit und ohne Migrationshintergrundzusammenbringen in gemeinsamen Bildungs- und Freizeitzentren, die nicht eine religiöser Treffpunkt sind, sondern säkulare Treffs sind, Computerkurse, Gameconventions, Partys, Diskussionsabende, Fort- und Bildungsabende ,etc anbieten, wie dies ja teilweise schon in Jugendzentren geschieht und die sogenannten Muslime aus ihren religiösen Zusammenhänge, aus der Indokrination von DITIB, Gülenbewegung und sonstigen islamischen Vereinen herauslösen und sie mit anderen Menschen zusammenbringen, wie es auch sehr viele säkulare Muslime gibt, die lieber andere Treffmöglichkeiten als Moscheen hätten (insofern sie nicht Shishaschmauchend beim Tee glücklich und glücksspielend in einem türkischen oder arabischen Zockercafe abhocken). Aber es fällt schon auf, dass alle Multikultimenschen von den türkischen und arabischen Ausländern seit 9/11 nur noch als Muslimen und zutiefst religiösen Lichtgestalten reden und ihnen möglichst viele  Moscheen und Islamunterricht  verpassen wollen statt säkulare Multikultizenten und Ethikunterricht zur Integration zu fördern. Scheinbar haben die Multikultimenschen ihren eigenen säkularen Anspruch schon längst aufgegeben. Integration sieht anders aus.

 

Nein zu Islam- und Religionsunterricht—für einen verpflichtenden überkonfessionell-säkularen Ethikunterricht

 

Anstatt nun sogenannte junge Muslime/Muslima in einen Islamunterricht zu zwängen, auch jene, die eher säklular und nicht religiös sind, sollte es einen überkonfessionell-säkularen Ethikunterricht allgemeinverpflichtend geben. Anstatt die Schüler in die verschiedenen Konfessionen aufzuspalten in Unterricht mit dominierend religiösen Inhalten, sollte man in einem Ethikunterricht zuerst das Grundgesetz und die Aufklärung thematisieren, die westlichen Werte, die wesentlichen westlichen und östlichen Staatsdenker und Philosophen, Landeskunde und zuletzt erst gleichberechtigt die Weltreligionen sowie Agnostizismus und Atheismus. Hierdurch haben die Schüler einen gleichen Wissensstand und werden die wesentlichen Inhalte vermittelt.

 

 

Linker Counterjihad und Reformislam

 

Islamkritik ist im linken Milieu äußerst selten vorzufinden. Das dort etablierte Weltbild der großen Gleichheit, der Kulturrelativismus scheint die gesunde, sachliche Auseinandersetzung mit dem Islam zu verhindern und zu blockieren. Thilo Sarrazin ist sicherlich ein Sonderfall, ansonsten fallen einem spontan Heinz Buschkowsky, Boris Palmer und Cem Özdemir mit seiner „Initiative Säkularer Islam“ ein, wenngleich deren Kritik sicherlich in keiner Weise deckungsgleich ist. Das ist erstaunlich und man kann auf diese weitestgehende Ignoranz – sowohl auf der Straße, als auch in der Politik- und Medienlandschaft – nur mit Verwunderung reagieren.

Wenn man auf linken Demonstrationen in die Gesichter von beispielsweise jungen erzürnten Frauen blickt – am besten noch bunt gekleidet, atheistisch, selbstbewusst, vielleicht sogar betont lesbisch, mit Nasenring und teilrasiertem Schädel – so sind es doch gerade diese, denen von bekennenden, fundamentalistischen Muslimen am meisten Verachtung entgegengebracht wird und die insofern als erste den Baukran oder die Steinigung zu befürchten hätten.

Bei einigen setzt irgendwann der Verstand ein.

 

Sei es 1.) durch die nüchterne Feststellung, dass es in keinem der 57 islamischen Länder Demokratie, Freiheit und Gleichberechtigung gibt oder 2.) durch die Auseinandersetzung mit dem Koran und der Erkenntnis, dass sich dieser wie eine Anleitung zu 9/11 und IS liest oder 3.) durch die täglichen Meldungen über von muslimischen Tätern verübte Gewaltverbrechen oder eben 4.) durch Erfahrungen am eigenen Leibe, wie etwa durch die Arbeit mit Migranten oder das Leben in einem sogenannten Multikulti-Bezirk.

 

Es kommt zum „islamkritischen Coming out“. So auch bei dem im Frühjahr 2018 in Berlin-Neukölln gegründeten „Bündnis gegen Unzumutbarkeiten“ EHRLOS STATT WEHRLOS.

In einem Radio-Interview und auf der Homepage erklärt sich der Verein:

 

„Angriffe auf Schwule, Lesben und Transsexuelle […] nehmen in Berlin massiv zu. Ebenso die Gewalt gegen Juden und Israelis. […] In einem Kiez, der sich selbst gern als offen, bunt und tolerant darstellt, zieht man es bisher vor, darüber zu schweigen. Wir nicht. […] Man leugnet in der politischen Öffentlichkeit verständnisvoll die Ursachen und Motive der Gewalt. Lieber toleriert man ein mindestens als chauvinistisch zu bezeichnendes Gebaren junger Männer, denen Toleranz soviel wie Schwäche bedeutet, als sich durch eine deutliche Stellungnahme dem Verdacht der „Islamophobie“ oder des Rassismus auszusetzen […]. Linke und Liberale nehmen hier viel Rücksicht auf das soziale Umfeld, vornehmlich auf einen sogenannten Migrationshintergrund, auf den diese Menschen rassistisch reduziert werden […]. Wer Rassismus bekämpft, sollte auch diejenigen ernst nehmen, in deren Namen er oder sie zu sprechen meint, sie nicht zu Abkömmlingen einer fremden Welt erklären – und sie so zugleich entmündigen sowie ihr Handeln durch Duldung bestärken […]. Warum der Hass auf Juden, Homosexuelle und Frauen sowie auf alles dem eigenen Ehrenkodex Widersprechende in einem Milieu, das sich selbst mit großem Nachdruck als arabisch und islamisch versteht, offenbar stärker ausgeprägt ist als in anderen, z.B. italienischen, vietnamesischen, selbst deutschen, muss man nicht beantworten können, um Hass und Gewalt etwas entgegenzusetzen. […] Auch Muslime haben nicht nur das Recht, zu glauben, was sie glauben, sondern ebenso das Recht, der ihnen auferlegten Kultur zu entkommen. Es ist leider bezeichnend, dass Politiker sich selten an diese Betroffenen wenden, sondern lieber an ihre vermeintlichen Repräsentanten: meist konservative Islamverbände.“

 

Das ist für eine linke Gruppe ein erfrischend deutlicher, aber ziemlich harter Tobak mit dem sich der Verein nicht nur Freunde gemacht hat. Islamkritik aus dem LGBT- und Feminismus-Umfeld ist nicht neu, wie u.a. Alice Schwarzer, David Berger oder Daniel Krause beweisen. Auf Diffamierungen musste das Bündnis nicht lange warten; „rechtspopulistisch sei der Verein, muslimische junge Männer wolle man stigmatisieren und Ressentiments schüren sowie orientalistische Stereotype verbreiten etc.“, hieß es. Als die Gruppe im Oktober dieses Jahres dann auch noch fundiert erklärte, der #unteilbar-Demonstration fernbleiben zu wollen, da man nicht Seite an Seite mit Islamisten, Antisemiten und Freunden autoritärer Staaten marschieren wolle, galt man bei vielen vollends als Nestbeschmutzer.

 

EHRLOS STATT WEHRLOS macht Hoffnung. Entstanden ist ein kleiner, wacher Think Tank aus vorwiegend Alt-68ern, Künstlern, Studenten, Frauen, die ehrenamtlich in Flüchtlingsheimen arbeiten, also wirklich „Linken wie aus dem Bilderbuch“ und über jeden Zweifel erhaben weder rassistisch noch populistisch. Sie kommen regelmäßig zu gut kuratierten Lesungen, Vorträgen, Filmvorführungen und anschließenden Diskussionsrunden zusammen. So wird beispielsweise über „Gewalt im Namen der Ehre“ referiert oder Samuel Schirmbeck liest ihnen anhand seines Buches „Gefährliche Toleranz – Der fatale Umgang der Linken mit dem Islam“ die Leviten. Man kann sich dabei des Eindrucks nicht verwehren, dass viele Besucher durchaus zähneknirschend den Ausführungen lauschen, da sie sich eingestehen müssen, zahlreiche berechtigte Positionen und Befürchtungen selber noch kürzlich undurchdacht als „islamophob“ abgelehnt zu haben. Doch besser eine späte Erkenntnis als gar keine. Es fallen Namen wie Hamed Abdel-Samad und Seyran Ates, ja selbst Sarrazin, dessen Thesen man zwar nicht gutheißt, aber zumindest nüchtern zu besprechen in der Lage ist.

EHRLOS STATT WEHRLOS ist Beweis dafür, dass eine längst überfällige sachliche und kluge Islamkritik auch aus dem linken Milieu möglich ist

 

Zu der Frage, wie man mit der transzedentalen Dimension des Islams und des Islamismus umgehen soll noch folgende Gedanken:

Im Manifest des linken Counterjihads wird formuliert, dass es Aufgabe der Linken sein muss, erst einmal die säkularen Menschen und sogenannten säkularen Muslime zu organisieren, sie in Richtung Atheismus und wenn dies zu radikal ist zum Agnostizismus hinzuführen, um einmal eine mächtige säkulare, islamkritische und areligiöse Pressuregroup zu bilden. Aufgabe der Linken kann es nicht sein Koranexegesen, alternative Sufizirkel und ähnliches zu organisieren. Dies können nur progressive und moderate  Islamgelehrte, Theologen und Reformmuslime, die es zu unterstützen und mit denen es zu kooperieren gilt. Deren Aufgabe ist die Formulierung und Verbreitung eines moderaten Reformislams.

Wo findet man hierzu Ansatzpunkte?

 

Zum einen ist die einflussreichste theologische Institution für den sunnitischen Islam die ägyptische Al Aznar. Uni in Kairo.Al Sissi hat diese aufgefordert den Islam so zu revolutionieren, dass Interprertationen ala Muslimbruderschaft oder IS unmöglich werden. Es bleibt zu beobachten, ob es hier schon erste Ansätze gibt. Dennoch dürfte Al Sissis gewünschter Reformislam wohl immer noch autoritär geprägt sein, da er auch keine liberale Demokratie samt deren Werten möchte, was diese Sorte Reformislam wohl auch weiterhin in Widerspruch zu liberalen, wenngleich nicht säkularen Vorstellungen bringt. Umgekehrt hat Generalpräsident Al Sissi Atheismus als Straftatbestand eingeführt, was die Grenzen dieser Sorte autoritär-despotischen Säkularismus offen zeigt.

 

Desweiteren ist Saudiarabien und die Maddrassas in Pakistan wichtigstes Zentrum für die mehr sunnitisch-wahhabistischen/Deorandislam, In Saudiarabien ist jetzt auch geplant, an einigen ausgewählten Unis Philosophie zu lehren. Wohlgemerkt, erstmals Philosophie versuchsweise an wenigen zentralen Lehranstalten und nicht flächendeckend. Die Zahl der Mitwisser soll wohl erst einmal beschränkt bleiben, um die Auswirkungen überschaubar, messbar und kontrollierbar zu halten. Wahrscheinlich werden auch nicht alle Philosophen gelehrt, sondern mehr selektiv. Während Kant noch relativ harmlos und unverfänglich erscheint, so dürften doch atheistische , materialistische oder marxistische Philosophen ala Feuerbach und Marx nicht auf den Lehrplan kommen. Schwer vorstellbar auch die Philosophen der Aufklärung ala Voltaire oder Montesqieu (Gewaltenteilung, Menschenrechte,etc.). Fraglich auch, ob feministische Denkerinnen und LGBTIQ-Genderphilosophen id der wahhabitischen Saudidiktatur erwünscht sind. Und falls, dann wohl gleich wie in China mit der Einschränkung, dass dies für Saudiarabien wohl nicht praktikabel sei und nur im Chaos wie im arabischen Frühling enden würde. Also als Lehrbeispiel und Illustration, was nicht geht und nicht wünschbar ist. Möglich aber auch, dass in Saudi-Arabien mit Philosophie nicht Philosophie gemeint ist. Vielleicht handelt es sich eher um eine in Relation zum totalitären Wahhabismus etwas offeneren, einige andere islamische Denker einbeziehenden Religionsunterricht.

 

Zudem muss man auch die Reaktion des Klerus abwarten, ob es da nicht eine Palastrevolte gibt oder jener genannte Scheich Abdel-Aziz Bin Baz oder ein anderer, der die antiaufklärerischen Fatwas erliess sich nicht zu einem saudischen Khomeini aufschwingt, der den gottlosen Kronprinzen dann absetzen und Saudiarabien wieder streng wahhabitisch machen will. Schließlich gab es ja 1979 den Sturm und die Besetung der Moschee in Mekka, der erste islamistische Putschversuch von Salafisten, wie auch Osama Binladen und zahlreiche Islamisten und Attentäter von 9-11 aus Saudiarabien stammten. Und wie der Islamische Staat zeigt, kann sich da sehr schnell ein Backlash und eine Gegenbewegung einstellen. Zumal auch der Iran wie auch andere Islamisten dies für Propaganda gegen das gottlose saudische Königshaus nutzen werden.Fraglich aber ob Mohammed bin Salman oder die pakistanischen Theologen wirklich einen Reformislam anstreben, der diesen Namen verdient.

 

Der schiitische Islam hat zwei Zentren: Quom im Iran und Kerbala im Irak. Erstere Institution vertritt einen Hardcore-Islam ala Khomeini/Khamieni und dürfte erst reformierbar werden, wenn auch das iranische Regime samt seinem Geistigen Oberhaupt Khameini oder Nachfolger abgeschafft und gestürzt wird.Kerbala ist wiederum Zentrum von Großajatollah Sistani, der Quietist ist, aslo für die Trennung von Staat und Religion eintritt. Insofern ein Ansatz für einen schiitischen Reformislam. Aber nach dem absehbaren Tod des quietistischen Großajatollah Sistani wird es im Irak und Kerbala einen Richtungsstreit im Schiitentum geben, ob sein Nachfolger Quetist oder Khomeinist sein wird.

 

In Deutschland gibt es als wesentliche Reformkräfte Khorchide und Seyran Attes sowie die Initiative Säkulare Muslime von Cem Özdemir und Hamed Abdel Samad. Khorichde hat sein Buch „Allah-Gott der Barmherzigkeit“veröffentlicht, das von den Musimverbänden und Islamisten scharf kritisiert wurde, da seine Interpretation des Koran wohl einen neutestamentarischen Gott der Nächstenliebe statt einem strafenden Rachegott propagiere und zudem die Suren des Korans aus dem Kontext reisse und verfälsche. Seyran Ates wiederum hat mit ihrer Reformmoschee, die sich auch auf Goethes östlic-westlichen Diwan beruft, allen Konfessionen, Atheisten, Agnostiker, Frauen und Homosexuellen Zutritt gewährt ein Modell für einen Reformisalm deustcher Prägung geschaffen. Bleibt abzuwarten, inwieweit dies keine Marginalie bleibt. Zudem unterstützenswert ist die Initiative Säkulare Mulsime, bei der sich auch Cem Özdemir und Hamed Abdel Samad beteiligen und deren Freiburger Erklärung hier abschliessend dokumenitiert werden soll:

 

Gemeinsame Erklärung säkularer Muslime
in Deutschland, Österreich und der Schweiz
(Freiburger Deklaration)

Unwissenheit führt zu Angst, Angst führt zu Hass und Hass führt zu Gewalt.
Das ist eine einfache Gleichung.

Ibn Ruschd, 1126 – 1198, muslimischer Philosoph und Arzt.

 

Unsere Vision

Wir träumen von einer Islamreform.
Von einer Aufklärung, aus der eine muslimische Gemeinschaft erwächst, die sich als integralen Bestandteil der europäischen Gesellschaft sehen will, die offen und neugierig gegenüber ihren Mitmenschen, der europäischen Kultur und den Herausforderungen der Moderne ist.

Wir träumen von einer muslimischen Gemeinschaft, die Frieden, Toleranz und Nächstenliebe predigt und lebt, die Gleichberechtigung predigt und lebt, die Respekt vor anderen Religionen und anders denkenden Menschen predigt und lebt.

Wir träumen von einer muslimischen Gemeinschaft, die alle Formen der individuellen Persönlichkeitsentfaltung respektiert und schützt, die alle Formen der individuellen Lebensgestaltung respektiert und schützt, die alle Formen des Miteinanders und alle Lebensformen respektiert und schützt.

Wir träumen von einer muslimischen Gemeinschaft, die den Glauben als eine persönliche Angelegenheit zwischen Gott und dem Einzelnen sieht, die sich nicht davor scheut, ihre Religion kritisch zu hinterfragen und ihre Positionen immer wieder neu zu überdenken, weiterzuentwickeln und sie in Einklang mit der Lebensrealität zu bringen.

Unsere Werte

Wir stehen für ein humanistisches, modernes und aufgeklärtes Islamverständnis im zeitgemäßen Kontext und verstehen uns selbst als säkulare Musliminnen und Muslime. Unserem Koranverständnis nach beruht der Glaube auf der ganz persönlichen und individuellen Beziehung des Einzelnen zu Gott. Der Glaube stellt eine Quelle dar für Spiritualität, Resilienz und innere Stärke.

Gleichzeitig sehen wir innerislamische Kritik als unerlässlich an. Dabei darf Islamkritik nicht mit Islamophobie verwechselt werden, denn sie ist im demokratischen Sinne geboten, um ein differenziertes Aufklärungsprogramm innerhalb der muslimischen Gemeinschaft auf den Weg zu bringen.
Wir betonen den interkulturellen Dialog mit allen Religionen und Weltanschauungen und wir setzen uns aktiv dafür ein. Sowohl die Religion als auch der Glaube dürfen und sollen ständig hinterfragt, beurteilt und ergründet werden. Dies sehen wir als den wichtigsten Weg auf der ständigen Suche nach Wahrheit an. Aufgrund dessen unterstützen und fordern wir einen konstruktiven, offenen und kritischen Diskurs innerhalb der muslimischen Gemeinschaft. Meinungsvielfalt und Meinungsverschiedenheit als essentielle Basis für die Freiheit sind nicht nur erwünscht, sondern unerlässlich, um zu einem modernen und humanistisch geprägten Islamverständnis zu kommen.

Im Zentrum der Religion steht der Mensch mit seinen Bedürfnissen, Stärken und Schwächen, seiner Fähigkeit zu Vernunft und zu Empathie.

Der reformierte Islam geht vom mündigen, selbstbestimmten, empathischen und von der Vernunft geleiteten Menschen aus, der selbstverantwortlich handelt und mit den Freiheiten, die ihm dieser Staat und diese Gesellschaft bieten, verantwortungsvoll umgehen kann.

Das Fundament für diese Freiheiten bilden die unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechte. Demnach hat jeder Mensch das Recht, in völliger Freiheit und selbstbestimmt über sein Leben und seinen Glauben zu bestimmen. Alle Menschen sind gleichberechtigt und gleichwertig.

  1. Darauf fußend lehnen wir Diskriminierungen jedweder Art ab. Dazu gehören insbesondere auch Antisemitismus und Homophobie.
  2. Wir stehen uneingeschränkt für die Gleichberechtigung von Mann und Frau ein. Diskriminierungen, insbesondere religiös begründete Diskriminierungen von Frauen lehnen wir strikt ab. Wir lehnen die Vielehe als frauenfeindliche Form der Partnerschaft ab. Ebenso lehnen wir sogenannte Imam-Ehen ab, also Eheschließungen, die in einer Moschee stattfinden und vor dem Gesetz keine Gültigkeit haben. In der Realität sind Frauen oftmals Leidtragende bei diesen Eheschließungen, denn aus diesen Ehen leiten sich weder Rechtsansprüche bei Unterhalt oder Rente noch Steuervorteile ab. Den Männern hingegen bietet die Imam-Ehe die Möglichkeit, am Gesetz vorbei eine Vielehe zu führen.
  3. Ebenso lehnen wir sexuellen Missbrauch von Minderjährigen in Form von sogenannten Kinderehen ab.
    Die körperliche und seelische Unversehrtheit ist ein hohes und absolut schützenswertes Gut. Deshalb distanzieren wir uns von jeglicher Art von körperlicher und seelischer Gewalt, sei es in Form von gesetzlichen Strafen, als Mittel der Konfliktlösung oder als erzieherische Maßnahmen.
    Daraus ergibt sich ganz klar, dass wir die Todesstrafe und Körperstrafen als unmenschlich und überwunden ansehen und sie ablehnen.
  4. Jeder Mensch hat das uneingeschränkte Recht, selbst über seinen Körper, seine Bekleidung und über seine Sexualität zu entscheiden. Bekleidungszwänge, Zwangsheiraten und religiöse Eheverbote sowie eine Verdammung von selbstbestimmter freier Sexualität lehnen wir ab.
  5. Jedes Kind hat das Recht auf eine gewalt- und angstfreie Erziehung. Jedes Kind hat das Recht, sich frei zu entwickeln. Die Familie kann diesen Prozess unterstützen, indem sie dem Kind das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit gibt. Eine Pädagogik, die darauf basiert, dem Kind Angst vor Gott, Angst vor einer Bestrafung, Angst vor der Hölle zu machen, lehnen wir ab.
    Des Weiteren halten wir die Teilnahme am schulischen Pflichtunterricht, einschließlich Schwimm-, Sport- und Sexualkundeunterricht sowie die Teilnahme an schulischen Veranstaltungen wie Klassenfahrten für unerlässlich für die Entwicklung des Kindes. Wir lehnen Freistellungen aus islamischen Gründen ab.
  6. Wir stehen hinter dem staatlichen Gebot zur religiös-weltanschaulichen Neutralität. Wir befürworten es, wenn Staatsdiener, insbesondere Lehrerinnen und Richterinnen auf das Tragen von religiös begründeter Bekleidung, namentlich dem Kopftuch, verzichten.
    Wir verstehen uns nicht als Konkurrenten zu anderen muslimischen Gruppen. Reformmuslime möchten Alternativen zu den herkömmlichen Sichtweisen aufzeigen und anbieten und Menschen erreichen, die einen zeitgemäßen am Humanismus orientierten Glauben leben möchten.

Wir sind davon überzeugt, dass eine funktionierende Gesellschaft nur auf der Grundlage des friedlichen Miteinanders möglich ist. Dazu gehören der gegenseitige Respekt, der konstruktive und offene Dialog und die bewusste gesellschaftliche Partizipation.

Unsere Ziele

  1. Die Ausarbeitung moderner Lesarten des Korans beruhend auf einer historisch-kritischen Textanalyse.
  2. Die Ausarbeitung einer neuen modernen, aufgeklärten und humanistisch angelegten Theologie, die den Glauben als persönliche Angelegenheit versteht und uneingeschränkt mit Demokratie und den Menschenrechten konform ist.
  3. Die Bekanntmachung und Verbreitung liberal-islamischer Ideen und Konzepte über Publikationen, Projekte, Kampagnen und öffentliche Debatten.
  4. Wir unterstützen liberale Musliminnen und Muslime, die geschlechtergemischte Gebete in Moscheen anbieten, in denen auch Frauen Imaminnen sein können, die für die Teilnahme am Gebet keine Bekleidungsvorschriften aufstellen, die ihre Predigten auf Deutsch halten und somit den Integrationsprozess mit unterstützen.
  5. Zur Vertretung der Muslime gegenüber dem Staat streben wir die Bildung eines Rates an, der sich aus Mitgliedern konservativer Verbände sowie Mitgliedern eines reformierten liberalen Islams zusammensetzt.
  6. Wir befürworten und unterstützen die Einführung von humanistisch orientiertem islamischem Religionsunterricht an allen Schulen. Der islamische Religionsunterricht soll die reflektierende Identitätsbildung, die Integration und die gegenseitige Toleranz fördern.
  7. Wir unterstützen liberal-islamische Organisationen und Gruppen, die Projekte zur Stärkung von Mädchen und Frauen anbieten, die Projekte zur Gewaltprävention anbieten, die Projekte zum interreligiösen Dialog anbieten, die Projekte zu sozialer Integration anbieten, die Projekte im Bereich religiöse Aufklärung/Kampf gegen religiösen Extremismus anbieten.
    Wir lehnen Extremismus, Diskriminierung, Gewaltverherrlichung und Segregation entschieden ab. Demokratie und Menschenrechte stellen für uns die Grundlage für das friedliche Miteinander aller Menschen in unserer Gesellschaft dar.

Der Artikel 30 der Menschenrechte (Auslegungsregel), die für uns bindend sind, steht über jedem Anspruch, der möglicherweise aus einer islamischen Rechtsprechung erwachsen könnte.
Ansprechpartner/in für Fragen zur Freiburger Deklaration sind:

Saïda Keller-Messahli, Pheidon@Bluewin.ch (Schweiz)
Abdel-Hakim Ourghi, abdelhakim.ourghi@ph-freiburg.de (Deutschland)
Ali Ertan Toprak, ali.toprak@gmx.de (Deutschland)

Zürich, 16.09.2016

 

http://saekulare-muslime.org/

 

 

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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