Chinas Holzindustrie holzt Sibirien ab- Ökologische Kooperation zwischen EU und Russland möglich?

Ich habe gerade einen Artikel des ORF über die chinesische Holzindustrie gelesen. Seit 1996 wird die Abholzung in China reguliert, seit 2006 ist sie verboten, wenn nicht zuvor aufgeforstet wurde. Folge: Die Chinesen holzen jetzt ganz Sibirien ab, zumal zu Billigstpreisen und in Russland regen sich die ersten Proteste. Wenn das mit der Abholzung in Sibirien so weiter geht, dann ist es was die Resource Wald betrifft, bald vorrüber mit dem russsichen Resourcenempire.Das Dilemma: Um Sibirien irgendwie eine ökonomische Perspektive kurzfritsig zu geben, riskiert man dessen mittel- und langfrsitige Existenz. Zumal dies auch für den Klimaschutz fatal ist. Es verschwinden von Indoneisien, Brasilien, Kongo bis Sibirien riesige Waldflächen. Soviel kann man gar nicht mehr aufforsten, bis das alles nachwächst. Die grüne Lunge wird systematisch zerstört mit absehbaren Folgen für den Klimawandel. Bleibt zu hoffen, dass auch Putin dieses Problem erkennen wird. Ansonsten spricht er sich doch verbal auch so vehement gegen den Ausverkauf russischer Resourcen und strategischer Industrien aus.

Chinas Holzhunger löst Streit mit Moskau aus

Der enorme Rohstoffhunger Chinas hat einen neuen Streit ausgelöst. In diesem Fall geht es um Holz aus den riesigen Wäldern Russlands. Die Abholzungen vom Altaigebirge bis zur Pazifikküste hinterlassen wegen fehlender Aufforstung eine Spur der Verwüstung – und dazu geharnischte Kritik aus Russland. Denn für viele Russen und Russinen sei der Schuldige an der Umweltsünde klar China, wie die „New York Times“ schreibt.(…)

In zwanzig Jahren verzehnfacht

China gilt als der größte Holzimporteur weltweit. Der Holzhunger des Landes wird auch in Zukunft nicht geringer werden, glaubt man den Prognosen der holzverarbeitenden Industrie. Denn die chinesische Möbelindustrie etwa expandiert auch stark ins Ausland und kann bereits als globale Größe gelten.

Die Importe der chinesischen Holzindustrie haben sich seit dem Schlägerungsverbot vor rund zwanzig Jahren verzehnfacht. 2017 wurde für 23 Milliarden Dollar Holz in China eingeführt, davon rund 200 Millionen Kubikmeter Holz aus Russland.

Länder weltweit betroffen

Die Wertschöpfung nach der Verarbeitung ist allerdings viel höher anzusetzen. Durch die Exporte der holzverarbeitenden Industrie wandern auch Devisen nach China. Rund 500 chinesische Unternehmen, oftmals mit russischen Partnerfirmen, sind laut Vita Spivak vom Moskauer Carnegie Center in Russland forstwirtschaftlich aktiv.

Doch die chinesischen Holzunternehmen sind auch in anderen Ländern aktiv: von Peru bis Papua-Neuguinea, von Mosambik bis Myanmar, wie die „NYT“ schreibt. Laut Schätzungen der Umwelt-NGO Global Witness könnten etwa die Regenwälder auf den Salomon-Inseln durch die Abholzung 2036 Geschichte sein. In Indonesien warnen Umweltschützer und -schützerinnen, dass durch illegales Abholzen, das mit chinesischen Unternehmen in Verbindung gebracht wird, die letzten Rückzugsorte der Orang-Utans auf Borneo in Gefahr sind.

baue, ORF.at

https://orf.at/stories/3119860/?utm_source=pocket-newtab

Professor Rahr brachte in diesen Zusammenhang einen interessanten Vorschlag ein:

„RUS wirft sich China in die Arme und muss dafür seine Rohstoffe opfern. Klima und Umwelt werden international geschädigt. Wenn Ökologie der EU wichtig ist, brauchen wir eine ökologische Partnerschaft mit Staaten wie RUS. Das erscheint mir strategisch wichtiger, als RUS mit Sanktionen zu bestrafen. Die Ukraine kann uns nicht auf alle Zeiten wichtiger sein, als alles andere,  was wir mit RUS machen könnten – für Frieden und Wohlstand .“Die Frage ist, ob man den Ukrainekrieg einfach so ignorieren kann, das Minsker Abkommen und die Sanktionen ohne ein Zugeständnis einfach so ignorieren oder aufheben kan. Das dürfte politisch nicht durchsetzbar sein.

Die Sanktionen sollte man schon so lange beibehalten,bis Russland das Minsker Abkommen einhält.Aber gleichzeitig sollte man über diese Einzelforderung eben auch eine Neue Ostpolitik mit der Ukraine als neutralen Land und Brücke zwischen Eurasischer und Europäischer Union vorschlagen. Desweiteren eine Abrüstungsinitiative und ökonomische Zusammenarbeit. Dann hätte Russland auch eine Perspektive und einen Anreiz seine Truppen aus der Ostukraine abzuziehen.Die Ergänzung um eine ökologische Zusammenarbeit ist eine brilliante Idee, würde vielleicht auch leidenschaftlichen Putinbashern wie Volker Beck bei den Grünen vielleicht erwägenswert erscheinen. Zumal auch sehr wahrscheinlich ist, dass die Grünen bei der nächsten Bundesregierung wohl eine wichtige, wenn nicht gar die dominante Rolle spielen.

Neben Marie-Luise Beck ist Volker Beck der Hauptstimmungsmacher gegen Putin bei den Grünen. Seit er bei einer Schwulendemo in Moskau von der Polizei auf den Kopf geschlagen wurde, nimmt er dies Putin sehr persönlich. Zumal Putins Statthalter Kadirow in Tschetschenien Hunderte Homosexuelle entführen und heimlich ermorden lässt ,um den Islamisten nicht als zu liberal zu erscheinen, sondern als echter Muslim- Macho. Solange dies so ist,wird man die Grünen auch nicht für eine ökologische Zusammenarbeit gewinnen können,schon gar nicht, wenn sie vielleicht sogar den nächsten Bundeskanler stellen.Bei den Grünen wiegt die LGBTIQ-und Identitätspolitik genauso wie die eigentlichen zwischenstaatlichen Interessen.


Ich kenne mich mit Homosexuellenfragen nicht so aus als Hetero, schätze,dass sie seitens der Komministen bestenfalls mit Ignorierung und Neutralität verfolgt wurden, ja auch nie Thema Marxscher oder Leninscher Schriften waren und eher als unwichtiger Nebenwìderspruch wie die Frauenfrage aufgefasst wurden. Von staatlichen Verfolgungen Homosexueller ist mir in der Sowjetzeit nichts bekannt, aber auch die Kommunisten fröhnten dem Ideal einer sozialistischen heterosexuellen Kleinfamilie und ich schätze mal für Homosexuelle dürfte die Kultur des sozialistischen Realismus, der muskulöse Proletarier und gebärfreudige Frauen darstellte kein liberales Eldorado gewesen sein. Untèr Putin wurde Homosexualität jedoch durch seine enge Verbindung mit der orthodoxen Kirche wieder als Todsündenfall begriffen ,und da die orthodoxe Religion bei Putins Identitätspolitik von der russischen Nation zentral ist, wie er auch selbst die russische Machokultur des starken Mannes verkörpert,ist der Gegensatz zur Identitätspolitik der Grünen denkbar diametral,da diese mehr von Minderheitenrechten und liberalen Werten der sexuellen Befreiung der 68 Studentenbewgung geprägt sind,während die Mehrheit der Russen doch deutlich wertekonservativer wie die Deutschen der 50er Jahre geprägt sind und ein 68 nie erlebten

Lange Rede kurzer Sinn.Sollte Putin mit einer Grünenregierung konfrontiert sein,wäre Mindestbedingungen für die Grünen,dass Putin den Druck auf die LGBTIQcommunity in Russland etwas zurückführt,Kadirow bei den gröbsten Exzessen an die Leine nimmt und das Minsker Abkommen einhält. Möglicherweise könnte dies den Weg zu einer ökologischen Zusammenarbeit zwischen der EU und Russland führen,die vielleicht auch zu einer Neuen Ostpolitik führt.

Wobei eine ökologische Zusammenarbeit nur zwischen der EU und Russland möglich und von Interesse wäre, da Trump Klima-und Umweltschutzfrage wie auch die ganzen LGBTIQ-Sachen völlig am Arsch vorbeigehen. Ein EU-Russlanddeal sehe also wahrscheinlich anders aus als ein Trump-Putindeal.Wobei eine Neue Ostpolitik wie schon gesagt grünes Licht aus Washington bedarf,aber eine ökologische Zusammenarbeit als Art vertrauensbildende Massnahme dienen könnte und zudem strategisch zentral bei der Klimaschutzpolitik ist.


Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.