Militarismus in der russischen Musik

Wenn man auf Youtube russische Musik sucht, dann kommen zumeist russische Lieder, in denen die russische Armee besungen wrd. So auch heute in Putin-Russland. Militarismus, Nationalismus und schöne Frauen gehen da Hand in Hand. Frauen, die in russischen Mlitäruniformen herumtanzen und russischen Soldaten Liebesbriefe schreiben oder diese umzirzen. Man stelle sich dies einmal in Deutschland vor, wenn Frauen. junge Mädels , Kinder oder Helene Fischer in NATO-Tarnanzug Liebeslieder an deutsche Bundeswehrler singen würden, zumal auch noch mit Einblendung von bester deutscher Rüstungstechnologie, die einmal ein Meister des Todes aus Deutschland war.

Reden wir nicht über die antiquierten Klassiker der Sowjetarmeesongs des Red Army Choirs, die Kalinkas und Katyushas, nach denen Stalinorgeln benannt wurden besingen ,  die inflationät auttauchen oder den Kosackensong, der völlig ohne Frauen auskommt und nur Männer und sibirische Tiger kennt:

Reden wir über modernere Produktionen, die es zumal auch in die russischen Charts schafften und schaffen.Beachtlich da die Rote Armee während des 2. Wektriuegs massenhaft Frauen in kämpfenden Positionen hatten, die Panzer fuhen, Kampfbomber flogen und an vorderster Front kämpften und den deutschen Landsern als männermordende und schwanzabschneidende Flintenweiber bekannt wurden, zumal die Naziideologie die Frauen nie im Militär sondern nur in der Rolle der Gebärmaschine für die Rasse und bestenfalls als Sanitäterinnen und Krankenschwesterinnen sahen und bestenfalls weibliche Fliegerasse wie eine Beate Uhse oderEli Beinhorn als Ausnahme von der Regel hatten .

Hier die sexy Rotarmistin oder Soldatenbraut, die lebensfroh singt, im folgendem Song eine schüchterne, zurückweisende Katyusha mit unschuldigen Rehaugen, Lieschen Unschuld, das von einem Rotarmisten umgarnt , erobert und sexuell belästigt wird und heute wohl im Westen als klarer Fall für eine Me-too-Kampagne dienen würde:

Und dann dazu auch noch Kinder in Militäruniformen und auf Panzern: Da würde seitens deutscher Eltern- und Lehrerverbände, nicht nur der GEW samt allen Parteien, die ihren Kindern Spielzeugsoldaten und Kriegsmodeellbauten untersagen, aber Egoshooterspiele erlauben schnell von Kindersoldatentum,Militarismus, Kindesmissbrauch und frühkindlicher Wehreriehung ala DDR aufschreien. Alle wehrhaften Demokraten in der ansonst wehrhaften oder wehrlosen Demokratie würden sich einig versammeln.

Ein weiteres beredetes Beispiel, was westliche russophile Männer in russische Frauen reinprojezieren und wertschätzen ist der slawophile Jürgen Elsässer.Auf seiner Blogwebseite hat er einen Videoclip über russische Frauen reingestellt, die vier Mädels zeigen, die sich in Militäruniformen schmeissen, strammstehen, mit der Kalaschnikow schiessen und mit dem Panzer herumfahren—man könnte fast einen Werbeclip der russischen Armee hierin vermuten.Der Clip kann angesehen werden unter:

Die Botschaft, die Elsässer daraus herausliest, formuliert er derfolgt:

„Anna und ihre Mädels – wer kann da widerstehen?

Glückliches Land, in dem solche Songs und Clips in den Charts sind. Anna Semenovitch und ihre Mädels – wer kann da widerstehen? (…)Der Clip: Fröhliche Mädels treffen fröhliche Jungs. No future kennen die nicht. Man geht ein Eis schlecken, man geht auf den Rummel. Die Jungs sind Soldaten – das ist normal, denn die Landesverteidigung ist nicht (wie bei uns) abgeschafft. Die Mädels ziehen auch irgendwann die Uniform über, denn es gibt Gleichberechtigung. Aber Gleichberechtigung heißt nicht Gleichmacherei, die Frauen bleiben Frauen und die Männer beiben Männer – das SIEHT MAN in dem Clip. Was man nicht sieht, weil es in einer intakten Gesellschaft eh klar ist: Im Hintergrund sind Vater, Mutter, Großmutter, Großvater. Man respektiert die Eltern und die Alten. Weil man weiß: Irgendwann wird man selbst Papa und Mamma sein, irgendwann wird man selbst alt sein. Das Band der Generationen hält. Die Nation hält zusammen. Der Staat schützt den Zusammenhalt. Gegen äußere Feinde gibt es die Armee. Ein ganzes Gesellschaftsmodell ist in diesem Musikvideo. Glückliches Russland! Ein Land, in dem solche Mädels und solche Clips zig Millionen begeistern, hält natürlich nichts von völlig durchgedrehten Pussy Freaks, die – die ekligen Videos kursieren im Netz – nicht nur religiöse Heiligtümer schänden, sondern auch im 9. Monat schwanger Gruppensexparties in Museen abhalten und sich tiefgefrorene Hühnchen im Supermarkt sonstwohin schieben (Kinder schauen zu!!) – und das auch noch für Kunst halten. Die Anhänger dieses Muschi-Imperialismus kann man in Russland in zwei Telefonzellen unterbringen, aber hierzulande gibt es genug Bekloppte, die das irgendwie geil finden.In einem Land, in dem solche Mädels und solche Clips die Mehrheitsstimmung treffen, hält man auch nichts von öffentlichen Schwulenumzügen auf dem Roten Platz.“

Die slawische sexy-toughe Frau in Uniform oder als Soldatenbraut also als wertekonservatives Vorbild gegen die „Verschwulung“ (Elsässer)“ des dekadenten Westens. Frauenpower mal anders. Wohl eher nach dem Geschmack Elsässer dürfte folgender Archetyp von russischem Mann sein:

Was ist die Lehre aus solchen Geschichten? Der zunehmend verweichlichende Westen, der politisch-korrekt eine postkoliniale wellenessorientierte hedonistische Vegan- und LGBTIQ-moralisierende soft power-Malte Thorben- Gesellschaft wird, würde ein Schuss Putin-Machoismus und hard power nicht schaden und den sich zunehmenden verhärtenden und radikalisierenden heterosexuellen, homophoben angry (white) man ein Schuss „Genderwahnsinn“und liberale Werte gut tun. Am besten wird dies in dem Film „Demolitionman“ mit Wesley Snipes und Sylvester Stalone klar, in dem es um diesen Grundkonflikt archetypischer Rollenverständnisse und PC-Gesellschaft geht und in dem man einen Kompromiss als Schlussappell versucht.

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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